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Der freundliche Pförtner im Finanzamt Steglitz-ZehlendorfVBB und Feuerwehr punktenHingehen zum Tehran Contemporary Sounds Festival!

nachdem in den vergangenen Tagen (mal wieder) viel und ausführlich über Berlins Unverwaltung diskutiert wurde („schlechter aufgestellt als jede Kreissparkasse“), kommt der heutige Aktionstag zum Wochenabschluss gerade recht: Die Welt feiert den offiziellen „Bewirke-etwas-Tag“. Laut kleinem Kalender der perfekte Anlass, „etwas zu bewirken und die Welt damit ein Stück zu verbessern“. Vielleicht ja ein Wink mit dem Zaunpfahl an alle trägen Berliner Ämter. Nur schade, dass die samstags geschlossen bleiben.

„Darf man auch mal was Positives zur Berliner Verwaltung schreiben?“, hat uns Checkpoint-Leserin Julia Nogli gefragt. Aber klar doch, unbedingt! Die Steglitzerin möchte ihren „ganz persönlichen undotierten Preis ‚Die goldene Elster‘ dem Pförtner im Finanzamt Steglitz-Zehlendorf verleihen“. Laudiert wird wie folgt: „Er ist immer nett, freundlich und hilfsbereit und hat oft auch schon den ein oder anderen Rat. Die richtigen Anträge und Fragebögen hat er sofort zur Hand. Nach dem Ziehen der Wartenummer hat man sich kaum hingesetzt, schon ist man dran und trifft abermals auf freundliche, geduldige Mitarbeiter. Mit dieser Hilfe habe ich es wieder geschafft, zu Hause online die Steuererklärung zu machen. Dass es irre kompliziert ist und für Leute wie mich ohne Hilfe nicht zu schaffen ist, steht auf einem anderen Blatt. Vom Finanzamt Steglitz komme ich jedenfalls immer gut gelaunt zurück.“ Etwas bewirken und die Welt damit ein bisschen verbessern…

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Das Klima wandelt sich. Die Berliner Wasserbetriebe wandeln sich auch. Sie investieren viel in eine sichere Wasserversorgung und Abwasser-reinigung. Ganz klar für Berlin. Ein Großteil fließt in die zusätzlichen Reinigungsverfahren ihrer Klärwerke. So sichern sie den sensiblen regionalen Wasserkreislauf.
berlinerwasser.de
 

Und damit kommen wir auch gleich zur Kür unserer Berlinerinnen und Berliner der Woche, die in dieser dauerherbstgrauen Zeit GUTES in diese Stadt gebracht haben.

Thomas Wochnik

Wochniks Wochenende

Die besten Berlin-Tipps für drinnen, draußen und drumherum.

48h Berlin

Samstagmorgen – Endlich Wochenende, endlich Zeit, einmal in Ruhe nachzudenken – zum Beispiel über die Zeit. Immerhin ist in einer Woche Zeitumstellung. Wer schon immer mal mehr über die Zusammenhänge dahinter wissen wollte, aber auch alle, die ihr Wochenende gerne inspiriert beginnen, einen selbstauferlegten Bildungsauftrag verfolgen oder einfach Gesprächsstoff für freundschaftliche Begegnungen benötigen, schalte einmal den Podcast Geschichte.fm ein. Seit mittlerweile 317 Wochen gelingt es den Macher:innen, jede Woche eine neue „Geschichte aus der Geschichte“ mithilfe von Expert:innen vom Fach zu erzählen, etwa die Geschichte der Sommerzeitdes Speiseeisesausgestorbener Berufeder Novemberrevolution oder der Zeit selbst.

Samstagmittag – Über den Iran, seine Politik, Probleme und ab und an noch etwas über traditionelle Kultur liest man im allgemeinen viel – über die zeitgenössische Musik des Landes dagegen wenig. Auch im Kunstraum Bethanien gibt es nicht viel zu lesen, dafür aber zu hören: Beim Tehran Contemporary Sounds Festival erklingt heute und morgen von 16 bis 1 Uhr eine Menge zeitgenössischer, experimenteller und sicherlich auch Hörgewohnheiten und Klischees herausfordernder Musik aus Teheran. Das Programm und Tickets (15/11 Euro) gibt es hier.

Samstagabend – Erinnern Sie sich noch ans Tanzen? Dieses mehr oder weniger koordinierte, meist von Musik getriebene Zucken, Wackeln und Schwingen der Glieder mit sozialer Komponente? Seit vereinzelt wieder Tanzveranstaltungen stattfinden, dürfte es besonders interessant (auch anzuschauen) sein. Schließlich sind wir alle doch etwas aus der Übung – „was mache ich mit diesem Arm, wenn ich das Bein dort hin strecke und was mit der Hüfte, wenn…“ Das ganzkörperliche Hören von Musik braucht erwiesenermaßen Übung, ohne die es schlicht einrostet. Öl auf die Gelenke gibt es zum Beispiel bei Dejawie – Kili x Void ab 22.30 Uhr bis Sonntagmorgen im VOID (Wiesenweg 5-9). Die erwähnte soziale Komponente folgt natürlich und vernünftigerweise den Abstandsregeln, damit sich sowas nicht wiederholt. Nebenbei lässt der Abstand mehr Raum für unkoordinierte Zuckungen. Es gilt die 2G-Regel.

Anschließend wird am Sonntagmorgen natürlich ausgeschlafen und jeglicher Wurm den frühen Vögeln überlassen. Um 14.30 Uhr sollte man allerdings die Gelegenheit für Frischluftabenteuer nicht ungenutzt verstreichen lassen – der frühe Vogel hat ja längst den Wurm, der Kater von Samstagnacht aber braucht auch Zuwendung. Im Naturpark Südgelände gibt es zum späten Start in den Tag eine geführte naturkundliche Erkundung zwischen den Gleisen – und zwar zwischen verrosteten Gleisen, die sich die Natur zurückholt – wie um das Thema des Einrostens weiterzuspinnen.

Sonntagmittag – Wenn eine Künstlerin von Weltrang, zum Beispiel Pauline Julier, die ihre Arbeiten bereits im Pariser Centre Pompidou, dem Loop in Barcelona, dem Wonder Site in Tokyo, dem Genfer Art Center und im Palazzo Grassi in Venedig gezeigt hat, um eine kleine Auswahl zu nennen, die in Rom am Istituto Svizzero residierte und mit ihrem Film „Way Beyond“ am Visions du Reel Festival teilnahm und gerade erst den Swiss Art Award 2021 in Basel erhielt – wenn so eine Künstlerin also nach Berlin kommt, um der Weltöffentlichkeit ihr neues Buch zu präsentieren und es mit einer Ausstellung zu inszenieren, dann natürlich in… der Kieffholzstraße 19 in Alt-Treptow. Heute von 14 bis 18 Uhr im Labor Neunzehn – Anmeldung via Homepage obligatorisch.

Sonntagabend – Wem nach all der Draußenzeit bei mittelmäßigem Wetter zum Wochenendeende wieder nach beschaulicher Einmurmelung ist, der schaue doch fern – und schließe damit gleich den Kreis zum Grübelstoff vom Samtagmorgen. In einer Performance des Duos PPKK geht es nämlich nochmal um Geschichte, genauer: das Jahr 1896. Im Treptower Park fand damals die große Berliner Gewerbeausstellung statt, die eine hiesige Antwort auf die Pariser und Londoner Weltausstellungen sein sollte. Übrig geblieben ist davon die Archenold Sternwarte. Deren Teleskop ist aktuell auf das Algieba-System ausgerichtet, das etwa 125 Lichtjahre von der Erde entfernt ist – was wir von Algieba sehen, ist also ein Bild von 1896, mit dessen Hilfe wir zumindest innerlich auf Zeitreise gehen und darüber sinnieren können, was sich in 125 Jahren alles verändert hat. Zum Beispiel: Bei der damaligen Gewerbeausstellung wurden unter anderem lebende Menschen aus diversen Kolonien „ausgestellt“. Um daran zu erinnern, haben PPKK eine Performance in der Sternwarte ersonnen, die um 19 Uhr im Livestream zu sehen ist – 50 Prozent des Produktionsbudgets gehen übrigens an den Verein Berlin Postkolonial.

Mein Wochenende mit

Durchgecheckt

Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.

„Ich habe Chantal, die zauberhafte Sau von Nebenan, seit Tagen nicht mehr zu Gesicht bekommen. Sie hat keine Zeit, steckt ‚in Vorbereitungen‘, sagt sie. Zuvor waren wir im Freiluftkino, schauten uns den neuen Horror-Schinken von John Carpenter an, vielleicht haben Sie davon gehört. Eigentlich sind wir ja gar keine großen Liebhaber:innen des Genres, aber die Vorstellung, nachts, bei schlechtem Wetter und im Wald einen Film zu schauen, nun, nur so war sie schlüssig. Der Film hat es Chantal nun wirklich angetan – als ich sie zuletzt sah, trug sie schwarz lackierte Hufe, meine bepinselte sie bei der Gelegenheit gleich ebenfalls. Der Look, muss ich gestehen, steht mir ausgezeichnet. Dabei hatte ich erst Bedenken. Wie dem auch sei, Chantal veranstaltet nächste Woche ein Halloween-Abendessen, dekoriert nun ihren Bau und schneidert an einem Kostüm. Vermutlich kommt sie als Hexe. Wie ich darauf komme? Ich habe einen Hexenschuss! Mag schon sein, dass dieser Zusammenhang weit hergeholt ist. Nicht weit hergeholt ist aber mein Termin in der Havel-Therme in Werder – da habe ich mir eine Rückenkur plus allgemeines Wellnessprogramm gebucht, um nächste Woche bei Tisch normal sitzen zu können. Zum Schluss bekomme ich auch eine Heilschlamm-Packung im ‚Serail-Bad‘. Die werde ich für Halloween gleich drauf lassen, so einfach ist das. Ich empfehle mich – bald mit besonders geschmeidigem Fell und straffem Gewebe. Und mit freundlichen Grunzen natürlich.“

Lese­empfehlungen

Schlechtes Wetter hat nicht nur negative Seiten. Zumindest, wenn man gerne liest. Das findet auch die Kulturredaktion des Tagesspiegels und liefert hier (Abo) eine perfekt auf das Sturmwetter abgestimmte Leseliste.

Susanne Kippenberger (Abo) geht derweil einem fotografischen Rätsel auf die Spur. 

Wer sich zum Lesen einen Kaffee brüht – oder beim Kochen eine Lesepause einlegt – ist mit Ferdinand Dycks (Abo) kleinen Geschichte des Drucks in der Kulinarik bestens darauf vorbereitet, dem Wasserkessel, der Espressomaschine, der Knoblauch- oder Kartoffelpresse bei der Arbeit zu- oder dem Bier oder Sekt tief ins Glas zu schauen. 

Von Berliner Universitäten hört man im tagespolitischen Rahmen gemeinhin wenig. Wieso eigentlich? Das muss sich auch die Leitung der FU-Berlin gedacht haben. Mit lautem Skandal auf Leitungsebene will sie die Funkstille nun brechen. Amory Burchard und Tilmann Warnecke (Abo) berichten von fragwürdiger Universitätskultur.

Wochen­rätsel

Wie viele Aufzüge und Rolltreppen der S-Bahn sind derzeit in Berlin insgesamt defekt?

a) 8
b) 72
c) 56
 

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Encore

Wir beenden den Newsletter an dieser Stelle wie zuletzt ein FU-Professor die erste Sitzung seines 10-Uhr-Seminars (nach nur 45 Minuten): „Wenn es keine Fragen mehr gibt, würde ich sagen, wir machen Schluss. Dann kann ich mich nochmal hinlegen.“ Sollten doch noch welche aufploppen: checkpoint@tagesspiegel.de.

Mitrecherchiert und -sondiert hat heute Lotte Buschenhagen. Am Montag weckt Sie hier Lorenz Maroldt wieder. Ich verabschiede mich in den Urlaub. Bis ganz bald!

Ann-Kathrin Hipp