Berlin ist zwar der Nabel der Welt (jedenfalls in Berlin), aber die Weltausstellung, die der Regierende Bürgermeister (gerne? vielleicht? unter Umständen? wenn’s sein muss?) 2035 mit Berliner Signet auf Flächen Brandenburgs ausrichten möchte, hat leider nicht in den Koalitionsvertrag der neuen rot-schwarzen Potsdamer Landesregierung gepasst – kein Wort zur Expo findet sich darin, obwohl Kai Wegner doch, wie er behauptet, „im Austausch mit Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke über die Bewerbung um die Expo“ sei. Ein langjähriger Insider der dortigen Landespolitik erklärt das Schweigen so: „Niemand fasst hier eine Berliner Totgeburt an.“
IHK-Präsident Sebastian Stietzel erwartet deshalb mal wieder eine Neuausrichtung: Der Senat sei aufgefordert, „seine bisherige Haltung zu überdenken und für die Hauptstadt ins Rennen zu gehen“ – und zwar „als europäische Initiative“. Wir stellen also mal wieder fest: Berlin umkreist die Weltausstellung so elliptisch wie die Welt die Sonne. Mal gibt’s Schatten, mal gibt’s Licht, aber wirklich näher kommt man ihr nicht (und wer es versucht, verbrennt sich die Finger; das Ding ist verflucht. Dabei wär’s sicher ein Bringer).
Kleiner Trostpreis – unser anderes Großprojekt war den Brandenburgern durchaus einen Eintrag im Koalitionsvertrag wert: „Wir begrüßen die deutsche Bewerbung für die Olympischen Spiele und sprechen uns besonders für das Konzept Berlin plus aus.“ Hurra.