wie wir nun wissen, sind die Berliner offiziell die unbeliebtesten Bürger Deutschlands (Sie als Checkpoint-Lesern hatten es hier vor einer Woche als erstes erfahren). Im Selbstverständnis der Stadt wäre die normale Reaktion darauf ein rotziges: Uns doch ejal! Doch so einfach ist es nicht.
Seit einer Woche diskutiert die halbe Republik über das große Sympathie-Ranking, repräsentativ erforscht an der Freien Universität Berlin, veröffentlicht vom Tagesspiegel. Dass Berlin vielleicht imagemäßig nicht mithalten kann mit Hamburg oder München, das dürfte niemanden überraschen. Aber der letzte Platz im nationalen Vergleich? Das tut weh. Und sollte der Stadtgesellschaft nicht egal sein.
Fett und rot steht es da nun wieder im Zentrum der Erkenntnis: das Image der Failed-State-Hauptstadt. Dreckig, dysfunktional, dröhnend, zugedröhnt. Dit ist Berlin? Ja, auch. Aber da ist noch so viel mehr, das in der Kakophonie der Klischees oft überhört wird. Wo bleibt der Aufschrei der Angesprochenen? Wo ist die Kampagne, die laut hinausbrüllt, warum Berlin zu den schönsten Städten der Welt gehört? Das Gegenteil ist der Fall: Die Berliner sind gern die ersten in der Schlange, wenn es darum geht, ihre Stadt schlechtzureden. Das Meckern übernehmen wir schon selbst, juten Tach!
Doch anstatt die meckernde Kolonne im A100-Stau anzuführen, sollten auch die Stadtbewohner selbst sich öfter mal darauf besinnen, warum sie eigentlich gern hier leben. Das heißt nicht, die Probleme zu verschweigen, nicht den Dreck, nicht die Kriminalität, nicht die Verkehrstoten und den Judenhass. Das heißt nicht, weniger genervt zu sein von allem, was nicht gut läuft in dieser Stadt. Aber ein bisschen mehr vom selbstironischen „Weil wir dich“-lieben Charme der einstigen BVG-Kampagne würde der Stadt guttun. Denn Berlin ist auch: Start-up-Zentrum, Kulturhauptstadt, Innovations-Hotspot, Sportmetropole, Experimentierfeld der Spitzengastronomie, Motorrad-Hersteller, Partyhauptstadt und ein Ort voller warmherziger Menschen (siehe auch: Hier ist Berlin absolute Weltklasse).
Es braucht eine neue Erzählung und einen Weg, aus der Dauerschleife der Selbstgeißelungen herauszufinden. Vor sechs Jahren hat sich Berlin auf die Suche nach der DNA der Stadt begeben, herausgekommen ist der Marketing-Spruch „Berlin bleibt anders“. Aber wie? Anders dreckig? Anders kriminell? Anders anders? Niemand kann damit etwas anfangen. Auch der neue Slogan „Always now“ klingt eher nach einem Werbespruch für Periodenunterwäsche. Aber was soll das Berlin der Zukunft sein? Darauf hat bisher niemand eine Antwort.
Auch hier könnte die Studie helfen. Denn wer genau liest, der findet in den Antworten der Befragten auch die Erkenntnis: Berlin gilt als Sonderfall, als eigenständiges kleines Land, eine Art Labor, in dem sich Deutschland ausprobiert. Dafür erwartet Berlin keine Dankbarkeit. Ziemlich sympathisch.
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Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) sieht das Problem übrigens nicht bei uns, sondern bei allen, die von teils sehr weit weg auf uns blicken. „Das beste Rezept gegen eine gefühlte Antipathie ist ein Besuch in Berlin. Dann erlebt man, dass hier ganz viele tolle Menschen leben, halb Deutschland eigentlich, und jedes Jahr werden es mehr.“ Auch seien in den vergangenen zehn Jahren rund 120 Millionen Gäste in der Stadt gewesen, die Hälfte davon aus dem Bundesgebiet, sagt Giffey. „Das machen die wohl kaum, um sich selbst zu geißeln.“ Außer vielleicht im KitKat-Club.
Allerdings ist das eine etwas geschönte Wahrheit: Denn die Rekordzahlen von 2019 wurden bislang nie mehr erreicht. Und Berlins oberster Tourismuswerber Burkhard Kieker sagte bereits im Juli im Checkpoint: „Berlin hat ein Problem mit Undertourism. Da fehlt im Moment was.“ Hier entstehe „insgesamt der Eindruck, dass die Stadt nicht instandgehalten wird“.
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Liegt wahrscheinlich an den vielen Festen (Partyhauptstadt, s.o.!), selbst im Roten Rathaus. Im vergangenen Jahr hat die Senatskanzlei knapp 478.000 Euro für Empfänge und Feierlichkeiten ausgegeben. Im laufenden Jahr sind bislang Kosten von 259.000 Euro abgerechnet, wenn der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) im Roten Rathaus empfängt. Vom „1. Mai Empfang“ (36.000 Euro) übers Geburtstagsessen für Ex-Bundespräsident Joachim Gauck (7278 Euro) bis zum „VIP Vorempfang Berliner Hoffest“ (7127 Euro) und einem Abendessen mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (1851 Euro) reicht die Liste. Klingt nach der Rückkehr des Party-Bürgermeisters.
Ein Grund zum Feiern ist auch die Schnelligkeit in dieser Causa hier: Ein halbes Jahr ist der Abriss der Ringbahnbrücke erst her, nun beginnt schon der Wiederaufbau. Am Montag (20. Oktober, 12.30 Uhr) wird der „Baubeginn des Ersatzneubaus“ gefeiert. Allerdings folgt darauf (wie üblich nach wilden Feten) eine kurze Katerphase mit Sperrungen am Dreieck Funkturm (ab 30. Oktober). Zur Eingewöhnung gibt’s ab morgen auf der A100 in Schöneberg schon eine Vollsperrung wegen „dringender Instandsetzungsarbeiten“ im Tunnel Innsbrucker Platz. Aber am Ende des Tunnels kommt ja meist Licht.
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21 Mitglieder der Akademie der Künste nähern sich dem Begriff des Unbekannten. Dabei sind Introspektionen entstanden, Spekulationen oder Reflexionen über das Erkunden, das Umkreisen, das Entdecken. Lesung und Gespräch am Pariser Platz 4 um 19 Uhr mit Thomas Lehr, Teresa Präauer, Kathrin Röggla. Begrüßung: Kerstin Hensel. Moderation: Die Herausgeberinnen des Buches Nathalie Mälzer und Cécile Wajsbrot. Weitere Infos und Tickets hier (€ 7,50 / erm. € 5,-) oder einfach an der Abendkasse
Licht aus heißt es hingegen bei der Berlin-App. Ohnehin schon vollkommen aus dem Zeitplan geraten (CP vom 22. Juli), hat der Senat das Projekt für digitale Verwaltungsdienste nun komplett aufgegeben. Aufgrund der Haushaltskürzungen Ende 2024 „wurden alle Arbeiten für die Berlin-App eingestellt“, teilte Berlins Chief Digital Officer Martina Klement (CSU) mit (Q: Anfrage Ziller, Grüne). Und, Überraschung: Auch im neuen Haushalt gibt’s kein Geld mehr. Klement hatte über das Projekt zuletzt ohnehin nur noch in der Vergangenheitsform gesprochen: „Die App sollte nicht nur eine digitale Verwaltungsanlaufstelle, sondern eine vielseitige Bürger-App werden, die durch den Plattformansatz auch die Erweiterung von Angeboten der öffentlichen Daseinsvorsorge, Mobilität, Kultur und Partizipation unter Einbeziehung des Hauptstadtportals Berlin.de ermöglicht hätte.“ Hätte, hätte…liegt jetzt wieder im Bette.
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Was Veggie ist, darf „Wurst“ nicht heißen. Das EU-Parlament hat am Mittwoch dafür gestimmt, dass Fleischersatzprodukte nicht mehr als Burger, Schnitzel oder Wurst angeboten werden dürfen. Kult-Bude Curry36 hat noch keine Neubezeichnung parat, Geschäftsführer Mirko Großmann hatte auf den gesunden Menschenverstand gezählt. „Das ist völlig falscher Protektionismus für den Verbraucher“, sagte er dem Checkpoint. „Ich muss sehr an mich halten, um nicht über die Menschheit zu fluchen. Inhaltlos argumentierende Laut-Sprecher haben leider die Oberhand behalten.“ Einmal mit Darm, bitte.
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Lesung mit Bildern, Musik und Texten von Mark Twain und Richard Wagner
Die Stimme der Harry Potter-Hörbücher beamt uns nach Bayreuth, wo Mark Twain 1891 die berühmten Festspiele besuchte. Seine Tagebucheinträge zeigen einen unverstellten Blick auf den deutschen Wagner-Kult und auf die örtlichen Gepflogenheiten.
So., 19.10.2025, 11 Uhr, DT Bühne
deutschestheater.de
Auf jeden Fall mit Fleisch ist der „XL-Döner“ in Charlottenburg. Und schöner macht er offenbar auch. Seit gestern wissen wir: Topmodel Heidi Klum wählt hier immer die Spezialsauce („Das ist doch das Geilste an dem Ganzen“), also ist unsere Kollegin Nadia Jusufbegović mal vorbeigefahren. „Seit über zehn Jahren kommt sie immer wieder rein, so zweimal im Jahr“, sagt Özcan hinterm Tresen. Loyal und nett sei sie. Alles andere wäre auch geschäftsschädigend. Hier geht’s zum Video.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Hoffnungsvollen Nachrichten aus der Nacht: Offenbar haben Israel und die Hamas der ersten Stufe von Trumps Friedensplan zugestimmt. Eine erste Einordnung unserer Kolleginnen Helena Wittlich und Viktoria Bräuner finden Sie hier.
Im Fall eines Lehrers der Rütli-Schule, dessen Ehemann mutmaßlich von Schülern schwulenfeindlich gestalkt wurde (CP von gestern), ließ Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) gestern ausrichten, man habe erst durch Presseanfragen von dem Fall erfahren und bemühe sich nun um Aufklärung. „Im Zuge dessen musste festgestellt werden, dass der Sachverhalt unter Berücksichtigung der Betroffenheit der Lehrkraft durch Schulleitung und regionale Schulaufsicht bislang noch nicht zufriedenstellend bearbeitet wurde.“ (Q: dpa). Ein deutlicher Seitenhieb auf ihre eigenen Leute.
Die schwarz-rote Koalition nimmt die Haushaltskürzungen des Senats für den Bereich Fußverkehr und Verkehrssicherheit für 2026/27 komplett zurück – und legt jeweils noch was drauf. Auch für den Radverkehr soll es wieder etwas mehr Geld geben. Für die Anbauten der U-Bahn-Linien U2, U7, U8 und U9 haben die Koalitionsfraktionen 2,5 Millionen Euro mehr bereitgestellt. Allzu weit kann man damit nicht buddeln.
Dafür wühlen wir uns bald wieder durch einen Stapel Schülerzeitungen: Bis zum 15. November können die Nachwuchsredaktionen ihre Werke bei der Jugendpresse Berlin-Brandenburg einreichen (alle Infos hier). Wir sind freudig gespannt – und wieder gern Teil der Jury.
Gewonnen hat bereits ein Mann aus Charlottenburg – und zwar den 120-Millionen-Eurojackpot. Nach zwei Wochen hat er sich nun gemeldet. „Er war eine Stunde bei uns und wirkte gefasst und kontrolliert“, meldete die Lotto-Stiftung. „Er wollte den Gewinn erstmal sacken lassen.“ Gute Idee.
Übrigens: Heute vor genau 70 Jahren rollten die Kugeln zum ersten Mal. Anlässlich des Geburtstags hat Lotto die Patenschaft für einen Elefanten im Tierpark übernommen. Der soll einziehen, sobald das Gehege fertig ist. Spitzname: Lotti.
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Apropos süße Nachrichten: Wie kann es eigentlich sein, dass es in Karls Hütten immer noch Erdbeeren gibt? Ganz normal, teilt ein Sprecher auf CP-Anfrage mit. „Seit drei Jahren bauen wir sogenannte ,immer tragende‘ Sorten an.“ Das reicht bis in den November, und schafft Nachfrage: „Als das Wetter am Freitag so schön war, wurden Erdbeeren gekauft wie im Sommer.“
Noch besser: Der Gyncast ist zurück. Die erste Folge der neuen Staffel können Sie hier anhören. Und wenn Sie die Hosts einmal live erleben möchten: Am 16. Oktober stellen Mandy Mangler und Esther Kogelboom in der Bibliothek am Luisenbad „Das große Gyn Buch“ vor. Los geht’s um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.
Mit dem Herbst beginnt das Wintersemester, Zeit für die WG-Suche. Für den Übergang bietet das Deutsche Jugendherbergswerk vergünstigte Zimmer an. Gibt’s ab 22 Euro pro Nacht.
Gilt übrigens auch für Azubis. Und davon gibt es erstmals seit sieben Jahren wieder etwas mehr in der Hauptstadtregion (+ 1 Prozent, Quelle: Amt für Statistik).
Etwas teurer ist die Nacht im Knast: Mehr als 11.000 Menschen waren seit 2021 in Berlin im Gefängnis, weil sie eine Geldstrafe nicht bezahlt haben (Q: Justizverwaltung). Viele verbüßten die Ersatzfreiheitsstrafe für Schwarzfahren und Diebstahl, aber auch Steuerhinterziehung und Drogenbesitz. Für die Justiz ist das teuer: Die meisten saßen wegen eines kleinen Betrags von 1 bis 15 Tagessätzen ein – bei durchschnittlichen Haftkosten von mehr als 220 Euro pro Tag.
Gute Nachrichten auch für Start-Upper (und solche, die es werden wollen): Wer in Berlin ein Unternehmen gründen will, kann dies ab sofort vollständig per App tun. Mit Ideen bitte hier entlang.
Gute Idee: die Basketball-WM der Frauen in Berlin. In sechs Tagen wurden bereits mehr als 10.000 Tickets verkauft. Fürs Finalwochenende wird nun zusätzlich der Oberrang in der Uber-Arena geöffnet. Dabei sein, ist alles.
Zitat
„Dauerhafte Baumliebe in allen Fraktionen, das wäre wirklich eine ganz tolle, eine ganz schöne Geschichte.“
Heinrich Strößenreuter, Initiator des BaumEntscheids im Abgeordnetenhaus.
Stadtleben
Verlosung – Egal, ob „Männer“ immer noch Ihr Lieblingslied ist, oder ob Sie absolut jeden Herbert-Grönemeyer-Song auswendig kennen: Alle Fans sind zur Bewerbung eingeladen. Wir verlosen 2x2 Karten für ein exklusives „Release Listening Event“ am Dienstag (14.10.) im Zoo Palast! Erst darf man das neue Album „Unplugged 2 – Von allem anders“ schon mal Probehören, dann gibt es ein Gespräch mit dem Musiker. Bewerben kann man sich beim CP-Postfach. Regulär kann man auch Karten kaufen (noch!), sie kosten inklusive der CD rund 48 Euro. Start 19.30 Uhr, Hardenbergstraße 29a, U-Bhf Zoologischer Garten
Essen & Trinken – Berlin ist einfach in jeder Hinsicht toller als die anderen Bundesländer (auch wenn die das nicht unbedingt so sehen), sogar das Oktoberfest geht an der Spree länger. In der „Fischerhütte“ am Schlachtensee kann man noch bis zum 18. Oktober, also zwei Wochen länger als auf der Theresienwiese, feiern. Zentral für die Stimmung ist natürlich das richtige Bier. Und das haben sie am Schlachtensee im Holzfass. Immerhin gilt das „Augustiner“ als inoffizielles Lieblingsbier der Münchner. Die Küche serviert vom Schweinebraten bis zum halben Hendl allerhand Bajuwarismen. Ob die Hausband „Edelweiß-Express“ die aktuellen Wiesn-Hits drauf hat, muss man selbst überprüfen, 18 Euro „Kulturbeitrag“ werden dafür fällig. Do-Sa ab 18 Uhr, Fischerhüttenstraße 136, U-Bhf Krumme Lanke
Noch hingehen – Sie interessiert sich für Nietzsche, für Dunkelheit und für Rap: Die französische Künstlerin und DJ Christelle Oyiri wurde bei der Berlin Art Week als eine Art Geheimtipp gehandelt. Wer bisher nicht dazu gekommen ist – ihre Schau „Dead God Flow“ ist noch bis 19. Oktober im CANK zu sehen. Es geht, verkürzt gesagt, um Spiritualität ohne Gott und um Musik als Ersatzreligion, die Ausstellung beginnt schon im Aufzug: Es leuchtet giftgrün, Rap-Sounds wummern. Eintritt 8/5 Euro (für Menschen aus der Nachbarschaft frei), Do-So 12 bis 20 Uhr, Anzengruberstraße 25, U-Bhf Rathaus Neukölln
Berlinbesuch – Mal lange aufbleiben, und zwar richtig lange: Dazu lädt am Wochenende die 15. Familiennacht ein. Kindern und ihren Eltern (oder anderen Lieblingsmenschen) wird am Sonnabend ein XXL-Programm in der ganzen Stadt geboten. Von 17 Uhr bis Mitternacht kann man sich aus über 180 Veranstaltungen etwas aussuchen – nachts den Flughafen erkunden, mit Stirnlampe einen Kletterparcours kraxeln oder Gespenstergeschichten am Lagerfeuer lauschen. Der Eintritt ist oft frei, teilweise ist eine Anmeldung nötig. Kostenlos und einfach so vorbeikommen kann man gleich zur Eröffnung in der Alten Feuerwache mit einem Konzert der Band Raketen Erna, Tanz-Workshops und Action-Painting (Konzert startet ca. 17.30 Uhr), Axel-Springer-Straße 40/41, Bushaltestelle Lindenstr./Oranienstr.
Grübelstoff – Wie halten Sie es beim Thema Lebkuchen? Im Supermarkt tapfer wegdrehen bis mindestens Totensonntag? Oder gehen Sie nach der Maxime: „frisch schmeckts einfach am besten“ vor und haben längst die erste Packung aufgegessen?
Kiekste
Familie Brillenpelikan beim Gartenzaunpläuschchen mit Günther Graureiher. Die diskutierte Problematik ist nicht überliefert. Wir bedanken uns bei Leserin (und Zoobesucherin) Karen Plate-Buchner! Weitere Nachbarschaftsgeschichten in Bildform gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – A100 (Stadtring): Die Autobahn wird von 21 bis 5 Uhr in Fahrtrichtung Wedding zwischen Ausfahrt Kurfürstendamm und Auffahrt Spandauer Damm gesperrt.
A111 (Reinickendorf-Zubringer): Die Autobahn wird von 21 bis 5 in Fahrtrichtung Oranienburg von der Anschlussstelle Am Festplatz bis Schulzendorfer Straße gesperrt (Sperrung der ersten Zufahrten voraussichtlich ab 20 Uhr).
Clayallee (Dahlem): Bis Anfang Dezember ist die Fahrbahn in beiden Richtungen zwischen Königin-Luise-Straße und Auf dem Grat auf einen Fahrstreifen verengt und verschwenkt.
Brunnenstraße (Mitte): In beiden Richtungen steht bis Anfang Dezember jeweils nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Die Anklamer Straße ist auf der Seite Richtung Ackerstraße von der Brunnenstraße abgehängt (Sackgasse).
Alexanderstraße (Mitte): Bis Mitte November ist die Straße in beiden Richtungen zwischen Otto-Braun-Straße und Karl-Liebknecht-Straße für den Kfz-Verkehr voll gesperrt.
Wittenbergplatz (Schöneberg): Bis Mitte Dezember steht in verschiedenen Bauphasen jeweils nur ein Fahrstreifen in beiden Richtungen Höhe Bayreuther Straße zur Verfügung.
Nonnendammallee (Siemensstadt): Bis 17. Oktober ist stadteinwärts zwischen Otternbuchtstraße und Rohrdamm ein Fahrstreifen gesperrt.
Am Juliusturm (Spandau): Bis morgen, ca. 10 Uhr, ist die Fahrbahn stadteinwärts in Höhe Juliusturmbrücke auf einen Fahrstreifen verengt.
Nahverkehr – U-Bahn – U2: Bis 12.3.2026 hält die Linie in Richtung S+U Pankow nicht am U Senefelderplatz.
S-Bahn – S3, S5, S7 und S9: Von 22 bis 1.30 Uhr fährt zwischen Tiergarten und Charlottenburg nur die Linie S9 im 20-Minutentakt.
Regionalverkehr – RB22: Von 22.15-5 Uhr fallen mehrere Züge zwischen Flughafen BER und Königs Wusterhausen aus oder werden umgeleitet.
Demonstration – Für heute sind 24 Demos angemeldet (Stand 8.10., 16.30 Uhr), u.a. „Mutterschutz für alle“: 50 Menschen, Verein Mutterschutz für alle, Platz der Republik 1 (8.30-17 Uhr)
„Weltmädchentag – Thema Frühverheiratung“: 20 Demonstrierende, Plan International Deutschland, Paul-Löbe-Allee (10-14 Uhr)
„Merz Autogipfel am 09.10.“: 50 Protestierende, Fridays for Future, Willy-Brandt-Straße 1 (12-14 Uhr)
„Gedenkkundgebung anlässlich des rechtsterroristischen Anschlags von Halle und Wiedersdorf am 9.10.2019“: 300 Menschen, Initiative Antisemitismus und Rassismus gemeinsam bekämpfen, Oranienplatz (17-20 Uhr)
„Wehr dich gegen die Wehrpflicht!“: 15 Teilnehmende, Kurt-Schumacher-Platz (17.45-18.45 Uhr)
Gericht – Zwei Männer müssen sich nach mutmaßlichen Dating-App-Fallen verantworten. Die 24- und 27-Jährigen sollen Kontakte zu Männern in Prag hergestellt haben, um diese in ihren Wohnungen mit K.-o.-Tropfen zu betäuben und auszurauben. Eines der Opfer habe für mehrere Stunden das Bewusstsein verloren und ein Nierenversagen erlitten (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A806).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Jutta Boergers, Sonderklasse-Seglerin, Lebenskünstlerin, Pressesprecherin vom Fecht-Club Grunewald e.V. (2001 bis 2016), weiterhin viel Glück und Erfolg wünscht Götz Gaertner“ / Marike Dommasch (19), Fußballspielerin, Abwehrspielerin bei Turbine Potsdam / Durs Grünbein (63), Schriftsteller, v.a. Lyrik, 2023 erschien sein Roman „Der Komet“, inspiriert vom Leben seiner Großmutter, Mitglied des Ordens „Pour le mérite“ für Wissenschaft und Künste in Berlin / PJ Harvey (56), britische Sängerin und Songschreiberin, spielte 2024 ein Konzert in der Zitadelle Spandau / Regula Lüscher (64), Architektin und Stadtplanerin, Senatsbaudirektorin von Berlin und Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen (2007-2021) / Laura Neugebauer (30), Politikerin (Grüne), MdA /„Happy Birthday, Martina Regina: Auf 66 Jahre blickst Du nun zurück, auf manche Sorgen, manches Glück. Man muss es einmal deutlich sagen: Hast viel geschafft in all den Jahren! Bist immer da, wenn man Dich braucht und jung geblieben bist Du auch. DU BIST EIN WUNDERBARER MENSCH. Deine Ziehtochter Claudia & Deine Princess von Thales genannt Lotti ♥️“ / Peter-Klaus Schuster (82), Kunsthistoriker, 1999-2008 Generaldirektor der Staatlichen Museen und Direktor der Nationalgalerie Berlin / Guillermo del Toro (61), mexikanischer Regisseur, Regie-Oscar für „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Else Adams-Rottländer, * 25. August 1939, verstorben am 19. September 2025 / Christel Wegeleben, * 23. November 1934, verstorben am 25. September 2025 / Gerhard Zernickow, * 15. Februar 1930, verstorben am 3. Oktober 2025
Stolperstein – Alice Zellner (*1912) zog nach der Scheidung ihrer Eltern mit ihrer Mutter nach Berlin. Sie brachte im Herbst 1941 eine kleine Tochter zur Welt: Gittel. Der Vater ist unbekannt. Sie arbeitete in einer Uniformfabrik, sehr wahrscheinlich war das Zwangsarbeit. Sie wurde am 16. Juni 1943 gemeinsam mit Gittel nach Theresienstadt deportiert, später noch nach Auschwitz. Beide wurden ermordet, als Todesdatum ist für Alice Zellner der 9. Oktober 1944 hinterlegt. An sie erinnert ein Stolperstein in der Ahornallee 10 in Charlottenburg.
Encore
In Spanien hatte man offenbar weniger Bedenken als in Berlin. Die Mittelmeerstadt Málaga hat im Jahr 2017 eine DNA-Datenbank für Hunde eingeführt, um die Haufen auf der Straße zu beseitigen (CP von Dienstag). Fazit: „Es zeigt sich eine wachsende Sensibilisierung bei den Bürgerinnen und Bürger“, sagt ein Sprecher des Stadtrats auf CP-Anfrage. Mehr als 50.000 Hunde seien seit der Einführung der Datenbank registriert worden – etwa 85 Prozent des geschätzten Hundebestands. Lassen die Besitzer ihre Tiere nicht im Censo Canino registrieren, droht ein Bußgeld von 217 Euro. Oder wie wir es nennen: 21 Jahre Parken in Berlin.
Sensibel recherchiert und getextet haben gestern Margarethe Gallersdörfer, Sönke Matschurek, Christoph Papenhausen und Valentin Petri. Das Stadtleben hat Antje Scherer registriert, Jaqueline Frank morgens einmal durchgewischt (Produktion). Morgen begrüßen Sie hier Margarethe Gallersdörfer und Sönke Matschurek.
Bis bald