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„Er sitzt auf einer Wolke und freut sich“: Ex-Manager über geplanten Harald-Juhnke-Platz „Dreiste Kollision von Amtsmacht und Eigeninteresse“: Abwahl-Antrag gegen Vize-Bürgermeister Brücken-Statiker gesucht

von Anke Myrrhe
und Jessica Gummersbach

keine Termine und leicht einen sitzen – das könnte auch das perfekte Berlin-Motto sein. Der Mann, der diesen Satz als seine Definition von Glück geprägt hat, ist heute vor 20 Jahren gestorben. Zum Todestag wollte der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf Harald Juhnke mit einem eigenen Platz ehren, Berlins Regierender Kai Wegner (CDU) freute sich gestern bereits, dass „ab morgen“ ein Zeichen für die enge Verbundenheit der Stadt mit dem Entertainer gesetzt werde.

Doch halt, nicht so voreilig: Der Termin zur Umbenennung am 1. April kann nicht realisiert werden, schrieb das Bezirksamt gestern auf Checkpoint-Nachfrage. Und nur wenige Minuten später verwandelte sich das „ab morgen“ in Wegners Statement online zu „bald“.

Warum? Das erfahren Sie heute in der Checkpoint-Version für Abonnenten. Außerdem in der Vollversion: „Er sitzt auf seiner Wolke und freut sich“ – was Juhnkes Ex-Manager Peter Wolf zum 20. Todestag zu sagen hat.

Was Sie sonst noch verpassen, wenn Sie noch kein Abo haben? Zum Beispiel das hier:

+ „Dreiste Kollision von Amtsmacht und Eigeninteresse“: Abwahl-Antrag gegen Vize-Bürgermeister in Charlottenburg-Wilmersdorf

+ Anonyme Beschäftigtenbefragung: Berlin will als Arbeitgeber attraktiver werden

+ „Dienststelle fernmündlich in Kenntnis setzen“: Dienstsiegel in Neukölln gestohlen

+ Verbraucherpreise steigen deutlich: Was jetzt in Berlin und Brandenburg teurer wird – und was billiger (inkl. Rezept)

+ Metropolis und Gotham City in Berlin: Zoll versteigert Comic-Sammlung.

Apropos: Einen täglichen Comic haben wir auch, und was für einen! Die großartige Naomi Fearn zeichnet ihre „Berliner Schnuppen“ exklusiv für Abonnentinnen und Abonnenten.

Und jetzt kommt der Clou: Wenn Sie heute noch ein Abo abschließen, lesen Sie alle Tagesspiegel-Plus-Artikel, die Bezirksnewsletter und natürlich die Checkpoint-Vollversion 2 Monate lang für insgesamt nur 2 €. Mit dem Oster-Spezial sparen Sie 90 Prozent des normalen Preises. Aber aufgepasst – schnell sein lohnt sich: Das Angebot ist auf 300 Abos begrenzt. Sind Sie dabei? Dann gleich hier klicken. Wir würden uns sehr freuen!

Berlin ist übrigens wirklich mal wieder auf der Suche nach einem neuen Lebensmotto. Der offizielle Slogan lautet derzeit „Wir sind ein Berlin“ – hätten Sie's gewusst? Fast so aufregend wie das 2019 aufwendig gesuchte Leitbild „Berlin bleibt anders“. Ebenfalls schön: „Jeder einmal in Berlin“, „Berlin erwartet Sie wieder“, „Berlin ist eine Reise wert“, „Berlin tut gut“, „Mir geht’s Berlin“ …

Aufwachen! Konzentration jetzt. Wir haben einen heißen Kandidaten für das neue Motto bereits gehört, so viel können wir schon verraten: Es wird auch diesmal philosophisch international. Das hat uns Berlins oberster Tourismuswerber Burkard Kieker vergangene Woche beim Kulturfrühstück im Tagesspiegel-Verlagsgebäude erzählt. Mehr dürfen wir leider noch nicht verraten. Be Berlin doch, was es wolle.

Haben Sie vielleicht eine innovative Idee, abseits der bekannten Worthülsen? Schicken Sie Ihren Slogan an checkpoint@tagesspiegel.de.

Arm-aber-sexy-Meister Klaus Wowereit ist übrigens unser Gast am Sonntag zur Weltpremiere der Checkpoint-Revue in den Stachelschweinen. Die Veranstaltung ist längst ausverkauft, notieren Sie sich aber schon mal den 6. Juli, dann gibt’s die nächste Show – und ab September dann monatlich. Für Berlinkenner und alle, die es werden wollen (Guter Spruch, oder?).

Apropos Party: Die Vertreter der Mitarbeiter in den Berliner Verwaltungen möchten es gern weniger krachen lassen.

Der Hauptpersonalrat forderte den Regierenden Bürgermeister in einem Schreiben auf, „den Empfang hinsichtlich der Verköstigung der Gäste auf ein Mindestmaß zurückzufahren“. Bei den Mitgliedern habe es „intensives Unbehagen ausgelöst, angesichts des Spardrucks und der Überlastung des Berliner Landeshaushalts ein Fest zu feiern, wenn andererseits für die Ausstattung der Beschäftigten zum Beispiel mit Arbeitsmitteln zunehmend die Mittel gestrichen werden“. Hoffentlich streicht da zumindest noch jemand Butter auf die Schrippen.

Opinary: Sollte Berlin weniger Feste feiern?

In Berlin werden Brücken nicht nur abgerissen, sondern auch gebaut: Zwischen der Europacity und dem Kiez um die Lehrter Straße liegen Welten – und die Bahntrasse, die hier aus dem Tiefgeschoss des Hauptbahnhofs kommend nordwärts auftaucht. Allein in der nahen Umgebung könnten rund 15.000 Anwohner von einer Brücke profitieren, die beide Seiten verbindet.

Wie die Verkehrsverwaltung auf Anfrage von Silke Gebel (Grüne) mitteilt, hat die Vorplanung bereits begonnen. Geplant sei eine 83 Meter lange „Bogenfachwerkbrücke“ mit 4,5 Meter breitem Gehweg für voraussichtlich knapp sieben Millionen Euro. 2027 könnten die Bauleistungen ausgeschrieben werden – „unter dem Vorbehalt der haushälterischen Grundlagen“, also, sofern Schwarz-Rot das Geld nicht doch lieber woanders investiert (oder gar nicht).

Die Senatsverwaltung für Verkehr sucht jetzt übrigens einen Brücken-Statiker. Kein Witz: Im Jobportal des Landes wurde die Stelle am 25. April ausgeschrieben, fünf Tage nach Vollsperrung der Ringbahnbrücke auf der A100. Bei LinkedIn kommentiert jemand: Ist das Satire? In Berlin nennen wir das: Realsatire.

Und noch ein paar Leseempfehlungen:

600 Euro pro WG-Platz: Wie der Berliner Remmo-Clan an indischen Fahrrad-Kurieren verdient

Balance zwischen Bond und Behörde: Wie man es in den Bundesnachrichtendienst schafft

Kampf um Konzentration: Sollte Schach in Berlin zum Schulfach werden?

Berlin 2030 – Visionen für die Hauptstadt mit Yehuda Teichtal

Machen statt Meckern: Für unsere neue Serie „Berlin 2030“ haben wir 50 Ideengeber nach ihrer Vision für die Hauptstadt gefragt. Den Beitrag von Yehuda Teichtal lesen Sie hier. Alle Folgen und kreative Konzepte finden Sie täglich online unter tagesspiegel.de/berlin2030.

Vielen Dank für dutzende Mails mit spannenden Ideen! Leser Stefan Glunz schlägt vor „Lost Places“ wie z.B. das Stasi- und Regierungskrankenhaus in Buch, das Sporthotel und Kongresszentrum am Sportforum, das Kinderkrankenhaus Weißensee oder das Waldhaus Buch an der Zepernicker Straße in Wohnraum umzuwandeln.

Machen Sie gerne mit, wir sind gespannt: Schicken Sie uns Ihre Lösungen für Berlins Probleme an checkpoint@tagesspiegel.de.

Telegramm

Die beste Schulleiterin Deutschlands kommt aus Berlin: Andrea Franke verwandelte die Willy-Brandt-Schule in Gesundbrunnen von einer unbeliebten „Resteschule“ zu einem Leuchtturm im Kiez. Wie macht man das? „Frau Franke glaubt an gute Ideen, unterstützt spontan und tatkräftig, begeistert bei der Umsetzung und setzt die Visionen von Kolleginnen und Kollegen um“, zitiert die Jury eines ihrer Teammitglieder.

Herzliche Glückwünsche auch an Nicole Verdenhalven, Leiterin der Rahel-Hirsch-Schule in Marzahn-Hellersdorf, die den dritten Platz belegte, sowie an Jotam Felmy, der als „Ausgezeichnete Lehrkraft“ an der Gustav-Heinemann-Oberschule in Marienfelde geehrt wurde.

Apropos Schule: Mindestens 16 Familien wollen durchsetzen, dass ihr Kind trotz des Scheiterns beim Probeunterricht ein Gymnasium besuchen kann. Es könnten allerdings noch mehr werden, da die Frist noch nicht abgelaufen ist (ein Monat nach Ablehnungsbescheid). Das Gericht will „möglichst vor Ostern“ entscheiden.

Wird’s noch was mit der Verwaltungsreform? Der Senat will den Anfang vom Ende des Behördenpingpongs heute beschließen, Grüne und Linke sind dagegen (den Weg, nicht das Ziel).

Apropos Belastung: Auch in Mitte warten Wahlhelfende noch auf ihr Erfrischungsgeld (CP von gestern). Grund: Zu viele – und zu viele krank, schreibt das Bezirksamt (sinngemäß) auf Checkpoint-Anfrage. Bis 12. April soll alles überwiesen werden. Erfrischend.

Trainings-Endspurt für Läufer und Sportler im Rolli, auf dem Handbike oder mit Inlinern: Am Sonntag startet der Halbmarathon. Unsere Beilage mit allen Zeiten und Teilnehmenden erscheint wie gewohnt am Montag im Tagesspiegel (ePaper und Print).

Und der Ausrichter SCC bittet wegen der Verkehrssituation rund um den Funkturm, zur Expo (inkl. Startnummernausgabe) auf dem Messegelände (!) mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.

Apropos: S-Bahnverkehr unterbrochen, lange Staus und Sperrungen… Das Verkehrschaos rund um die Ringbahnbrücke auf der A100 bremst täglich Tausende aus und belastet Anwohner mit Lärm und Abgasen. Wir suchen Betroffene, vor allem Berufspendler, die täglich Zeit verlieren. Schreiben Sie sich Ihren aufgestauten Ärger vom Lenkrad – und eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.

Und schon geht es weiter mit der Checkpoint-Schwarmintelligenz:

+ Das Kulturamt Steglitz-Zehlendorf sammelt Erinnerungen an das „Pop Inn“. Ein Theaterprojekt will die legendäre Teenie-Disko wieder aufleben lassen. Haben Sie dort die große Liebe gefunden, zum ersten Mal geknutscht oder das Silvesterkonzert der „Ärzte“ 1984 erlebt? Geschichten, Anekdoten und Playlists können Sie per Mail schicken an kultur@ba-sz.berlin.de.

+ Völlig losgelöst vom Bahnverkehr ist Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern ab dem 1. August. Wegen Bauarbeiten hält dort für acht Monate kein Zug. Sind Sie als Exil-Berliner von der Sperrung betroffen? Melden Sie sich: checkpoint@tagesspiegel.de.

Die S-Bahn Richtung Spandau fuhr in der vergangenen Woche – aber falsch: Wie Checkpoint-Leser Jürgen Technau berichtet, hielt der Zug außerplanmäßig am Bahnhof Grunewald. Durchsage: „Alle aussteigen, Zugführer hat sich verfahren.“ Kommt ins Betriebsstörungsbingo.

Zitat

„Ich nehme eine Kopie der Freiheitsglocke mit, die im Rathaus Schöneberg hängt, um Berlin als meine Heimatstadt zu würdigen.“

Als erste deutsche Frau überhaupt schwebt Rabea Rogge aus Berlin jetzt bereits im Weltraum. Im All nimmt sie unter anderem an einem Experiment zum Hormonhaushalt in weiblichen Körper teil.

 

Kiekste

Ein Hauch von Aprilscherz am Gehege auf der Pfaueninsel. Leserin Dorothee Lennert hat genau hingeschaut – und uns ihr Foto dankenswerterweise an checkpoint@tagesspiegel.de gemailt. Auch Sie können uns so mit Ihren Bildern beglücken.Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.

 

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Berliner Gesellschaft

GeburtstagAsa Butterfield (28), Schauspieler, „Der Junge im gestreiften Pyjama“, in der Serie „Sex Education“ spielte er den Otis Milburn, zur Filmpremiere von „Ender’s Game“ war er in Berlin / Peter A. Frensch (69), Psychologe, war Vizepräsident der Humboldt-Universität für den Bereich Forschung, kommissarisch deren Interimspräsident / „Ein Geburtstagsgruß zum 1. April 2025 an Martin. Auch er wird älter und danke für seinen Beistand. Besonders in den letzte Wochen. P.“ / Tessa Mittelstaedt (51), Schauspielerin, spielte u.a. jahrelang im Kölner „Tatort“ an der Seite von Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär, auf der Bühne u.a. in der Komödie am Kurfürstendamm / Anne Rabe (39), Autorin („Die Möglichkeit von Glück“), Dramatikerin, für ihr Stück „Achtzehn Einhundertneun – Lichtenhagen“ Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker, den u.a. die Stadt Frankfurt (Oder) vergibt / „Unser lieber Freund RUTTE feiert heute – kein Aprilscherz – seinen 7. runden Geburtstag. Bleibe weiter so stark, wünschen Becki, Horst und die vielen Freunde.“ / Christian Thielemann (66), Dirigent, Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden, war bis 2004 Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin / Ireen Wüst (39), niederländische Eisschnellläuferin, u.a. sechs olympische Goldmedaillen, gewann 2016 bei den Weltmeisterschaften in Berlin Silber im Mehrkampf

+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++

Gestorben – Sieglinde Duscheleit (geb. Kornhuber), * 30. Juli 1930, verstorben am 26. März 2025 / Matthäus Haberl, * 13. Oktober 1934, verstorben am 15. März 2025 / Dr. Gisela Kürer (geb. Herrmann), * 25. Juli 1936, verstorben am 16. März 2025

StolpersteinAlice David (*1892) gab als Beruf „Arbeiterin“ an, über Ihren Werdegang und ihre Lebensumstände gibt es ansonsten nur wenige Informationen. Sie lebte zuletzt als Untermieterin in einem möblierten Zimmer. Um der drohenden Deportation zu entgehen, nahm sie sich am 1. April 1942 das Leben. Ihre Vermieterin, Alice Bremer, wurde am 17. August 1942 nach Theresienstadt deportiert und dort ermordet. An Alice David erinnert ein Stolperstein in der Ludwigkirchstraße 10 in Wilmersdorf.

Encore

Im Westen bröckelt Beton, im Osten fliegen Fliesen: Von einem der Zuckerbäckerbauten am Strausberger Platz lösen sich seit Jahren Kacheln und segeln Richtung Karl-Marx-Allee. Die Eigentümergemeinschaft wollte sie nun mit Schrauben befestigen. Doch das ist aus Denkmalschutzgründen tabu, teilte das Berliner Verwaltungsgericht gestern mit, die Entscheidung fiel bereits Mitte März.

Bei der Sanierung der historischen Fassade vor rund 25 Jahren wurden die Original-Kacheln aus Meißner-Keramik durch neue ersetzt, diese wurden allerdings nur aufgeklebt – ein Verarbeitungsfehler. Der stete Fliesenregen wird aktuell von einem Netz über dem Erdgeschoss aufgefangen, dabei bleibt es wohl auch vorerst. Ästhetisch hat Berlin mal wieder eine Schraube locker.

Ohne Netz und doppelten Boden hat Co-Autorin Jessica Gummersbach geschrieben, Recherche und Texte kamen von Stefan Jacobs, Isabella Klose und Teresa Roelcke. Das Stadtleben hat Antje Scherer kuratiert, Jaqueline Frank hat am frühen Morgen alles zusammengeklebt. Morgen lesen wir uns wieder, dann mit Unterstützung von Stefan Jacobs. Bis dahin!

Ihre Anke Myrrhe

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