beginnen wir den Tag mit einer völlig belanglosen Meldung. In den USA wird heute der Trivia-Tag begangen und damit belanglose Informationen, Kuriositäten und Fakten ohne vordergründig praktischen Nutzen gefeiert. Was das mit uns zu tun hat? Zum Glück absolut gar nichts.
Wobei… Es gehört zu den Trivialitäten dieser Stadt, dass hier die Kuriositäten regieren. Und damit sind wir bei dem, was Zugezogene häufig recht unvorbereitet trifft (wir empfehlen zur Vorbereitung die Ausgaben Checkpoint 1ff.). Berlins neue Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) jedenfalls wird sich in einiges einarbeiten müssen, was hier als völlig normal gilt – vielleicht wollte sie auch deswegen zum Durchschnaufen ihre Wochenenden in Kassel verbringen, wo sie gerade mit ihrem Mann ein Haus gekauft hatte. Einen Tag Bedenkzeit, ob sie den Job in Berlin annehmen wolle, hatten die Grünen ihr dem Vernehmen nach im Dezember zugestanden. Nicht sonderlich viel, um die Sache mit der Pendelei ordentlich zu durchdenken (175.000 Zugkilometer, CP von gestern).
Unsere Anfrage jedenfalls hat die Senatorin offenbar ins tiefere Grübeln gebracht: „Da Frau Gote schneller als erwartet eine Wohnung in Berlin gefunden hat, hat sich das Pendeln nach Kassel erledigt“, teilte ihre Sprecherin gestern mit. „Sie hat auch ein Privatleben, welches sie von ihrem beruflichen Leben trennt. Daher wird sie hin und wieder in Kassel sein, wo ein Teil ihrer Familie lebt.“ Aha. Also, was denn nun? Auf weitere Nachfrage meines Kollegen Hannes Heine stellte sich heraus: Gote werde zwar die meiste Zeit in Berlin verbringen (auch an Wochenenden), der Hauptwohnsitz aber bleibt Kassel – weil sie eine gemeinsame Anschrift mit ihrem Ehepartner brauche. Also doch pendeln, ein bisschen.
Ob die in § 1353 BGB geregelte „eheliche Lebensgemeinschaft“ einen gemeinsamen Hauptwohnsitz verlangt, ist zumindest juristisch umstritten. Sie wissen schon: drei Ehen, vier Meinungen. Gote hätte es aber auch einfacher haben können: Fürs Ummelden braucht es einen Termin beim Bürgeramt, und damit gewinnt man hier bekanntlich unendlich viel Zeit.
Dass die Senatorin damit in Berlin nicht wahlberechtigt ist, also weder die eigene Regierung wiederwählen noch an Volksabstimmungen teilnehmen kann, können Sie jetzt gerne trivial finden, kurios aber ist es in jedem Fall.

Live und präsent tagt heute übrigens der Senat zum ersten Mal in diesem Jahr. In Vorbereitung auf das Treffen der Ministerpräsidenten am Freitag wird es selbstredend um die Corona-Lage gehen, Beschlüsse sind allerdings nicht vorgesehen. Die neue Regierende erwartet zwar steigende Zahlen in dieser Woche, aber: „Das ist alles in einem Rahmen, der beherrschbar und auch planbar ist“, sagte Giffey am Sonntag im Deutschlandfunk. Die neue Schulsenatorin Astrid-Sabine Busse ließ sich gestern Abend im rbb zu der Aussage hinreißen: „Die heutige Tendenz sieht beruhigend aus.“
In der Tat blieben die befürchteten Ausreißer bei den Schultests (die in dieser Woche täglich durchgeführt werden) gestern aus. Dennoch ist der Trend klar erkennbar: Während die offizielle Inzidenz Berlin noch bei 265 ausweist, stehen die Tagesspiegel-Zahlen (die immer voraus sind) schon bei 308,5. Im Gesundheitsamt Spandau rechnet man damit, bis Mittwoch die Nachmeldungen der Feiertage abgearbeitet zu haben (Q: rbb-Abendschau).
Während Giffey sich am Wochenende noch gegen eine Verkürzung der Quarantäne ausgesprochen hatte („Jetzt im Moment brauchen wir das noch nicht, weil unsere kritische Infrastruktur nicht zu 30 Prozent außer Gefecht gesetzt ist sondern maximal zu zehn Prozent”), hieß es gestern aus der Gesundheitsverwaltung: Wenn es eine Empfehlung des RKI gebe, werde man dieser folgen. Heißt: Abwarten und Ausfälle zählen.
Gezählt hat auch die Polizei gestern Abend die vielen kleinen unangemeldeten Demonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen und jenen, die sich dagegen auflehnen. An der Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg wehrte sich der Kiez in der dritten Woche in Folge erfolgreich mit Blasmusik und Zettelbotschaften gegen die selbsternannten Querdenker, die versucht hatten, den historischen Ort der Friedlichen Revolution zu instrumentalisieren. Viel Liebe in der Luft.
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Auf wenig Liebe stießen bekanntlich 290 Straßennamen, bei denen der Politologe Felix Sassmannshausen „antisemitische Bezüge“ festgestellt hat (CP von gestern). Wir dokumentieren hier jeden Tag die genannten Straßen eines Bezirks und was die Studie (initiiert von Berlins Antisemitismusbeauftragtem Samuel Salzborn) empfiehlt. Erfreulicherweise ist die Liste für Friedrichshain-Kreuzberg recht kurz: Nur die Arndtstraße im Bergmannkiez hat sich zur Umbenennung disqualifiziert, benannt nach dem Historiker und Dichter Ernst Moritz Arndt (1769-1860), „Vertreter eines aggressiven Nationalismus, den er mit antifranzösischen Ressentiments begründete. In dem Kontext äußerte er sich auch offen frühantisemitisch. Dies lag in seinem nationalistischen Weltbild begründet.“
Weitere Forschung und/oder Kontextualisierung (z.B. per Plakette am Straßenschild) wird zudem bei folgenden Straßen und Plätzen empfohlen: Fichtestraße, Fontanepromenade, Franz-Mehring-Platz, Friedrichstraße, Grimmstraße, Jahnstraße, Mehringdamm, Mehringplatz, Schleiermacherstraße, Wilhelmstraße.
Morgen geht’s hier weiter mit Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg.
Aus der Reihe „Wo wohnen wir denn?“ (Teil II) ist auch die Pankower Straßenweltordnung zu betrachten. Anlass zu dieser Einschätzung liefert die Antwort des Bezirksamts auf die Anfrage des Grünen-Abgeordneten Axel Lüssow mit dem zugegebenermaßen ziemlich bescheuerten Titel „Kein Baum ist illegal – Denkmalschutz ohne Klimafolgenbewältigung?“, der möglicherweise auch zur, sagen wir mal, ungeschickten Antwort der Bezirksstadträtin Rona Tietje (SPD) beigetragen hat.
Es geht um die denkmalgeschützte Wohnstadt Carl Legien, von deren „einstmals geschlossenen Baumreihen“ laut Anfragensteller Lüssow „weniger als die Hälfte erhalten“ ist. Im Oktober habe das Bezirksamt Nachpflanzungen mit der Begründung abgelehnt, „in der bauzeitlichen Vorgartengestaltung habe es keine Bäume gegeben – es sei das denkmalpflegerische Ziel, die Bereiche langfristig auf diese Situation zurückzuführen.“ Lüssow möchte nun also wissen: „Gab es in der bauzeitlichen Gestaltung die aktuelle Anzahl von Parkplätzen und den derzeitigen Durchgangsverkehr an der Erich-Weinert-Straße? Falls nein – wie beabsichtigt das Bezirksamt die Bereiche auf die ursprüngliche Situation zurückzuführen?“
Antwort der Stadträtin: „Nein…. Da es heute, anders als in den 1920er Jahren, selbstverständlich ist, dass private Kraftfahrzeuge im öffentlichen Straßenraum (und nicht in Garagen) abgestellt werden, beabsichtigt das Bezirksamt nicht, die Parkplätze im Straßenraum zu entfernen.“ Schöne neue Welt.
Die Lösung hat die BVG: Das Auto öfter mal stehen lassen (zum Beispiel so).
Berliner Schnuppen
Telegramm
Apropos Schnuppen: Die ehemalige Verkehrssenatorin Regine Günther hat sich gestern als Fan unseres Comics von Naomi Fearn geoutet (täglich exklusiv für Abonnentinnen und Abonnenten), Beweis hier. Jetzt kann sie es ja unfallfrei zugeben.
Apropos unfallfrei: Bettina Jarasch und Daniel Wesener haben ihre Abgeordnetenhausmandate zum Jahreswechsel niedergelegt. Das ist bei den Grünen so üblich, wenn sie Senatorinnen werden (Ausnahme Ramona Pop, der das bekanntlich nicht sonderlich gut bekam). In anderen Parteien sitzt man die Sache traditionell aus: Franziska Giffey, Iris Spranger und Andreas Geisel (alle SPD) bleiben ebenso Abgeordnete wie Klaus Lederer (Linke). Die haben offenbar mehr Zeit als andere.
Viel Zeit verging gestern auf der Admiralbrücke, auf die ein junger Schwan sich verflogen hatte und den Weg zurück ins Wasser nicht fand. Während immer mehr Menschen ratlos zusahen, stand eine ältere Frau abrupt auf, die auf der Brücke Zeitungen verkaufte, und „did what had to be done“, wie es eine Zeugin beschreibt, die die Szene samt märchenhaftem Video auf Twitter und Instagram veröffentlichte.
Die ältere Frau packte das schwere, zappelnde Tier und warf es einfach über das Brückengeländer zurück in den Landwehrkanal, wo es schnell davonschwamm. „Als ich ihr dankte, zeigte sie ein fast zahnloses Lächeln mit den hellblauesten Augen, die ich je gesehen habe.“ Berlin, ein Wintermärchen.
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Apropos Märchen: Spiegel-Kollege Jan Petter hat sich im Museumsshop des Humboldt-Forums umgesehen und viel Kurioses gefunden, von Erichs Lampen (kein Witz) bis zu „Wilhelm & Alexander & Ich“-T-Shirts. Urteil: „Diese völlig bizarre Mischung aus klassischem Museumsshop-Trash, einen historischen Abriss vulgär mit Jutebeuteln feiern und Trümmer für 3000 Euro verhökern wirkt am Ende fast wie eine Parabel auf das ganze Projekt Humboldt-Forum.“ Amen.
Berlin umbenennen, Teil II. Was bei Straßen kompliziert ist, geht bei Bushaltstellen recht schnell: Weil die Namen möglichst eindeutig sein sollen, hat Tempelhof-Schöneberg nun fünf Haltestellen umbenannt. Unter anderem heißt Daimler jetzt Benz. Sonst ändert sich nix (vermuten wir).
Mehr aus Tempelhof-Schöneberg gibt’s heute im „Leute“-Newsletter meiner Kollegin Sigrid Kneist, unter anderem mit besserer Luft und dauerhaften Tempo-30-Zonen im Bezirk. Diesen (… oder einen der anderen elf… oder alle) können Sie kostenlos abonnieren unter: leute.tagesspiegel.de.
Wir biegen ab nach Mitte: Was gab’s zum Jahresbeginn im Roten Rathaus? Die Regierende hat’s probiert: Salzkartoffeln, Spinat und Spiegelei. Farblich muss die SPD da wohl noch etwas nachlegen.
Eine Leckerei fand sich gestern auch im Spam-Postfach: Der 4. Januar ist nämlich auch der Tag der Spaghetti. Zum Durchdrehen. Aber es kommt noch dünner: „Passend dazu zeigt eine E.ON-Umfrage: Zwei Drittel der Befragten überschätzen die Energiekosten fürs Nudelkochen pro Kopf zum Teil deutlich – tatsächlich fallen durchschnittlich nur 5,60 Euro im Jahr für das Sieden von Nudelwasser an.“ Sehen Sie: Der Trivia-Tag entfaltet bereits sein salziges Aroma.
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„Eine Runde Berlin“: In der neuen Podcastfolge trifft „Tagesspiegel Checkpoint“-Redakteurin Ann-Kathrin Hipp Antilopengangmitglied und Musiker Danger Dan. Ein Gespräch über das Leben, den Tod, Fischstäbchen mit Spinat und Rio-Reiser-Predigten an Heiligabend. Jetzt auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Zitat
„Der Bezirk Treptow-Köpenick versteht sich mit ca. 276.000 Einwohnerinnen und Einwohnern als Teil der Bundeshauptstadt Berlin und weder im weiteren noch im engeren Sinne als Provinz.“
Antwort des Bezirksamts auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Stefan Förster mit dem Titel: „Provinzposse um zweiten gesperrten Kunstrasenplatz in der Wuhlheide“
Tweet des Tages
Berliner Ordnungsämter, immer gut für tolle Begründungen: ‚Aufgrund des Winters in den letzten Tagen werden die Papierkörbe nach und nach entleert.‘
Stadtleben
Essen – In unmittelbarer Laufnähe vom Filmtheater am Friedrichshain gelegen, ist das „Preeda“ eine gute Adresse zum Abendessen vor dem Kinobesuch. Aber auch ohne Film danach ist das Einkehren hier ein Genuss, auf der Karte stehen neben Klassikern wie Pad Thai und diversen Currys auch ausgefallenere Gerichte, z.B. Tacos im thailändischen Stil (7,50 Euro). Die Cocktailkarte lockt mit Eigenkreationen, verwendet werden kreative Zutaten wie Lavendelsirup oder CBD-Öl. So-Do 12-23 Uhr, Fr 12-0 Uhr, Bötzowstraße 25, S-Bhf Greifswalder Straße
Last Minute – Noch bis zum 9. Januar bietet sich in der Komödie am Kurfürstendamm die Gelegenheit, das Jahr 2021 mittels der bewährten Bewältigungsstrategie „einfach drüber lachen“ zu verarbeiten. In ihrem „Kabarettistischem Jahresrückblick 2021“ schauen Entertainer wie Bov Bjerg, Horst Evers und Manfred Maurenbrecher mit Geschichten, Songs und Parodien auf das zweite Pandemiejahr zurück. Tickets für das kathartische Kabarett (bis 9. Januar täglich um 20 Uhr, am Wochenende zusätzlich um 16 Uhr) gibt es ab 13 Euro hier. Bismarckstraße 110, U-Bhf Ernst-Reuter-Platz
Karten sichern – Lange mussten Fans des Entertainers Filauf ein Wiedersehen warten. Ab 6. Januar ist es endlich soweit: Wir können den Ex-Punk, der neben seiner Bühnentätigkeit auch grandiose Comics zeichnet, wieder live sehen. Mit seinem neuen Programm „SchmerzHerbst“ gastiert der lakonische Liedermacher noch bis Ende des Monats mit mehreren Abendterminen um 20 Uhr im Mehringhof Theater, die Karten dürften schnell vergriffen sein. Ab 20/15 Euro. Gneisenaustraße 2a, U-Bhf Mehringdamm
Geschenk – Uff, schon wieder schenken? Für alle, die auch nach Weihnachten auf der Suche nach einer kleinen Aufmerksamkeit für Yoga-Liebhaber*innen sind (schließlich kann man auch im Januar Geburtstag haben!) empfiehlt sich ein Besuch im „Little Yoga Berlin“. Neben Matten und bequemer Kleidung gibt es hier auch Meditationskissen, die gleich mehr Lust machen, sich an dem ein oder anderen Neujahrsvorsatz zu versuchen. Mo/Di 11-16 Uhr, Do 11-18 Uhr, Sa 12-16 Uhr, Grunewaldstraße 9, U-Bhf Kleistpark
Grübelstoff – Die Tradition der Neujahrsvorsätze geht bis auf die alten Babylonier zurück, die so zu Beginn des Jahres versuchten, die Götter milde zu stimmen. Längst geht es bei den guten Vorsätzen im Januar vor allem um Selbstoptimierung, oft sind diese schon im Februar Geschichte. Welcher Vorsatz ging bei Ihnen grandios schief?
„Wir sind die Neuen“
60 der insgesamt 147 Parlamentarier sind in dieser Legislaturperiode neu im Berliner Abgeordnetenhaus. Im Checkpoint stellen wir sie vor.
Name: Marcel Hopp (SPD)
Beruf: Lehrer (Deutsch, Geschichte, Politik)
Alter: 33 Jahre
Wahlkreis: Neukölln (WK 4)
Berliner Lieblingsort: der Grünzug, der oberhalb der U7 durch die Gropiusstadt verläuft
Eine Sache, auf die ich mich 2022 in Berlin freue: „Wie jedes Jahr – auf den Sommer. Wenig ist schöner als Sommer in Berlin!“
Bild: Jonas Holthaus/SPD Landesverband Berlin
Berlin heute
Verkehr – Holzmarktstraße (Mitte): Richtung Mühlenstraße ist die Fahrbahn in Höhe Krautstraße auf einen Fahrstreifen verengt (bis Ende Januar).
Pariser Platz (Mitte): Kurzzeitige Verkehrseinschränkungen zwischen 9-12 Uhr im Bereich Pariser Platz, Unter den Linden, Friedrichstraße, Französische Straße und Werderscher Markt (s.Demo).
Demonstration – Um 9 Uhr demonstrieren ca. 500 Teilnehmende für einen „Diplomatischen Boykott der Winterspiele 2022“, angemeldet durch den Weltkongress der Uiguren e.V.. Die Route führt ab Pariser Platz u.a. über Unter den Linden und Französische Straße zum Werderschen Markt. Ab 13.30 Uhr sind 10 Personen am Hindenburgdamm 30 für eine „Kundgebung für die Liebknecht-Luxemburg-Aktivitäten am 9. Januar 2022“ angemeldet. Und um 16 Uhr geht es etwa 35 Personen in Alt-Köpenick 21 darum, ihre „Meinung zu Bürgerrechten und zur aktuellen Gesundheitspolitik“ zu äußern.
Gericht – Nach einer tödlichen Messerattacke gegen einen 31-Jährigen beginnt der Prozess wegen Mordes gegen einen 38-Jährigen. Die Tat soll sich vor den Augen von Polizeikräften ereignet haben, die im Moment des Angriffs den Geschädigten wegen einer vorherigen körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Männern befragt haben sollen (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 704).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Liebe Bine, zum runden Geburtstag alle guten Wünsche, Socke, Mutze, Atze, Jörg, Renate“ / August Diehl (46), Schauspieler / „Liebes Goldbärchen, nachträglich alles Liebe zum Geburtstag von deinem Schatzilein“ / „Liebe Karin – zum x0. gratuliere ich von Herzen und wünsche Dir nur das Beste für 2022 – die 0 ist immer wie ein Neuanfang, vergiss die Zahl, die davor steht – Deine Schwester Jutta“ / Till Lindemann (59), Frontsänger der Band Rammstein / Peter Seiffert (68), Opernsänger / Folker Strobel (80), Gründer und langjähriger Verleger des Vistas-Verlags / Andreas Weiß (54), Filmemacher, Autor und Regisseur / Judy Winter (78), Theater- und Filmschauspielerin
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Regina Ewert, * 8. März 1954 / Erich W. Kroh, * 8. August 1936, am 14. Dezember verstorben / Astrid Scheld, * 31. Mai 1962 / Christian Schneider, * 3. Oktober 1970, Stiftung Preußischer Kulturbesitz / Hilde Trebesch, * 8. September 1946, Ministerialdirigentin a.D.
Stolperstein – Emma Wittner wurde am 11. September 1872 in Berlin geboren. Drei Tage nach ihrem 70. Geburtstag wurde die Näherin ins Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie am 4. Januar 1943 ermordet wurde. In der Knaackstraße 64 in Prenzlauer Berg liegt zu ihrem Gedenken ein Stolperstein.
Encore
Dass das Glück in Schöneberg liegt, weiß ich aus Gründen schon sehr lange, den endgültigen Beweis hat Checkpoint-Kollegin Ann-Kathrin Hipp gestern erbracht (bzw. ihre Nachbarn, die Glückskekse auf die Fußmatten verteilten). Bleibt die Frage: Ist Tempelhof-Schöneberg nun offiziell der netteste Bezirk Berlins? SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert findet (wenig überraschend): Ja! Gegenstimmen für die anderen elf (mit Begründung!) schicken Sie uns gern an checkpoint@tagesspiegel.de.
In allen Bezirken hat sich gestern Matthieu Praun umgehört (Recherche), Sarah Borufka hat den Proviant dazu geliefert (Stadtleben) und Kathrin Maurer morgens alles berlingerecht angerichtet (Produktion). Morgen begrüßt Sie hier wieder Mitte-Meister Lorenz Maroldt.
Bis bald!
Ihre
Anke Myrrhe