willkommen im Oktober. Und der beginnt ziemlich golden, versprochen! Los geht’s.
Der Herbst bringt nicht nur Laub und Sonne, sondern auch so schöne deutsche Worte wie Übergangsjacke. Und die bietet ungeahnte Möglichkeiten: In Hessen hat ein Mann im Frühjahr einen Lottoschein ausgefüllt, die Quittung in die Jackentasche gesteckt – und vergessen. Im Sommer hing die Jacke im Schrank. Jetzt holte er sie hervor und stellte mit Blick auf die Zahlen fest: Er hat 15,3 Millionen Euro gewonnen. Reicht für eine neue Jacke.
Also: Überprüfen Sie Ihre Übergangsjacken. Der 120-Millionen-Eurojackpot-Gewinner aus Berlin wurde noch immer nicht gefunden…
Ebenfalls wie ein Sechser im Lotto liest sich diese Nachricht: Deutschlands beste Schule kommt aus Berlin. Die Maria-Leo-Grundschule in Prenzlauer Berg hat den mit 100.000 Euro dotierten Hauptpreis des Deutschen Schulpreises gewonnen. Wie aus einem der schäbigsten Häuser der Stadt Deutschlands Vorzeigeschule wurde, erklärt hier Deutschlands beste Schulexpertin (und die kommt ebenfalls aus Berlin): Susanne Vieth-Entus.
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Der 10-Punkte-Plan der PKV für eine tragfähige Pflegereform. Seit Juli tagt die Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Pflegereform. Der PKV-Verband hat dazu einen 10-Punkte-Plan mit konkreten Vorschlägen vorgelegt – generationengerecht und praxisnah. Neben Konzepten für die Finanzierung enthält der Plan auch Vorschläge im Leistungsbereich und zur Stärkung der Prävention. Mehr auf pkv.de
Weniger Durchblick gibt es auf dem Bebelplatz: Das Mahnmal zum Gedenken an die Bücherverbrennung ist als solches kaum zu erkennen. Diese Debatte kommt so regelmäßig, wie die zur Weihnachtsbeleuchtung am Ku’damm – nur, dass die Fallhöhe hier eine andere ist. Denn, was man sehen sollte: Ein weißes, leeres Regal im Boden, in das 20.000 Bücher passen würden – so viele, wie die Nationalsozialisten 1933 an diesem Ort verbrannten. Was man sieht: eine milchige, verdreckte und zerkratzte Glasplatte.
Das ärgert nicht nur Checkpoint-Leserin Kerstin Saager, die am Marathon-Sonntag spontan im Hotel de Rome am Platze fragte, ob man nicht die Pflege übernehmen wolle. Dort habe man ihr durchaus Interesse signalisiert. „Wir würden uns ebenfalls freuen, wenn dieser historisch wichtige Platz gepflegt wird“, teilt Sprecherin Türkan Arikan auf Checkpoint-Nachfrage. Aber: „Für die Pflege des Denkmals ist der Senat verantwortlich, da können wir als Hotel leider nichts tun.“
Schade. Was jetzt kommt, können Sie sich denken: Die Stadtentwicklungsverwaltung verweist auf den Bezirk, der wiederum bittet um Geduld: „Morgen erhalten Sie die Antworten.“ Kein Problem. Warten sind wir gewohnt: Schließlich haben wir schon vor zwölf Jahren über das verdreckte Glas berichtet (das seitdem regelmäßig ausgetauscht werden muss).
Gesetzesentwürfe wachsen in Berlin doch nicht auf den Bäumen. Nachdem Schwarz-Rot kürzlich einen eigenen Gesetzesentwurf für mehr Grünflächen und Tausende neue Bäume in Berlin angekündigt hatte (und damit auf Konfrontation zur Initiative BaumEntscheid ging), kehrten die Fraktionsspitzen Dirk Stettner (CDU) und Raed Saleh (SPD) gestern zurück zu den Wurzeln. In einem Brief an die Initiatoren des Vereins BaumEntscheid, der dem Checkpoint vorliegt, schrieben Stettner und Saleh gestern Abend, die Koalitionsfraktionen seien „nach eingehender Befassung und Beratung“ zu dem Schluss gekommen, „keinen erheblichen Änderungsbedarf an ihrem Entwurf zu erkennen“. Aus diesem Grund verzichte man „anders als Ihnen bisher avisiert“ auf die Einbringung eines eigenen Gesetzgebungsverfahrens. „Vielmehr beabsichtigen wir, etwaige Veränderungen im Wege der normalen parlamentarischen Befassung vorzunehmen.“ Und weiter: „Wir beabsichtigen, Ihren Gesetzentwurf inhaltlich in seinem wesentlichen Bestand unverändert anzunehmen.“ Gut für den Baumbestand.
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JOB-EMPFEHLUNG
Wir, das Bezirksamt Lichtenberg, suchen Menschen, denen es nicht egal ist, für wen sie arbeiten. Von Eheschließungen über Lebensmittelkontrolle bis zur Personalkräfterekrutierung. Verwaltung ist so viel mehr. Bringe mit uns den Bezirk voran. Lerne die Aufgabenvielfalt in unserer Verwaltung kennen.
Bezirksamt Lichtenberg
Verwaltung: Standesamt, Lebensmittelkontrolle und vieles mehr
Der Senat hat gestern offiziell den Weg für Berlins Olympiabewerbung freigemacht – und will dafür sechs Millionen Euro ausgeben (Checkpoint von gestern). Der Olympia-Verantwortliche Kaweh Niroomand soll dafür 16 Vollzeitstellen bekommen. „Wir müssen dieses Feuer anzünden in Berlin“, sagte Niroomand. Der Präsident der Industrie und Handelskammer Berlin, will noch weiter gehen: „Es ist gut, dass die Bewerbung Berlins für die Olympischen Spiele jetzt Fahrt aufnimmt“, teilte Sebastian Strietzel mit. „Berlin kann und braucht Großveranstaltungen von internationaler Strahlkraft. Olympische Spiele, Expo 2035 und Internationale Bauausstellung sind Infrastruktur – und Innovationsbooster zugleich.“ Also von allem ein bisschen? Ganz genau! „Als IHK unterstützen wir daher die Bewerbung Berlins um Olympische und Paralympische Spiele – genauso wie andere Großereignisse mit weltweiter Ausstrahlung. Wer Ja sagt zu Olympia, muss auch Ja sagen zur Expo 2035 in Berlin.“
Und was meinen Sie?

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Verlosung: In seiner Neuhardenberger Rede am 12. Oktober richtet Stephan Grünewald den Blick auf die seelische Verfassung des Landes in ihrer Mischung aus Angst, Zorn und Verunsicherung. Im anschließenden Gespräch erörtert Moderator Theo Koll mit Pascale Hugues, Thea Dorn und dem Redner Kommunikationsstörungen einer überspannten Gesellschaft. Wir verlosen 2x2 Tickets – senden Sie eine E-Mail an verlosung@schlossneuhardenberg.de. Informationen und Tickets hier.
Launische Nachrichten kamen gestern Abend auch aus Reinickendorf, wo sich die (ebenfalls schwarz-rote) Koalition des Bundes zurückgezogen hat – vor allem, um nicht mit dem toxischen Ampel-Wort „Merseburg“ in Verbindung gebracht zu werden. Dann doch lieber Villa Borsig, einst Wohnsitz einer der wohlhabendsten Industriellenfamilien Deutschlands. Ein stilvolles Ambiente zur Anhebung der Vermögenssteuer?
Wir biegen derweil etwas in die Geschichte des Ortes ab: Paul und Conrad von Borsig, Enkel des Lokomotiv-Pioniers August Borsig, ließen das luxuriöse Anwesen Anfang des 20. Jahrhunderts bauen, kurz nachdem die Familie in den Adelsstand erhoben wurde. Nach ihrem Tod erwarb das Reichsfinanzministerium 1937 die Villa, nach Kriegsende war sie Sitz des Oberkommandierenden der französischen Truppen und des Hohen Kommissars, dann Gästehaus von Stadt und Bund und ab 1959 Sitz der Stiftung für Internationale Entwicklung. Mitte der 80er Jahre wurde kurzzeitig überlegt, ein kleines Haus auf dem Gelände als Kanzlerresidenz für Helmut Kohl zu nutzen. Wenn das keine Einheit in die Koalition bringt…
Apropos Kohl: Der Senat hat gestern die Umbenennung der Hofjägerallee in Helmut-Kohl-Allee beschlossen. Einen Kommentar von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) lesen Sie weiter unten im Zitat.
Und wo wir gerade auf der Straße sind: Das Tagesspiegel-Innovation-Lab hat die Auswirkungen des neuen A100-Abschnitts für den Verkehr in den umliegenden Kiezen ermittelt. Das Ergebnis sieht so zerrüttet aus wie die Ampel-Koalition am Ende (viel Rot und Grün mit ein bisschen dominantem Gelb) und zeigt: Es gibt Straßen, wo der Verkehr nun deutlich langsamer fließt – aber auch welche, wo es schneller geht. Zur ausführlichen Datenanalyse biegen Sie bitte hier ab.
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Drei außergewöhnliche Konzerte, drei Epochen, vier beeindruckende Frauen: Das Festival SICHTWEISEN der lautten compagney spürt Frauenstimmen aus sechs Jahrhunderten nach, in Musik, Sprache und Klang. Im Mittelpunkt stehen Hildegard von Bingen (1098-1179), Juliane Benda (1752-1783), Louise Reichardt (1779-1826) und Arcangela Tarabotti (1604-1652).
www.lauttencompagney.de/sichtweisen
Apropos FDP: Die ist mit der Neukonstituierung des Parlaments (Stichwort: Wiederholungswahl) bekanntlich aus dem Berliner Abgeordnetenhaus verschwunden. „Seit dem 17. März 2023 befand sich die FDP-Fraktion im Stadium der Liquidation“, heißt es in einer Mitteilung des Abgeordnetenhauses (Drucksache 19/2673), unterzeichnet von Parlamentspräsidentin Cornelia Seibeld (CDU). Und das hat sich richtig gelohnt! „Es wurden finanzielle Mittel in Höhe von 25,16 Euro an die Landeskasse zurückgezahlt“, heißt es darin. „Das nach der Liquidation verbleibende Guthaben von 7.823,58 Euro (siehe Nr. 4a des Verwendungsnachweises) verringerte sich um danach entstandene Kosten, die insbesondere infolge der Erstellung des Prüfberichts entstanden sind.“ Es kommentiert Checkpoint-Gastautor Rainer Werner Fassbinder: Prüfberichte essen Mittel auf.
Verschwinden will auch Olga Gauks – und zwar aus dem Abgeordnetenhaus. „Seit 2023 darf ich Ihre Interessen im Abgeordnetenhaus vertreten. Diese Aufgabe habe ich stets mit großer Freude und Engagement erfüllt“, schrieb die CDU-Politikerin aus Marzahn-Hellersdorf gestern auf Instagram. „Als Mutter von drei kleinen Kindern war dies aber auch immer mit einem Spagat zu meinen familiären Verpflichtungen verbunden. So gerne ich meine parlamentarische Arbeit auch leiste, meine drei kleinen Kinder brauchen jetzt meine ganze Aufmerksamkeit.“ Deswegen will Gauks im nächsten Jahr nicht noch einmal antreten – und Bernd Siggelkow, Gründer der Arche, bei seiner Kandidatur unterstützen. Frei nach dem Motto: Wir machen Kinder stark fürs Leben.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Das Verwaltungsgericht Berlin entschied gestern, dass die Großspende des Immobilienunternehmers Christoph Gröner an die CDU kein Verstoß gegen das Parteiengesetz war. Der Spender habe seine Zahlung nicht mit der Erwartung einer Einflussnahme verknüpft, erklärten die Richter (weitere Infos hier). Einfluss auf die Verhandlung hatte jedenfalls der „Checkpoint-Podcast“, der vor Gericht abgespielt wurde. Wer das gern nachhören möchte: Minute 33:23-35:05.
Apropos „Checkpoint wirkt“: Zwei Wochen lang ärgerte ein schrottreifer BMW Fußgänger in Kreuzberg, weil er den Gehweg an der Audre-Lorde-Straße Ecke Oranienstraße blockierte. Als wir nachfragten, ging auf einmal alles ganz schnell: Montag im Kiekste, Dienstag auf dem Schrottplatz: Danke, Berlin!
Nicht so wirksam ist der Sexualkundeunterricht nach Meinung des Landesschülerausschusses. „Gerade in Zeiten sozialer Medien und dem leichten Zugang zu pornographischen Inhalten ist es umso wichtiger, dass die Schule als Ort der Aufklärung und als offener Raum ohne Hemmschwellen gilt“, schreibt der Landesschülerausschuss in einem Offenen Brief, der dem Checkpoint vorliegt. Und fordert: „eine inhaltliche Überarbeitung des Sexualunterrichts“.
Bei der Lufthansa ist ein Streik der Piloten im Anflug, die Vereinigung Cockpit fordert höhere Betriebsrenten. Wann gestreikt wird, ist noch unklar. Wer vom BER aus nach München oder Frankfurt/Main fliegen möchte, könnte aber betroffen sein. „Fluggäste sollten Ihren Flugstatus regelmäßig prüfen“, schreibt BER-Sprecherin Sabine Deckwerth auf Checkpoint-Anfrage. Tja, nun – das gilt eigentlich immer.
Vom Checkpoint getestet und für gut befunden: Bis einschließlich Donnerstag gibt’s auf der „Smart Country Convention“ in der Messe Berlin ein mobiles Bürgeramt. Sämtliche Leistungen werden angeboten, kostenlose Tickets können Sie sich hier sichern. Derweil verbessert sich auch die Bilanz der regulären Bürgerämter: Von Januar bis August wurden knapp 1,2 Millionen Termine vergeben, rund 91.000 mehr als im Vorjahr.
Nicht alle Gäste können sich benehmen: Die Fußball-Europameisterschaft 2024 hat die Ausgaben für Dolmetscher bei polizeilichen Maßnahmen stark in die Höhe getrieben. Das zeigt ein Bericht der Innenverwaltung an den Innenausschuss. In den EM-Monaten Juni und Juli sowie im August wurden insgesamt 582.500 Euro für Übersetzungstätigkeiten abgerechnet – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum 2023. What?!
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80. Jahre Tagesspiegel- die Künstlerin Marion Eichmann präsentiert auf unsere Einladung hin ihre Werkreihe „Stadtrundfahrten Berlin“- 43 Papierarbeiten- eine lebendige Bestandsaufnahme Berlins.
Erleben Sie die Künstlerin im Gespräch mit Lorenz Maroldt am 13. Oktober.
Jetzt anmelden!
Apropos teuer: Was haben das Hauptstadtportal, die Folgen der Pannen-Wahl, Fahrradboxen in Charlottenburg-Wilmersdorf und der Berlin-Schal gemeinsam? Richtig: Sie stehen im neuen Schwarzbuch des „Bundes der Steuerzahler“, das vermeintliche Verschwendung von öffentlichen Geldern kritisiert.
Angeberwissen zum heutigen Internationalen Tag der älteren Generation: Ende 2024 lebten bundesweit rund 17 900 mindestens Hundertjährige, knapp ein Viertel mehr als noch 2011 (Quelle: Statistisches Bundesamt). In Hamburg ist ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung am höchsten (2,8), in Bayern am niedrigsten (1,8). Berlin liegt mit 2,2 Prozent im Mittelfeld. Wenn Ihnen dazu ein alter Witz einfällt: nur zu.
Gar nicht mittelmäßig sind jene 14 Berlinerinnen und Berliner, die heute mit dem Verdienstorden des Landes ausgezeichnet werden. Darunter: Pfarrer Martin Germer, Tresor-Gründer Dimitri Hegemann (kürzlich zu Gast bei unseren Hauptstadtgesprächen), die ehemalige Chefin der Berliner Handwerkskammer Carola Zarth, Rosenstolz-Sänger Peter Plate, Juristin Ursula Raue, RBB-Legende (und Gastsänger der Checkpoint-Band) Ulli Zelle. Herzlichen Glückwunsch!
Zitat
„Unser Hauptgegner ist die Laune.“
Lars Klingbeil zum Start der Kabinettsklausur in der Villa Borsig. Was der Vizekanzler, Finanzminister und SPD-Chef bei den Tagesspiegel-Hauptstadt-Gesprächen unserem Chefredakteur Christian Tretbar erzählt hat, können Sie hier nachlesen.
Stadtleben
Verlosung – Schräge Vögel sehen Sie in der Stadt ständig? Im Stück „Komische Vögel“ geht es um Exemplare mit Federn und ohne. Regisseurin Vanessa Stern und ihr Ensemble haben sich dafür mit Ferngläsern auf die Lauer gelegt. Es geht schwer intellektuell um die Regeln beim Birdwatching, ornithologische Notizen ihrer Nazi-Großväter und Texte von Konrad Lorenz wie Donna Haraway; aber auch ums tatsächliche Horchen und Lauschen auf Vögel, die in der Asphaltwüste der Großstadt zwitschern. Aus „völkischen und feministischen Zutaten“ entstehe ein „humorvolles Wortgeflecht“. Na, angefüttert? Premiere ist morgen, wir verlosen 2x2 Karten für den Sonnabend! Beginn jeweils 20 Uhr, Karten 10-25 Euro, TD Berlin, Klosterstraße 44, U-Bhf Klosterstr.
Essen & Trinken – Eine ganz eigene Version des Schlaraffenlands befindet sich im ersten Stock der im Frühjahr eröffneten „KERB Food Hall“ am Sonycenter: „Pick & Cheese“, ein Projekt aus England. Mathew Carver hat nach Vorbild der Running-Sushi-Restaurants ein Fließband um einen Bartresen gebaut, auf dem kleine Teller mit Käsegerichten vorbeifahren. Deichkäse kombiniert er mit Sauerkraut, zum Berliner Blau von Urstrom passt das Rosengelee Turkish Delight. Und ja, es gibt auch Käsekuchen. Abgerechnet wird pro Teller – außer am Mittwoch, da kann man quasi die Flatrate buchen. Für 28 Euro kann man alles vom Band nehmen, wonach einem gerade ist (das Zeitfenster dafür beträgt 75 Minuten). Die Käsesorten stammen aus Deutschland, die begleitenden Weine schwerpunktmäßig auch. So-Do 12-23 Uhr, Fr/Sa 12-24 Uhr, Potsdamer Straße 2, U-Bhf Potsdamer Platz
Noch hingehen – Aufregende Selfies aus den 1920er-Jahren: In der Berlinischen Galerie sind aktuell die Selbstinszenierungen der Künstlerin Marta Astfalck-Vietz (1901–1994) zu sehen. Rund 140 Werke der lange vergessenen Fotografin, die in Wilmersdorf ein eigenes Atelier hatte, sind in einer umfangreichen Schau ausgestellt; mit Lust an Transformation und Travestie erinnern sie an die Maskeraden von Cindy Sherman. Porträt-, Akt- und Tanzfotografie dominieren, aber neben Original-Fotoabzügen sind auch erstmals die Pflanzenaquarelle zu sehen. Ihre Auffassung vom Floralen („meine lebenden Modelle“) befördert Orchidee, Lilie oder Passionsblume zu Protagonistinnen. „Inszeniertes Selbst“ noch bis 13. Oktober, am Sonnabend gibt es eine Führung (15 Uhr), 10/6 Euro, Mi-Mo 10-18 Uhr, Alte Jakobstraße 124–128, U-Bhf Kochstr./Hallesches Tor
Berlinbesuch – Seit sieben Jahren dreht das „Female Filmmakers Festival Berlin“ für weibliche und nichtbinäre Stimmen die Lautstärke höher. Bis Sonntag laufen im Kino Moviemento Spielfilm- und Kurzfilme, daneben gibt es Workshops und eine Festival-Lounge. Zur Eröffnung läuft heute Abend der französische Film „Her Difference“; das Drama folgt einer jungen Wissenschaftlerin auf ihrer Suche nach einer passenden Beziehungsform – und sich selbst (19 Uhr); die Kurzfilmreihe „Metamorpho-Sis!“ startet heute um 21.30 Uhr mit neun Filmen. 13 Euro, Kottbusser Damm 22, U-Bhf Schönleinstraße
Grübelstoff – Hat Sie die jüngste Entwicklung beim Thema Pflege aufgeschreckt? Und, falls Sie das im Moment noch nicht betrifft – haben Sie schon mal darüber nachgedacht, wie das bei Ihnen später ablaufen soll? Oder verdrängen Sie sowas erfolgreich?
Kiekste
Bei all der Dauersanierung kann einem schon mal schwindelig werden. Dank an Leser Reinhard Haufe! Weitere museumsreife Werke gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – A10 (Östlicher Berliner Ring): Die Autobahn wird von 18 bis 5 Uhr in Fahrtrichtung Dreieck Barnim (Prenzlau) zwischen dem Dreieck Spreeau und der Anschlussstelle Freienbrink gesperrt.
A115: Die Autobahn wird in Richtung Dreieck Funkturm zwischen Kreuz Zehlendorf und der Anschlussstelle Spanische Allee gesperrt (von 21 bis 5 Uhr).
Nahverkehr – S-Bahn – S3, S5 und S7: Von 22 bis 1.30 Uhr kommt zu folgenden Einschränkungen:
* S3 fährt nur zwischen Erkner und Friedrichstraße sowie zwischen Charlottenburg und Spandau.
* S5 fährt nur zwischen Strausberg Nord/Strausberg und Ostbahnhof
* S7 fährt nur zwischen Ahrensfelde und Tiergarten sowie zwischen Charlottenburg und Potsdam Hbf.
* Zwischen Tiergarten und Charlottenburg fährt nur die Linie S9 im 20-Minutentakt.
Demonstration – Für heute sind 19 Demos angemeldet (Stand 30.9., 15.45 Uhr) u.a. „The Cell – Kunstinstallation zur Sichtbarmachung politischer Repression und zur Solidarität mit politischen Gefangenen in der Türkei (...)“: 500 Menschen, Maxim Gorki Theater, Rathausstraße 15 (10-22 Uhr)
„SOS Save Our Studios Berlin, Kundgebung gegen Budgetkürzungen im Kulturhaushalt“: 30 Protestierende, Niederkirchnerstraße 5 (11-14 Uhr)
„Schluss mit antisemitischen Straßennamen: Willkommen in der Betty-Katz-Straße!“: 50 Teilnehmende, Treitschkestraße (14-15 Uhr)
„Kürzungen im Sozial- und Bildungsbereich“: 50 Demonstrierende, Die Linke Friedrichshain-Kreuzberg, Friedrichstraße 3 (16-19 Uhr)
„Respect Cyclists – Die Fahrraddemo für sichere Radwege“: 300 Menschen, Respect Cyclists, Falkplatz, Strausberger Platz, Elsenbrücke, Mariannenplatz (17.30-21 Uhr)
Gericht – Sechs Männer, die als Bande mehr als drei Millionen unversteuerte Zigaretten aus Güterzügen gestohlen haben sollen, kommen auf die Anklagebank. Die Einbrüche sollen zumeist Züge betroffen haben, die von Polen über Deutschland in Richtung Niederlande unterwegs waren. Die Täter hätten jeweils ein Loch in Container geschnitten. Es sei Tabaksteuer von 590.000 Euro hinterzogen worden (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A820).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Rosalie Esser (18), Basketballspielerin, spielt für Alba Berlin / Jana Henke (52), ehem. Schwimmprofi, gewann neun internationale Medaillen, startete für den OSC Potsdam / Daniela Katzenberger (39), Reality-TV-Darstellerin (u.a. „Daniela Katzenberger – natürlich blond“) und Sängerin / Andreas Keller (60), ehem. Hockeyspieler und -trainer, spielte für den Berliner HC und in der Nationalmannschaft, als Trainer 2005 mit der Damenmannschaft Gewinn der deutschen Meisterschaft / LeFloid (bürgerlich Florian Mundt, 38), Betreiber mehrerer YouTube-Kanäle, studierte an der Humboldt-Universität / „Liebe Ola, von Herzen gratulieren wir Dir zu Deinem heutigen Geburtstag! You're looking younger than ever! Deine Sternberger“ / Lea Rosh (89), Fernsehjournalistin, Autorin und Publizistin, auf ihr Engagement geht das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin zurück, mehrere Dokus. u.a. „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ / Devid Striesow (52), Schauspieler („Drei“, „Lichter“, „Die Fälscher“), u.a. Deutscher Schauspielerpreis 2015 für die Rolle in „Wir sind jung. Wir sind stark“ / Günter Wallraff (83), Schriftsteller und Enthüllungsjournalist, u.a. „Der Aufmacher: Der Mann, der bei Bild Hans Esser war“ über die ‚Bild‘ -Zeitung / Klaus Wowereit (72), Politiker (SPD), war von 2001 bis 2014 Regierender Bürgermeister von Berlin
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Götz Hartwig, * 2. April 1939, verstorben am 15. August 2025 / Ursula Dorothea Hentschel, geb. Nitsche, * 23. März 1943, verstorben am 21. September 2025 / Arnd Krogmann, * 14. Februar 1942, verstorben am 20. September 2025 / Prof. Dr. Martin Quilisch, * 30. April 1934, verstorben am 30. August 2025, Hochschullehrer und Prorektor der FHW Berlin / Claudia Sprenger, verstorben am 10. September 2025
Stolperstein – Bianka Herzog (*1903) arbeitete als Büroangestellte. Sie war nicht verheiratet und lebte zeitweise mit ihrer jüngeren Schwester Elsa zusammen. Am 13. Januar 1942, ihrem 39. Geburtstag, wurde sie nach Riga deportiert; am 1. Oktober 1944 wurde sie dann ins Konzentrationslager Stutthof bei Danzig verschleppt und sofort nach der Ankunft umgebracht. An Bianka Herzog erinnert ein Stolperstein in der Giesebrechtstraße 1 in Charlottenburg.
Encore
Nachdem wir gestern einen neuen „Graf Zahl“ fürs Deutsche Theater suchten, erreicht uns postwendend die nächste Stellenausschreibung: Der Geschäftsführende Direktor des Berliner Ensembles, Dieter Ripberger, sucht einen Betriebsingenieur, „damit es bei uns im BE auch auf den Gängen und Fluren hinter den Kulissen weiter leuchtet.“ Jobbeschreibung nach Bertolt Brecht: „Denn die einen sind im Dunkeln / Und die anderen sind im Licht. / Und man siehet die im Lichte / die im Dunkeln sieht man nicht.“
Die „Dreigroschenoper“ sei Anfang Oktober erneut ausverkauft, schreibt Ripberger, „aber als Betriebsingenieur kann man die Aufführung ja auch immer vom Backstage aus sehen.“ Gutes Argument. Bewerbungen gern an checkpoint@tagesspiegel.de, wir leiten weiter.
Licht ins Dunkel brachten Alexander Fröhlich, Margarethe Gallersdörfer, Isabella Klose, Lorenz Maroldt und Susanne Vieth-Entus (Recherche & Hinweise). Das Stadtleben hat Antje Scherer in Szene gesetzt, Frühproduzentin war Jennifer Katona. Morgen führen hier Jessica Gummersbach und Sönke Matschurek Regie.
Bis bald,
