heute geht’s raus auf die Wiesen, das Leben genießen. Am besten auf Berlins weitestem Feld, auf dem die SPD beharrlich Tempelhofer Testdrachen steigen lässt: Nach den hochfliegenden politischen Plänen sollen irgendwann doch Häuser in den Himmel über der Spiel-, Sport- und Spür-das-Berlin-Gefühl-Fläche ragen, zumindest am Rand vom Horizont. Dabei ist nicht nur am Rande interessant: Angesichts der Wohnungsnot findet fünf Jahre nach dem Volksentscheid für ein freies Feld offenbar gerade ein Volksumentscheid statt. Fast zwei Drittel der Berlinerinnen und Berliner befürworten inzwischen eine behutsame Bebauung – laut einer exklusiven Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Civey für den Tagesspiegel (Hintergründe hier). Die Mehrheit findet sich auf ganzem Felde, also bei Anhängern aller im Parlament vertretenen Parteien – sogar mit 58 Prozent bei Grünen und Linken, die den Volksentscheid einst unterstützten. Auch ein Verein aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, der „Neue Wege für Berlin“ gehen will und sich womöglich deshalb so nennt, sieht auf dem Feld und sonst in der Stadt „enorme Flächenpotenziale“. Um sie zu heben, fordert der Vereinsvorsitzende und SPD-Politiker Heiko Kretschmer (Gastbeitrag hier) weniger „Kleinstaaterei der Bezirke“. Vom großen Wurf aus dem Senat in der Wohnungsbaupolitik hat man freilich auch noch nichts gehört.
Sowieso wird in Berlin aus dem anhaltenden „Bau Schau Wem“ ein kollektives „Traut sich wer?“ Der Stadtentwicklungsplan Wohnen wurde gestern mal wieder im Senat nicht verabschiedet, weil Rot, Rot und Grün sich immer noch nicht grün sind, wie sie bei den Neubauzahlen auf einen grünen Zweig kommen. Dem Vernehmen nach unterbrach der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sogar extra seinen Urlaub, um die von den Staatsekretären bereits verabredete Verabschiedung wieder zu kippen. Der neue Entwurf von Zuwenig-Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) enthalte nicht genug Ansätze, wo und wie schnell zusätzliche Wohnungen entstehen können. Die Entscheidung wird der Politik womöglich sowieso abgenommen von Baufirmen, denen der Mietendeckel jetzt schon um die Ohren fliegt. Viele Hauseigentümer stellen Investitionen zurück; Bauunternehmer Stefan Hirsch spricht von Angst in der Branche. Nach seiner Einschätzung können Neubauten wirtschaftlich nicht für unter 15 Euro vermietet werden. „Deshalb wird niemand mehr bauen, wenn der Mietendeckel kommt." Wohin aber soll Berlin dann wachsen? Es bleibt ein weites, unbestelltes Feld.
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Mit Leid und Herrlichkeit gelingt Pedro Almodóvar ein faszinierendes Vexierspiel zwischen Fiktion und autobiographischer Wahrheit. Über drei Epochen fächert er das schillernde Leben von Salvador Mallo (Antonio Banderas) auf, einem berühmten Filmregisseur, der sich unerwartet am Ende seiner Laufbahn wiederfindet.
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Weiter geht es hier mit einem Nachtrag zum Checkpoint von gestern: In unserer Geschichte über Nancy Böhning haben wir geschrieben, der SPD-Landesverband habe nichts von ihrer Nominierung als Ersatzkandidatin fürs Europaparlament gewusst. Das war von mir falsch formuliert. Die Bundespersonalie war in der Tat öffentlich bekannt. Mehrere Vorstandsmitglieder der Berliner SPD sind von der Nominierung dennoch offenbar im Nachhinein überrascht worden. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen. Zur korrigierten Version des Artikels geht es hier.
Und nun kommen wir wie in den Ferien üblich zu unseren Checkpoint-Sommerrubriken:
In Berlin um die Welt: Italien: „Für echte Mampfiosi“ – so bewarb McDonald’s in Österreich sein italienisches Sommermenü und musste sich nach Protesten entschuldigen. In Berlin geht es da galanter zu – im „Pasta Making Workshop“ der Nudelmanufaktur Tosatti. Hier werden nach dem Aperitivo erst mal trocken drei Stunden lang Kartoffeln gestampft und zu Teig gerollt. Wer heute ab 19 Uhr noch Zeit und auch 50 Euro übrig hat, kann statt draußen in der Küche schwitzen (Schliemannstraße 14a, U-Bhf Eberswalder Straße; Infos hier). Und bevor wir diese Zahl verschwitzen: Italienische Einwohner in Berlin (Stand Ende Dez 2018): 30.846.
Sommeraktivität: Brückentag im Brücke-Museum: Wer die Hitze überbrücken und sich drinnen informieren und inspirieren lassen will, ist im Brücke-Museum richtig. Die aktuelle Ausstellung „Flucht in die Bilder?“ befasst sich kritisch mit der künstlerischen Praxis und dem Leben der Brücke-Künstler im Nationalsozialismus. Im Zentrum stehen Werke von Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein und Ernst Ludwig Kirchner. Die Ausstellung ist noch bis zum 11. August mittwochs bis montags geöffnet (Bussardsteig 9 in Dahlem; Infos hier).
Sommersport: Clownerie. Quatsch machen wir in Berlin ja gerne mal. Aber Clownerie ist die hohe Kunst und findet deshalb zuweilen in der Höhe statt – im „Verein zur Überwindung der Schwerkraft“. Gemeinnützig und selbst organisiert will man hier Menschen jeden Alters und mit unterschiedlichen Fähigkeiten die Circustechniken beibringen – von Clownerie und Jonglage bis hin zu Seiltanz und Akrobatik. Kurse finden täglich für 13 Euro statt (Revaler Straße 99 auf dem RAW-Gelände in Friedrichshain; Programm hier). In Berlin gibt’s auf jeden Fall viel teureren Quatsch.
Jottwede: Sächsische Schweiz: „Dor Sachse dud nich gniedschen, / dor Sachse singd‘n Liedchen!“ Wat is los, stimmt da der Berliner ein. Das Wandern ist nicht nur des Sachsens Lust. Wer sich sportlich in schöner Natur betätigen will, kann in der Sächsischen Schweiz ein Wanderslied trällern, etwa auf einer zweistündigen Strecke vom Kurort Rathen über die Basteibrücke bis zu den Schwedenlöchern, einer dschungelhaft verwunschenen Schlucht (weitere Routen hier). Nach Rathen kommt man in drei Stunden mit dem Auto oder in vier Stunden mit dem Zug. Oder man wandert einfach gleich hin.
Berlin, aber Sommerloch: Rom – Paris – Erkner. Falls Sie zufällig Unterwäsche oder Übertöpfe online in aller Welt bestellt haben, machen Sie sich auf eine berlintypische Verspätung gefasst – zumindest wenn Ihre Waren über Paris an den Pariser Platz geliefert werden. „Aufgrund der Tour de France könnte sich Ihre Lieferung auf den betroffenen Strecken verzögern“, lassen die Pakettransporter der französischen Post eine Berliner Kundin wissen. Offenbar sind diese Fahrer ungedopt.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Britischer Humor ist, wenn man’s trotzdem macht: Boris Johnson wird Premierminister.
Domino Day beim FC Bayern: Beim Rekordmeister, der diesen Sommer rekordverdächtig lange auf hochkarätige Transfers wartet und dabei das „Fallen des ersten Domino-Steins“ auf dem Spielermarkt erwartet (Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge), kippt vielleicht bald das ganze Spielfeld um. Denn Überpräsident Uli Hoeneß will tatsächlich tun, was er bisher nicht lassen konnte: Überpräsident zu sein. Im November soll er sich selbst auswechseln; stattdessen soll der ehemalige Adidas-Chef Herbert Hainer die Stollen schnüren (via „Bild“). Wenn nicht noch jemand mit internen Fouls dazwischen grätscht.
Gegen den Strom schwimmt man in Berlin ja gerne - aber auch gegen Wasser und Gas? Die juristische Schlacht rund um die umstrittene Konzessionsvergabe für die einst privatisierten Strom- und Gas-Netze an die landeseigene „Berlin Energie“ lässt bei Anwälten und Beratern kräftig die Zähler rattern. Laut Senatsrechnung auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Florian Graf, die dem Checkpoint vorliegt, betragen die Kosten für die angestrebte Rekommunalisierung bisher 10,5 Millionen Euro – allein für externe juristische Beratung. Hinzu kommen noch einmal 2,5 Millionen Euro für Gerichts- und Prozesskosten. Und viel politische Energie, die seit über fünf Jahren darauf verwandt wurde.
Leise dieselt der Staub. Die Fahrverbote, die Senat gestern beschlossen hat, um sich im Klimastreit etwas Luft zu verschaffen, gelten für alte Dieselautos auf manchen der sowieso nur acht Straßen lediglich für „rund 100 Meter“ und werden „sukzessive“ eingeführt (Berlinisch für: irgendwann bestimmt bald, aber auf keinen Fall zeitgleich). Zuständig für die Kontrollen soll auch irgendwer sein.
Die Höhe finden viele die Forderungen der Hohenzollern nach Rückgabe von Kunst und Prunk der Potsdamer Schlösser, die mein Kollege Thorsten Metzner publik gemacht hatte. Heute kommt es zum nächsten Krisengipfel des Ururenkels des letzten deutschen Kaisers mit Bundesvertretern in Berlin; die beste Schlagzeile dafür liefert der „Berliner Kurier“: „Wieder ein Clan, der Ärger macht“.
Dieses Wochenende ist Berlin Buntes-Hauptstadt. Am Sonnabend erwartet die queere Community eine halbe Million Besucher beim Christopher Street Day; und auch unser Queerspiegel (kostenlose Bestellung des monatlichen Newsletters hier) ist natürlich live dabei. Erstmals soll aus diesem Anlass auch der Fernsehturm nachts in Regenbogenfarben erstrahlen. Dafür gibt es nach Angaben der Organisatoren sogar schon eine Sondergenehmigung – allerdings fiel plötzlich auch auf: Die Sache kostet ja Geld. Nun wird fleißig online gesammelt, damit bis übermorgen 12.500 Euro für mehr Licht in der Luft zusammenkommen. Die Liebe liegt schon drin.
Update nach den Vorwürfen im Flüchtlingsheim: Nachdem eine Hochschwangere in einem Flüchtlingsheim keinen Krankenwagen und kein Taxi rufen durfte, zur Klinik laufen musste und dort ein totes Kind gebar (CP von gestern), hat der Betreiber sich von der verantwortlichen Securityfirma distanziert. Der Senat verspricht Aufklärung und gegebenenfalls eine Anpassung der Richtlinien. Also das Mindeste.
Dauer-Update aus der Rigaer Straße: Schon wieder kam es rund um die besetzten Häuser zu linksextremer Gewalt. CDU-Fraktionschef Burkard Dregger und ein Fernsehteam des RBB wurden gestern auf offener Straße angegriffen. Für diesen Kriminalitäts-Brennpunkt bedürfte es auch mal eines neuen politischen Konzepts. Mindestens.
Und dann noch eine gute Nachricht: Berlinerinnen und Berliner sind laut einer Umfrage glücklicher mit ihren Arbeitgebern als anderswo. Kein Wunder, in den Ferien sind sie ja auch weit weg.
Nicht mehr alle Festplatten im Schrank hat man in Österreich, wo ein Mitarbeiter von Alt-Bundeskanzler Sebastian Kurz nach der Ibiza-Affäre offenbar sensible Akten schreddern ließ, dann aber vergaß dafür die Rechnung von 76,45 Euro zu bezahlen. Nun ist die Sache öffentlich – inklusive Überwachungsvideo der geprellten Spezialfirma (via „Falter“) – und alle Teile werden wieder zusammengesetzt. Was dann womöglich noch mehr entsetzt.
Vorsicht, erhöhte Limousinendichte heute im Berliner Bundesdorf Mitte: Annegret-Kramp-Karrenbauer (CDU) soll eilig als Verteidigungsministerin vereidigt werden; viele Abgeordnete fliegen eigens aus dem Urlaub ein und aus. Weil der Plenarsaal gerade renoviert wird, werden nebenan im Paul-Löbe-Haus Ersatzstühle gerückt. Der Aufwand der Aktion kommt erst später auf den Tisch.
Beine machen wir schon länger mit dem Checkpoint. Zwei Monate vor dem Marathon dehnt sich unsere offene Laufgruppe auf bis zu 30 Kilometer Trainingsstrecke durch den Treptower Park und rund um die Halbinsel Stralau. Los geht es am Sonnabend um 10 Uhr auf dem Parkplatz am Figurentheater mit Getränken und Gels von „Ultra Sports“ sowie Dehnungsfiguren einer Lauftrainerin vom SCC. Und dann darf jeder selbst sehen, wie lang er seine Strecke schon strecken kann.
Und was läuft sonst so in Berlin? Auf jeden Fall der Service im Finanzamt Wilmersdorf. Nicolas Zimmer kriegte hier seinen Steuerklassenwechsel in fünf Minuten hin und ist jetzt „Amt, aber glücklich“. Zum Glück haben Sie ja auch schon rechtzeitig Ihre Steuererklär…. was, nächste Woche ist schon der 31.?
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Berlin ist die Stadt gewordene Version von ‘Verstehen Sie Spaß?'.“
Verzweifelter Ausruf der ZDF-Journalistin Nicole Diekmann, die dem Nachbarskind eine Freude machen und mit ihm schwimmen gehen wollte. Am Velodrom fand sie dann einen Zettel an der Tür vor, dass das Schwimmbad bis Ferienende geschlossen sei – auf der Webseite der Bäderbetriebe fand sie davon nichts.Tatsächlich gibt es dort zwar einen Hinweis, jedoch eher versteckt. Diekmann und der Nachbarjunge zogen weiter zum Humboldthain: Da schließt das Freibad im hochsommerlichen Juli eine Stunde früher als sonst – Bekanntgabe dort: auf einem Zettel.
Tweet des Tages
Bitte geben Sie Ihren Zweitwohnsitz an. – Ich: Internet.
Stadtleben
Essen – Er ist immer da, wenn man ihn braucht. Wenn’s schnell gehen muss, wenn der Hunger besonders quälend ist, wenn sonst schon alles zu hat. Der Dönerladen um die Ecke. Aber wer würde das gefüllte Fladenbrot als etwas kulinarisch Hochwertiges betrachten? Die Wenigsten wahrscheinlich. Das wollen die Betreiber von „K. W. A. – Kebap with Attitude“ ändern. Der Premium-Döner aus Mitte wird mit Biofleisch gemacht, die Spieße sind liebevoll selbst gebaut. Und zum „O. G.“-Döner im Fladenbrot, gefüllt mit saftigem Rind, gegrillter Paprika, Joghurt, Tomatensauce und Butter, kann der Gast einen Gin Tonic oder Craft Beer bestellen. Aber Achtung: Auch die Preise unterscheiden sich vom klassischen Laden an der Ecke. Ein Döner kann schon mal acht Euro kosten. Dieser Tipp kommt übrigens von dem bekennenden Döner-Abhängigen Per Meurling. Er betreibt den bekannten Blog „Berlin Food Stories“ und hat für den Tagesspiegel ein paar seiner liebsten Dönerläden aufgeschrieben. Mehr Empfehlungen gibt’shier. Gipsstraße 2, U-Bhf Rosenthaler Patz, Mo-So 12-23 Uhr
Trinken – Draußen sitzen, an verschlafenen Seitenstraßen, der Wein schwappt im Glas. Dann der nächste. Wie viel pro Glas? So zwischen drei und vier Euro, sagt der Kellner, je nachdem wie voll man es einschenkt. Bezahlt wird dann später. Wie viel, ist dem Kunden überlassen. Das Konzept kennen wir aus der Weinerei nahe dem Rosenthaler Platz. Aber verschlafen ist es da schon lange nicht mehr – wer allerdings ein paar Straßen weiter geht, findet das selbe Konzept mit weniger Trubel und Touristen. Im Perlin. Da muss man auch nicht Schlange stehen, um sich ein Glas zu holen, der Wein ist mindestens genauso gut und auch hier gibt's was zu essen! Griebenowstraße 5, U-Bhf Bernauer Straße, Mi-Sa 18.30-2 Uhr
Berlinbesuch – Mit bloßen Sohlen über den kühlen Waldboden, und dann die Füße ins kalte Wasser halten. Bei den heißen Tagen, die uns bevorstehen, ist der gerade frisch saniert wiedereröffnete „Kneipp‘sche Verweil- und Heilort“ im Düppeler Forst eine ideale Zufluchtsstelle. Schon in den 70er Jahren war an der Stelle ein Kneippbrunnen, lange war er aber schon außer Betrieb. Der Kneipp-Pfad ist nun mit schicken Sitzgelegenheiten und einem Barfußweg ausgestattet und der Brunnen ist repariert. Wie man da hinkommt, ist ab dem Parkplatz am Stahnsdorfer Damm, nahe des S-Bhf Wannsee, ausgeschildert.
Last-Minute-Lesung – Frau Reddmann aus Marzahn-Hellersdorf hat von ihrem Leben erzählt. Davon, was sie glücklich gemacht hat, von ihren Fehlern. Rei Gesing hat es aufgeschrieben und erzählt ihre Geschichte nun weiter. Ihre, und die von vielen anderen Menschen. Das Besondere: All seine Gesprächspartner waren zwischen 100 und 112 Jahren alt. Denn diese Menschen können „schonungslos ehrlich auf ihr Leben zurückblicken“, sie müssten niemandem etwas beweisen, meint der Autor, der aus den Geschichten das Buch „Die Weisheit der 100‐Jährigen“ gemacht hat. Heute ab 20 Uhr liest er aus dem Buch und berichtet von den Begegnungen. Ort: Bezirkszentralbibliothek Marzahn-Hellersdorf „Mark Twain“. Der Eintritt ist frei, Spende wird erbeten. Anmeldung unter: 030/54704142, Marzahner Promenade 55, S-Bhf Raoul-Wallenberg-Straße
Mit diesem Stadtleben wünscht Ihnen Melanie Berger einen wunderbaren Mittwoch!
Prominent verraten
„Eines meiner absoluten Lieblingskinos in Berlin. Wird allerdings scheinbar gerade, zumindest von außen, restauriert“, sagt der Berliner der Woche. Und Kinos sind für ihn nicht nur für Freizeitaktivitäten da, sondern gehören auch zu seinem Job.
Bekannte Berliner fotografieren für uns eine Woche lang täglich Ausschnitte aus ihrem Leben. Die Auflösung kommt immer freitags mit einem Selfie.
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Berlin heute
Verkehr – Auf dem Hohenzollerndamm in Schmargendorf ist stadtauswärts vor der Auffahrt zur A100 bis Anfang August der linke Fahrstreifen gesperrt. In Karlshorst, auf der Verlängerten Waldowallee, steht ab 7 Uhr früh in Höhe Kiefernallee nur ein gemeinsamer Fahrstreifen zur Verfügung
Demonstration – Auf dem Alexanderplatz wollen etwa 15 Menschen zusammenkommen für die Kundgebung „Videoaktion zur Aufklärung über die Tierindustrie“, 17.15-20 Uhr, angemeldet von der Tierrechtsorganisation Anonymous for the Voiceless. Am Pariser Platz findet von 18-22 Uhr mit 12 gemeldeten Teilnehmern die Kundgebung „Kerzen für Assange“ statt.
Gericht – Der Mordprozess gegen einen 33-Jährigen beginnt. Er soll seiner ehemaligen Lebensgefährtin vor der Wohnung ihrer Schwester aufgelauert und sie mit einem Messer erstochen haben. Die Anklage geht davon aus, dass er sich für die Trennung rächen wollte (10 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 701)
Universität – Jeden Freitag gehen Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz auf die Straße. Manche Schulen verhängen Bußgelder, andere machen die Demos zum Klassenausflug. Wie geht Schule mit Nachhaltigkeit um? Wie bindet man diese Themen ein? Und was haben sie mit politischer Bildung zu tun? Das ist die Frage, um die es beim Symposium „Bildung für nachhaltige Entwicklung in einer globalisierten Welt“ an der Humboldt-Universität heute geht. Freier Eintritt, 17-21 Uhr, Unter den Linden 6, S/U-Bhf Friedrichstraße
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Oliver Dunk (56), Journalist und Unternehmer / Ernst Elitz (78), ehem. Intendant des Deutschlandradios / Holger Fabian (62), „mein Fels in der Brandung“ / Pierre Gerckens (81), ehem. Herausgeber des Tagesspiegels / Josef Heynert (43), Schauspieler / Gordon Lemm (42), SPD-Bezirksstadtrat in Marzahn-Hellersdorf /Rosi Metzger, „herzlichen Glückwunsch von Familie Pohl“ / Helmut Möller (78) / Carmen Nebel (63), Fernsehmoderatorin / Eric Schweitzer (54), Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer, ehem. Präsident der IHK Berlin / Samuel Tuia (33), Spieler bei den Recycling Volleys
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Heidrun Kraus / Brigitte Kronauer, * 29. Dezember 1940 / Carola Meckelnburg, * 14. März 1943 / Astrid der Boer, * 10. Februar 1941 / Anita Müller, * 14. Februar 1929
Stolperstein – Paul Voß (Jhg. 1885) war Drucker und Kommunist. Am 5. November 1937 wurde er verhaftet, im Jahr darauf zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Heute vor 77 Jahren starb er in der Haftanstalt Sonnenburg (Słońsk). In der Ritterstraße 33 in Kreuzberg erinnert ein Stolperstein an ihn.
Im Tagesspiegel
Briefeschreiben war gestern: Die Post muss neue Geschäftsfelder erschließen. In Frankreich besuchen Boten wie Ibrahima Doumbia Alte und Kranke, um ihnen Gesellschaft zu leisten – und Angehörige zu entlasten. Lesen Sie die Reportage von Theresa Steudel heute auf Seite 3 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
So, nun bloß noch ein gescheites Ende finden. Vielleicht ja mit dem Blitz-Atlas von Siemens. Demnach hat der Blitz gescheit eingeschlagen in der Hauptstadt, und zwar genau 592 Mal im vergangenen Jahr. Diese Zahlen sind kein Donnerwetter: Im drei Mal größeren Saarland waren es zehn Mal mehr Blitze. Die Statistik hat allerdings einen Fehler: Nicht mitgezählt werden Geistesblitze. Und geistreiche Witze. Das hier war zum Beispiel keiner.
Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen heute einen hitzigen Tag. Morgen sorgt hier Ann-Kathrin Hipp für Abkühlung. Ich heiße Sie wieder willkommen am Wochenende. Man liest sich und ich grüße Sie,