heute ist Freitag, der 13. Aber keine Sorge: Berlin hat für Sie auch nicht mehr Stolperfallen als sonst vorbereitet. Immerhin sind die Eisschollen geschmolzen, aus dem übriggebliebenen Split tanzen wir einfach weiter (Grüße nach Mailand).
Die Gäste sind ohnehin grauen Kummer gewohnt, zur Eröffnung der Berlinale begrüßte die Stadt gestern Abend die internationale Film-Elite mit strömendem Regen, im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz wurde das wie immer mit guter Laune und warmen Kaltgetränken heruntergespült. Hollywood-Glamour gab es dazu zwar nur in den historischen Filmsequenzen, dafür aber einen gefeierten Eröffnungsfilm der afghanischen Regisseurin und Hauptdarstellerin Shahrbanoo Sadat.
Und die Politik? Durfte diesmal lieber gar nicht sprechen nach den Eklats um den Nahost-Konflikt in den vergangenen Jahren. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (beide CDU) durften kurz in Publikum winken, am Potsdamer Platz wurden sie dafür immerhin höflich beklatscht, beim Public Viewing in der Uber Eats Arena wurde es etwas lauter. „Die Filme sollen doch im Vordergrund stehen“, rief Wegner (begleitet von seiner Partnerin und Schulsenatorin Katharina Günther-Wünsch) unserem Kollegen Robert Ide vorm PunchL!ne Club im Keller des Berlinale Palasts zu (seine Berlinale-Kolumne gibt es hier). „Ich glaube nicht, dass jemand unsere Reden vermisst hat.“ Mögen die Festspiele beginnen.
Etwas mehr zu sagen hat die Politik offenbar in einer anderen Sache. Versucht das Bundesverkehrsministerium eine Vereinbarung über Start- und Landerechte für die Fluggesellschaften der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) am BER zu hintertreiben? Nach Checkpoint-Informationen hatte Staatssekretär Stefan Schnorr kurz vor dem Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in Abu Dhabi vor einer Woche den VAE eine Lizenz für lediglich zwei Verbindungen wöchentlich von und nach Berlin angeboten. In Vorgesprächen war den Emiraten allerdings eine tägliche Verbindung in Aussicht gestellt worden.
Die ranghohen Verhandler der VAE fühlten sich brüskiert und forderten kurzfristig weitere Gespräche. Diese wurden zwar vereinbart, von deutscher Seite allerdings innerhalb kürzester Zeit wiederholt abgesagt. Anders als von den Gastgebern erwartet konnte Merz deshalb keine Berlin-Verbindungen von Emirates oder Etihad verkünden.
Das ist ganz im Sinne der Lufthansa, die ihre Konkurrenz gerne fernhalten und die Drehkreuze Frankfurt und München schützen möchte – zum Schaden von Berlin.
Lufthansa-Chef Carsten Spohr zeigte sich dafür dann ausgerechnet beim traditionellen Neujahrskonzert am Dienstabend im Konzerthaus am Gendarmenmarkt gegenüber Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder dankbar. Laut Aufzeichnungen mehrerer Gäste, die dem Checkpoint vorliegen, sagte Spohr:
„Herr Schnieder, als Freund des Hauses, bekommt hier den besten Platz, zwischen dem Aufsichtsratsratsvorsitzenden und meiner Frau. Und wenn Herr Schnieder dafür sorgt, dass die subventionierten Airlines in Berlin nicht empfangen werden, bekommt er diesen schönen Platz auch in Zukunft.“
Gar nicht lustig fand das alles wohl Berlins Regierender Kai Wegner, der am Dienstagabend zwar in Mailand bei den Olympischen Spielen für Berlin warb, aber offenbar gut informiert war. Gemeinsam mit Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke forderte er am Mittwoch „jetzt nach jahrelanger Diskussion“ Emirates endlich Start- und Landerechte am BER zu genehmigen.
Nach den bisherigen Regeln darf Emirates maximal vier deutsche Flughäfen bedienen. Das sind zurzeit Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg. Um in Berlin landen und starten zu können, müsste Emirates einen dieser Standorte aufgeben, was das Unternehmen aber ablehnt. Von den Restriktionen profitiert vor allem die Lufthansa mit ihren Fernverbindungen.
Wegner und Woidke begründen ihre Forderungen nach Lizenzen für Emirates damit, dass es dadurch „mehr Direktverbindungen
ohne unnötige und ökologisch fragwürdige Umstiege“ an anderen Flughäfen gebe. Zudem stärkten mehr Direktverbindungen ganz Ostdeutschland als Wirtschaftsstandort und brächten mehr Investitionen sowie neue Arbeitsplätze in die Region. 35 Jahre nach der Einheit gibt es in Deutschland täglich bis zu 195 Interkontinentalflüge – aber nur vier davon starten oder landen im Osten.
Das Bundesverkehrsministerium teilte auf Checkpoint-Anfrage mit: „Zu laufenden Gesprächen äußern wir uns nicht. Es gibt keine
Entscheidung über Änderungen der vereinbarten Verkehrsrechte mit den Vereinigten Arabischen Emiraten.“
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Sportlich sind die Ambitionen im Senat bekanntlich grenzenlos. Heute startet eine Kieztour, um auch den Rest der Berliner für die
Olympiabewerbung zu begeistern. Ideen und Erwartungen kann man auch online einbringen. Am Ende soll eine „Bürgercharta“ rauskommen.
Der Senat holt sich die Tipps lieber direkt aus Mailand. Gerade mit dem Regierenden zurückgekehrt ist Olympia-Koordinator Kaweh Niroomand, im Gepäck die Erkenntnis: Seien die Spiele erstmal gestartet, könne das einen „kompletten Stimmungswechsel in der Stadt erzeugen“, lässt er auf Checkpoint-Anfrage wissen. Für die Bewerbung nimmt er von den Winterspielen mit, was Berlin aus seiner Sicht schon berücksichtigt: „Alle gesellschaftlichen Gruppen müssen miteingebunden werden.“
Zur Sicherheit reist auch Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) nächste Woche nach Mailand, ihrer Verwaltung zufolge mit kleiner dreiköpfiger Delegation. Wie schon 2024 in Paris werden die Olympia-Chancen dann beim Berliner Abend schöngetrunken. Zur Gesprächsrunde mit italienischem Buffet sind laut Sportverwaltung Berliner Athleten, der DOSB sowie Vertreter aus Sport, Politik und Wirtschaft eingeladen. Ob Landesbranddirektor Carsten Homrighausen wieder mitspielen darf (Checkpoint vom 24.8.24), will die Feuerwehr nicht verraten: „Zu Personaleinzelmaßnahmen geben wir grundsätzlich keine Auskunft.“ Schade, hätte uns brennend interessiert.
Wenn’s mit dem Datenschutz doch immer so klappen würde. Im Abgeordnetenhaus erklärte Datenschutzbeauftragte Meike Kamp gestern: Noch nie sei ihre Behörde derart beschäftigt gewesen. Mehr als 1200 Datenschutzvorfälle wurden 2024 gemeldet (aktuellste Zahlen).
Aktuelles Beispiel: Der Bezirk Mitte hat knapp 900 Bürger gerade darüber informiert, dass ihre persönlichen Daten fast drei Jahre lang im Netz abrufbar waren – mit dabei: Name, Geburtsjahr, Beruf, teils Adresse. Besonders problematisch: Die Betroffenen waren als Schöffen vorgeschlagen, sollten also freiwillig oder zufällig ausgewählt, als ehrenamtliche Richter dienen. Der Datenschutzbehörde ist die Panne inzwischen bekannt. So einen Fall habe man noch nicht erlebt, sagte ein Sprecher.
Aus dem Informationsbrief des Bezirks, der dem Checkpoint vorliegt, geht hervor, dass das Bezirksamt die Schöffen-Listen im März 2023 mit seinen Beschlüssen veröffentlicht hat. Auf der Website waren sie bis mindestens Mai abrufbar. Obendrein landeten die Links in einem öffentlichen Webarchiv, wo man sie bis vor Kurzem noch einsehen konnte. In seiner Post an die Betroffenen informiert der Bezirk über mögliche Folgen: „Bedrohung, Erpressung im Kontext der Tätigkeit als Schöffe“. Da lässt man sich doch gern für die Allgemeinheit verpflichten.

Kuchen und Konfetti: Morgen erscheint die 2000. Folge der „Berliner Schnuppen“ von Comic-Genie (und Ukulele-Virtuosin) Naomi Fearn. Zum Jubiläum haben wir die prominentesten Schnuppen gefragt, was Sie von sich selbst als Comic-Figuren halten. Die Antworten sind fast so herzerwärmend wie die Schnuppen selbst. Zunächst ein Grußwort des Regierenden Kai Wegner (CDU): „Die Berliner Schnuppen bringen mich häufig zum Schmunzeln – jedes Mitglied des Senats ist gut wiederzuerkennen. Mit guter Laune und Zuversicht in den Tag zu starten – das sollte uns allen ein Anliegen sein.“
Hier eine (leicht gekürzte) Auswahl der Fan-Zuschriften:
Was halten Sie von sich selbst als „Berliner Schnuppe“?
Franziska Giffey (SPD): „Die Berliner Schnuppen bringen mich regelmäßig zum Lachen, auch über mich selbst und über Situationen, die ich nur allzu gut kenne. Naomi Fearn ist wirklich eine Meisterin ihres Fachs.“
Stefan Evers (CDU): „Optisch hätte ich Einwände. Inhaltlich erkenne ich mich durchaus wieder.“
Katharina Günther-Wünsch (CDU): „Ich musste schmunzeln. Die Darstellung wirkt aufmerksam beobachtet und mit einem feinen Humor.“
Engelbert Lütke Daldrup (BER-Flüsterer): „Finde mich sehr gut getroffen. Nutze die ‚Schnuppe‘ sogar als Profilbild!“
Lorenz Maroldt (Checkpoint-Mastermind): „Ich habe ganz neue Saiten an mir entdeckt. Lieber von Naomi als vom Leben gezeichnet!“
Kevin (Chef-Wildschwein): „Es gibt ein Sein jenseits der Schnuppen?“
Was haben Sie gedacht, als Sie sich selbst zum ersten Mal entdeckt haben?
Franziska Giffey: „Wenn man es geschafft hat, eine Comic-Figur zu werden, ist das ein Ritterschlag. Und dann noch Berliner Schnuppe – einfach großartig.“
Stefan Evers: „Das soll ich sein?“
Klaus Lederer (parteilos): „Das hätte ich ja nicht gedacht, dass mir das mal passieren würde...“
Engelbert Lütke Daldrup: „Das war wohl ein Comic zum BER. Trotz des kritischen Inhalts hat er mich amüsiert.“
Lorenz Maroldt: „Jetzt habe ich alles erreicht.“
Kevin: „Klar hatte ich Bedenken wegen der Privatsphäre. Die Rampensau in mir zerstreute die aber schnell.“
Über welchen Comic haben Sie sich besonders gefreut oder geärgert haben?
Franziska Giffey: „Das Beste: Der Spruch an der Wand: ‚Dit könnte jehn‘. Das ist genau mein Blick auf meine Arbeit: Möglichmachen statt Bedenken tragen.“
Klaus Lederer: „Comic ist Comic, da ärgert mensch sich nicht. Nicht selten habe ich einfach laut gelacht.“
Derk Ehlert (Wildtiergott): „Folge 116, das Comic mit dem Fütterungsverbot von Wildschweinen, fand ich besonders witzig.“
Engelbert Lütke Daldrup: „Zu meinem Abschied beim BER Ende 2021 hat sie einen tollen Comic mit meiner Frau, mir und unserm Dackel in einem Flugzeug gezeichnet.“
Lorenz Maroldt: „Immer über den am Sonntag.“
Kevin: „Das eine Mal, da fand ich mich sehr unvorteilhaft getroffen, als eitles, geheimniskrämerisches Künstlerschwein.“
Wen sollte Naomi Fearn unbedingt zeichnen?
Franziska Giffey: „Unseren Top-Krisenmanager und Katastrophenschutzexperten: Albrecht Broemme.“
Stefan Evers: „Den politischen Kompromiss als Person. Sieht nicht gerade elegant aus, bekommt viel Kritik und ist trotzdem unverzichtbar.
Ute Bonde (CDU): „Da braucht sie keine Ratschläge von mir. Sie ist am Puls der Zeit.“
Klaus Lederer: „Christian Specht, den Präsidenten des Berliner Behindertenparlaments.“
Derk Ehlert: „Ihr würde je nach Anlass sicher zu allen Tierarten etwas einfallen.“
Lorenz Maroldt: „Mal doch mal den Papa…“
Kevin: „Chantal!“
Berliner Schnuppen
Telegramm
Zuerst Münchener Sicherheitskonferenz, dann Berlin: Am Sonntag spricht die US-Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez an der TU über den Zustand der US-Politik (desaströs) und das Engagement junger Menschen für eine bessere Zukunft (hoffnungsvoll). Hier geht’s zum Live-Stream.
Wenig Hoffnung versprühte zuletzt die Berliner Clubszene. Zur Ausnahme soll mal wieder ein neuer Club öffnen. Zentral am Alex unter einem Späti. Sexpartys versprechen die Betreiber auch.
Apropos Sexpartys: Das „Artemis“ (früher im Tagesspiegel liebevoll „Saunaclub“ genannt) soll abgerissen werden, berichtet Charlottenburg-Wilmersdorf-Experte Cay Dobberke. Am Ort des größten Bordells der Stadt soll künftig mit einem 200-Meter-Wolkenkratzer ein neues Phallus-Symbol entstehen. Checkpoint-Kollege Stefan Jacobs kommentiert: „Macht es dann ‚Puff!‘, wenn das alte Gebäude gesprengt wird?“
Bei ihr tickt’s immer richtig: In einem Reinickendorfer Keller lagert die vielleicht größte Eieruhrensammlung Deutschlands. Doris Türke besitzt 2937 Küchenwecker. Früher sei das Sortiment besser gewesen, hat sie Bezirksreporter Nick Wilcke erzählt: „Der Markt ist gerade sehr langweilig.“
Gar nicht langweilig: Die Polizei sucht per Ausschreibung einen Dienstleister für „KI-gestützte Videotechnik“. Das Pilotprojekt für den Objektschutz soll zunächst drei Monate lang am Alten Stadthaus (Sitz der Innen- und Sportverwaltung) und am Roten Rathaus getestet werden. Da wird sich ja wohl während der Berlinale jemand finden.
Apropos Filmfestival: Nach der Eröffnungsgala bleibt keine Zeit für Katerstimmung. Schon um 11.45 Uhr feiert „Saniwara“ Weltpremiere im Zoo Palast. Auf dem roten Teppich werden unter anderem Ehrenbär- und Oscar-Preisträgerin Michelle Yeoh (gestern Abend mit dem goldenen Bären für ihr Lebenswerk ausgezeichnet) und Regisseur Sean Baker (der die Würdigungsrede hielt) erwartet. Den Teppich für uns ausgerollt hat Tobias Langley-Hunt (welche Promis noch kommen, steht hier).
Servicehinweis für Studierende, die auf Spind-Suche verzweifelt durch Bibliotheken irren: Der Zoll versteigert einen „Schließfachschrank“, Zustand „gebraucht, verstaubt“ mit „Ausbleichungen und Abplatzungen“. Oder wie wir es nennen: Modell Abschlussprüfung („Endgegner“).
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Pflichtlektüre für Markus Söder: Der Duden bringt am Montag das Wörterbuch „Berlinerisch“ raus, mit Perlen von „Haben hab ick keenen“ bis „Wat haste da zu liejen?“. Berlin-Perle Lea Streisand erklärt in dieser Anleitung für Zugezogene und Alteingesessene übrigens auch wie Berlin zu seinen Bären gekommen ist. Urst Knorke.
Von Bären zu Großkatzen: Der Tierpark sucht einen Namen für das neugeborene Tiger-Mädchen. Gute Chancen haben kurze, prägnante Vorschläge mit Berlin-Bezug – sie können bis Ende Februar in einer Ideenbox am Innengehege im Regenwaldhaus eingeworfen werden. Oder einfach unter checkpoint@tagesspiegel.de abwerfen (Wir beißen nicht).
Klarstellung zur letzten Folge „Reihenhaus of Cards“ (Checkpoint vom 11. Februar): Die neue CDU-Fraktionschefin in Reinickendorf wurde im ersten Wahlgang gewählt, allerdings erst beim zweiten Wahltermin. Beim ersten Termin hatte die Parteiführung vergeblich versucht, die Wahl auf die Tagesordnung zu setzen.
Zitat
„Unsere U-Bahn ist konstitutiv für unser demokratisches Gemeinwesen.“
Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) hob die BVG gestern im Abgeordnetenhaus in den Verfassungsrang.
„Sie sind nicht die Senatorin für ‚Man-könnte-ja-mal‘ oder ‚Wünsch-dir-was‘. Sie sind die Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt.“
SPD-Verkehrssprecher Tino Schopf. Er und warf der Senatorin vor, Marketing für den Magnetschwebebahn-Hersteller zu betreiben.
Stadtleben
Verlosung – Wie nimmt eine Fliege die Welt wahr? Oder ein Baum? Oder mein kleiner Bruder? Im Stück „SINNich“ geht es um Unterschiede (ab 5 J.). Die Gruppe baff ist sicher: Wir nehmen die Welt nicht so wahr, wie SIE ist, wir nehmen sie so wahr, wie WIR sind. Ihre Tanzperformance im Feld-Theater eignet sich auch für gehörlose Kids. Wir verlosen 2x2 Karten für den 21.2. (16 Uhr)! Bewerben kann man sich hier, 10/6 Euro, Gleditschstr. 5, U Nollendorfplatz
Essen & Trinken – Zwischen Lagerhallen und Tattooläden versteckt sich das „Dotori“, ein Wohnzimmerrestaurant in Weißensee mit bemerkenswerter Küche. Genau genommen ist es eine Bar, in der man sehr gut essen kann. Serviert werden Anju, Kleinigkeiten zum Teilen, etwa eine Geleeschnitte aus Dotori (Eicheln) mit scharf-knoblauchigem Dressing oder Sashimi in Kimchi-Brühe. Do-So ab 18 Uhr, Gustav-Adolf-Str. 159, Tram Prenzlauer Allee/Ostseestr.
Noch hingehen – Was hat Brecht mit dem Klimakollaps zu tun? Die heute endenden Brecht-Tage stellen sein Verhältnis zur Natur ins Zentrum, mit erstaunlich aktuellen Anknüpfungspunkten. Magdalena Schrefel liest aus „Das Blaue vom Himmel“ (18 Uhr); ihr Roman fragt, was es mit uns machen würde, wenn Geoingeneering den Himmel verschleiert, anschließend gibts einen Vortrag zum Thema Fleischindustrie. Brecht-Haus, 6/4 Euro, Chausseestr. 125, U Naturkundemuseum
Berlinbesuch – Alles auf einmal geht nicht? Vielleicht doch. Am Wochenende kann man im Napoleon Komplex beim „BeMarket“ Kunst und schöne Dinge shoppen und zwischendurch Schlittschuh laufen – in der Mitte der Halle mit Industriecharme befindet sich eine 1000 Quadratmeter große Eisfläche. Und wer mag, kauft vor Ort ein Törtchen und deklariert das Ganze als Valentins-Date. Eintritt frei, Sa/So 11-19 Uhr, Modersohnstr. 35-45, Bus Modersohnstr.
Kiekste
Berlin hat auch ein Herz für kalte Ohren von Zaunpfosten! Gesehen und fotografiert von Checkpoint-Leserin Tina Kissberth in der Fröbelstraße in Prenzlauer Berg. Vielen Dank! Schicken auch Sie uns Ihre schönsten, kuriosesten und überraschendsten Berlin-Momente an checkpoint@tagesspiegel.de und nehmen an unserem Kiekste-Fotowettbewerbin Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Nahverkehr – S-Bahn – S1, S2, S25 und S26: Kein Zugverkehr von 22 Uhr bis Montagmorgen, ca. 1.30 Uhr, zwischen S+U Yorckstr. (Großgörschenstr.) und S+U Gesundbrunnen.
Regionalverkehr – RE2: Von 20 Uhr bis Sonntag, 21.30 Uhr, fallen die Züge zwischen Königs Wusterhausen und Ostkreuz aus.
RE7: Von 20 Uhr bis Sonntag, 21 Uhr, fallen die Züge zwischen Königs Wusterhausen und Friedrichstraße aus.
Demonstration – Für heute sind neun Demos angemeldet (Stand 12.2., 16 Uhr), „Aufzug gegen Rechtsextremismus“: 300 Demonstrierende, „Anna-Essinger-Gemeinschaftsschule“, Tietzenweg, Karwendelstr., Tietzenweg (8.45-9.45 Uhr)
„Demokratie verteidigen – auch im Supermarkt“: zehn Menschen, „Campact“, Platz des 18. März (9.30-12.45 Uhr)
„Gewalt gegen Demonstranten im Iran“: 60 Protestierende, „Independent Filmmaker Worldwide“ und „International Coalition for Filmmakers at Risk“, Potsdamer Platz 11 (15-17 Uhr)
Sonnabend – Angemeldet sind 24 Demos, u.a. „Für die Einhaltung der UN-Charta und das Selbstbestimmungsrecht der Völker“: 1.500 Menschen, „Friedenskoordination Berlin“, Potsdamer Platz (13-15.30 Uhr)
„Sanktion gegen Mullah im Iran – Alle iranischen Diplomaten rausschmeißen“: 1.000 Menschen, „OIPM“, Wittenbergplatz, Kurfürstendamm, Adenauerplatz (14-18 Uhr)
„Gegen Gewalt an Mädchen & Frauen – One Billion Rising“: 1.000 Teilnehmende, „GSJ – Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit gGmbH“, Platz des 18. März (16-18.15 Uhr)
Sonntag – Angemeldet sind zehn Demos, u.a. „Demo gegen die Tatenlosigkeit von Alois Rainer“: 50 Demonstrierende, Pariser Platz 1 (13-15 Uhr)
„Verliebt in den Gleisi – Bürotürme in unserem Kiez verhindern“: 50 Protestierende, „Grüne Jugend Friedrichshain-Kreuzberg“, Luckenwalder Str. (14.30-17.30 Uhr)
„Nächster Halt: Sonntag! – Für demokratischen Zusammenhalt und eine lebenswerte Zukunft für alle“: 50 Teilnehmende, „Pro Democracy“, Bebelplatz (16-17.30 Uhr)
Gericht – Ein Arzt, der einen Pfleger seiner Mutter attackiert haben soll, muss sich verantworten. Der 55-Jährige soll im Krankenzimmer seiner Mutter mit einem Pfleger in Streit geraten sein. Er sei mit der durchgeführten Pflegeroutine nicht einverstanden gewesen. Als der Pfleger darauf nicht eingegangen sei, habe der Angeklagte mit der Fußstütze eines Toilettenstuhls zugeschlagen. Der damals 57-jährige Pfleger habe eine Kopfplatzwunde erlitten (11 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal D107).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Heinz, alle guten Wünsche zur 64. Wiederholung Deines Jubeltages – Zeit, mit etwas sortentypischen darauf anzustoßen! Uwe“ / Beate Klarsfeld (87), deutsch-französische Publizistin und „Nazi-Jägerin“, ohrfeigte 1968 Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger / Katja Lange-Müller (75), Schriftstellerin &, Mitgründerin des PEN Berlin / „Lieber NIKI, das schönste und größte Geschenk habt ihr Euch am 22.11. selbst gemacht und heute gratuliert die große Familie Dir vielstimmig zum 30.🎶“ / „Lieber Florian Schwabe, Team Checkpoint sendet viele Geburtstagsgrüße in die Schweizer Berge!“
Sonnabend – „Liebe BINE, aus allen Ecken der Welt heute die herzlichen Wünsche für Glück (3 Enkel), Gesundheit (Dr. im Haus) und immer unter Strom! ⚡️ Deine Geschwister mit Vorfreude aufs Familientreffen!“ / Alisa Grincenco (22), Fußballspielerin bei FC Viktoria 1889 Berlin / „Ein Valentin-Geburtstagswunsch geht an Jenny, meine Schöne seit über 36 Jahren, die heute 59 wird, und an die Berliner Schnuppen, die 2000 (Folgen) alt werden“ / Robbin Juhnke (59), Politiker (CDU), MdA / Ottilie Klein (42), Politikerin (CDU), MdB und Generalsekretärin der CDU Berlin / „Klaus Rennkamp (74) kreativer Postkartenverfasser und leidenschaftlicher Philatelist aus Lippstadt – alles Liebe aus dem Lichtspielhaus!“ / Lilia Usik (37), Politikerin (CDU), MdA
Sonntag – „Meiner wunderbaren Antonia wünsche ich einen tollen Start ins fabelhafte neue Jahrzehnt. Alles Liebe zum Geburtstag – und danke für Dich. Lass Dich feiern in Berlin.🎉Deine Mama Bine“ / „Die Straßenbahnrunde gratuliert HOPPI zum 75. und freut sich auf Elbling und selig machende Bilder aus den Kirchen der Welt!“ / Paul Janositz (80), „Herzlichen Glückwunsch, lieber Paul, zum runden Geburtstag von Deinen Reise- und Kinofreundinnen C&E“. / Sandra Scheeres (56), Politikerin (SPD), bis 2021 Senatorin für Bildung, Jugend und Familie / Clemens Schick (54), Schauspieler (u.a. „Das Boot“) und Mitglied der Berliner SPD
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn oder der Lieblingskollegin zum Geburtstag, den Großeltern zum Hochzeitstag oder einem Sportverein zum Jubiläum im Checkpoint gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de. +++
Gestorben – Peter Radunski, * 13. März 1939, verstorben am 19. Januar 2026 / Hildegard Rubbert (geb. Göring), * 23. Juli 1928, verstorben am 27. Januar 2026 / Prof. Dr. Dr. Herbert Sukopp, * 6. November 1930, verstorben am 3. Februar 2026
Stolperstein – Pauline Schmidt geb. Rosenberg (*1888) war verheiratet und hatte zwei Töchter. Über ihre im Widerstand aktive Tochter Grete Schöneck kam sie in Kontakt mit der Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation und gewährte Franz Jacob Unterschlupf. Nach der Flucht der Tochter wurde Pauline im Januar 1945 von der Gestapo verhaftet, wochenlang verhört und misshandelt. Am 13. Februar 1945 starb sie an den Folgen. Ein Stolperstein in der Lengeder Str. 8 in Reinickendorf erinnert an sie.
Encore
Neuer Tag, neue Berlinale-Spielstätte in unserem Encore: Der Zoo Palast wurde 1957 eröffnet und war bis 1999 Hauptspielort des Filmfestivals. Nach einer dreijährigen Renovierung ist er seit 2024 wieder Teil der Berlinale (S/U Zoologischer Garten).
Gezeigt werden dort diesmal unter anderem die Horror-Komödie „Die Blutgräfin“ (16.02) mit Isabelle Huppert und Lars Eidinger, das Drama „Árru“ (16.02) über die samische Rentierhirtin Maia sowie der Kurzfilm „Bats & Bugs“ (17.02) über ein Fledermauskind, das Insekten vor dem Gefressenwerden rettet. Wie immer gilt: Vorplanen lohnt sich, Tickets gibt’s drei Tage vor der Vorführung und sind schnell vergriffen.
Bestens vorbereitet waren heute Lorenz Maroldt und Christoph Papenhausen (Texte und Recherche) und Antje Scherer (Stadtleben). Jennifer Katona (Produktion) hat am frühen Morgen die Spezialeffekte gesetzt. Morgen schreibt Jessica Gummersbach das Drehbuch.
Bis bald,
