Beginnen wir heute mit einer ordentlichen Portion heißer Luft: Erinnern Sie sich an die Eltern, die in den öffentlich finanzierten Kitas des Trägers „SüdOst“ gern Luftfilter aufgestellt hätten? Sie hätten das sogar selbst organisiert und bezahlt, der Wunsch wurde im Juli 2021 allerdings abgelehnt von den damals zuständigen Stadträten Falko Liecke (CDU, Neukölln) und Gernot Klemm (Linke, Treptow-Köpenick). Begründung (frei übersetzt): Weil wir nicht alle ausstatten können, soll keine Kita Filter erhalten, alles andere wäre ja ungerecht. Soll schließlich jeder eine faire Chance auf das Virus bekommen, nicht wahr?
Nachdem der Checkpoint (2. Juli) die Sache öffentlich gemacht hatte, meldeten sich Liecke und Klemm hektisch – und entschieden, nun lieber noch weniger Kitas mit Luftfiltern auszustatten, nämlich exakt zwei von 44 des Trägers, und nannten das modebewusst „Modellprojekt“. „Ich begrüße die Initiative von Eltern, sich für den Einsatz von Luftfiltern stark zu machen. Mit dem geplanten Modellprojekt unterstützen wir sie dabei“, sagte Liecke damals. „Was wir nicht wollen, ist einfach nur möglichst billige Geräte irgendwo hinzustellen, ohne zu wissen, was sie bringen.“ Daher solle die Zeit, bis es wieder kälter wird, für das Modellprojekt genutzt werden.
Wenn Sie kürzlich mal draußen waren (was im Homeoffice durchaus eine Herausforderung ist), haben Sie vermutlich festgestellt: Die Kälte ist da, und die Luftfilter?
Wurden nie angeschafft. „Leider ist es uns trotz intensiver Bemühungen bis heute nicht gelungen, eine wissenschaftliche Begleitung für das Pilotprojekt zu gewinnen“, heißt es in einem Schreiben des Kita-Trägers an nachfragende Eltern, das dem Checkpoint vorliegt. „Im Kitabereich ist der Einsatz von Luftfiltern durchaus umstritten.“ Auch der Bund fördere nur, wenn Räume nicht oder nur schwer belüftbar seien. „Es gibt bisher keine Aussagen zur Wirksamkeit von Luftfiltern in Kitas.“
Eben deswegen hatten die beiden Stadträte ja angeblich diesen Modellversuch starten wollen – oder war das alles nur ein Missverständnis? Fragen kann man sie leider nicht mehr, denn praktischerweise sind sie nicht mehr im Amt: Gernot Klemm trat zu den BVV-Wahlen 2021 nicht mehr an, Falko Liecke ist zwar noch Stadtrat in Neukölln, nun allerdings für Soziales. Da „… ich nicht mehr in dieser Verantwortung bin, bitte ich Sie sich direkt an die Geschäftsführung des Kita-Eigenbetriebs Süd-Ost und/oder die Gesundheitsstadträtin Neuköllns zu wenden“, schreibt uns Liecke. Merke: Heiße Luft verpufft schneller.
Ärgerlich sind solche Fehlversuche (oder in diesem Fall: Nichtversuche) vor allem, weil der Impfstoff für Kinder unter fünf Jahren noch nicht offiziell empfohlen ist. Immerhin können Eltern – sofern sie beruflich die Möglichkeit haben – wenigstens selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Kita schicken. Schulkinder hingegen müssen zum Unterricht: Die Präsenzpflicht steht wie die Omikron-Wand, und das obwohl die 7-Tage-Inzidenz inzwischen in der Altersgruppe Fünf bis Neun bei 1332 liegt – Tendenz weiter steigend.
„Schulschließungen sind etwas, das ich bis zum Letzten verhindern werde“, sagte Berlins Regierende Franziska Giffey am Wochenende im Tagesspiegel-Interview. Was das Letzte für sie wäre, erläuterte sie nicht. „Für viele Eltern fühlt es sich an wie Russisch Roulette, ihre Kinder morgens loszuschicken“, sagte Tobias Schulze (Linke) gestern im Abgeordnetenhaus. Die Bildungsverwaltung rechnet damit, dass mehrere Schulen aufgrund der hohen Fallzahlen in den Wechselunterricht gehen werden (Q: MoPo). „So langsam kippt bei den Eltern die Stimmung“, sagt Landeselternsprecher Norman Heise.
Wie die Schulleitungen sich bei all dem fühlen, hat mein Kollege Armin Lehmann hier aufgeschrieben (Abo). Kleiner Einblick:
+ „Das emotionale Elend können wir nicht heilen“
+ „Was wir hier eigentlich wuppen, wird außerhalb der Schule zu wenig gesehen.“
+ „Die Atmosphäre ist irgendwie gekippt.“
+ „Ich gucke meine Leute an, und die sehen kaputt aus.“
Oder anders ausgedrückt: Kaputt ist das neue Normal.
Zumindest ist der Senat konsequent und verordnet sich selbst auch Präsenzpflicht: Die Senatsklausur am Wochenende findet wie geplant live und in Farbe statt und zwar im Landgut Stober, Tagungshotel am Groß Behnitzer See im Havelland. Es handele sich um ein Arbeitstreffen, bei dem das 100-Tage-Programm für Berlin besprochen und beschlossen werden solle, sagte ein Sprecher der Senatskanzlei dem Checkpoint. Der Kreis der Teilnehmenden sei mit 22 Personen kleiner als gewöhnlich. „Die Klausur findet mit sehr umfassenden Infektionsschutzmaßnahmen (2 G plus mit einer vorherigen PCR-Testung aller Teilnehmenden) in Brandenburg statt.“ Fragt sich der gemeine Berliner, ob sie dafür auch zwei Stunden vor einem landeseigenen Testzentrum anstehen müssen (oder selbst bezahlen).
Es kommentiert die grüne Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (gestern im AGH): „Es hätte für Delta gereicht, für Omikron reicht das nicht.“ (Also die PCR-Testkapazitäten des Landes, nicht die Sicherheitsmaßnahmen des Senats).
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Schieben wir noch schnell die nackten Zahlen hinterher. Das RKI meldet heute früh 92.223 Neuinfektionen, ein neuer Höchstwert. In Berlin wird die 7-Tage-Inzidenz in den nächsten Tagen erstmals die 1000 überschreiten. Eine Zahl, die vor ein paar Monaten noch völlig unvorstellbar schien. Auf der Website der Senatsverwaltung erscheint derzeit der Hinweis: „Aufgrund der momentan hohen Fallzahlen können Informationen zur Hospitalisierung und Impfstatus nur noch eingeschränkt ermittelt werden. Eine Unterschätzung und Verzerrung der dargestellten Daten ist sehr wahrscheinlich.“ Hoffen wir mal, dass es eher für Letzteres gilt.
Höchste Zeit für eine Positiv-Meldung (im doppelten Sinne): „Auch mich hat es nun mit Covid 19 erwischt“, schreibt uns CP-Leser Alexander Pappert, „aber dies ist einmal die Gelegenheit ein aktuell viel gescholtenes Amt zu loben: Das Gesundheitsamt Neukölln.“ Dort habe man ihm als ärztlichem Personal noch am selben Tag „unkompliziert und unbürokratisch“ die vom Bund bereits beschlossene, in Berlin aber noch nicht umgesetzte Quarantäneverkürzung zur Sicherstellung der Patientenversorgung bescheinigt. In seiner Klinik sei nämlich tatsächlich gerade die Hälfte des ärztlichen Teams Covid-positiv. Die Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes, Frau Brkic, habe ihm dazu noch die lieben Worte übermittelt „Danke, dass Sie und Ihre Kolleg*innen unser Gesundheitssystem weiterhin am Laufen halten!“ Pappert schreibt: „Dieses Kompliment kann ich Frau Brkic nur zurückgeben!“ Und wir schließen uns, positiv gestimmt, sehr gern an.
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Jede fünfte Familie ist unsicher, wie sie ihre Kinder gesund ernähren kann: Dies zeigt eine repräsentative Befragung im Auftrag des PKV-Verbands. Dabei werden in den ersten 1.000 Lebenstagen wichtige Weichen für die spätere Entwicklung gestellt. Das erläutern Expertinnen und Experten in der ersten Episode des PKV-Präventionspodcasts „wohl befinden“. Jetzt reinhören!
Kommen wir zum letzten Teil unserer Serie der 290 Berliner Straßen und Plätze, deren Namen einen antisemitischen Bezug haben (auf Grundlage einer Studie von Felix Sassmannshausen für den Berliner Antisemitismusbeauftragten). Empfehlungen zur Umbenennung sind gefettet, bei den anderen Straßen wir eine Kontextualisierung und/oder weitere Forschung empfohlen. Heute: Treptow-Köpenick.
Arndtstraße („Die Universität Greifswald ist aufgrund des Antisemitismus in Arndts Weltbild umbenannt worden. In Leipzig ist eine Initiative zur Umbenennung der Arndtstraße gescheitert“), Arndtplatz, Bodelschwinghstraße, Fichtestraße, Fontantestraße, Friedrich-List-Straße, Goethestraße, Igo-Etrich-Straße, Jahnstraße („Die Initiative ‚Sport ohne Turnväter‘ im Bezirk Pankow, die darauf zielte, den Jahn-Sportpark in Berlin Prenzlauer Berg umzubenennen, ist im Senat gescheitert. Weitere Recherche, gegebenenfalls Umbenennung“), Karl-Ziegeler-Straße, Lienhardweg, Ludwig-Prandtl-Straße („Im Nationalsozialismus war Prandtl Vorsitzender der Kaiser-Wilhelm Gesellschaft. In seiner Korrespondenz äußerte er sich in den späten 1930er-Jahren positiv über die NS-Herrschaft und bezeichnete die antisemitische Verfolgung von Juden als Notwendigkeit“), Lutherstraße, Nieberstraße, Pestalozzistraße, Roedernstraße, Schmollerplatz, Schmollerstraße, Steinplatz.
Wieder was gelernt.
Berliner Schnuppen
Telegramm
„Ich will jetzt endlich auch diese Luca-App haben“, sagte der damals Regierende Bürgermeister Michael Müller im März 2021. Und er bekam sie. „Ein Mehrwert der Luca-App ist in den letzten Wochen nicht mehr feststellbar, die bundesweite Nutzung ist im Wesentlichen eingestellt“, sagt Jens Rieger vom Chaos Computer Club. Nun will Berlin (wie viele andere Bundesländer) den Vertrag mit Smudos Meisterstück nicht verlängern. Kosten fürs Land Berlin: Mehr als eine Million Euro. Und sie ist weg …
Weg sind auch alle Titel von Prinz Andrew, was uns zu den Titelmeldungen des Tages bringt:
+++ Die Handball-EM hat begonnen, die Deutschen spielen heute gegen Belarus.
+++ Ob Novak Djokovic bei den Australian Open antreten darf oder ausreisen muss, soll nun heute aber wirklich entschieden werden.
+++ „Tagesthemen“-Moderator Ingo Zamperoni ist jetzt Honorarprofessor in Stuttgart. Einen Doktortitel bekommt er dafür nicht.
Die einen haben keine Titel (mehr), die anderen keine Schlüssel (mehr). Die Grüne Jugend Mitte beklagte gestern Abend, der neu gewählte Vorstand der Grünen im Bezirk habe den Nachwuchspolitikern zum Jahreswechsel den Schlüssel zur Kreisgeschäftsstelle entzogen. Grund dafür sei ein Social-Media-Beitrag gewesen, in dem sie sich zum Volksbegehren „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ bekannt hatten, nachdem die BVV einen entsprechenden Antrag abgelehnt hatte. Seither ist man sich offenbar nicht mehr allzu grün in Mitte.
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Die Abschaltung des Pilotprojekts „Free Wifi Berlin“ (hier die Geschichte meines Kollegen Robert Kiesel) kommentiert Christian Wolf, Sprecher für Digitalisierung der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus: „Der Ausbau von Zugängen zu freiem WLAN im öffentlichen Raum für die Berlinerinnen und Berlinern und die Gäste der Stadt darf nicht auf Eis gelegt werden.“ Sonst rutscht selbst die beste Verbindung aus.
Apropos Weltstadt der Digitalisierung: Irritation verursacht bei vielen Besuchern in den Impfzentren die Tatsache, dass die digitalen Impfausweise nicht direkt vor Ort ausgestellt werden können. „Müssen Sie eben mal den langen Weg zu einer Apotheke nehmen“, hörte ein Besucher gestern. Der kommentiert: „Europas führende Industrienation. Da wird alles mit der Hand ausgefüllt. Und den Anamnesebogen draußen im Nieselregen.“ Aber immerhin gibt’s Tee.
Womit wir schon wieder bei der Pandemie-Lage sind (sorry, sonst wenig los hier): Der Anteil der neuen Variante hat nach Analysen des Max-Delbrück-Centrums bereits 90 Prozent erreicht. Das haben Abwasseranalysen gezeigt. No shit.
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Was war das wieder für ein Jahr! Impfchaos, Hochwasserkatastrophe, Bundestagswahl... Zum Glück ist uns das Lachen auch 2021 dank der Karikaturen von Klaus Stuttmann nicht vergangen. Der neue Jahresband mit 200 Karikaturen – ab sofort im Tagesspiegel-Shop erhältlich.
Für alle, die (warum auch immer) lieber Biontech als Moderna wollen, gibt es in den Impfzentren ab heute für eine Woche die Aktion Chose your Impfstoff. Wenn nicht jetzt, wann dann?
Apropos catchy Zeilen: Ina Deter wird heute 75 Jahre alt. Neue Männer braucht das Land – noch immer aktuell.
Noch immer aktuell ist leider auch, dass es gegen das Chronische Fatigue Syndrom keine Behandlung gibt. Eine Spendenaktion unter dem Motto „Wir fordern Forschung“ hat nun innerhalb einer Woche 50.000 Euro gesammelt, 800.000 sollen es werden (hier geht’s zur Spenden-Seite). Wie furchtbar diese Erkrankung für Betroffene und Angehörige ist, hat meine Kollegin Marion Kaufmann hier aufgeschrieben. Leider bislang ohne Happy End.
Und wo wir gerade bei unangenehmen Krankheiten sind: Die Autorin Ronja von Rönne hat ein Buch über ihre Depression geschrieben, obwohl sie das gar nicht vorhatte. Fazit: „Die Depression kann auch einmal was für mich tun.“ Mein Kollege Gerrit Bartels hat mit ihr Cola getrunken. (Abo)
Wollten Sie schon immer wissen, wo Berlins „premier plaza“ liegt? Hier die Antwort des legendären US-Skatemagazins „Thrasher“. Auf jeden Fall: Kulty.
Alle zwei Stunden wird in Berlin Benzin geklaut. Die CDU will jetzt die Tanke mit Schranke (Q: BZ).
Und wo wir gerade bei bizarren Verkehrsmeldungen sind: In Zittau wurde eine ganze Straße geklaut. Kein Witz: 60 Tonnen Pflastersteine hat hier jemand zwischen dem 16. Dezember und dem 1. Januar mitgehen lassen. Wir fragen jetzt mal nicht, warum das erst einen Monat später auffällt, sondern hoffen einfach, da gibt’s bald ein schönes Trostpflaster.
Zitat
„Zum anderen muss der Baum komplett abgeschmückt sein.“
Sebastian Harnisch, Sprecher der Berliner Stadtreinigung zum Idealzustand des Weihnachtsbaums bei Abholung (Q: rbb/Abendschau). Bis zum 21. Januar gibt es für jeden Bezirk zwei Abholtermine, zu finden hier. Und bitte beim Rauswerfen konkurrierenden Baumbestand beachten.
Tweet des Tages
2020: Bleib gesund! 2021: Baldigen Termin! 2022: Guten Verlauf!
Stadtleben
Trinken – Es gibt Orte, die mag man so gerne, dass man sie anderen eigentlich gar nicht empfehlen möchte. Der „Alte Rote Löwe Rein“ in Rixdorf ist so ein Ort. Der Name ist die wörtliche Blödel-Übersetzung von „Old Red Lion Inn“, so hieß der Irish Pub, der hier einst war. Ein Besuch in der Bar an der Richardstraße 31/32 lohnt sich alleine schon wegen der pittoresken Lage in Neuköllns Böhmischen Dorf. Seit einigen Tagen ist sie nun aus ihrer pandemiebedingten Weihnachtspause zurück, mit einem 2G+-Konzept (das Plus bedeutet hier aktueller Negativ-Test oder Boosternachweis). Durch die wuchtige Holzbar und das Fischgrätenparkett wirkt der Laden urig und einladend, bei indirekter Beleuchtung kann man hier wunderbar frisch gezapftes bayerisches Bier oder einen Whisky Sour trinken und danach einen Spaziergang durch den laternenerleuchteten Kiez machen. Di-Sa 18-3 Uhr, U-Bhf Karl-Marx-Straße
Karten sichern – Der Vorverkauf der Karten für das Volksbühnen-Konzert der Indiepop-Kultband Tocotronic ist wohl die Meisterdisziplin des Kartensicherns. Am heutigen Freitag startet der Vorverkauf für das Event am 28. Januar (gleichzeitig das Veröffentlichungsdatum des neuen Albums „Nie wieder Krieg“) und dank Pandemie grenzt es wohl an das Unmögliche, ein Ticket zu ergattern. Aaaaaber, dieses „new normal“ ist nicht nur schlecht: Das Konzert wird es auch als Live-Stream geben. Und auch wenn die alte Tocotronic-Maxime „Digital ist besser“ in diesem Fall nicht gilt, ist es doch ein schöner Trost, wenigstens ein bisschen dabei sein zu können, wenn es live und in Farbe nicht klappt.
Verlosung – Am Sonntag, den 16. Januar um 20 Uhr spielt das Rundfunk Sinfonieorchester in der Berliner Philharmonie „Ein Traum-Konzert“. Dargeboten wird u.a. Jelena Firssowas Hommage an Dmitri Schostakowitsch, die sie 2006 zu seinem 100. Geburstag komponierte. Auch die letzte Sinfonie Schostakowitschs hat etwas Geheimnisvolles und Träumerisches, sie „endet nach vierzig Minuten aufwühlender Bilanz mit einem völlig unprätentiösen Plädoyer über das Loslassen, wohl eine der schwersten Übungen für uns Menschen“, so die Ankündigung. Sie sind bereit, sich aufwühlen zu lassen? Wir verlosen 2 Tickets für das Konzert unter Chefdirigent Vladimir Jurowski. Achtung: 2G plus Test, außerdem FFP2-Maskenpflicht am Platz.
Last-Minute-Tickets – An diesem Sonntag lädt die „Kumpel & Keule Speisewirtschaft“ zum Grünkohlessen ein. Große dampfende Töpfe mit Kohl, dazu alles, was das Schwein so hergibt. Und wer die gleichnamige Metzgerei in der Markthalle Neun kennt, der weiß: Diese Schweine hatten ein glückliches Leben und das schmeckt man auch. Es gibt Kassler, Speck, Knacker und natürlich Pinkel. Ab 17 Uhr, vorab Tickets bestellen und ab in die Skalitzer Straße 97, U-Bhf Görlitzer Straße
Grübelstoff – In Amerika heißt Grünkohl „Kale“ und gilt als Trend-Gemüse, es gibt ihn knusprig gebacken als Gemüsechips oder als Zutat im grünen Smoothie. Hierzulande scheint er immer noch eher altbacken daherzukommen. Wie würden Sie Grünkohl gerne mal zubereiten?
„Wir sind die Neuen“
60 der insgesamt 147 Parlamentarier sind in dieser Legislaturperiode neu im Berliner Abgeordnetenhaus. Im Checkpoint stellen wir sie vor.
Name: Damiano Valgolio (Linke)
Beruf: Rechtsanwalt
Alter: 39 Jahre
Wahlkreis: Friedrichshain-Kreuzberg (WK 4)
Berliner Lieblingsort: Sportplatz Virchowstraße
Eine Sache, auf die ich mich 2022 in Berlin freue: „Die Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe, damit alle jungen Menschen einen Ausbildungsplatz bekommen.“
Berlin heute
Verkehr – Rathenower Straße (Moabit): Ab dem Morgen in beiden Richtungen zwischen Alt-Moabit und Seydlitzstraße bis Jahresende auf jeweils einen Fahrstreifen verengt.
Nahverkehr – S1, S2, S25 und S26: Ab 22 Uhr bis Montag, ca. 1.30 Uhr ist der Zugverkehr zwischen Yorckstraße/ Großgörschenstraße und Bornholmer Straße eingestellt. Es fahren Busse als Ersatz.
Regionalverkehr – RE1: Fahrplanänderungen bis Montag, jeweils zwischen 23.45 und 3.30 Uhr.
RE7: Fahrplanänderungen bis Montag, jeweils zwischen 19.30 und 3.30 Uhr.
RE66: Bis zum 30. Januar ganztägig von Freitag bis Sonntag Fahrplanänderungen.
Die umfangreichen Änderungen im Detail finden Sie hier.
Demonstration – „Fridays for Future“ versammelt um 12 Uhr 50 Personen zum „Aktionstag zur EU-Taxonomie“ (Unter den Linden 78). Eine Mahnwache mit 25 Menschen hält die gemeinnützige UG „Light&Salt“ um 14 Uhr an der Willy-Brandt-Straße 1 ab, demonstriert wird „Aufgrund jüngster antisemitischer Ausschreitungen mit Aufruf zu Terror und Mord auf deutschem Boden“. Ebenfalls um 14 Uhr sind vier Teilnehmende zu einer „Demokratiemahnwache“ am Platz des 18. März angemeldet.
Sonnabend – Dieser terminreiche Tag beginnt mit einer Demonstration am Platz der Republik um 13 Uhr, rund 10 Personen gehen hier für „Globale Impfgerechtigkeit“ auf die Straße, angemeldet durch die ONE Campaign. Es folgen zwei Auto- und Fahrradkorsos zur gleichen Zeit. Ab 13 Uhr fahren die „Freien Geister“ mit 70 Personen durch die Stadt, Start der Route ist am Olympischen Platz, u.a. über Spandauer Damm, Kurfürstendamm, Caspar-Theyß-Straße, Leipziger Platz, Pariser Platz. Ebenfalls um 13 Uhr geht der „Autokorso Berlin“ mit 200 Menschen an den Start, vor dem Kino International an der Karl-Marx-Allee 33, u.a. über Friedrichstraße, Spittelmarkt, Oranienburger Straße, Spandauer Straße zum Alexanderplatz. Mit 2000 Menschen ist die Demonstration „Zur Solidarität mit dem Blaulicht-Personal und für die Rechte der Kinder“ angemeldet, der Zug führt u.a. vom Löwentor am Hardenbergplatz über Kurfürstendamm, Kleiststraße, Potsdamer Straße und zurück zum Anfang. Weiter geht's mit zwei Luxemburg-Liebknecht-Gedenkveranstaltungen, jeweils um 15 Uhr. Die erste ist durch den SPD Ortsverband Friedenau mit 20 Personen an der Cranachstraße 58 angemeldet, die zweite mit 100 Personen durch die „Gruppe der Berliner Friedenskooperation“, vom Olof-Palme-Platz geht es u.a. über die Budapester Straße zur Karl-Liebknecht-Stele. Und unter dem Motto „Impfen statt spazieren“ sind ab 15.15 Uhr dann 100 Personen in Karow unterwegs, von Alt-Karow über die Bucher Chaussee zur Bibliothek an der Achillesstraße 77.
Sonntag – Um 12 Uhr demonstrieren 50 Personen am Pariser Platz für Frieden („Sunday for Peace“), ebenda startet um 14 Uhr ein Protestzug für die „Freiheit für alle politischen Gefangenen Russlands“, über unter den Linden zur Glinkastraße/Russisches Haus der Wirtschaft.
Gericht – Als falscher Doktor kommt ein 25-Jähriger auf die Anklagebank. Er soll bei der Beantragung eines neuen Personalausweises eine unechte Promotionsurkunde vorgelegt haben. Zu Unrecht sei ihm ein Doktortitel eingetragen worden (12.45 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 371).
Berliner Gesellschaft
Geboren – „Wilkommen in Berlin, Kalina Etna! Glückwunsch an die Eltern Iza und Jake. Freu mich wie Bolle: Onkel Ben“
Geburtstag – „Lieber Bosse, im ersten Lockdown entstanden. Im zweiten Lockdown geboren. Und jetzt feiern wir deinen ersten Geburtstag in Quarantäne. Du hast für uns die Pandemie zu etwas Besonderem gemacht! Herzlichen Glückwunsch zum 1. Geburtstag! In Liebe Papa & Mama“ / Ina Deter (75), Musikerin und Liedermacherin, „Hallo Kleene – allet Jute wünscht Dir Evi“ / Helma Ewert (70), „Liebe Helma, zu deinem runden Geburtstag wünschen wir dir alles Gute! Conny, Petra und Uta“ / Andrea Fischer (62), Politikerin (Die Grünen), Lobbyistin und ehem. Gesundheitsministerin / „Der stolze Großvate Ernst Lohmann hat Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch, Achim Melchior“ / Barbara Loth (65), Rechtsanwältin für Arbeitsrecht, ehem. SPD-Staatssekretärin für Integration und Frauen (2011-16) / Ralph Peter Steitz (72), Mitbegründer der Band „Ton Steine Scherben“ / Nachträglich: Markus Heller (60), „bester Mann, Vater, Architekt“
Sonnabend – Meret Becker (53), Schauspielerin / Mathias Döpfner (59), Journalist, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE / Dirk Gerstle (61), ehem. Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales für die CDU / Herwig Haase (77), u.a. ehem. Präsident des AGH (CDU) / Axel Hillmann (70+), „Eisenbahner, bester Papi, wunderbarer Opa“ / „Dem Igel und Oma Ohene allerbeste Glückwünsche zum Zwillingsgeburtstag vom JO, Moro & Freund Fish: Lebt hoch, gesund und fröhlich!“ / Luís Cruz aka Lucry (32), Rapper und Musikproduzent / Kathrin Maurer, wortgewandte Checkpointerin der Morgenstunden – Alles Liebe wünscht Team Checkpoint!/ „Liebe Susanne, ich wünsche Dir alles, alles Gute und mir noch viele Jour fixes.“ / Ronald Zehrfeld (45), Schauspieler
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Gestorben – Axel Anklam, * 19. Juli 1971, Bildhauer, Restaurator, Kunstschmiedemeister / Helga Diefenbach, * 30. April 1935 / Paul Hörsting-Selk, * 25. September 1949 / Arne Piepgras, * 23. April 1957
Stolperstein – Herbert Schenk (Jg. 1907) war in einer der größten Gruppierungen des Arbeiterwiderstands, der Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation aktiv. Er wohnte mit seiner Frau in Wedding, an der Gerichtstraße 22. Die Wohnung stellte er für Treffen zur Verfügung und transportierte einen Drucker, mit dem illegales Material verbreitet wurde. Als die Nationalsozialisten Herbert Schenk am 8. Juli 1944 festnahmen, war seine Frau Irene im sechsten Monat schwanger. Der Volksgerichtshof verurteilte ihn zu drei Jahren Haft. Am 15. Januar 1945 starb der schwer kranke Schenk im Zuchthaus Brandenburg-Görden.
Encore
Intensivpfleger Ricardo Lange hat uns während der nun fast zwei Jahre dauernden Ausnahmesituation schon häufig mit knallharten Analysen erfreut (zum Beispiel im Checkpoint von gestern und Samstag im Tagesspiegel), diesmal allerdings liegt er hoffentlich daneben (oder vielmehr: der Asteroid):
„Laut einem Artikel im @derspiegel rast der Asteroid »2022 AE1« auf die Erde zu, und könnte uns schon 2023 treffen. Das Ende der #Pandemie naht.“
Richtig gelegen haben gestern Thomas Lippold und Robert Kiesel (Recherche), Sarah Borufka hat den Reiseproviant serviert (Stadtleben) und Cristina Marina morgens alles appetitlich angerichtet (Produktion). Morgen begrüßt Sie hier Lotte Buschenhagen.
Vielleicht fliegen Sie dann auch wieder vorbei? Ich steige nächste Woche wieder ein. Bis dahin!

