Ölraffinerie in Schwedt soll ohne Russland laufen
Der Blick nach Osten lohnt sich immer. Nach Checkpoint-Recherchen können schon heute schwerwiegende Entscheidungen für die ostdeutsche Ölraffinerie PCK in Schwedt anstehen. Demnach ist eine Pressekonferenz von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sowie Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) geplant, auf der es um Veränderungen in der Eigentümerstruktur gehen soll. Bisher ist der russische Staatskonzern Rosneft Mehrheitseigentümer der Raffinerie, die damit auch die Kriegskasse des Kreml füllt.
Nun könnte es eine Art Treuhand-Modell geben, um Rosneft aus Schwedt herauszubekommen (via „Spiegel“) – mit womöglich weitreichenden Folgen bis nach Moskau. Und für Berlins Tankstellen, die 90 Prozent ihres Kraftstoffbedarfs durch PCK decken. Bisher wird die Raffinerie über die „Druschba“-Pipeline mit russischem Öl versorgt, bald könnte hier Tankeröl aus Rostock und Danzig anlanden – womöglich aber weniger. „Druschba“, die Freundschaft, hat Russland Europa längst aufgekündigt.