guten Rutsch auch in diesen Tag! Hoffen wir, dass Berlin nicht noch mehr ins Rutschen gerät. Gestern fiel der Hauptstadt zwar kein Zacken aus der Krone, dafür purzelten eine Menge Zapfen von der Spitze – das Areal rund um den Fernsehturm musste wegen herabfallender Eisstücke weiträumig abgesperrt werden.
Immerhin nahmen fast alle Straßenbahnen wieder ihren Betrieb auf, Stadtteile wie Niederschönhausen oder Teile von Marzahn und Köpenick wurden wieder ans innerstädtische Leben angebunden. Mahlsdorf und Buchholz blieben aber auch am Dienstagabend mit Eis-, aber ohne Gleisanschluss.
Selbst die Anzeige der Störungen war gestern gestört. „Die Fahrgastinformation bei vielen Verkehrsunternehmen, wie auch bei der BVG, ist bundesweit beeinträchtigt“, räumten die Verkehrsbetriebe auf Checkpoint-Nachfrage zur vereisten BVG-App ein. Dies hänge mit der „außergewöhnlichen Anzahl an Meldungen zusammen, die die IT-Systeme des externen Dienstleisters an ihre Leistungsgrenzen bringt“. Wer hätte das gedacht? Auch die Handy-App der BVG wird offenbar per Oberleitung versorgt.
Immerhin die S-Bahn hatte einen anderen Grund auszufallen. Zwischen Zehlendorf und Schlachtensee war am späten Abend die Linie S1 unterbrochen. Der Grund: „Tiere auf der Strecke“. Wahrscheinlich Eisbären.
Auf den Bürgersteigen dürfte das Schlittern noch die gesamte Woche weitergehen – zumindest von jenen, die sich angesichts des anhaltenden Dauerfrostes noch auf die nur mäßig geräumten Gehwege trauen. Roland Stimpel vom Fußgängerverband FUSS e.V. fühlt sich inzwischen an Faust erinnert: „Vom Greise befreit sind Straßen und Wege.“ Der alte Winter, in seiner Schwäche, zieht sich noch lange nicht in raue Berge zurück.