ach, Du Fröhliche. Sie dachten, Sie hätten Last Christmas gerade hinter sich? Sorry, alle Jahre wieder: Ab heute dürfen Sie auch von höchster Stelle abgesegnet besinnlich sein. Auch wenn die Nächte in Berlin selten still sind: Machen Sie das Beste draus!
In der großen Weihnachtsbäckerei helfen die bewährten Berliner Eigenschaften Gelassenheit und soziale Interaktion: Erwartungen klären, mit dem Rest vom Fest abgleichen (Ehrlichkeit davor erspart viel Frust dabei und danach); Geschenkefrage stellen (wer mit wem und wenn ja wie viele); ansonsten: Ohren zuhalten (gilt für Prahlerei von Organisationstalenten davor, Redseligkeit von Onkeln währenddessen und verklärte Erzählungen danach).
Alkohol soll ja manchmal helfen, allerdings kriegen bei klebrigem Gesöff schon jetzt die ersten wieder einen Schuss. In Tegel warfen am Wochenende maskierte Fahrradfahrer mit rosafarbenem Lack gefüllte Christbaumkugeln auf den Weihnachtsbasar vor der Justizvollzugsanstalt. Hätten sie gleich dabehalten können.
Apropos Alkohol: Wenn Sie wollen, beobachten wir Sie gern dabei (also beim Glühweintrinken, nicht beim Farbkram-Werfen). Die Kollegen der Berliner Wirtschaft besuchen in diesem Jahr Firmenweihnachtsfeiern, Bericht mit Glühweintassenskala (Ambiente, Stimmung, Chef-Reden… bitte kurz halten!) inklusive. Bewerbungen an: berlinerwirtschaft@tagesspiegel.de
Jetzt aber bitte den Kopf wieder klarkriegen, denn: Sollte der Termin zur Verkündung des Termins der verschobenen Flughafeneröffnung nicht noch verschoben werden (soll ja teilweise eher kurzfristig passieren), haben wir am Ende dieser Woche tatsächlich ein neues Datum. Am Freitag tagt der BER-Aufsichtsrat und dann will Chef-Flieger Engelbert Lütke Daldrup sich festlegen: auf einen Tag im Oktober 2020.
Heute fliegt Chef-Sprecher Hannes Hönemann die Presse noch mal durch den einst „modernsten Flughafen Europas“ (ist ein bisschen her), in der Einladung heißt es: „Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass bei diesem Termin ausschließlich Foto- und Fernsehaufnahmen des Gebäudes möglich sind und es keine Gelegenheit für Interviews geben wird.“ Hauptsache schöne Bilder. Aber keine Sorge, die (schlechten) Nachrichten liefern wir gratis dazu.
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Helfen Sie Flüchtlingskindern und ihren Familien
70,8 Millionen Menschen befinden sich weltweit auf der Flucht – so viele wie noch nie. Keiner von ihnen flieht freiwillig. Besonders Kinder leiden unter den oft traumatischen Erlebnissen. Sie haben es in der Hand: Schenken Sie Flüchtlingen Schutz mit Ihrer Spende!
Innensenator Geisel (SPD) hat derweil mal wieder Probleme mit seiner Auskunftspflicht, die einen reden zu wenig (Lagebild der Organisierten Kriminalität ist noch immer nicht fertig), die anderen zu viel. Im Streit um die geplante „Parkstadt“ in Karlshorst (Geisels Wahlkreis) hat der Leiter seines Abgeortnetenbüros Philipp Marten an die Gesamtelternvertretung der Karlshorster Schule geschrieben, sie möge sich doch vor der entscheidenden BVV-Sitzung an die AfD wenden (und Grüne und Linke), um sie „von der Bedeutung des Bauprojekts“ mit 1000 Wohnungen, einer Kita und einer Grundschule mit 432 Plätzen „in Kenntnis zu setzen“. Es kommentiert Andreas Geisel: „Am rechten Rand erodiert unser demokratisches Gemeinwesen. Es ist also unsere gemeinsame Pflicht, die Verfassung und ihre Grundwerte zu schützen. (...) Wir müssen die AfD demaskieren und ihre immer gleichen Muster von hetzen, diffamieren und relativieren sichtbar machen.“ (15.1.2019 zur Frage, ob die AfD zum Prüffall für den Verfassungsschutz werden soll). Dass der Innenausschuss heute im abhörsicheren Raum tagt, hat damit dem Vernehmen nach nichts zu tun.
Ach so: Die Parkstadt wurde beschlossen (mit AfD-Stimmen); Geisels Büroleiter hat nach eigener Aussage eigenmächtig gehandelt; Im Innenausschuss geht es heute um die Serie rechtsextremer Anschläge in Neukölln; und weitere Neuigkeiten aus Lichtenberg gibt es heute im Bezirksnewsletter von Paul Lufter.
Apropos schöne Bilder: Bei der Berliner Polizei suchen sie derweil die nächsten Superstars. Ob die auch auf der Weihnachtsfeier singen soll, ist nicht bekannt. Jedenfalls soll die derzeit acht Plakate der „Wir können Hauptstadt“-Kampagne erweitert werden. Intern werden gerade per Ausschreibung an alle Mitarbeiter weitere Sprüche für die Werbeaktion gesucht („Kann Akten, kann Fakten“, „Kann Früh, kann Späti“). Am 2. Dezember werden die drei am besten Könner/innen zum Fotoshooting geladen. Kann Model, kann Sudel. Kleiner Zusatzhinweis im Kleingedruckten: „PPr St IV 21 behält es sich vor, Einsendungen, die gegen allgemeingültige, sprachliche Umgangsformen verstoßen, von der Wahl auszuschließen.“ Soll ja durchaus mal vorgekommen sein zuletzt.
Ach, und falls Sie (nachdem wir Ihre Weihnachtsfeier besucht haben?) einen neuen Job brauchen: Die Polizei sucht derzeit wieder „Könnerinnen und Könner“.
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Das finden wir auch.
Wir wollen Berlin darin unterstützen, Wohnraum effektiv zu schützen. In Kooperation mit Hamburg funktioniert das bereits. Deshalb setzen wir uns gemeinsam mit den Gastgebern auf Airbnb für einen einfachen und digitalen Registrierungsprozess wie in Hamburg ein. Erfahre mehr: airbnb.com/das-finden-wir-auch
Der „Kurier“ hat am Wochenende mal wieder die Mauer aufgebaut. Eine Auswertung von Versicherern hat ergeben, dass im Westen deutlich mehr gestritten wird als im Osten. „Während von Grunewald bis Gesundbrunnen kräftig gezofft wird“, hieß es da, sei Marzahn-Hellersdorf „ein Hort der Harmonie“. Streitspitze: Gatow. Auf 100 Einwohner kommen hier 41 Rechtsstreitigkeiten. Kann an der Rechtschutzversicherung liegen, oder aber (wie die Versicherer vermuten) an den steigenden Miet- und Immobilienkosten.
Wer noch nicht gemerkt hat, dass da etwas aus den sanierten Badezimmerfugen geraten ist, bitteschön, zwei aktuelle Beispiele:
Das Ein-Zimmer-Wohnklo mit Klappbett für 450 Euro monatlich in Weißensee (CP von Samstag) hatten die Kollegen des Tagesspiegel-Innovation-Labs bereits im Frühjahr auf der Liste (Recherche zu möbliertem Wohnen), eine exklusive Führung der Vermieterin gibt es hier. Bitte unbedingt weitergucken bis zu den Doppelstockbetten: einzeln vermietet für müde 450 Euro im Monat.
In Schöneberg kriegt man für 100 Euro mehr eine ganze Wohnung, zwei Zimmer, Küche, Bad, Balkon, 3. Stock, Nähe Rathaus Schöneberg (allerdings an der vierspurigen Martin-Luther-Straße). Allerdings musste der Vermieter da die 1749 Interessenten auf der Straße mit Megafon in Kleingruppen einteilen. Dass die Abendschau anwesend war, ist sicher kein Zufall, dabei hatte der Vermieter durchaus Leute vorher aussortiert: zum Beispiel, wenn sie mehr als 5000 Euro netto verdienen. Im Fachjargon: Otto-Normal-Berliner.
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„Seit zwei Jahrzehnten ist er mein Held, mein Freund und mein Lehrer“, sagt Pianist Vijay Iyer über Trompeter Wadada Leo Smith. Zehn Jahre spielten die beiden Künstler gemeinsam in Smiths Golden Quartet und fanden dort ihre ganz eigene Dynamik als musikalisches Doppel. Nun sind Vijay Iyer & Wadada Leo Smith am Dienstag, 26. November zusammen im Pierre Boulez Saal zu erleben.
26.11., 19:30 Uhr, Pierre Boulez Saal
Aber um den Wohnungsmarkt kümmert sich ja jetzt die Linke. Die stellte auf dem Parteitag am Wochenende klar, dass der gedeckelte Weg in die Zukunft weist – warum auch nicht? Nach den Mieten- sollen nun auch die Bodenpreise gedeckelt werden – die Koalition signalisiert hier Zustimmung. Kurz mal im Koalitionsvertrag geblättert, Seite 21: „Für eine soziale und nachhaltige Bodennutzung und zur Begrenzung der Bodenspekulation wird die Koalition […] Entwicklungsgebiete für neue Wohnungsbaustandorte und zur Sicherung der sozialen und funktionalen Mischung ausweisen. Daneben wird die Koalition Maßnahmen auf Bundesebene initiieren, um der Bodenspekulation entgegenzutreten.“
Dafür soll der BBU nicht mehr gegen den Mietendeckel („Jetzt reicht’s Genossen! Mietendeckel stoppen!“) und das Volksbegehren „Deutsche Wohnen und Co enteignen“ Stimmung machen dürfen. Drohgebärde: sonst wird eben ein eigener Verband für die Landeseigenen gegründet. Das wiederum finden die Koalitionspartner weniger lustig. Eben noch mal nachgeschaut, aber doch: Meinungsfreiheit gilt auch für Wohnungsunternehmen.
Außerdem soll das Vorkaufsrecht ausgeweitet werden, was ja zuletzt vor allem in Friedrichshain-Kreuzberg größere Aufregung verursacht hat. Gestern haben etwa 60 Menschen demonstriert, die Genossenschaftsanteile der „Diese eG“ gekauft haben. „Versprechen nicht brechen“, stand auf den Plakaten, die „BZ“ zitiert eine junge Frau mit den Worten: „Wir haben unser Vermögen investiert und werden im Regen stehen gelassen.“ Es kommentiert „Diese eG“-Vorstand Werner Landwehr: Die „Diese eG steht unter Wasser, aber sie steht auch gut da“. Übersetzt heißt das: Blub.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Seit 25 Jahren will der Alex hoch hinaus. Und während die einen am Mittwoch den ersten Spaten stechen (Monarch, russischer Investor, Wohnturm direkt neben Alexa) muss der Bebauungsplan für den Hines-Turm erneuert werden. Wo er mal hinsollte, steht jetzt der Saturn. Von dieser Erkenntnis kann sich zwar niemand etwas kaufen, aber: Ein paar Meter weiter ist ein paar Meter weiter (und über einem U-Bahn-Tunnel). (Q: „Berliner Zeitung“)
Zeit für einen kleinen Tunnel-Block:
Kaum hat die BVG-Chefin Sigrid Nikutta ihren Abschied erklärt, spricht sie sich für die Verlängerung der U-Bahn aus, zum Beispiel der U1 bis zum Ostkreuz und der U2 bis Pankow-Kirche. (Q: „Morgenpost“) Müssen jetzt halt andere bezahlen.
Dabei wurdedas U-Bahn-Netz doch kürzlich erst ausgebaut. Was bei manchen Fahrgästen noch zu Verwirrung führt. Twitter Dialog: „Habe durchgehend 4G in der U2. Was ist passiert?“ Antwort BVG-Kampagne: „Sorry dafür. Wir versuchen, so schnell wie möglich wieder normale Verhältnisse herzustellen.“
Als ich heute Nacht gecheckt habe, ob die S-Bahn vom Anhalter Bahnhof mich noch (oder eher: schon wieder) nach Hause bringt, schlug mir die BVG vor, ich könne die 3,6 Kilometer doch auch mit dem Fahrrad fahren. 3,6 Kilometer, Fahrtzeit 14 Minuten (umsichtig sogar den Park vermeidend). Tolle Idee, liebe BVG, nur ist das Fahrrad gerade mal wieder geklaut worden. #WeilWirNichtSchieben
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Musik der Bekenntnisse
Kommenden Donnerstag können Sie beim DSO Berlin die Vierte Symphonie von Pjotr Tschaikowsky erleben. Unter der Leitung des finnischen Dirigenten Sakari Oramo erklingt dieses Meisterwerk von größter Ausdruckskraft, in dem Tschaikowsky seiner tiefen Verzweiflung angesichts schwerer Lebenskrisen künstlerischen Ausdruck verlieh. Wir verlosen 3x2 Karten. (Code: ORAMO)
Die neue Potsdamer Regierung arbeitet weiter daran, alte Versprechen rückgängig zu machen. Das Wissenschaftsministerium bleibt doch in Potsdam. Nach wochenlangem Streit hatte sich selbst Woidke (der die Umzugsidee einst mit der Linken als Teil seines „Lausitzplans“ vorgestellt hatte), nicht mehr getraut, das in den Koalitionsvertrag hinein zu verhandeln. Und grundsätzlich gilt: Nach der Wahl ist nach der Wahl.
Wo wir gerade bei der Wissenschaft sind: Berlin wirbt weiter zaghaft um Tesla, in der „Mopo“ sagt der TU-Präsident heute, wenn Tesla das (irgendwo in Berlin) geplante Zentrum für Design und Entwicklung in Charlottenburg ansiedeln würde, wäre das doch „ziemlich klug“. Klingt so, als hätte er studiert.
Erstaunlich eigentlich, dass sich Tesla nicht (oder nur ein bisschen) für Berlin entschieden hat. Auch in Steglitz-Zehlendorf hatte man sich offenbar bemüht. „Wir haben es nicht geschafft, Tesla nach Steglitz-Zehlendorf zu holen, dafür holen wir jetzt die Touristen zu uns“, sagt Michael Pawlik von der Wirtschaftsförderung des Bezirks. (Q: „Mopo“) Innovative Idee: Eine Werbekampagne auf der U3. Wenn das Elon Musk nicht beeindruckt.
Weniger begeistert ist Musk vermutlich, wenn er hört, dass der einzige Tesla-Taxi-Chauffeur der Stadt nach drei Jahren aufgebeben hat. (Q: „BZ“), Strompreis zu hoch, ohnehin kaum Ladesäulen und dann kam auch noch VW mit 1500 Mietgolfs zum Aufladen. Licht aus, Stecker raus. Es gibt noch viel zu tun.
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Friedrich-Ebert-Stiftung zeichnet Menschenrechts- und Umweltaktivistin aus Honduras aus: Miriam Miranda setzt sich für die Rechte der Garífuna sowie für die Bekämpfung der Klimakrise ein.
Für ihr mutiges Engagement erhält sie am 27. November den FES-Menschenrechtspreis. Hier finden Sie Informationen zur Veranstaltung und zur Anmeldung:
fes.de/menschenrechtspreis/
Falls jemand behauptet hat, Berlin könne keine Schilder aufstellen: Geht doch.
Hart, härter, Stahl. Für die einen ist er die Lösung, für die anderen das Problem: Während Neukölln die Zusammenarbeit mit dem Anti-Mobbing-Trainer Carsten Stahl eingestellt hat (auch die Bildungsverwaltung ist inzwischen zurückhaltend), hofiert ihn die CDU im Bundestag, Mario Czaja und Falko Liecke halten sogar ihr Gesicht für ihn hin (nur für Werbung, nicht für Schläge).
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Ein Hauch von Eleganz, joie de vivre und Jazz weht durch das Spiegelzelt, wenn diese besondere Künstlerin (BZ Kulturpreis und 5-fache Gewinnerin des Goldenen Vorhangs als beliebteste Schauspielerin Berlins) mit der Ausnahmestimme auf der Bühne zu erleben ist. Sinnlich und besinnlich stimmen Katharine Mehrling & Band ihr Publikum auf Dezember ein. Vom 10. - 22. Dezember in der
BAR JEDER VERNUNFT.
Apropos Schläge. Die Kurzmeldungen aus dem Fußball: Hertha geht in Augsburg unter und auf einer Fähre in Berlin wurden Gladbachfans mit Eiern und Fäkalien beworfen.
Eilmeldung +++ Olaf Scholz hat gute Chancen der nächste Vorsitzende der SPD zu werden +++ Das hat aber wohl weniger mit Inhalten zu tun (siehe auch „Tweet des Tages“), sondern damit, dass der Hashtag #Olaf auf Twitter gerade trendet. Noch so ein Weihnachtsphänomen (Start des Films Frozen 2).
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Print ist die Wertschätzung von morgen.“
Feuerwehrchef Karsten Homrighausen über die neue Mitarbeiterzeitung, die bald auf allen Wachen in gedruckter Form verteilt wird. Über diese und ähnlich revolutionäre Ideen hat er mit meiner Kollegin Helena Piontek geplaudert.
Ach, aber Homrighausen ist nicht der einzige, der an Print glaubt:
„Sie sind totale Zeitungsfanatiker“
Michael Maier, Ex-Chefredakteur und Neu-Herausgeber der „Berliner Zeitung“ im österreichischen „Standard“ über die neuen Verleger Silke und Holger Friedrich.
Tweet des Tages
Ich lese gerade viele Kommentare, die eine Frauenquote in der Politik ablehnen, weil allein Kompetenz das entscheidende Kriterium bleiben solle. Ich trockne meine Lachtränen mit einem Andi-Scheuer-Foto.
Antwort d. Red.: Die passende „Torte der Wahrheit“ (wie immer großartig) von Katja Berlin, gibt es hier.
Stadtleben
Essen – Shabnam Syed legte eine mittlerweile typische Karriere in der Berliner Gastroszene hin: Erst fuhr sie im Food-Truck zu ihren Gästen, machte in der Markthalle Neun, beim Bite Club und sogar beim Fusion Festival halt – seit Oktober können die Gäste zu ihr kommen. Im Mama Shabz in der Reichenberger Straße 61a serviert die Besitzerin pakistanische Küche, die ihre Mutter schon zu Hause auftischte. Abgeguckt hat Syed von ihr etwa Shalgam (scharfes Pastinaken-Curry), Ghiya Gosht mit Kürbis und Lamm oder traditionelles Linsen-Dhal. Persönlich und authentisch wirkt übrigens auch die Ladenfläche, die vor bunten Farben nur so strotzt – im Winter ein guter Ort, um sich zu wärmen und aufmuntern zu lassen. Mi-Fr 8-21 Uhr, Sa 11-17 Uhr, U-Bhf Görlitzer Bahnhof
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Trinken – King’s Teagarden ist Fachgeschäft und Degustation zugleich: Wer sagt, dass man nach dem Degustieren zwangsläufig betrunken sein muss? Statt Wein gibt’s am Kurfürstendamm 66 in Charlottenburg also vornehmlich Grün- und Schwarztees, aber auch aromatisierte Nuss- und Früchtetees. Hat man keinen im Tee, schmeckt man auch den Unterschied! Durchaus amüsant kann das Teetesten trotzdem werden: Die verschiedenen Sorten sind nach berühmten Persönlichkeiten benannt. Wie schmeckt wohl Rudolf Steiner oder die Kanzlerin? So, oder so ist die oberste Prämisse im Teagarden: „No teabags, please!" S-Bhf Savignyplatz, Mo-Sa 10-19 Uhr
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Der Tagesspiegel BERLINER #12 mit: Louis Motaal, Esra Gülmen, Steffi, Inan Batman, Nathan Williams, Shitshow, Mazen Rizk, Harry Sachs, Cemile Sahin, Billy Wagner, Cpt. Olf und Dr. Om
Am 30. November im Tagesspiegel
Berlinbesuch – Die großen Weihnachts- und Wintermärkte, wie der am Gendarmenmarkt, am Roten Rathaus, in der Kulturbrauerei und vor dem Schloss Charlottenburg, eröffnen heute ihre Würstchen- und Glühweinstände (zum Weihnachtsmarktplaner hier). Der Charlottenburger Weihnachtsmarkt stand wegen eines Konflikts um das Sicherheitskonzept bis vor Kurzem vor der Absage, wurde Ende Oktober aber doch genehmigt. So hat er auch in diesem Jahr hat neben den unverzichtbaren Schlemmereien und Schwipsgetränken ein tägliches Chor-Konzert mit Blech- und Holzbläser-Begleitung im Angebot. Zudem: Der Tagesspiegel steht wieder mit beheiztem (!) Zelt rechts vom Eingang mit exklusiven Produkten aus dem Tagesspiegel-Shop – so wären die Geschenkbesorgungen auch erledigt! Spandauer Damm 20-24, S-Bhf Westend, Mo-Do 14-22 Uhr, Fr-So 12-22 Uhr
Geschenk – Biohanf aus Brandenburg: Nur der kommt Berlin Delights in die braunen, cool bedruckten Altpapiertüten. Hanfprodukte sind längst ein Hype, zumal ständig betont wird, wie nährstoffreich und gesund die Pflanze ist, die lange nur mit berauschten Hippies und kiffenden Studenten assoziiert wurde. Natürlich enthält Nutzhanf kein THC, weshalb entsprechende Produkte oft als „Superfoods“ gelabelt werden. Dazu zählt sicher auch die CBD-Schokolade aus Schöneberg (vier Tafeln für 20 Euro) und der Bio-Hanf-Honig (ab 12,99 Euro), der in der Mosaik-Behindertenwerkstatt in Kreuzberg abgefüllt wird.
Karten gewinnen für die Verleihung der Urania-Medaille morgen Abend (19 Uhr): Sie ehrt besonderes Engagement für Berlin und die Stadtgesellschaft. Preisträgerin diesmal: Seyran Ateş. Sie ist Frauenrechtlerin und kämpft gegen „religiöse und traditionsgebundene Gewalt“ an Frauen, ist gleichzeitig Autorin und Rechtsanwältin mit eigener Kanzlei. Ateş hat außerdem die liberale Ibn Rushd-Goethe Moschee in Moabit, die einen progressiven und inklusiven Islam predigt, mitgegründet. Nach der Ehrung wird Ateş mit Bundespräsident Joachim Gauck und Ulrich Weigand, Direktor der Urania, über das Jahresthema des Hauses „Identität – Wer will ich sein? Wer darf ich werden?“ sprechen. Für die Medaillen-Verleihung am Dienstag verlosen wir 10x2 Tickets (bis 12 Uhr) – wer hat Interesse?
Last-Minute-Tickets für den Auftritt der Mezzosopranistin Cecilia Bartoli in der Berliner Philharmonie (20 Uhr) gibt's noch an der Abendkasse. Diesmal widmet sie sich ganz den virtuosen Gesangstücken des berühmten Kastraten Farinelli aus dem 18. Jahrhundert. Bartoli ist als Spezialistin für diese musikalische Epoche bekannt, passenderweise wird sie in der Herbert-von-Karajan-Straße 1 (S/U-Bhf Potsdamer Platz) vom Barockensemble Les Musiciens du Prince-Monaco begleitet. Karten kosten zwischen 35 und 98 Euro.
Noch hingehen – „No Photos on the dancefloor“ ist nicht nur ein ungeschriebenes Gesetz in der Berliner Clubszene, es ist auch der Grund, weshalb vom Sisyphos, dem Berghain, KaterBlau und KitKat-Club immer noch eine so große Faszination ausgeht. Deshalb hat die C/O Berlin auch ihre Fotoausstellung über die Geschichte der Berliner Clubszene seit dem Mauerfall so genannt. Sie ist nur noch bis Samstag in der Hardenbergstraße 22-24 (S/U-Bhf Zoologischer Garten) zu sehen – für 10 Euro Eintritt kommt jede*r rein, keine harte Tür, versprochen! Tägl. 11-20 Uhr
Das Stadtleben zum Wochenstart von: Maria Kotsev
Berlin heute
Verkehr – Auf der Invalidenstraße in Mitte ist bis Anfang Dezember in Richtung Chausseestraße Höhe Alexanderufer nur eine Spur frei. Und von jeweils 22 bis 5 Uhr ist in den Nächten bis Freitag die Invalidenstraße in Richtung Veteranenstraße vor der Chausseestraße gesperrt, letztere stadteinwärts zwischen Invalidenstraße und Schlegelstraße. Ebenfalls nur eine Spur gibt’s auf der Hansastraße (Weißensee) stadtauswärts in Höhe Giersstraße (ab 8 Uhr, bis Mitte Dezember), auf dem Blumberger Damm (Biesdorf) in Richtung Köpenicker Straße im Bereich der Zufahrt zum Unfallkrankenhaus (ab 8 Uhr, bis Freitag), sowie auf beiden Seiten der Bahnhofstraße in Blankenburg in Höhe des S-Bahnhofs Blankenburg (bis Freitag, 1 Uhr). Für eine Woche ist auf der Michael-Brückner-Straße in Niederschöneweide stadteinwärts in Höhe Sterndamm nur der linke Fahrstreifen befahrbar (ab 8 Uhr). Ab 17 Uhr wird auf der A10 in Richtung Spreeau zwischen den AS Königs Wusterhausen und Niederlehme bis 6 Uhr eine Nachtbaustelle eingerichtet, was zur Folge hat, dass nur ein verengter Fahrstreifen zur Verfügung steht. Auf der A100 wird bis zum 6. Dezember auch nachts gewerkelt: In Höhe Detmolder Straße gibt’s zwischen 22 und 5 Uhr Richtung Wedding nur zwei Spuren, in Richtung Neukölln nur eine. Die Einfahrt zur Detmolder Straße in Richtung Neukölln ist zudem gesperrt. Der Tunnel Tiergarten-Spreebogen in Moabit / Tiergarten ist in den Nächten bis Freitag (je 21 bis 5 Uhr) in Richtung Kreuzberg gesperrt. Die S-Bahn-Linien S3, S5, S7 und S9 sind in der Nacht von 22 bis 1.30 Uhr zwischen Friedrichstraße und Zoologischer Garten unterbrochen, es fährt ein Ersatzverkehr mit Bussen. Jeder zweite Zug der Regionallinie RE3 fällt von 9 bis 19 Uhr zwischen Eberswalde und Gesundbrunnen aus, zwischen Eberswalde und Bernau fahren zur Unterstützung Ersatzbusse. Die Linie RE7 fällt bis Mittwoch je zwischen 9 und 15 Uhr zwischen Berlin Wannsee und Berlin-Charlottenburg komplett aus, hier müssen Fahrgäste auf die Linie RE1 ausweichen.
Demonstration – Am Pariser Platz versammelt sich Terre des Femmes von 9.30-12.30 mit rund 40 Personen, um für „Frauenrechte in der Prostitution“ einzustehen. Die Tierschutzorganisation Peta demonstriert mit 5 Leuten (10.30-11.30 Uhr) vor der griechischen Botschaft auf dem Kurfürstendamm „gegen Eselreiten auf Santorin“. Außerdem organisiert sie von 12.45-14.30 Uhr gegenüber des Scandic Hotels in der Gabriele-Tergit-Promenade eine Kundgebung mit 12 Teilnehmenden unter dem Motto „TUI profitiert vom Leid der Orkas“. Anlässlich des „Internationalen Tags gegen Gewalt gegen Frauen“ findet mit 20 Personen ein „Straßentheater“ vor dem Topshop-Geschäft am Alexanderplatz 5 statt. Und vor der taz-Kantine in der Friedrichstraße 21 bereiten 60 Aktivist*innen „den nächsten Putsch in Venezuela“ vor (17.30-22 Uhr).
Gericht – Ein 67-Jähriger, der seinen Bruder in dessen Wohnung angegriffen und verletzt haben soll, kommt auf die Anklagebank. Der Mann gilt als psychisch krank. Die Staatsanwaltschaft strebt seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 739).
Universität – Darf Kunst auch Aktivismus sein? Sie muss es sogar, fand der im September dieses Jahres verstorbene, ungarische Schriftsteller György Konrád. Vor seinem Tod überließ der Holocaust-Überlebende sein literarisches Archiv der AdK. Dieses wird um 20 Uhr in der Akademie der Künste am Pariser Platz 4 bei der Veranstaltung „Autonomie des Geistes. Ein Abend für György Konrád“ zugänglich gemacht. Der Eintritt ist frei.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Eckhard Cordes (69), Wirtschaftsmanager, Aufsichtsratsvorsitzender des Baukonzerns Bilfinger SE / Frank Hill (62), Komponist und Gitarrist / Rosa von Praunheim (77), Filmregisseur und Autor / Ramona Rohnstock (37), „Pfarrerin in Epiphanien (Charlottenburg), Segenswünsche von Uwe, dem GKR, den Ehrenamtlichen und allen Mitarbeitenden.“ / „Monika und Bernd Sawade feiern am 25. November Ihre Geburtstage. Herzlichen Glückwunsch viel Gesundheit und Alles Gesundheit. Die Lichterfelder“ / Wolfgang Templin (71), Philosoph, Publizist und ehem. DDR-Bürgerrechtler
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Tobias Albrecht, * 12. Dezember 1977 / Dr. Herbert Walter Ernst, * 2. Mai 1939 / Maria Elisabeth Kohl, * 30. November 1935, Vereinsgründerin des Kinderträume e.V. / Prof. Dr. Volker Lühr, * 3. Mai 1937, ehem. Professor für Entwicklungssoziologie an der FU / Rainer Schütte, * 14. Mai 1947
Stolperstein – Otto-Nagel-Straße 19, Biesdorf: Hier lebte Jenny Cohn (Jhg. 1891) bis zu ihrer Deportation vom Sammellager in der Synagoge Levetzowstraße in Moabit nach Kowno / Kaunas am 17. November 1941. Heute vor 78 Jahren wurde Jenny Cohn dort Opfer der Massenerschießungen.
Encore
Zum Schluss lassen wir es noch einmal etwas weihnachten, nur echt mit der Frage: zu mir oder zu dir? Die Wahrheit liegt im Glühweintopf. Lesebühnenautor Paul Bokowski hat eine wichtige Botschaft (falls jemand eine Katrin aus Hildesheim kennt), bitte weiterleiten: „Schönen Gruß aus dem ICE Richtung Berlin. Falls mir eine KATRIN aus Hildesheim folgt. Deine Eltern Jürgen und Susanne finden es nicht so gut, dass du den 25. Dezember bei den Eltern deines Freundes Micha verbringst.
In diesem Sinne: vergnügliche Vorweihnachtszeit. Die weitere Vorbereitung übernimmt hier morgen Ann-Kathrin Hipp.