wir beginnen mit den Nachrichten aus der Nacht zum russischen Angriff auf die Ukraine:
+++ Die Ukraine hat einen ersten Kriegsverbrecher-Prozess angekündigt: gegen einen 21-jährigen russischen Kriegsgefangenen, der einen 62-jährigen ukrainischen Radfahrer getötet haben soll. Außerdem ermittle man in mehr als 10.700 Fällen mutmaßlicher Kriegsverbrechen, 600 Verdächtige seien identifiziert.
+++ Sowohl Russland als auch die Ukraine haben laut Human Rights Watch international geächtete Streumunition eingesetzt. Russland habe damit Hunderte Zivilisten getötet. Die Ukraine habe diese Munition mindestens einmal verwendet, berichtete die Menschenrechtsorganisation in Genf.
+++ Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hält ein Kriegsende erst für möglich, sobald alle besetzten ukrainischen Territorien wieder unter ukrainischer Kontrolle sind. Das sagte er im Gespräch mit französischen Studierenden.
Alle aktuellen Entwicklungen können Sie Sie in unserem Live-Blog verfolgen, eine aktuelle Karte zur Invasion Russlands in der Ukraine finden Sie hier. Für die Opfer spenden können Sie hier.
Als Lieferantin verkleidet entkam sie aus Moskau, trotz Hausarrest und polizeilicher Überwachung, floh über Belarus nach Litauen, dann nach Island. Jetzt ist die kremlkritische „Pussy Riot“-Aktivistin Masha Aljochina in Berlin gelandet. „I’m okay“, antwortet sie dem Radiosender „Flux FM“ auf die Frage, wie es ihr kurz nach ihrer Ankunft gehe. „Ich will so laut wie möglich über die Ukraine sprechen“, sagt die Dissidentin. Heute Abend spielt „Pussy Riot“ im Rahmen ihrer Tour in Berlin; ob Aljochina danach wieder nach Russland gehen wird, wisse sie nicht. Zwar wolle sie nicht emigrieren, sie habe aber derzeit keine konkreten Pläne, zurückzukehren. „Vielleicht werde ich mich für Flüchtlinge engagieren“, sagte sie.
Anzeige
Vollmundige Lebenslust trifft auf Sinnsuche! Mit seinem letzten Meisterwerk »Falstaff« hat Giuseppe Verdi der Gattung der italienischen Opernkomödie nicht nur neues Leben eingehaucht, sondern das Genre quasi aus dem Stand revolutioniert und für das 20. Jahrhundert geöffnet! In der Titelpartie kehrt Ausnahme-Bariton und »Bühnentier« Scott Hendricks an die Komische Oper Berlin zurück, als geprellter Ehemann Ford debütiert Publikumsliebling Günter Papendell. Wieder am 12. und 22. Mai –
Hier buchen!
Wo vulnerable Menschen sind, sind Kriminelle nicht weit. Auf dem Berliner Arbeitsmarkt bekommen das derzeit ukrainische Geflüchtete zu spüren. Senatorin Katja Kipping (Linke) warnt vor ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen, in die Geflüchtete geraten könnten, berichtet Julius Betschka. Es gebe bereits „erste Fälle von besonders perfider Ausbeutung“. So hätten Arbeitgeber die Abgabe des Passes verlangt (ein mögliches Indiz für Zwangsarbeit) und Arbeitsverträge aus anderen Ländern angeboten, um deutsche Arbeitsrechte und Mindestlöhne zu umgehen. Und das sei höchstens die Spitze des Eisbergs, sagte Kipping.
Haben Sie etwas von ausbeuterischen Arbeitsbedingungen für Ukrainer*innen in Berlin mitbekommen? Hinweise nehmen wir unter checkpoint@tagesspiegel.de entgegen.
Anzeige
Das Festival für die digitale Gesellschaft ist zurück!
Vom 8.-10. Juni 2022 präsentiert die re:publica Berlin unter dem Motto „Any Way the Wind Blows" Vorträge, Workshops, Performances u.v.m. rund um die Themen unserer (digitalen) Gesellschaft. Mit: Maja Göpel, Luisa Neubauer, Sascha Lobo, Claudia Kemfert, El Hotzo, Eva Schulz & Tilo Jung und vielen mehr.
Weitere Informationen & Tickets
Gestern berichtete Kollege Christian Latz an dieser Stelle, dass Berlin erwägt, das bundesweite Neun- zum Null-Euro-Ticket zu machen. Drei Monate würden Berliner*innen dann umsonst durch Berlin fahren. Durch ganz Berlin? Nein, nur durch den Tarifbereich AB, wie sich jetzt herausstellte. Der Grund: Brandenburg will offenbar nicht mitziehen. Das geht aus einer Besprechungsunterlage von Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) hervor. AB heißt übersetzt: Nur Innenstädter*innen würden profitieren. Wer ein ABC-Abo oder mehr braucht, könnte dann nur das normale Neun-Euro-Ticket in Anspruch nehmen. Hier können Sie mehr dazu lesen.
Und auch sonst ist noch einiges offen. Was eigentlich mit Sozialticket-Nutzenden sei?, fragt Checkpoint-Leserin Eva S. Und Rosa P. will wissen, „inwiefern wir Studierende davon profitieren werden? Wir haben zwar in der Überzahl kein Auto, sind aber trotzdem von steigenden Preisen, Heizkosten etc. betroffen.“ Zwei wichtige Fragen, Antworten gibt es bisher keine, die Senatsverwaltung für Verkehr bittet um Verständnis: Es handele sich noch um Überlegungen, „weder stehen Details fest noch ist klar, ob bestimmte Modelle überhaupt in dem sehr engen Zeitfenster, das zur Verfügung steht, und den vielen zu beteiligenden Stellen zustande kommen könnten“, schreibt Sprecher Jan Thomsen.
Klar, Verständnis haben wir – aber die Frage, ob und wie diejenigen die Preisnachlässe bekommen, die sie am dringendsten benötigen, ist kein Detail. Wie so oft scheint in Berlin auf den zweiten Blick vieles vage. Die Idee ist gut, aber ist die Stadt bereit?

Zebrastreifen, Zebrastreifen … Na, wo isser? Vor anderthalb Jahren verschwand in Lichtenrade ein Fußgängerüberweg und wird seitdem schmerzlich vermisst, berichtet CP-Leser Olaf Scheumann. Der Überquerungs-Streifen an der Kreuzung Hilbertstraße und Wolziger Zeile sei zwar provisorisch gewesen, aber nützlich – Schul- und Kitaweg sowie drei Straßen treffen hier aufeinander. Bekanntlich hält nichts länger als ein Provisorium, aber nicht für immer und schon gar nicht in Berlin: Mit der Baustelle verschwand damals der geliebte Zebrastreifen, Anwohner setzen sich für seine Wiedererrichtung sein. Schon 2021 dämpfte Stadträtin Christiane Heiß die Erwartungen in einer E-Mail: Kann bis zu drei Jahre dauern. Denn: „Die (…) Entscheidung (…) liegt nicht beim Bezirksamt“, sondern bei einer Arbeitsgemeinschaft, in der auch Vertreter der Polizei sitzen. Nun hält die von dem Zebrastreifen offenbar herzlich wenig, der Prozess wirkt blockiert.
„Es gibt unterschiedliche Auffassungen von Polizei und Bezirk, ob und wie hier ein FGÜ (Zebrastreifen, Anm.) eingerichtet werden könnte“, schreibt Verkehrsverwaltungs-Sprecher Jan Thomsen zu dem Fall. Sobald ein Bahnübergang in der Nähe gesperrt ist (Mitte 2023), werde der Verkehr abnehmen, argumentiere die Polizei. Die Senatsverwaltung „prüft derzeit noch weitere Verkehrsdaten (…), um die Begründung für einen Zebrastreifen zu präzisieren“, so Thomsen. Dann soll die Arbeitsgruppe nochmal darüber sprechen. Ping, Pong…
Kommen wir zum Themenblock „unkonventionelle Lösungen für große Probleme“: Verkehrs- und Digitalminister Volker Wissing (FDP) hat bei der Pressekonferenz des G7-Digitalminister-Treffens einen Vorschlag gemacht, wie man zur Eindämmung des Klimawandels beitragen kann: Weniger Essen fotografieren, na klar, was sonst! Dass darauf noch niemand gekommen ist. Wissing verwies in seinem Redebeitrag (hier zu sehen) auf die Emissionen von Food-Fotos für Social Media: „zum Beispiel neigen wir dazu (…), unser Essen zu fotografieren und wenn man sich die Zahl der Fotos von Essen anschaut weltweit, dann kommt man auf einen enormen Energieverbrauch. Dann muss man sich die Frage stellen: Ist das notwendig?“
Wir geben die Frage zurück an Wissings Insta-Account – da sehen wir Waffeln im Büro, ein Selfie mit japanischem Essen, stolz inszeniertes Lockdown-Sauerteigbrot, einen „Happy Birthday Riesling“-Kuchen und das Wissing‘sche Frühstücksmüsli. Vielleicht mag der Minister noch einmal nachrechnen, bevor wir artig Insta löschen und stattdessen auf, äh, mit 180 über die Autobahn brettern.
Anzeige
Sa., 14. Mai: Silent Concert mit Folk, Funk und Jazz im Britzer Garten
Kopfhörer auf – Ton ab! Genieße bei freier Platzwahl im Grünen und sommerlicher Open-Air-Atmosphäre die fantastische Stimme von Teresa Bergmann und Supporting Act Geordie Little. Pack die Picknickdecke ein und komme um 16.30 zum blühenden Rhododendronhain. Anmeldung: britzergarten.de
Problemlösung, die Zweite: Die Gasag rechnet weiterhin mit hohen Gaspreisen in Berlin, hinzu kommt die Inflation. Aber hey, soll das Volk halt Champagner trinken! Der ist nämlich – im Gegensatz zu vielen Grundnahrungsmitteln – billiger als vor einem Jahr. Der Berliner Ökonomie-Professor Sebastian Dullien hat aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (hier zu finden) Vergleiche zur Inflation von Nahrungsmitteln zusammengestellt. Sie zeigen, wie die Inflation soziale Ungleichheiten drastisch verstärkt, denn zwar seien „viele der normalerweise günstigen Grundnahrungsmittel“, etwa Mehl, Nudeln, Eier und Kartoffeln „deutlich teurer“ geworden (und werden wohl noch teurer). Besserverdienende aber können aufatmen: Meeresfrüchte, Sekt und Champagner sind sogar günstiger als vor einem Jahr. In diesem Sinne: Prost!
Anzeige
Evangelische Schule Charlottenburg
Schuljahr 2022/23
Noch wenige Plätze 7. Jahrgang frei
Anmeldung unter:
Telefon: 030/3 43 57 16-10 oder
Homepage: ev-schule-charlottenburg.de
Jetzt, wo geklärt ist, wie man sich dieser Tage zu verhalten hat – Champagner trinken, bloß keine Food-Fotos machen –, folgt zu guter Letzt ein Tipp für Fortgeschrittene. Offene Briefe schreiben scheint zwar im Trend zu liegen, kann jedoch missglücken. Das jüngste Beispiel ist der Newsletter des Fusion-Festivals: „Allen Grund zum Feiern“ sieht es „trotz düsteren Zeiten“. So weit, so gut. Aber dann löst das Festival-Team kurzerhand den Ukraine-Konflikt. Und das geht so: „Verhandlungen und Diplomatie! Nur am Verhandlungstisch kann ein Ende dieses Krieges erzielt und die vollständige Zerstörung von Teilen der Ukraine abgewendet werden.“ Ach, Mensch, dass darauf bis jetzt noch niemand gekommen ist! Dass der russische Präsident Putin dazu offenbar nicht bereit ist, nun ja… Wer sagt’s ihnen?
Wir nicht, denn als Teil der „sozialen und anderen Medien“ drehen auch wir dem Festival zufolge ja auch „skrupellos an der Schraube der Eskalation“ und reden eine militärische Lösung des Konflikts „mit einer ekligen Begeisterung“ herbei. Die Autorin dieses Newsletters kann, für sich sprechend, versichern: Mit Begeisterung hat das herzlich wenig zu tun. Es ist bloß mehr als fraglich, ob der vom Festival geforderte Pazifismus unilateral funktioniert.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Affe, Depp: In den sogenannten Sozialen Medien geht’s nicht immer freundlich zu – schon gar nicht, wenn es um Politiker geht. Am häufigsten von allen Bundestagsabgeordneten wird Stephan Brandner von der AfD beleidigt, der auf Twitter scheinbar erntet, was er im Bundestag sät. Dort bezeichnete er Karl Lauterbach etwa kürzlich als „Impflamist“. Lauterbach wird am vierthäufigsten beleidigt. Die Zahlen stammen aus einer Twitter-Datenanalyse der Online-Plattform „Betrugstest.com“.
Anteilig am häufigsten beleidigt werden demnach zwei Grünen-Politiker: Sechs Prozent aller ausgewerteten Tweets, die sich an Kai Gehring richten, enthalten mindestens eine Beschimpfung; auch Saskia Weishaupt bekam einiges ab (4,2%, gleichauf mit Peter Heidt von der FDP). Von den Parteien wird insgesamt die AfD am häufigsten beleidigt – mehr als doppelt so häufig wie SPD und Union (jeweils 1,7%). Die FDP kommt mit nur 1,5% Anteil an beleidigenden Tweets am besten weg. Insgesamt wurden rund 2,2 Millionen Abgeordneten-Tweets auf 74 beleidigende Worte untersucht. Affentheater!
Apropos AfD: Die Berliner Delegierten der Rechtspopulisten werden wohl auf dem Bundesparteitag ihrer Partei fehlen, wie Kollege Robert Kiesel erfuhr. Der Grund ist die prominente Berliner AfD-Spitzenkandidatin Beatrix von Storch. Sie hat, das sehen die Richter nun als erwiesen an, bei der Delegierten-Wahl drei Kandidaten auf die Bewerberliste gesetzt, als diese eigentlich schon geschlossen war. „Eine unzulässige Änderung“, erklären die Richter. Parteiintern ist von einem „Riesenschaden“ die Rede. Wie… schade.
Anzeige
Exklusive Verlosung: Testen Sie den Tagesspiegel 4 Wochen gratis und sichern Sie sich die Chance auf 1 von 20 Jahreskarten für die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg im Wert von 60 €. Lesen Sie täglich die digitale Zeitung inklusive Tagesspiegel Plus und den preisgekrönten Checkpoint und genießen Sie auf Wunsch am Wochenende zusätzlich die gedruckte Zeitung. Teilnahmeschluss ist der 31. Mai. Zum Angebot
Pinkelgerechtigkeit, jetzt! Oder zumindest 2023. Und wenigstens an zwei Orten in jedem Berliner Bezirk. Der Senat plant, Frauenpissoirs in mindestens 24 Berliner Parks zu bauen („i.d.R. zwei pro Bezirk“). Neue, klimafreundliche Parktoiletten – und hoffentlich auch für Frauen kostenfrei (in Berlin ja leider keine Selbstverständlichkeit). Finanziert wird das Ganze aus dem „Innovationsförderfonds“.
Innovativ ist auch der Parkstil eines Ferrari-Fahrers in Berlin-Mitte: Er stellte seinen knallroten Schlitten direkt vor dem Eingang des Bundesarbeitsministeriums ab – der Autor Dmitrij Kapitelman hat ein schnittiges Foto davon gemacht (hier auf Twitter zu bestaunen). Hat Hubertus Heil ‘ne neue Karre? Aufklärungs-Anruf beim BMAS: „Jeder“ könne dort parken, schließlich handele es sich bei dem Gelände vor dem Ministerium um öffentliches Straßenland“. Na gut. Aber gibt es neuerdings Ferraris als Dienstwagen? „Nein.“ Hätten wir das auch geklärt.
Anzeige
Kinder, Kinder - Geschichten zum Vorlesen
Diese liebevoll gestaltete Edition enthält sechs illustrierte Vorlesegeschichten aus der DDR. Sie erzählen von Freundschaft, Familie und Zusammenhalt, von Sehnsüchten, Mut und der Entdeckung der Welt. Ein zauberhaftes Geschenk!
Ab sofort im Tagesspiegel-Shop erhältlich.
Bleiben wir beim Thema Geld. „Bei welchen Banken das Land Berlin wie viele Konten hat“, wollte jemand von der Senatsverwaltung von Finanzen wissen und stellte eine Anfrage über das Informationsfreiheits-Portal „Frag den Staat“ (hier nachzulesen). Die Antwort: Fünf bei der Deutschen Bundesbank, vier bei der Berliner Sparkasse, elf bei der Postbank, eines bei der Norddeutschen Landesbank und eines bei der Deutschen Bank. Auf eines davon soll der Antragssteller jetzt 25 Euro überweisen – so viel verlangt die Senatsverwaltung für die Auskunft. Allerdings stehen nur drei der insgesamt 22 Konten für die Überweisung zur Wahl.
Amsterdam, London, Venedig … und bald auch Berlin? Noch in diesem Jahr könnten Pakete in Berlin per Boot geliefert werden. „Es gibt Überlegungen, ob man gewisse Verkehre auf der Spree machen kann“, sagte der Post- und Paketvorstand der Deutschen Post DHL der Morgenpost (Donnerstagsausgabe).
Anzeige
Das Grab auf dem Spielplatz. Eine Frauenleiche im Schlafsack, ein ausgebuddeltes Loch im Sandkasten... Und welche Rolle spielen die zwei verschwundenen Obdachlosen? In der neunten Folge von „Tatort Berlin“, dem True-Crime-Podcast des Tagesspiegels, gibt ein erfahrener Tatortexperte Einblicke in seine Arbeit. Jetzt kostenlos auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Die Pandemie ist nicht vorbei, aber… Nicht nur der erst im November gestartete Corona-Krisenstab wird aufgelöst, auch der Bezirk Treptow-Köpenick läutet das postpandemische Zeitalter ein und schaltet sein Bürger*innentelefon für Fragen zur Corona-Pandemie zum 1. Juni ab, teilt der Bezirk mit. Der Grund: kaum noch Nachfrage. Das war mal anders: „Fast 5.400“ Gespräche zu Corona habe man im Rahmen des Projekts geführt. Jetzt ist scheinbar alles gesagt. Noch Fragen?
Zitat
„Zwischen Sternzeichen, Regenbogen und Lieblingsfarbe Glitzer, das wir vor allem der UEFA unter die Nase reiben, zwischen eiserner Union und Hertha-Glücklichkeit, Olympiafackeln, zugereisten Fanscharen, zwischen Spree, Alex und Spätis, Backsteinen und Benzin, zwischen Dönerbuden und Burgermeister werden wir Europameister sein!“
Die Sportfreunde Stiller freuen sich im Tagesspiegel-Checkpoint-Podcast „Berliner und Pfannkuchen“ auf die EM 2024
Tweet des Tages
‚Ich nutze eine Eiscremewaffel, um meine Küchenwaage zu kalibrieren.‘ / ‚Was?‘ / ‚Ich habe ein Eichhörnchen‘
Stadtleben
Essen – Ein Tag im Wald, aber was für einer: woodcuisine organisiert wissensvermittelnde Workshops. Am 14. Mai z.B. mit 2-Sterne-Koch Sebastian Frank aus dem Restaurant Horváth. Der zeigt Teilnehmer:innen, wie man ein Reh zerlegt und natürlich auch, wie man die einzelnen Teilstücke verarbeitet. Zum Abschluss des Tages serviert das Team ein 5-Gang Menü plus Getränkebegleitung, gekocht auf dem Feuerring. Auch ein Schneidebrett wird selber gebaut. Für Kulinarik-Fans ein Erlebnis, buchen lässt sich der außergewöhnliche Workshop hier.
Last-Minute – Suff ist politisch, diese These stellt Autorin und Journalistin Eva Biringer auf. Biringer, Jahrgang 1989, weiß, wovon sie spricht: Auch sie war alkoholabhängig, auch sie entsprach als junge, gutaussehende und leistungsstarke Frau nicht dem Klischee der Trinkerin. Ihr Debüt „Un-abhängig. Vom Trinken und Loslassen“ widmet sich den strukturellen Gründen weiblichen Alkoholkonsums. Ein schlaues Buch, und was für ein Geschenk, dass die Premiere mit Daniel Schreiber einen Moderatoren gefunden hat, der ebenfalls sehr pointiert und tiefgründig über seine Erfahrung mit Alkohol geschrieben hat (im Essay „Nüchtern“). Für Kurzentschlossene: Ein paar Karten gibt es noch für die Lesung am heutigen Donnerstag, 12.5., 20 Uhr, Pfefferberg Theater (Schönhauser Allee 176, U-Bhf Rosa-Luxemburg-Platz).
Karten sichern – Eine absolute Legende kommt nach Berlin: Dionne Warwick wurde als Interpretin zahlreicher Kompositionen Burt Bacharachs und Hal Davids berühmt („Say a little prayer“) und prägte so den Sound des „Great American Songbooks“ maßgeblich mit. Später arbeitete sie mit Barry Manilow zusammen und kehrt nach dem Bruch mit Burt Bacharach in den frühen achtziger Jahren an die Chartspitze zurück. Die 81-jährige (!!) Diva des amerikanischen Soul-Pop kommt für eine Sondervorstellung mit der neuen Philharmonie Frankfurt am kommenden Dienstag (17.5.) in die Verti Music Hall, 20 Uhr, Einlass 18.30 Uhr, Karten ab 85 Euro gibt es noch hier.
Geschenk – Ein schönes Geschenk für Comicfans: Am Gratis-Comic-Tag werden 35 Hefte, die 19 deutschsprachige Comicverlage für diesen Tag produziert haben, verschenkt. Super also, um einem lieben Menschen oder sich selbst eine Freude zu machen. Einst nach US-Vorbild hierzulande eingeführt, findet der Gratis-Comic-Tag nach einer Corona-Pause an diesem Samstag zum zwölften Mal statt. Es gibt Veröffentlichungen für Kinder und Erwachsene aus den Bereichen Manga, Superhelden, Disney und Independent zu entdecken. Viele Händler bieten zudem ein Rahmenprogramm und Sonderaktionen an. Hier geht es zum gesamten Programm (inklusive aller teilnehmenden Geschäfte).
Berlin heute
Verkehr –A113/A100: Sperrungin Fahrtrichtung Wedding zwischen AS Späthstraße und AS Gradestraße zwischen 21 und 5 Uhr, bis 13.5. Alle Ein- und Ausfahrten zwischen den jeweiligen Anschlussstellen sind zu den oben genannten Terminen gesperrt. Start der Absperrmaßnahmen an einigen Zufahrten ab 20 Uhr.
Invalidenpark u.a. (Mitte):Von 15.30 bis 22 Uhr Verkehrseinschränkungen u.a. hier (s. Demo): Invalidenpark, Invalidenstraße, Platz vor dem Neuen Tor, Robert-Koch-Platz, Luisenstraße, Reinhardtstraße, Friedrichstraße und Unter den Linden zum Pariser Platz.
Eichbuschallee (Plänterwald): Bis Mitte Juni steht auf der Kiefholzstraße nur ein Fahrstreifen für beide Richtungen zur Verfügung. Eine Baustellenampel regelt den Verkehr.
Schloßstraße/Hubertusstraße (Steglitz): Sperrung von max. 25 Minuten zwischen 9 und 12 Uhr
Drakestraße/Goerzallee/Hindenburgdamm/Königsberger Straße (Lichterfelde): Sperrung von max. 25 Minuten zwischen 9 und 12 Uhr.
Demonstration – Ab 8 Uhr demonstrieren 15 Menschen von Greenpeace e.V. am Messedamm 26, Anlass: „Greenpeace-Klage gegen Volkswagen“. Zum „Tag der Pflegenden“ gehen ab 14 Uhr 150 Menschen auf die Straße, angemeldet durch den Berufsverband der Pflegeberufe e.V., Friedrichstraße 108. Ab 15 Uhr heißt es für 20 Menschen „Solidarität mit den 1.988 hingerichteten politischen Gefangenen“, vor der Rechtsanwaltskanzlei Greenberg Traurig LLP, Budapester Straße 35 (weiter heißt es in der Anmeldung: „Die US-Filiale der Kanzlei verteidigt einen früheren UN-Botschafter Mohammad Jafar Mahallati, der nach Amnesty damals den Massenmord an politischen Gefangenen 1988 vor der UN geleugnet und vertuscht hat“), angemeldet durch das „Bündnis für Menschenrechte und Freiheit im Iran“. Eine weitere Demonstration anlässlich des Tags der Pflegenden findet ab 15.30 Uhr statt, Motto: „für menschenwürdige Pflege und bessere Arbeitsbedingungen für alle Gesundheitsberufe“, 500 Teilnehmer*innen, Start am Invalidenpark, von hier u.a. über Invalidenstraße, Platz vor dem Neuen Tor, Robert-Koch-Platz, Luisenstraße, Friedrichstraße, Unter den Linden, Pariser Platz, angemeldet durch „Walk of care“. Und einen „City walk of those who Stand with Ukraine“ gibt es ab 18 Uhr, mit 1000 Teilnehmer*innen, vom Frankfurter Tor u.a. über Karl-Marx-Allee, Grunerstraße, Dircksenstraße, Alexanderplatz (Brunnen der Völkerfreundschaft).
Gericht – Im Verfahren gegen zwei Ärzte, die während einer Zwillingsgeburt ein schwer geschädigtes Kind mit Kaliumchlorid totgespritzt hatten, wird erneut verhandelt. Es geht allein um das Strafmaß. Den Schuldspruch wegen gemeinschaftlichen Totschlags hat der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigt. Das Landgericht hatte die Angeklagten im November 2019 zu eineinhalb beziehungsweise einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 700).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Rolf Brockschmidt (69), Tagesspiegel-Autor / Martin Buchholz (80), Kabarettist, Journalist und Autor / Klaus Doldinger (86), Jazzmusiker und Komponist / Anna Lena Fehr (43) „Ich wünsche Dir, meiner lieben Schwiegertochter, weiterhin viel Kraft für Deine vielen Lebensaufgaben und das Du den Spaß und Genuß für Dich dabei nicht verlierst!“ / „Liebe Mama, wir wünschen dir alles, alles Gute und stoßen auf dich an - JDLH und JD“ / Mareile Höppner (45), Fernsehmoderatorin / Louisa Kähler (18) Mittelfeldspielerin bei der 1. Frauen Union Berlin / Kolja Kleeberg (58), Fernsehkoch / Daniel Libeskind (76), Stadtplaner, Architekt / Alex Lubawinski (72), ehem. SPD-Bezirksbürgermeister von Pankow (2001-2002) / Andreas Stephan, Leitender Oberschulrat a.D. / Yovel Zoosman(24), Profi-Basketballer für Alba Berlin
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Tilo Fütterer, Oberarzt in der Rettungsstelle im Vivantes Klinikum Neukölln / Waltraut Elisabeth Nethe, * 12. November 1926 / Michael Sickerodt * 24. Dezember 1948 / Renate Tauberger, * 15. Dezember 1941 / Dr. Hermann Wedel, * 5. Mai 1939
Stolperstein – Julius Netheim wurde am 18. April 1876 in Lemgo geboren. Nationalsozialisten deportierten ihn am 21. September 1942 nach Theresienstadt, wo er heute vor Jahren, am 12. Mai 1943, ermordet wurde. An der Fredericiastraße 8 in Charlottenburg erinnert ein Stolperstein an Julius Netheim.
Encore
Und es gibt ihn doch! Kreuzbergs wohl berühmtester, zwischenzeitlich verschollener (CP vom 2. Mai) Kleinbagger, der dann doch ein Radlader war (CP vom 3. Mai), und dessen Existenz bisweilen in diesem Newsletter angezweifelt wurde, wurde gestern der interessierten Öffentlichkeit präsentiert – hier zu sehen. Dreck von A nach B baggern kann das Ding offenbar. Wir gratulieren! Trotzdem bleibt Baustadtrat Florian Schmidt dabei: „Don’t call it Bagger“ (Twitter). Hrmpf. Trotzdem: Viel Spaß beim Baggern, äh, Radladen!
Nach Infos gebaggert haben heute Thomas Lippold und Matthieu Praun (Recherche), das Stadtleben ausgebuddelt hat Sarah Borufka. Schließlich hat Kathrin Maurer alles fertig verladen (Produktion), und weil hier noch eine Menge Dreck herumliegt, drehe ich morgen eine weitere Runde.