Klaus Wowereits Auftritt gestern Abend in der RBB-Sendung „Wieprecht“ war eine kleine Sensation: So klar wie bisher kein anderer Berliner Politiker forderte der Ex-Regierende mit Blick auf die Berliner Verwaltung nicht nur eine Reform, sondern „eine Revolution“. Sein Urteil über den Zustand der Stadt ist hart – hier die wichtigsten Punkte:
+ „Es gibt in Berlin so etwas wie eine kollektive Verantwortungslosigkeit.“
+ „Die Verwaltung ist heute schlechter aufgestellt als jede Kreissparkasse.“
+ „Inkompetenz gibt’s auf allen Ebenen.“
+ „Das Kümmern findet nicht statt.“
+ „Jeder denkt, der andere macht es schon. Da muss sich grundlegend was ändern.“
+ „Es geht nicht alles schief. Aber es gibt strukturelle Probleme.“
+ „Das System produziert zu viele Fehler.“
+ „Es geht nicht mehr darum, dass man ein bisschen an den Symptomen herumwerkelt.“
+ „Die Struktur der Verwaltung muss sich radikal verändern, sonst kommen wir nicht weiter.“
+ „Da muss eine Revolution passieren.“
Nach mehr als dreizehn Jahren im Amt trat Wowereit 2014 zurück. Seine Zeit als Regierender Bürgermeister war geprägt von Kürzungen und Personalabbau, aber auch von einem enormen Imagegewinn für die Stadt. Heute sagt er:
+ „Die Zeiten, wo hier gespart werden musste, sind längst vorbei. Am Geld liegt‘s nicht.“
+ „Immer wieder nur neues Geld reinzugeben, mehr Personal anzuschaffen, aber die Strukturen nicht zu verändern, das ist rausgeschmissenes Geld. Da passiert gar nichts.“
Soweit zur Bilanz der vergangenen Jahre unter der Führung von Wowereits Nachfolger Michael Müller.
Für einen Fehler hält Wowereit auch die Machtverschiebung vom Senat zu den Bezirken bei der Gebietsreform 2001. Seine drei Vorschläge für eine bessere Zukunft:
+ „Dass der Senat nur in den gesamtstädtischen Aufgaben eine Weisungsbefugnis hat, die Bezirke aber ansonsten autonom sind: Das muss weg, definitiv. Das Durchgriffsrecht muss wieder her.“
+ „Wir müssen die besten Köpfe für die Verwaltung gewinnen, auch international, und die dann aber auch anders bezahlen.“
+ Wowereit brachte zudem ein „Kreativteam“ ins Gespräch, das nach dem Vorbild von „Smart City" Vorschläge erarbeiten und einen „Dialog zwischen Bürgerinitiativen und anderen Organisationen“ initiieren soll.
Die ganze Sendung, moderiert von Volker Wieprecht, können Sie sich hier in der Mediathek noch einmal anschauen.
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Falls Sie sich an der Aufklärung der Wahlpannen beteiligen möchten: Der Innensenator sucht 18 bis 19 Leute für eine Kommission, die den Skurrilitäten vom 26.9. nachgeht.
Dabei dürfte der Blick auch auf ein irres Ergebnis in Spandau fallen: Hier holte die SPD im Wahlbezirk 05125 bei den Erststimmen satte 100 Prozent (obwohl, wie wir ja inzwischen wissen, an diesem Tag auch 150 Prozent drin gewesen wären). Und wie kam es dazu? Es wurde hier nur ein einziger gültiger Erstimmenzettel abgegeben (oder gefunden) – bei 419 Wählerinnen und Wählern, die eine Zweitstimme abgaben. So seltsam sind in echt nicht mal Spandauer.
Inzwischen korrigiert wurde hier auch das Ergebnis aus einem weiteren Wahlbezirk (05410) – die Linken hatten darum gebeten, weil ihnen 1,9 Prozent arg wenig erschienen. Und tatsächlich: Jetzt sind’s 7,9 Prozent. Für die AfD wurden dagegen zunächst 21,6 Prozent gemeldet – die Nachzählung ergab hier: ebenfalls 7,9 Prozent. Und wem das nun auch wieder seltsam vorkommt, braucht für seine Skepsis nicht mal eine Verschwörungstheorie – Misstrauen aus Erfahrung reicht völlig aus.
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Die Innenverwaltung hat es unterdessen geschafft, einem Fragenkatalog des Abgeordneten Marcel Luthe auf die berlinuntypischste aller Weisen auszuweichen: mit Tempo. Die Antworten von Staatssekretär Torsten Akmann sind auf den 14. Oktober datiert, also genau auf den Tag, an dem wie angekündet das amtliche Endergebnis samt Anfechtungserklärung der Landeswahlleiterin erst noch mitgeteilt werden sollte.
Dementsprechend ahnungslos gibt sich die zuständige Verwaltung – hier Ausschnitte aus dem noch unveröffentlichten
Dokument der Unkenntnis (DS 18/28 636):
+ „Der Senat weist darauf hin, dass die Aufklärung der Vorgänge am Wahltag noch nicht abgeschlossen ist.“
+ „Es wird auf die Vorbemerkung verwiesen.“
+ „Es liegen derzeit noch keine detaillierten Erkenntnisse vor.“
+ „Über die Lagerung der Stimmzettel in den Bezirken liegen dem Senat derzeit keine detaillierten und belastbaren Erkenntnisse vor.“
+ „Im Interesse einer sachgerechten Erfüllung des Informationsinteresses des Fragestellers und der Öffentlichkeit hat der Senat von einer Beantwortung insoweit abgesehen.“
Einen Tag später hätte das schon anders ausgesehen – aber der Abgeordnete Luthe wird, wie man ihn als Anfragenkönig kennt, seine alten und ein paar neue Fragen sicher noch einmal stellen.
„Die Anna-Lindh-Schule im Wedding hat ein neues Gewächshaus“, twitterte Schulstadtrat Carsten Spallek vergangene Woche gut gelaunt und zeigte dazu zwei sonnige Fotos (hier zu sehen). Die Antwort von Anke Erler, Vorsitzende des Fördervereins und Bauausschuss-Mitglied des Bezirks: „Bei Regen läuft das Wasser im Strahl aus der Wand“ – und das dokumentierte sie auch gleich mit einem Video (hier zu sehen).
Bekannt ist die größte Grundschule Berlins für ihre Begabtenförderung – und für ihre Hauptrolle in der Checkpoint-Dauerserie „Berlins marode Schulen“: Schimmel, nasser Keller, kaputte Rohre, hinfällige Bausubstanz, unbenutzbare Räume… Das ganze Ensemble aus den 50er-Jahren inkl. der seit 2015 gesperrten Turnhalle müsste eigentlich abgerissen werden, aber: Es steht unter Denkmalschutz. Wir empfehlen die Umwidmung zu einem Mahnmal für die Verfallenen der Berliner Schulpolitik mit Schwimmbad im Keller und Veilchen im Gewächshaus (die stehen für Demut, Hoffnung und Geduld).
Berliner Schnuppen
Telegramm
Nachdem auch die Linken der Aufnahme von Koalitionsverhandlungen zugestimmt haben, werden jetzt in 16 Fachgruppen zu je acht mal drei Leuten die Details der künftigen Senatspolitik besprochen. Wir haben uns die Listen mal angesehen – und bei der SPD, ziemlich versteckt, einen Geheimagenten entdeckt:
BER-Held Engelbert Lütke Daldrup bricht seinen Ruhestand ab und verhandelt mit bei Stadtentwicklung, Bauen und Mieten. Im Interview mit dem Tagesspiegel hatte der Flughafenchef und Ex-Staatssekretär in der Woche seines Abschieds noch gesagt: „Freude am Leben ist jetzt eine meiner wesentlichen Maximen.“ In der strittigsten aller Koalitionsgruppen dürfte die wohl nicht so recht aufkommen.
Aber er wird doch wohl nicht etwa… Nein, das sicher nicht: „Den einen oder anderen Rat werde ich noch geben, wenn ich gefragt werde“, hatte er uns gesagt, „aber ich habe keine weiteren Ambitionen.“
Auch bei den Grünen gibt es eine interessante Verhandlungspersonalie: Monika Herrmann hat zwar den Sprung vom Bürgermeisterin-Amt ins Abgeordnetenhaus nicht geschafft, aber sie führt die Verhandlungsdelegation ihrer Partei beim Thema Verkehr an. Weitergehende Ambitionen? Hat sie bisher von sich gewiesen.
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Die „B.Z.“ hat unterdessen das Senatorinnen-Karussell angeworfen – und Ramona Pop auf den Sessel von Finanzsenator Matthias Kollatz gesetzt. Jedenfalls dann, wenn die SPD die Wirtschaft übernimmt… und wenn… und aber. Bis es soweit ist, sind noch einige Zinsen zu zahlen.
Ex-„Bild“-Chef Julian Reichelt, für seinen Ex-Chef Mathias Döpfner „wirklich der letzte und einzige Journalist in Deutschland, der noch mutig gegen den neuen DDR-Obrigkeitsstaat aufbegehrt“, wohingegen „fast alle anderen (…) zu Propaganda-Assistenten geworden“ sind, hat es mit seinem Rauswurf auf die Titelseite der New York Times geschafft. Wie fast alle anderen erwarten wir hingegen sehnsüchtig die Nachbesetzung an der Spitze des Staatsrats, um uns die Direktive für den nächsten Jubelartikel abholen zu können. Die Zeit bis dahin vertreiben wir uns mit der Lektüre des Interviews, das die FR mit den Rechercheurinnen der Reichelt-Affäre geführt hat.
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Die Freie Universität spielt „House of Kärtchen“ – was in der heutigen Folge geschieht: Um Präsident Ziegler abzusägen, engagiert Kanzlerin Bör heimlich einen Headhunter. „Die Situation eskaliert“, sagt Mister X. Aber sehen Sie selbst.
Der erste Clubabend im Berghain mutierte zur Corona-Party – trotz 2G-Regelung: 19 Besucher erkrankten, 2.500 andere werden informiert (beziehungswiese sind es hiermit ja jetzt).
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ZUM ANGEBOT
Heute wird der historisch sanierte Köllnische Park am Märkischen Museum mit einer Lichtschau und viel politischer Prominenz wiedereröffnet (u.a. dabei: Mitte-Bürgermeister Stephan von Dassel und Verkehrssenatorin Regine Günther als Amtsanwohnerin), gestern wurden schon mal die Bauzäune abgebaut, Beverly hat auch schon eine Runde gedreht. Eigentlich hatte das Gelände bereits nach einem Jahr Bauzeit im Mai fertig sein sollen, aber die Bauarbeiter wollten den Park offenbar den Sommer über noch für sich allein haben.
Das Betriebsstörungsbingo fällt heute leider aus, weil am S-Bahnhof Lichtenberg mal wieder eine Mutter mit Kinderwagen im Fahrstuhl stecken geblieben ist.
Der Checkpoint hat das zum Anlass genommen, in der Spielpause gleich mal nachzuzählen, wie viele Aufzüge und Rolltreppen der S-Bahn derzeit in Berlin insgesamt defekt sind. Was hätten Sie geschätzt? Ok, wir lösen auf: Es sind 56 (die ganze Liste gibt’s hier). Die gute Nachricht daran: Es geht in Berlin nicht weiter abwärts.
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Future Energies Science Match. Neben Panels, Start-up Pitches und Impulsen mit Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, präsentieren 60 herausragende Energieforscher:innen neueste Innovationen für die Energiewende. Jetzt kostenfrei anmelden.
Neues von der Ex-Beuth-Hochschule für Technik (nein, keine Sorge, Herr Präsident, diesmal geht’s nicht um Sie): Ausgeschrieben ist hier „eine Portierung des bestehenden Laborversuchs der Mozzarella-Käseherstellung in eine 3D VR-Umgebung“. Vielleicht noch ein bisschen Basilikum drauf – und fertig.
Boah, was für eine Aufgabe: Die Stadtentwicklungsverwaltung will zwischen Frankfurter Tor und Ernst-Reuter-Platz alle Straßen und Gebäude gründlich reinigen lassen – und das auch noch innerhalb von zwei Wochen! Ah, Moment: Die Sache wird etwas erleichtert dadurch, dass es sich um zwei Modelle im Maßstab 1:1000 und 1:500 aus einer Dauerausstellung handelt. Ok, ich räume nur noch schnell mein Zimmer auf…
Zitat
„Wir sind am BER, und das bedeutet: Wir sind in Gottes Hand.“
Der Pilot des Easy-Jet-Flugs 5816 aus Mallorca präsentiert seinen an Bord ausharrenden Passagieren nach der Landung in Berlin einen neuen Schuldigen für die lange Wartezeit auf eine Brücke zum Aussteigen. (Q: Morgenpost)
Tweet des Tages
Die Bildungsverwaltung ist moralisch insolvent. Wer dieses Ressort im November übernimmt, hat mehr zu tun als ein bisschen Neuorganisation...
Antwort d. Red.: … sagt Marco Fechner, stellv. Vorsitzender im Bezirkselternausschuss Pankow, auf seinem privaten Account.
Stadtleben
Essen – In Berlin muss man Tim Raue nicht mehr vorstellen, ebenso wenig in München und Konstanz. An diesen drei Orten wurde im Oktober 5-jähriges Jubiläum seiner Brasserie „Colette“ gefeiert. Dem modernen Zugang zur französischen Küche huldigt man derzeit mit den beliebtesten Gerichten der vergangenen fünf Jahre, vereint in fünf Gängen. Den Anfang macht Avocado in Mandelmilch und Zitrone, gefolgt von der Garnele Marocain, weiter geht's mit Pulpo und Kalbskopf, außerdem Boeuf Bourguignon und Crème Brûlée (69 Euro). Hunger bekommen? Reservieren können Sie hier, dreht Raue nicht gerade an seiner neuen Netflix-Serie, ist er gar vor Ort. In der Passauer Straße 5–7, U-Bhf Wittenbergplatz von 12-15 Uhr und von 18-23 Uhr.
Essen & Trinken – Auch wenn der Name des Etablissements es anders suggeriert – beim „Weinlobbyisten“ lässt sich sehr wohl schmackhaft speisen. Aber ja, Weintrinken durchaus auch. In einem der vielleicht schönsten Innenhöfe Schönebergs sollte man hier das Kammmuschel-Carpaccio mit Miso aus dem Schwarzwald (ca. 5 Euro) nicht verpassen und sich derweil durch die deutsch-österreichische Weinkarte trinken. Inhaber Serhat Aktas hilft weiter bei jeglichen Fragen zum Menü und tatsächlich täuscht sich, wer meint, man müsse zwischen gehobenem Trinken und liebevollem Dinnieren entscheiden. Kolonnenstraße 62, S-Bhf Julius-Leber-Brücke, Donnerstag bis Montag von 17 bis 23 Uhr
Karten sichern – Nach coronabedingter Verschiebung geht es nun endlich los: Am 28. Oktober startet die „eat! Berlin“. Bis zum 7. November kredenzt das Feinschmecker-Festival ein gastronomisches Gourmetprogramm, verteilt über die ganze Stadt. Ans Herz legen möchten wir Ihnen den Tagesspiegel-Genussabend am 4. November in Clärchens Ballhaus, unsere Experten Bernd Matthies und Kai Röger führen durch ein 4-Gänge-Blind-Date-Menü (129 Euro). Empfehlenswert sind auch die Abende der „Jeunes Restaurateurs“: Wie wäre es beispielsweise mit ein wenig Kulturvermittlung mit Andreas Widmann im Rahmen des „Best of Schwäbisch“ am 3. November um 19 Uhr im Axica am Pariser Platz (199 Euro)? Jetzt haben wir doch lange genug gegrummelt. Bon app!
Planen – Wenn wenn es in Ordnung ist, schon wieder Lebkuchen in die Regale zu legen, dürfen nun auch Kalender angepriesen werden: Ab heute ist unser Kiez-Kalender lieferbar! Dort findet sich auf 12 Seiten alles, was es in Berlin zu sehen und erleben gibt: zwölf Monate, zwölf Bezirke, zwölf Fotos aus den Berliner Kiezen. Man muss Berlin ja nicht lieb haben, aber einmal im Monat zu sehen und zu lesen, wie andere es tun, gehört doch zum guten Ton der Stadt. Wir verlosen 5 Exemplare, ansonsten ist er über hier Kanal für 24,95 Euro zu erstehen.
Grübelstoff – Mit welchen Handyfotos würden Sie Ihren persönlichen Kalender 2021 bebildern? Welche sind die Tage und Nächte, die den Monat schrieben?
Berlin heute
Verkehr – A111 (Reinickendorf-Zubringer): Von 21 bis 5 Uhr stadteinwärts in Richtung Zentrum zwischen Waidmannsluster Damm und Am Festplatz gesperrt. In der Zeit von Mitternacht bis 5 Uhr wird die Sperrung bis Schulzendorfer Straße ausgeweitet. Weitere Informationen finden Sie hier. Für die Durchführung von Unfall-Reparaturarbeiten im Tunnel Flughafen Tegel in Fahrtrichtung Nord (stadtauswärts) wird dieser zusätzlich ab heute Nacht bis Freitag, jeweils in der Zeit von 21 Uhr bis 5 Uhr gesperrt.
Hauptstraße (Alt-Hohenschönhausen): Am Morgen beginnen in Richtung Rhinstraße Gleissanierungsarbeiten. Daher ist die Straße bis Anfang November zwischen Konrad-Wolf-Straße und Rhinstraße gesperrt (Fuß- und Radverkehr frei).
Demonstration – Für die „Freiheit für die politischen Gefangenen in Griechenland“ findet von 13 bis 14 Uhr mit rund 10 Teilnehmenden eine Kundgebung am Kurfürstendamm 185 statt. Zwischen 14 und 17 Uhr treffen sich 18 angemeldete Personen in der Turmstraße 91 mit dem Motto „Versammlung zum Gerichtstermin Tierindustrie ist Klimakiller – Es ist Klimanotstand“. Ca. 25 Demonstrierende versammeln sich von 18 bis 21 Uhr am Alexanderplatz 7 im Zuge einer „Video-Aktion zur Aufklärung über die Tierindustrie“.
Gericht – Ein Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen kommt unter anderem wegen öffentlicher Aufforderung zu Straftaten und Widerstands auf die Anklagebank. In einem Fall soll der Journalist und Dramaturg anlässlich einer „Hygiene-Demo“ ein Bündel Zeitungen in Richtung von Polizisten geworfen haben, um deren Maßnahmen zu behindern. Bei einer anderen Veranstaltung habe er ein Kopfgeld auf Angela Merkel ausgesetzt (11.55 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 863).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Dem Darjeeling das Beste für den Rest der 60er! Alles Liebe von Moritz und dem Teeblättchen“ / John von Düffel (56), Dramaturg und Schriftsteller / „Lieber Flo, zu deinem 50. Geburtstag sende ich dir aus ganzem Herzen die besten Wünsche! Bleib wie du bist und lass dich heute riesig feiern! Wir feiern nach... Alles Liebe von Babsi“ / „Liebste Elke, sonnige Geburtstagsgrüße von Deinem frechen Jens, mit dem Du jetzt sogar die gleiche Zahl teilst :-)“ / „Altberlinerin Barbera Güttschow hat ihr Zuhause jetzt mit Ihrem Mann im Wessiland dicht bei Tochter und deren Familie. Lebensfroh und zuversichtlich. Liebe Glückwünsche Achim Melchior“ / Heike Klüver (40), Sozialwissenschaftlerin / Wolfgang Kreve (55), Schauspieler / Gottfried Ludewig (39), CDU-Politiker, Chef der Abteilung für Digitalisierung des Gesundheitswesens im Bundesministerium für Gesundheit / „Heute hat der Menschenfreund Geburtstag. Der Mann, der seit seinem Studium sagte: Die Wohnung muss dem Menschen dienen. Herzlichen Glückwunsch von der Frühstücksrunde und der Friedensallee aus Rohrlack. Herzlich, Sapere Aude! Udo Lauer“ / „Mein StuB, so weit entfernt und doch so nah und das wird immer so bleiben. Deine Göre P. xxx“ / Najem Wali (65), Schriftsteller
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Gestorben – Dr. med. Horst Grünenthal, * 29. November 1924 / Prof. Dr. Jürgen Hacke, * 13. März 1928, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande / Erika Elsa Häußler, * 24. September 1943 / Eva Meisel, * 16. Juni 1924
Stolperstein – Minna Geballe (geb. 1877 in Rogasen, Posen) wurde mit ihren beiden Schwestern von der Sammelstelle in der Großen Hamburger Straße am 8. September 1942 nach Theresienstadt deportiert. Zwar wurde sie am 8. Mai 1945 befreit, starb jedoch keine sechs Monate später, heute vor 76 Jahren, an den Folgen der KZ-Haft. In Erinnerung an sie liegt in der Sächsischen Straße 22 in Wilmersdorf ein Stolperstein.
Encore
Na, wenn das mal kein Trost ist: Auch Kanye West verpasste seinen Flieger am BER – allerdings kam er erst eine halbe Stunde vor Abflug an, weil er zu lange im Karnevals- und Kostümgeschäft „Deiters“ in der Rathausstraße shoppen war. Also fuhr er zurück in die Stadt und shoppte weiter – diesmal bei „Maskworld“ am Hackeschen Markt. Und dann charterte er sich einfach einen Privatjet am BER und flog, wie geplant, nach Venedig (wo es noch mehr Masken gibt). Tja, da hätte man ja auch mal selbst draufkommen können, anstatt immer nur zu meckern.
Gar nicht abgehoben sind heute Matthieu Praun (Recherche), Juliane Reichert (Stadtleben), Kathrin Maurer und Lionel Kreglinger (Produktion). Morgen früh bezieht hier für Sie Nina Breher den Checkpoint. Bis dahin,
