Berlins Schulen bleiben marode. Die Bezirke haben in den vergangenen zwei Jahren knapp ein Drittel der bewilligten Gelder für Schulbau und -sanierung nicht ausgegeben. Das zeigt eine Übersicht aus der Bildungsverwaltung, die dem Tagesspiegel exklusiv vorliegt. Rund 400 Schulen mit insgesamt etwa 600 Baumaßnahmen sind demnach betroffen. Die Gründe: fehlende Personalkapazitäten, zu späte Bewilligungen der Fördermittel, Lieferschwierigkeiten bei bestellten Materialien, Bauverzögerungen – und ausbleibende Angebote bei Ausschreibungen. Es kommentiert die Bildungsverwaltung: „Die in den Jahren 2018 und 2019 gesammelten Erfahrungen bestätigen den Senat in der inhaltlichen und organisatorischen Ausrichtung der Schulbauoffensive. Angesichts der Entwicklung der Schülerzahlen und des baulichen Zustandes der Berliner Schulen bedarf es jedoch weiterer Bemühungen zur Beschleunigung der Bau- und Planungsprozesse (…).“ Sie waren stets bemüht… Versetzung gefährdet.
Wer wissen will, welcher Bezirk wie viele seiner Mittel für Schulbau und -sanierung ausgeschöpft hat, ein Überblick: Charlottenburg Wilmersdorf: 101,8 Prozent (2018), 95,7 Prozent (2019); Friedrichshain-Kreuzberg 44,8 Prozent (2018), 64,2 (2019); Lichtenberg 75,6 Prozent (2018), 65,9 Prozent (2019); Marzahn-Hellersdorf: 58,3 Prozent (2018), 107 Prozent (2019); Mitte 45,7 Prozent (2018), k.A. (2019); Neukölln 51 Prozent (2018), 41,9 Prozent (2019); Pankow 51,5 Prozent (2018), 19,5 Prozent (2019); Reinickendorf 63 Prozent (2018), 50,2 Prozent (2019); Spandau 87,3 Prozent (2018), 54,9 Prozent 2019; Steglitz-Zehlendorf 53,8 Prozent (2018), 61,3 Prozent (2019); Tempelhof-Schöneberg 89,4 Prozent (2018), 44,7 Prozent (2019); Treptow-Köpenick 64,6 Prozent (2018), 85,8 Prozent (2019).
Der Coronavirus breitet sich weiter aus. Mehr als 14.000 Menschen haben sich infiziert, mindestens 304 sind an der Lungenkrankheit gestorben. Was sich leider auch breit macht: Stigmatisierung und Vorurteile. „Wenn Asiaten niesen, sucht ihr das Weite“, schreibt Tagesspiegel-Kollege Marvin Ku über seine Erfahrungen hier in Berlin. „Doch einfach alle Chinesen zu meiden, nicht mehr chinesisch Essen zu gehen, keine Pakete aus China zu bestellen, ist weder Heilmittel noch Prävention. Nicht jeder, der vermeintlich chinesisch aussieht, ist Chinese. Nicht jede Chinesin war in letzter Zeit in China. Nicht jeder Chinese, der tatsächlich dort war, ist vollgepumpt mit Viren.“ Der beste Schutz gegen das Virus ist immer noch Händewaschen und Sensibilität. Praktisch, dass letzteres auch gegen Rassismus hilft.
Die Polizeimeldungen vom Wochenende: Zwei Frauen sollen eine 23-jährige Chinesin rassistisch beleidigt, bespuckt, an den Haaren zu Boden gerissen, geschlagen und getreten haben +++ Auto der Familie des Neuköllner Stadtrats und Bezirksvizebürgermeisters Falko Liecke (CDU) in Brand gesetzt +++ Tausend Linksautonome bei Demonstration am Freitagabend – Polizisten und Autos mit Steinen beworfen +++ Mit Pyrotechnik und Spraydosen – Linke Szene versammelt sich am Sonnabend im Bergmannkiez +++
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Zubin Mehta, Mojca Erdmann und das Boulez Ensemble widmen sich auf der Suche nach den verlorenen Stimmen der Kindheit George Crumbs bahnbrechendem Ancient Voices of Children von 1970, einer experimentellen Vertonung von Gedichten Federico García Lorcas. Dem zur Seite gestellt wird eines des Schlüsselwerke der musikalischen Moderne, Schönbergs Kammersymphonie von 1906.
Mi, 12. Februar 2020, 19:30 Uhr, Pierre Boulez Saal
Steinwürfe, Farbschmierereien, eingeschlagene oder verklebte Türen und Fenster: Insgesamt 44 Mal wurden im vergangenen Jahr Wahlkreisbüros von Berliner Abgeordneten angegriffen. Besonders stark betroffen: die SPD (15 Mal). Jeweils sieben Attacken gab es auf Räumlichkeiten von AfD, CDU und Linkspartei, fünf auf die der Grünen. Dazu kommen 162 Anzeigen von Amts- und Mandatsträgern aufgrund von Beleidigungen und Bedrohungen – und die kurze, aber wichtige Erinnerung: Wir leben in einer Demokratie. Argumente sind hier die schärfsten Waffen – und sollten die einzigen bleiben.
„Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, der Nazi macht es andersrum!“ Vier Jahre lang haben drei Beamte des Berliner Landeskriminalamt gegen die sogenannten Adbuster der Gruppe „Dies Irae“ ermittelt, die stadtweit Werbeplakate austauscht und überklebt (Q: Anfrage Niklas Schrader, MdA Linke). Jetzt steht fest: Das Verfahren („besonders schwererer Diebstahl“) ist „endgültig eingestellt“. Der Angeklagte hat die 120 Stunden gemeinnützige Arbeit, auf die man sich vor Gericht geeinigt hat, geleistet.
Werfen wir einen kurzen Blick nach Frankreich: Knapp zwei Monate vor den Pariser Kommunalwahlen tritt Bürgermeisterin Anne Hidalgo (Parti Socialiste) ins Pedal und rückt das Fahrrad endgültig ins Zentrum ihres Wahlkampfs. „Als praktisches, ökologisches und wirtschaftliches Transportmittel können wir Paris eine ruhigere, grünere und angenehmere Zukunft ermöglichen“, schreibt sie und verspricht eine 100 % fahrradfreundliche Stadt bis 2024. Unter anderem geplant sind: mehr Radwege, mindestens eine Fahrrad-/Fußgängerstraße pro Bezirk, ein Netz aus begrünten Fahrrad- /Fußgängerstraßen, die Paris mit den Nachbargemeinden verbinden, 100.000 neue Fahrradparkplätze, die Durchsetzung der Straßenverkehrsordnung (die den am stärksten gefährdeten Personen, Fußgängern und Radfahrern Vorrang einräumt), Präventionskampagnen, Werbekampagnen (Fahrradtourismus!) und die Förderung von Fahrradkursen ab dem Schulalter. Kostenpunkt: 26 Euro pro Einwohner pro Jahr (350 Millionen Euro in sechs Jahren). Das ist es ihr wert.
Und Berlin? Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) kommentiert auf Checkpoint-Anfrage: „Sehr viele Metropolen weltweit bauen ihre Infrastruktur umwelt- und klimafreundlich sowie sicher für alle Verkehrsteilnehmer*innen um. Dazu gehört elementar eine neu ausgebaute, attraktive, sichere Radinfrastruktur. Berlin geht mit seinen Plänen für geschützte Radwege, Radschnellverbindungen, Fahrradparkhäuser und ein neues Radverkehrsnetz einen vergleichbaren Weg wie Paris. Richtig ist aber auch, dass die Verwaltungsstrukturen in Paris und in Berlin sehr unterschiedlich sind.“ Paris wird zentral regiert, Berlin, ähm, nicht.
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Geliebt, gefeiert, vergessen? 2017 hat das Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen, die Clubkultur in neuen Stadtquartieren explizit zu berücksichtigen. Geklappt hat das, wie sich heute zeigt, eher mäßig. Allein in zwei von 14 Quartieren wurden potentielle (Frei-)Räume mitgeplant: im Schumacher Quartier und der Wasserstadt Oberhavel (Q: Anfrage Georg Kössler, MdA Grüne). Kössler kommentiert: „Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ignoriert den Willen des Parlaments und muss schleunigst nachsteuern. Neue Stadtquartiere können bedrohten Clubs ein neues Zuhause bieten. Ich erwarte von Katrin Lompscher, dass sie der Clubkultur mehr Relevanz beimisst. Sonst werden wir uns Jahrzehnte über diese verpasste Chance ärgern.“ Und dann lässt sich der Ärger nicht mal wegtanzen.
Herzlichen Glückwunsch an alle. Das Jahr schenkt uns in diesem Monat einen Tag mehr – praktischerweise gleich einen Samstag (den 29. Februar 2020). Eine gute Gelegenheit, sich was Schönes für den Tag vorzunehmen. Günter Hänsel, 26, Vikar aus Frohnau zum Beispiel will ein bisschen Ruhe in den hektischen Berlinalltag bringen und eine ökumenische Mediationsaktion starten (im aktuellen Reinickendorf-Newsletter). Ideen und Wünsche, was man in dieser Stadt außerdem mit so einem Extratag anstellen könnte, sammeln wir via Mail: checkpoint@tagesspiegel.de.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Berliner Novum: Am 23. April verhandelt das Bundesarbeitsgericht erstmals über das Neutralitätsgesetz mit seinem Kopftuchverbot für Lehrerinnen. Konkret geht es um die von der Bildungsverwaltung abgelehnte Bewerbung einer studierten Informatikerin. Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hatte ihr eine Entschädigung von eineinhalb Monatsgehältern zugesprochen – begründet durch den Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Jetzt die Revision.
Berliner Wahnsinn: Der Senat hat seinen eigenen Mindestlohn unterboten. Obwohl sich R2G längst darauf geeinigt hat, dass niemand mehr für weniger als 12,50 Euro pro Stunde für das Land arbeiten soll, sind für den neuen Caterer der Berliner Schulen nur neun Euro brutto vorgesehen. Die Ausschreibung mit den falschen Angaben ist raus – und lässt sich nicht mehr ändern. Das ist nicht nur wenig clever, sondern auch weniger als der bundesweite Mindestlohn.
Zwölf Fragen hat Marcel Luthe (FDP) dem Senat gestellt, um herauszufinden, ob es sich bei der Linken um eine extremistische Partei handelt. Verweis auf den Verfassungsschutz: nein.
Die Vergangenheit ruht selten. Jetzt kommt raus: Holger Friedrich, Verleger der Berliner Zeitung, soll zu DDR-Zeiten eine Kollegin bezichtigt haben, den Staat illegal verlassen zu wollen (Q: Welt am Sonntag). Zu dem Vorwurf wiederum sagt er nichts.
Kollege Hannes Heine hat einen Vater aus dem libanesischen Omeirat-Clan getroffen. Die Grenzen zwischen Bösen, Weniger-Bösen und Fast-Guten, sagt der, seien auch in arabischen Clans fließend. Sein Wunsch nach 25 Jahren Kriminalität: ein legaler Job und erfolgreiche Kinder. Die ganze Geschichte lesen Sie hier.
Berlin hat ein Raserproblem. Die Zahl der polizeilich erfassten illegalen Autorennen ist im vergangenen Jahr um knapp 30 Prozent auf 360 gestiegen. Dass dabei kein Mensch getötet wurde: reines Glück.
„Ich hab grad in der Tram ein Ticket ohne Daten bekommen“, schreibt Jörg R. in einer öffentlichen Berlin-Facebookgruppe und fragt: Zählt das als Schwarzfahren? Datum: 00.00.00 // Uhrzeit 00:00 // Preis 2,90 Euro. Wir geben die Frage an dieser Stelle gerne mal weiter.
Betriebsstörungsbingo! Der ICE 93 von Berlin nach Wien war zum Ferienstart „nicht zu spät, sondern wegen Bauarbeiten bereits 90 Minuten früher abgefahren“. Der Vollständigkeit halber: Später ist der Zug liegengeblieben. Auch Chaos muss schließlich seine Ordnung haben.
„Bezirke geben das Nein-Wort“, schreibt die Berliner Zeitung. Obwohl viele BerlinerInnen gerne an markanten Daten (02.02.2020 /20.02.2020 / 22.02.2020 / 29.02.2020) heiraten würden, bieten viele Standesämter an den besagten Tagen keine Termine an.
Schönes Gedankenspiel auf Twitter: „Ich schenke euch in 5 Städten weltweit eurer Wahl eine Wohnung. Welche Städte wählt ihr?“ Antwort eines Berliners: Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Neukölln, Friedrichhain und Pankow.
„Der Berliner Mietendeckel ist aus unserer Sicht verfassungswidrig und schießt weit über das Ziel hinaus“, sagt Bundesinnenminister Horst Seehofer. „Solche Maßnahmen werden nach meiner Überzeugung Investoren vertreiben, sowohl im Bestand als auch im Neubau.“ (Q: Welt am Sonntag)
Union Berlin: Marcel Hartel ist Torschütze des Jahres 2019. Sein Fallrückzieher im Trikot des 1. FC Union Berlin gegen den 1. FC Köln wurde von den Sportschau-Zuschauern mit den meisten Stimmen gewählt.
Hertha BSC: Der Verein „ist alleine deswegen hip & cool & swaggy“, weil Leute in Lounge-Möbeln und unter einem Heizpilz sitzend/liegend die Heimspiele verfolgen können“, schreibt Reporter Arne Steinberg – und ich lasse das hier jetzt einfach mal so stehen.
Union Berlin vs. Hertha BSC: Im Bundesligatabellenvergleich liegen die Köpenicker aktuell vorne – und zwar um genau ein Tor bei gleichem Punktestand.
Zum Schluss Jobs! Das Bezirksamt Lichtenberg sucht einen Vollzeitmitarbeiter in der Inspektion Baum (m/w/d) (Gehobener Dienst). Vorausgesetzt wird eine selbstständige zielorientierte Arbeitsweise, Belastbarkeit und Entscheidungsfähigkeit sowie Leistungsfähigkeit – befristet bis zum 31.12.2021. Eine unbefristete Stelle als Reviergärtnerin (m/w/d) vergibt das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Im Prinzip funktioniert das Leben doch überall gleich.“
Axel Schloffer hat es sich zur Aufgabe gemacht, mehr als 130 Berlins weltweit zu besuchen.
Tweet des Tages
Eltern sein stelle ich mir so vor: Man versucht 12-13 Jahre lang herauszufinden, wer dieser Mensch ist, dann kommt die Pubertät und es war alles umsonst und mit 19 zieht das Kind dann aus mit den Worten ‚macht euch keine Sorgen, es ist doch nur Berlin und nicht das Ende der Welt‘.
Stadtleben
Essen & Trinken – Karierte Tischdecken und flimmernde Kerzenleuchter sind ein Muss, sobald ein italienisches Restaurant sich als „authentisch“ bezeichnet. Die notwendige Bedingung hat die Osteria Ribaltone am Viktoria-Luise-Platz in Schöneberg also schon mal erfüllt. Dem Interieur nach zu urteilen, sind die Besitzer begeisterte Motorsportfans, aber auch der gute Vino hat einen prominenten Platz in einem deckenhohen Wandschrank. Der passt, sobald er im Glas an den Tisch serviert wird, im besten Fall perfekt zu den norditalienischen Köstlichkeiten wie warmem Carpaccio und selbstgemachter Trüffelpasta. Checkpoint-Tipp: Die Küche in der Motzstraße 54 wird nicht nur von Leuten aus dem Kiez geschätzt – eine Reservierung ist daher zu empfehlen. Tägl. ab 17 Uhr, Motzstraße 54
Berlinbesuch – Die Komische Oper schwingt sich auf vier Räder und kommt heute Nachmittag (13-16 Uhr) zu Besuch in den Mühlenkiez. Schon zum zweiten Mal macht der Kleinbus „Operndolmuş" des Musikhauses in Mitte halt in der KulturMarktHalle in der Hanns-Eisler-Straße 93 (S-Bhf Greifswalder Straße), diesmal aber mit neuem Programm. Das Musiker*innen- und Schauspieler*innenteam „Selam Opera!“ hat ein Stück entwickelt, dass sich mit der Frage nach Heimat aus der Perspektive von Gastarbeiterfamilien beschäftigt. Es ist ein Stück über Ratlosigkeit, Ausgrenzung, Ruhelosigkeit – aber auch über das Willkommen-Sein. Der Eintritt ist frei.
Geschenk für politisch Interessierte und Digital-Nerds: Die Autobiografie von Whistleblower Edward Snowden, sofern das Geburtstagskind den gut 430 Seiten langen Wälzer nicht schon verschlungen hat, dürfte es aufgerüttelt ins neue Lebensjahr starten lassen. Literaturkritiker Denis Scheck kommentierte „Permanent Records“ (S. Fischer, 22 Euro) im Tagesspiegel folgendermaßen: Eine „Lektüre, die daran erinnert, dass Menschenrechte auch im virtuellen Raum erkämpft werden müssen: ‚Es rettet uns kein höh'res Wesen, / kein Gott, kein Kaiser noch Tribun / Uns aus dem Elend zu erlösen / können wir nur selber tun!‘“
Last-Minute-Verlosung – Besenstiele, Autofelgen, Einkaufswägen: Klingt nach Schrottplatz, ist aber Klangkunst. Die Perkussion-Gruppe „Stomp“ versteht es, aus Alltagsgegenständen Instrumente zu machen und auf kreative Art und Weise pulsierende Beats und lebendige Rhythmen zu erzeugen. So auch wieder am Mittwoch um 20 Uhr im Admiralspalast (Friedrichstraße 101, S/U-Bhf Friedrichstraße) – und wir verlosen für die Klangperformance 2 Tickets (bis 12 Uhr).
Last-Minute-Konzert – Monatelang saßen rund 20 Studierende der SRH Hochschule der populären Künste zusammen und haben getüftelt, musiziert und experimentiert. Herausgekommen ist dabei eine Performance in vier Akten, die – wie die Projektgruppe sagen würde – immersiv und atmosphärisch geworden ist. Das „Electric Live Orchestra“ startet um 20 Uhr in der Lounge (6. Stock) der Potsdamer Straße 188 (U-Bhf Kleistpark). Der Eintritt ist frei.
Noch hingehen ins Deutsche Theater, wo noch zwei Mal „Biografie: Ein Spiel“ von Max Frisch aufgeführt wird. Es handelt von Hannes Kürmann, dem die Gelegenheit geboten wird, die Zeit zurückzudrehen und von Neuem anzufangen. Dabei versucht er mit aller Kraft zu vermeiden, seine jetzige Frau kennenzulernen. Doch ob das wirklich die richtige Entscheidung ist? Für die Vorstellung am 15. Februar (20 Uhr) gibt es noch einige Karten ab 19 Euro. Der Vorverkauf für März startet am 10. Februar, dann können Sie sich auch Karten für die letzte Aufführung am 14. März (20.30 Uhr) sichern. Schumannstraße 13, U-Bhf Oranienburger Tor
Maria Kotsev wünscht Ihnen einen guten Start in die Woche!
Berlin heute
Verkehr – Hermannplatz / Karl-Marx-Straße (Neukölln): Ab dem Morgen bis Donnerstag sind abwechselnd nicht alle Fahrstreifen befahrbar.
Kurfürstendamm / Joachimsthaler Straße (Charlottenburg): Ab 12 Uhr werden im gesamten Kreuzungsbereich Fahrstreifen vereinzelt gesperrt (bis Ende März).
Hauptstraße (Rummelsburg): Ab 8.30 Uhr beginnen in Richtung Ostkreuz Bauarbeiten, weshalb die Straße vor der Saganer Straße bis Mitte Februar auf eine Spur verengt ist.
Seestraße (Wedding): Am Morgen beginnen an der Kreuzung Müllerstraße in Richtung A100 Bauarbeiten, weshalb die Fahrbahn bis Mitte Februar auf eine Geradeausspur verengt ist.
Heerstraße (Westend): Stadteinwärts in der Zufahrt zum Theodor-Heuss-Platz ist die Fahrbahn auf zwei Streifen verengt (bis Mittwoch).
Lipschitzallee (Britz): Bis Ende Februar im Bereich der Kreuzung Fritz-Erler-Allee in beiden Richtungen gesperrt. Der Fuß- und Radverkehr ist nicht betroffen.
Max-Schmeling-Halle (Prenzlauer Berg): Weil die US-amerikanische Metal-Band „Five Finger Death Punch“ ihre Fans zudröhnt, kommt es ab ca. 18 Uhr im Bereich Schönhauser Allee, Gleimstraße und Eberswalder Straße zu Staus.
A100 / A111: In Richtung Neukölln zwischen Heckerdamm und Spandauer Damm sperrt (22-5 Uhr). Im Anschluss wird der linke Fahrstreifen zwischen Heckerdamm (A111) und Spandauer Damm (A100) gesperrt, der Verkehr wird dann einspurig von der A111 auf die A100 geleitet. Außerdem gibt es auf der A100 zwischen Siemensdamm und Spandauer Damm nur zwei statt drei Spuren und die Einfahrten Heckerdamm und Siemensdamm bleiben gesperrt.
U-Bahn: Die Züge der U9 halten für die finale Umbauphase des U-Bahnhofs Birkenstraße in Richtung Rathaus Steglitz nicht in der Birkenstraße (bis 27. Februar).
S-Bahn: Auf den Linien S75, S7 und S5 besteht ab 4 Uhr (bis nächsten Montag, 1.30 Uhr) zwischen Lichtenberg und Wuhletal bzw. Springpfuhl Ersatzverkehr mit Bussen.
Demonstration – Greenpeace organisiert von 9-12 Uhr eine Demo mit 15 Teilnehmenden unter dem Motto „Nachhaltige Landwirtschaftspolitik und faire Preise für Landwirt*innen“ in der Willy-Brandt-Straße / Otto-von-Bismarck-Allee. Und für die „Nicht-Anerkennung der iranischen Botschaft – Andenken an das iranische Volk“ stehen 50 Personen durchgängig bis zum 11. Februar in der Podbielskiallee.
Zu Gast ist der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz.
Gericht – Ein 40-Jähriger kommt wegen Drogenhandels auf die Anklagebank. In der Wohnung des Mannes habe die Polizei kiloweise Rauschgift sowie Streckmittel und Handelserlöse in Höhe von rund 127.000 Euro sichergestellt (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 455).
Universität – An der FU findet um 18 Uhr anlässlich des 13. Berliner Europa-Dialogs die Podiumsdiskussion „Die EU - strategischer Akteur oder Spielball?“ statt. Der Eintritt ist frei. Henry-Ford-Bau, Hörsaal A, Garystraße 35, U-Bhf Freie Universität
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Alex Bohlig (50), „Lebenskünstlerin, Alles Gute zum Geburtstag und für das nächste halbe Jahrhundert!“ / Harald Christ (48), ehem. Vorstand der Ergo-Versicherung, ehem. SPD-Beauftragter für Mittelstandspolitik und Gründer und Geschäftsführer der Christ & Company Consulting GmbH / Ulrich Karger (63), Schriftsteller und Religionslehrer / „Frau Lausebauz jede Menge Glück und Gesundheit zum 53.“ / Laurenz Schreiner, „Berlin grüßt München! Lass es dir gut gehen“ / Markus Schulz (45), DJ und Musikproduzent / Hans-Jochen Vogel (94), ehem. Regierender Bürgermeister von West-Berlin (1981) und ehem. Bundesparteivorsitzender der SPD (1987-91) / Rainer Wittkamp (64), „Schriftsteller und Regisseur .... bester Nachbar!“ / „Für Achim in Athen beste Glückwünsche von Carmen u. Flora“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Michael Eiler, * 7. Februar 1950 / Dorothea Gillwald-Theunissen, * 17. Februar 1942 / Dr. Rainer Godel, * 14. Februar 1942 / Claudia Nickel, Mitarbeiterin bei der Parexel International GmbH / Hans-Joachim Oberbach, * 4. September 1934
Stolperstein – Manfred-von-Richthofen-Straße 221 (früher: Hohenzollernkorso 38a), Tempelhof: Hier lebte Dr. Helmuth Klotz (Jhg. 1894) seit 1933 mit seiner Ehefrau Marie von Bechthold und seinen zwei Söhnen aus erster Ehe. Zu der Zeit war Klotz schon Gegner des nationalsozialistischen Regimes geworden – das war jedoch nicht immer so. Im Ersten Weltkrieg wurde er als Marineflieger eingesetzt, beendete seinen Dienst als Oberleutnant zur See. 1921 trat er in die NSDAP ein, zwei Jahre später, am 9. November 1923, war er an der Seite Hitlers an dessen Putschversuch in München beteiligt. Daraufhin wurde Klotz verhaftet und muss während seiner Haftzeit seine politische Einstellung grundlegend geändert haben. Er wurde Gegner des Nationalsozialismus, 1924 schloss die NSDAP ihn aus. Klotz trat daraufhin in die SPD ein, war von 1930 bis 1933 Herausgeber der „Antifaschistischen Presse-Korrespondenz“. Am 15. März 1933 flüchtete die Familie über Prag nach Paris. Dort wurde Klotz nach dem Einmarsch der deutschen Truppen am 8. Juli 1940 verhaftet und ins KZ Sachsenhausen verschleppt. Wegen Hoch- und Landesverrats richteten die Nazis ihn heute vor 77 Jahren in Berlin-Plötzensee hin.
Encore
Nach 23 Jahren ist Schluss. Das Internationale Berliner Bierfestival findet in Zukunft nicht mehr statt, die Macher haben sich „nach sorgfältiger Prüfung aller relevanten Fakten“ gegen ein Weiter so entschieden – die Kosten seien zu hoch. „Wir bedauern diese Entscheidung sehr und möchten uns von Herzen für 23 Jahre Treue, Freude und Unterstützung bei euch bedanken“ , heißt es in der Mitteilung. Auf immerhin 4,5 von 5 Sternen hat es das Festival in all den Jahren mit 843 Google-Rezensionen geschafft (das sind mehr als für den Fernsehturm und Mustafa’s Gemüsekebap). Ein Abschied in zehn Bewertungen:
„Echt eine geile Sache und mal was ganz anderes.“ (Christian H.)
„So viel Bier. SO VIEL BIER.“ (Maximilian Knauerhase)
„Ich wollte um ihnen eine ausführliche Rezension des Bierfestivals zu ermöglichen einfach alles einmal ausprobieren. Nach 14 Bier konnte ich dann leider kaum noch grade laufen und nach weiteren 8 oder 9 (sagte meiner Frau ich trinke mit nem Kumpel 2-3 Bierchen, also um die 18 zu viel ...) ließ mich mein Gedächtnis leider im Stich. (…) Ich schätze es war alles in Ordnung, ich werde meine Rezension nächstes Jahr ergänzen und es noch einmal probieren.“ (Ricardo B.)
„Auch für jemandem der kein bier trinkt, ein super Erlebnis.“ (Joerg H.)
„Eigentlich müsste ich mindestens sechs Sterne vergeben.“ (Carsten H.)
„Wurde von Stand zu stand besser....“ (Thomas F.)
„Immer wieder einen Besuch wert. Wer Bier liebt, wird den größten Biergarten Deutschlands lieben. Wir haben hier bereits Kindergeburtstage, Geburten oder einfach nur tolle Abende gefeiert und sind immer wieder auf unbekannte Bierspezialitäten aus aller Welt gestoßen. (…)“ (Gabriel H.)
„Schaulaufen der schrägen Leute. Wenn Hitze und Alkohol sich paaren, kommt meist ziemlicher Unfug raus. Umso später man dazu stösst, desto absuder wird das Schauspiel. Absolut empfehlenswert!“ (Marco W.)
„Wir fahren JEDES Jahr über 800 Kilometer um am Bierfestival teilzunehmen... Und. Wir kommen wieder weil es einfach klasse ist.“ (Michi S.)
„Als Einheimischer das schönste Straßenfest in Friedrichshain. Viele Berliner vor allem am Freitag und Sonntag.“ (Patrick)
„Einfach das geilste Event der Stadt! Bier aus allen Ländern der Welt. Und mit dem Probierkrug auch bezahlbar.“ (Andreas R.)
Zum Abschied sagen wir prostend Servus.
Das ein oder andere Highlight hat Berlin vermutlich trotzdem noch zu bieten. Morgen hier: Anke Myrrhe. Machen Sie’s gut!