eine alte Lebensweisheit besagt: unter der Sahnehaube verbirgt sich meist etwas Hartes. In Berlin ist es das ungeschönte Pflaster. Jetzt, wo der Schnee geschmolzen ist, taucht vielerorts das auf, was dort seit zwei Wochen vor sich hingammelt: Silvesterreste und andere Abfälle, die sich nun genüsslich mit Splitt zu einer duften Berliner Mischung verbinden. Bleibt das jetzt so?
Fragen wir doch mal nach bei der BSR. Die Antwort kommt schnell und ungeschönt: Beim „Spezialeinsatz zur Neujahrsreinigung“ habe man am 1. Januar Schwerpunktbereiche vom Silvestermüll befreit und „insgesamt rund 510 Kubikmeter Abfall eingesammelt“. Am Tag darauf sei begonnen worden, den übrigen Silvestermüll zu beseitigen. „Dies geschieht jedoch nicht in einem Spezialeinsatz wie am Neujahrstag, sondern im Zuge der turnusmäßigen Straßenreinigung.“
Doch dann kam der Winter. Ab dem 3. Januar sei es „zu einem heftigen Winter- und Kälteeinbruch gekommen, in dessen Folge winterdienstliche Maßnahmen im Sinne der Gefahrenabwehr Priorität haben mussten“. Seitdem war die normale Straßenreinigung unterbrochen und arbeitet sich nun „von den Haupt- in die Nebenstraßen vor“.
„Ein konkreter Zeitpunkt, bis wann der Streusplitt auf Gehwegen, Fußgängerüberwegen und in Haltestellenbereichen entfernt ist, lässt sich nicht nennen“, teilt die BSR mit. Überhaupt sei die Straßenreinigung in den kalten Monaten aufwendiger, „weil unsere Kehrmaschinen bei Minusgraden nicht wie sonst eingesetzt werden können. Wir sind dann auf erhöhte manuelle Leistungen unserer Einsatzkräfte angewiesen.“ Klingt nach der berühmten Mensch-Maschine-Lösung.

Apropos BSR… Die putzt nicht nur Gehwege, sondern auch fleißig Klinken. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Stadtreinigung Mitgliedschaften bei nicht weniger als 82 Interessenverbänden gegönnt. So viel netzwerkt kein anderer Berliner Kommunalbetrieb, wie aus einer Liste der Finanzverwaltung vorgeht (auf Anfrage von Sebastian Schlüsselburg, SPD).
Und die gibt’s nicht gratis: Gut 500.000 Euro gibt die BSR im Jahr für Mitgliedschaften aus, ist auf Nachfrage zu erfahren. Die Hälfte für Pflichtmitgliedschaften oder Branchenverbände wie IHK und Handwerkskammer. Der Rest diene „dem fachlichen Austausch in den vielfältigen Tätigkeitsfeldern der BSR“. Damit meint die Stadtreinigung offenbar auch ihre Mitgliedschaften im CDU-Wirtschaftsrat, bei zwei Journalistenverbänden – oder im Berlin Capital Club.
Der versteht sich laut Website als „exklusives Forum, in dem Geschäftsleute in einem edlen Ambiente ihre Netzwerke pflegen“ können. Aufnahmegebühr für Firmen: 7200 Euro, 2050 Euro Jahresbeitrag pro Mitglied. Saubere Sache.
Anzeige
„Möglichkeiten einer Insel“
Die Welt ist unruhig, und sie ist schwierig. Wie gut, dass es Inseln gibt! Kunstsammlungen sind Inseln der besonderen Art. Anlässlich des 100. Geburtstags von Dieter und Hilde Scharf beschäftigt sich die Ausstellung mit der Sammlerleidenschaft des Ehepaares und seiner Tochter Julietta Scharf.
Bis 3.5.2026 in der Sammlung Scharf-Gerstenberg – Infos hier
25 Minuten Regierungserklärung, ohne Entschuldigung, dafür mit etwas Einsicht und einigen Maßnahmen. „Rückblickend hätte ich bereits am Sonntag sagen müssen, dass ich eine Stunde Sport gemacht habe“, sagte Kai Wegner (CDU) gestern im Abgeordnetenhaus. Sein Fokus habe darauf gelegen, die Berlinerinnen und Berliner schnellstmöglich wieder mit Strom und Wärme zu versorgen. „Und ich glaube, dass dieser Fokus auch richtig war.“
Die Berlinerinnen und Berliner sehen das mehrheitlich anders: Laut einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap für den rbb sehen 61 Prozent Wegners Glaubwürdigkeit beschädigt. Für einen Rücktrittsgrund halten das nur 25 Prozent – aber immerhin ein Viertel der Befragten (Q: Abendschau).
Wichtiger für die Zukunft: Ebenfalls nur 25 Prozent beurteilen Wegners Krisenmanagement gut. Bei Franziska Giffey (SPD) sind es 38 Prozent, die Wirtschaftssenatorin hat offenbar den besten Eindruck hinterlassen. Am schlechtesten schneidet Iris Spranger (SPD) ab, deren Krisenmanagement nur 23 Prozent als gut bezeichnen.
Immerhin scheinen alle etwas gelernt zu haben: Kai Wegner stellte gestern umfangreiche Maßnahmen für den Katastrophenschutz vor, zusammengefasst: Berlin soll „Modellstadt für Krisenfestigkeit“ werden (nachzulesen hier). Passenderweise war im Plenarsaal des Abgeordnetenhauses am Morgen die Heizung ausgefallen.
Anzeige
Max Liebermann und sein Garten am Wannsee präsentiert von Frölich & Kaufmann
Der Maler Max Liebermann (1847-1935) verbrachte die Sommer am liebsten in seiner Villa am Wannsee. In diesem Freiluftatelier entstanden über 230 Ölgemälde, zahlreiche Pastelle und Zeichnungen – Höhepunkte des deutschen Impressionismus.
Bestell Nummer: 1509764.
Jetzt statt 68 € nur 19,95 €.
Jetzt hier bestellen oder anrufen.
Telefon 030 469 0 620
Aus der Reihe „Wie man in Berlin einen Zebrastreifen baut“: In der Johannisthaler Chaussee in Baumschulenweg ist ca. seit der Jahrtausendwende ein Fußgängerüberweg geplant. Im Dezember 2014 mündete das Projekt in die „straßenverkehrsbehördliche Anordnung“ des Zebrastreifens. Auf der Straße angekommen ist er bis heute nicht. Die Erklärung der Verkehrsverwaltung (auf Anfrage von Lisa Knack, CDU): Nach Einwänden mehrerer Behörden mussten die Pläne überarbeitet werden. Das Update kam im November 2025, sodass es nun theoretisch losgehen kann. Praktisch gibt es aber keinen Termin, „da es zurzeit mehr straßenverkehrsbehördliche Anordnungen für Querungshilfen als Finanzmittel für deren bauliche Umsetzung gibt“.
Anzeige
Hör-Revolution 2026:
Endlich glasklar hören!
"Was? Wie bitte?" – Sie müssen in Gesprächen ständig nachfragen? Oder Ihre Liebsten schimpfen, weil der TV wieder voll aufgedreht ist? Schluss damit! Modernste Hör-Technologie aus Deutschland macht Ihr Gehör wieder kristallklar. Testen Sie exklusiv 4 Wochen lang smarte Mini-Hörgeräte von audibene.
Jetzt kostenlos testen
Weiter geht’s mit Neuigkeiten zum ewigen Bauzaun in der Charlottenstraße. Berlinkenner wissen: Seit mehr als zwanzig Jahren stehen die Absperrungen an der längst sanierten Staatsbibliothek, selbst die Protestschilder („Der BER war schneller fertig“) haben inzwischen Museumswert. Der Zaun steht noch, weil der Gehweg erneuert werden soll (Baustart laut Verkehrsverwaltung voraussichtlich im 3. Quartal, Kosten rund zwei Millionen Euro). Für die Absperrungen ist seit Mitte 2023 nicht mehr der Bund zuständig, sondern der Bezirk.
Zuletzt versuchten wir, die Gesamtkosten zu ermitteln (Checkpoint vom 18. November). Das war kniffliger als gedacht. Das Ergebnis ist umso spannender: Von 2005 bis 2023 zahlte das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung für die Zäune rund um die Staatsbibliothek rund 46.600 Euro. Seit Mitte 2023, als der Bezirk die Verantwortung und die Kosten nur für die Seite Dorotheenstraße übernahm, wurden schon 25.600 Euro fällig.
Wie kann das denn sein? Auf Checkpoint-Nachfrage erklärt das Bezirksamt, es habe seit 2005 „erhebliche Preissteigerungen“ gegeben. Die Beträge seien außerdem „weder vom Leistungsumfang, noch von der Kalkulation her vergleichbar“. Tja, immerhin heißt der aktuelle Anbieter der Absperrung „Bauzaun-Discount“. In jedem Fall wäre es aber günstiger, die Bauzäune zu kaufen: Ein Zaun-Element („Profi SP10-04Ö Standard mit Haken und Ösen vollfeuerverzinkt“, 3,50 Meter lang) kostet aktuell auf bauzaun-discount.de (!) nur 76 Euro. Gesamtkosten für 250 Meter: rund 5.470 Euro. Amortisiert sich schon vor Baubeginn. Und da wären sogar alle Latten am Zaun.
Anzeige
Faszination der Virtuosen
Samstag
24.01.2026 20:00 Uhr
Philharmonie, Kleiner Saal
Berühmte Klavierkonzerte
Mozart: Klavierkonzert Nr. 21 C-Dur KV 467
Paderewski: Klavierkonzert a-moll
Gershwin: Klavierkonzert in F
mehr
Die Schale ist jetzt ein Barren – aber immerhin zurück. Nachdem die Meisterschale der Füchse Berlin im November aus der Geschäftsstelle des Handball-Meisters gestohlen wurde (Wert: 12.500 Euro) ist sie nun wieder aufgetaucht, allerdings geschmolzen. „Ich bin ein bisschen zerzaust“, teilte Füchse-Manager Bob Hanning in einem Instagram-Video mit. „Wir sind heute informiert worden, dass die Schale wieder da ist. Wir haben noch einen Silberbarren.“ Die gute Nachricht: Die mutmaßlichen Täter sind gefasst. „Was dabei rausgekommen ist, ist unfassbar“, sagt Hanning, „LKW-Diebesgut, Geld, Gold, alles, was man sich vorstellen kann, ist sichergestellt worden, auch ein Schmelzofen.“ Oder anders ausgedrückt: Der Erfolg der Diebe endete, als sie sich am Erfolg anderer vergreifen wollten.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Carsten Jung, Chef der Berliner Volksbank, kann die regelmäßigen Misserfolgsmeldungen zu den Wohnungsbauzielen des Senats (20.000 neue Wohnungen pro Jahr) nicht mehr ertragen. „Ein Weiter-so darf es nicht geben“, sagte er im Interview mit unserem Kollegen Kevin P. Hoffmann zum 80. Gründungsjubiläum seiner Bank. Was also tun, wenn vieles auf Bundesebene geregelt wird? Das Land könne zum Beispiel das Grundstücksangebot steigern, „weil es über genügend Flächen verfügt. Und zu viele Bürobauten in Planung hat, für die es eigentlich keinen Bedarf gibt.“
Dazu passt diese Meldung: Erstmals seit der Wiedervereinigung gehen die Verkaufsflächen im Einzelhandel zurück. Laut Stadtentwicklungsplan „Zentren 2040“ schrumpften die Flächen von 2015 bis 2021 insgesamt um 1,3 Prozent (rund 60.000 Quadratmeter). Am stärksten trifft es die Innenstadtzentren, dort verschwanden 133.000 Quadratmeter Einkaufsfläche (minus 7 Prozent). Die Gründe dafür finden Sie vermutlich im Internet.
Mittendrin war gestern unsere Außenreporterin Jessica Gummersbach auf der 10. Geburtstagsparty des Hotel Oderberger. Der Name „Birthday Extravaganza“ war Programm, bei Glitzer und Glamour tummelten sich rund 500 Gäste ums alte Stadtbad, darunter auch der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach und eine Truppe Synchronschwimmer. Alle anderen kamen trotz der riskanten Nähe zum Becken dem Vernehmen nach trocken nach Hause (wenn sie denn wollten).
Im Bundestag saß sie im NSU-Untersuchungsausschuss, jetzt soll sie für die Linken klären, ob der Senat illegal Fördergelder gegen Antisemitismus vergeben hat: Martina Renner. Die Linken-Fraktion im Abgeordnetenhaus beschäftigt sie nun als Referentin für den Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der Fördergeldaffäre.
Die beschäftigt auch weiterhin die Koalition, zum Stand des Streits zwischen CDU und SPD geht es hier.
Bleiben wir kurz im Parlament, wo es immer was zu Erleben gibt: In der Enquete-Kommission „Für gesellschaftlichen Zusammenhalt, gegen Antisemitismus, Rassismus, Muslimfeindlichkeit und jede Form von Diskriminierung“ gibt es morgen nur ein Thema: „Beratung des weiteren Verfahrens.“ Na, hoffentlich kommt dabei etwas raus.
Anzeige
Tagesspiegel Genuss-Menu meets POTS im The Ritz-Carlton, Berlin: Auch im Jahr 2026 führt Sie unsere „Genuss-Menu“-Reihe in das POTS im 5-Sterne Berliner Ritz-Carlton. Entdecken Sie dieses exklusiv von Executive Chef Lukas Bachl kreierte 4-Gang-Menu! Jetzt buchen!
Wo sind all die Spatzen hin? Bei seiner jährlichen Vogelzählaktion wurden dem NABU fast halb so viele Haussperlinge gemeldet wie im Jahr zuvor. So recht erklären können die Naturschützer das nicht. Und kommen Sie jetzt nicht mit Kanonen!
Für DDR-Geschichte ist im Klassenzimmer offenbar kein Platz mehr. Der Senat plant mit weniger Geschichtsstunden in der Oberstufe. Im neuen Lehrplan wäre die deutsche Teilung dann kein Pflichtstoff mehr. Nach lauter Kritik will die Bildungsverwaltung nochmal nachsitzen.
Und was wird im Wahljahr aus wichtigen Projekten der Berliner Schulpolitik? Hier geht’s zur Übersicht.
Ein Mammutprojekt hat sich der Tierpark mit seinem neuen Gehege vorgenommen: Im Frühsommer sollen die Elefanten einziehen. Um den Umbau zu stemmen, schließt der Tierpark ab Februar die Fasanerie und Teile des Haustierbereichs. Für zusätzliches Personal fehlt das Geld.
Das Kofferchaos neulich am BER (CP vom 7.1) hat EasyJet wohl etwas übermütig entschärfen wollen: Ein Flieger des Billiganbieters ist vergangene Woche ganz ohne Gepäck gelandet. Erst am leeren Kofferband erfuhren die Reisenden: Ihre Taschen waren wegen eines technischen Problems im Frachtraum des Flugzeugs auf Teneriffa geblieben. Das verlassene Gepäck sei aber mit dem nächstmöglichen Flieger nachgeschickt worden, teilte EasyJet auf Nachfrage mit. Erfolgsmeldungen oder Gegenteiliges können Sie uns gern selbst erzählen unter checkpoint@tagesspiegel.de. Gute Ankunft.
Die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch, ist Taylor-Swift-Fan und mag große Tattoos. Das und natürlich viele politische Inhalte werden am Sonntag zur Sprache kommen, wenn Koch zu Gast im „Schattenkabinett“ der Drag Queen Margot Schlönzke ist. Ab 19 Uhr im BKA-Theater. Alles Weitere dazu im kostenlosen Queerspiegel-Newsletter (Abo hier), der die Veranstaltung präsentiert.
Zitat
„Noch so’n Ding und wir lassen unsere Wölfe frei…“
Die Brandenburger Staatskanzlei kontert auf Instagram den Vorschlag von Chef-Bayer Markus Söder (CSU), andere Bundesländer zusammenzulegen.
Stadtleben
Verlosungen – Schon bei der Uraufführung 1824 rastet das Publikum aus, aber der völlig ertaubte Beethoven kann den Applaus leider nicht mehr hören. Grob 200 Jahre später erklingt die Neunte Sinfonie am 31. Januar in der Philharmonie, es spielt Symphonia Berlin und Sie können dabei sein und ausrasten oder nicht, das überlassen wir ganz Ihnen: Wir verlosen jedenfalls 2x2 Karten! Bewerben kann man sich über das CP-Postfach, 20 Uhr, ab 48/42 Euro, Herbert-von-Karajan-Straße 1, U-/S-Bhf Potsdamer Platz
Trinken – Schwanger, Dry January oder einfach so: Die Weinhandlung „Viniculture“ ist eine der ersten Adressen in Berlin für anspruchsvolle Alternativen ohne Alkohol. Außerdem steht der Laden für kleine Produzent:innen und individuelle Weine, von der Unstrut bis ins Wallis. Bei Monatsverkostungen präsentieren Winzer:innen selbst ihre Weine, am 28. Januar gibt es ein Seminar unter dem Motto „Cheers without alcohol“ (59 Euro). Di-Fr 12-19 Uhr, Sa 11-19 Uhr, Grolmanstraße 44-45, S-Bhf Savignyplatz
Noch hingehen – In „Everywoman“ hielt Ursina Lardi Zwiesprache mit einer krebskranken Frau. In „Tanzende Idioten“ rückt sie dem Tod noch näher. Sie spielt Goldie, eine Frau, die im Sterben liegt, es aber nicht gerne zugibt. Angst verspüre sie nicht, eher Respekt vor der Größe der Aufgabe, sagte Lardi („Das weiße Band“) im TSP-Interview. Im Haus der Berliner Festspiele gibt es noch drei Vorstellungen: heute und morgen, je 19.30 Uhr, am Sonntag um 18 Uhr, 15-39 Euro, Schaperstraße 24, U-Bhf Spichernstraße
Last-Minute-Muskeln – Das Literarische Colloquium startet sportlich ins Jahr. Bei „Kraftsport. Ein Casino der guten Vorsätze“ lesen heute Autor:innen parallel auf mehreren Bühnen. Mit dabei ist Verena Keßler, die sich in ihrem Roman „Gym“ mit Fitnesswahn und Obsession beschäftigt. Nachdem ihre Hauptfigur im Bürojob gefeuert wurde, beginnt sie in einem Fitnessstudio zu arbeiten und wird von der Atmosphäre aus Proteinshakes, Hantelbank und Selbstoptimierung gepackt. 19.30 Uhr, 9/5 Euro, Am Sandwerder 5, S-Bhf Wannsee
Grübelstoff – Haben Sie (nach den vielen Berichten über den großen Bankeinbruch in Gelsenkirchen) auch darüber nachgedacht, was in Ihrem Haushalt so wertvoll ist, dass ein Schließfach überhaupt infrage käme? Der Partner, die Kinder und die Katze fallen natürlich weg, also, was sonst wäre unersetzlich?
Kiekste
Ruhebereich: Fragen und Gespräche nur in Gedanken. Entdeckt und festgehalten von Checkpoint-Leser Matthias Engel an der Haltestelle Rathaus Steglitz. Schicken auch Sie uns Ihre schönsten, kuriosesten und überraschendsten Berlin-Momente an checkpoint@tagesspiegel.de und nehmen an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Nahverkehr – S – S46, S47, S8, S85, S9: Ab heute 22 Uhr bis Montagmorgen, ca. 1.30 Uhr kommt es zu Fahrplanänderungen:
* Zwischen Schöneweide und Neukölln fahren Busse als Ersatz.
* Zwischen Schöneweide und Treptower Park fahren Busse als Ersatz.
* Die S9 ist zwischen Treptower Park und Warschauer Straße unterbrochen.
Westend: Wegen der Grünen Woche hohes Verkehrsaufkommen ums Messegelände.
Demonstration – Für heute sind elf Demos angemeldet (Stand 15.1., 15.45 Uhr), u.a. „Gegen Kriminalisierung von Klimaaktivisten“: 20 Demonstrierende, Turmstraße 91 (8-9.30 Uhr)
„Haltung zeigen, Tierleid nicht verschleiern!“ zehn Menschen, Greenpeace, Hammarskjöldplatz 1 (9-14 Uhr)
„Stoppt Hinrichtungen im Iran/Solidarität mit den Bürgerprotesten im Iran“: 100 Teilnehmende, Konrad-Adenauer-Straße 1 (11-16.30 Uhr)
„Gegen Islamische Regime im Iran“: 100 Teilnehmende, Pariser Platz 2 (15-18 Uhr)
„Uneingeschränkter Zugang humanitärer Hilfe für die Menschen in Gaza und Öffnung aller Zugänge (...)“: 40 Menschen, Friends of Standing Together (17-18 Uhr)
Sonnabend – Angemeldet sind 28 Demos, u.a. „Nachhaltige Landwirtschaft, Faire Erzeugerpreise für Bäuerinnen und Bauern, Gutes Essen für alle, Recht auf Nahrung“: 35 Teilnehmende mit Traktoren, „Kampagne Meine Landwirtschaft“, über Prinzenallee bzw. Clayallee, Messedamm, Straße des 17. Juni (7-11 Uhr)
„Wir haben Agrarindustrie satt!“: 9.000 Demonstrierende, „Kampagne Meine Landwirtschaft“, Platz des 18. März, Unter den Linden, Platz des 18. März (12-15 Uhr)
„Kein Bock auf Nazi-Lärm Gemeinsam gegen das Nazi Konzert in Köpenick“: 150 Menschen, Mandrellaplatz (17-21 Uhr)
Sonntag – Angemeldet sind zwölf Demos, u.a. „Visuelle Präsentation von 300 Fotos (Posters) von zu Unrecht inhaftierten politischen Gefangenen in Venezuela (...)“: 30 Protestierende, Mühlenstraße (12-13 Uhr)
„Solidarität mit den Protesten in Iran“: 3.000 Menschen, Platz des 18. März, Liebknechtbrücke, Neptunbrunnen (13-17 Uhr)
„Baby Kfir wanted to live. Silent March in Memory of All Victims murdered by terrorists. – Ein Schweigemarsch als gemeinsames Zeichen (...)“: 150 Teilnehmende, Bhf. Gesundbrunnen, Brunnenstraße/Veteranenstraße (17-18 Uhr)
Gericht – Nach Raubüberfällen auf eine 100-jährige Frau sowie auf zwei 78 und 87 Jahre alte Seniorinnen kommt die mutmaßliche Täterin vor Gericht. Die 31-Jährige soll die Opfer im Juni 2024 attackiert haben. In einem Fall habe sie Pfefferspray eingesetzt, in einem anderen eine Kette vom Hals gerissen. Die 78-Jährige sei zu Boden gestoßen worden und habe ein Schädel-Hirn-Trauma ersten Grades erlitten (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A220).
Universität – Im Format „Musiktheaterwerkstatt“ arbeiten Studierende der Hochschule für Musik Hanns Eisler und der Kunsthochschule Weißensee zusammen. Aktuell geht es um die selten gespielten Oper „Tiefland“ von Eugen d'Albert. Premiere ist morgen um 19 Uhr, auch Sonntag um 17 Uhr, Eintritt frei, Charlottenstraße 55
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Gregor Gysi (78), Rechtsanwalt und Politiker (Die Linke), Mitglied des Bundestags, 2002 war er Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen / Lutz Hübner (62), Schauspieler, Regisseur und Dramatiker („Frau Müller muss weg“) / Michael Karnetzki (63), Politiker (SPD), bis 2023 Stadtrat in Steglitz-Zehlendorf / Carl Klaus (32), Torhüter bei Union Berlin / Jonas Mattisseck (26), Basketballprofi bei Alba Berlin
Sonnabend – „Bottle-Claus turns 60! Jedes scheinbar sinnlose, dumme, schwierige, einsame, erfolgreiche, glückliche, herausfordernde Unterfangen in deinem Leben hat dich hierhergeführt. Happy Birthday. In Liebe S.“ / Benno Fürmann (54), Schauspieler („Babylon Berlin“, „Der Palast“) / „LLEFjenny, heute vor 14 Jahren begann eine wunderbare Reise, der noch viele Momente und Stationen folgen werden ♥️ Da, das Café Nö heute nicht für uns aufmacht, sende ich dir hier einen kleinengroßen, verliebten Funken Aufmerksamkeit, dLLEMjancito“ / „Team Checkpoint grüßt Köln – herzlichen Glückwunsch, liebe Susanne!“
Sonntag – Barbara John (88), Politikerin (CDU), von 1981 bis 2003 Ausländerbeauftragte des Berliner Senats / Christian Tretbar, Tagesspiegel-Chefredakteur, „Mit Leipziger Lerche auf dem Teller und Ebbelwoi im Glas lässt Team Checkpoint dich ordentlich hochleben!“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn oder der Lieblingskollegin zum Geburtstag, den Großeltern zum Hochzeitstag oder einem Sportverein zum Jubiläum im Checkpoint gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de. +++
Gestorben – Heidi-Marie Hess, * 1. Oktober 1953, verstorben am 2. Dezember 2025 / Margret Else Malaschewski, *27. März 1943,verstorben am 21. Dezember 2025 / Hans-Jürgen Pluta, * 15. April 1936, verstorben am 15. Dezember 2025
Stolperstein – Meta Laserstein geb. Birnbaum (*1867) hatte mit ihrem Mann Hugo Laserstein, der Apotheker war, zwei Töchter: Lotte und Käthe. Nach dem Tod Hugo zog die Familie nach Berlin. Lotte war eine bekannte Malerin und emigrierte nach Schweden. Käthe tauchte unter. Meta, die den Aufenthaltsort nicht preisgeben wollte, wurde 1942 von den Nazis verhaftet und ins KZ Ravensbrück deportiert. Dort starb Meta Laserstein am 16. Januar 1943. An sie erinnert ein Stolperstein im Immenweg 7 in Steglitz.
Encore
Grüne Woche ist nur einmal im Jahr, Spezialitäten aus (fast) allen Teilen Deutschlands gibt’s hier an 365 Tagen. Zum 100. Jubiläum der Häppchenmesse futtern wir uns durch 16 Bundesländer und zeigen, wo Sie die Gerichte probieren können. Zum Start geht’s nach Hessen und Sachsen.
Die hessische Landesvertretung liefert mit dem Bistro Mainhatten Landesküche aus eigener Hand: Klassiker wie Handkäs mit Musik, Frankfurter Grüne Soße oder Wetterauer Bratwurst – und dazu selbstverständlich Ebbelwoi. In Sachsen isst man deftig: Das Restaurant Schust in Prenzlauer Berg serviert Hausmannskost aus dem Erzgebirge (zum Beispiel Rinderrouladen mit Rotkohl), inklusive Vogelbeerlikör. Danach ab nach Friedrichshagen: In der Dresdener Feinbäckerei gibt’s Eierschecke mit Kirschen oder Rosinen. Oder beides? Lecker.
Häppchen für diesen Checkpoint haben Daniel Böldt, Jessica Gummersbach, Lorenz Maroldt und Christoph Papenhausen geliefert (Texte und Hinweise). Antje Scherer hat das Buffet bestückt und Jaquline Frank alles hübsch angerichtet (Produktion). Morgen serviert hier Jessica Gummersbach die Samstagslektüre.
Bis bald!