der Trend geht zur Zweit-Party: Am Brandenburger Tor planen der Senat und ein Bündnis aus Kulturschaffenden jeweils eine eigene Ersatzveranstaltung für die abgesagte ZDF-Silvesterparty (CP vom 15.10.). Bisher hat offenbar niemand mit dem anderen geredet. „Einen Austausch zu den Anmeldern der Versammlung gibt es bislang nicht“, sagt eine Sprecherin von „Kulturprojekte“, die das Senats-Event organisiert. Von der geplanten Kundgebung habe man „aus den Medien erfahren“. Noch bis heute sucht Kulturprojekte per Ausschreibung einen Dienstleister für das landeseigene Feuerwerk (falls Sie noch etwas Pyro im Keller haben: bitteschön).
Die Konkurrenz hat ihr Feuerwerk nach eigenen Angaben schon bezahlt und kündigt eine Kundgebung mit 100.000 Teilnehmern an. „Wir sind mit unserer Planung eigentlich fertig“, sagt Co-Organisator Holger Werner dem Checkpoint. Musikbühne, Riesenrad, 100 Foodtrucks: alles besorgt. Und RTL habe zugesagt, die Veranstaltung zu übertragen. „Das würde alles in Gefahr geraten, wenn wir zwei konkurrierende Projekte haben“, sagt Werner. „Ich denke, das ist ein großes Missverständnis.“ So wie offenbar die Sache mit RTL. Der Sender dementierte am Abend: „RTL überträgt an Silvester keine Großveranstaltung aus Berlin.“ Immerhin die Polizei bestätigt die Anmeldung einer Demo in der Größenordnung.
Und der Senat? Kein Wunder, dass der nicht antwortet: Die Wirtschaftsverwaltung spielt fröhlich Behördenpingpong mit der Senatskanzlei – niemand will sich zuständig fühlen, die Sache zu klären. Bevor jemand noch auf die Idee kommt, eine große gemeinsame Party zu organisieren (die Checkpoint-Band würde auch auftreten!), fragen wir lieber mal das Publikum.

Pflichtschuldig tragen wir hier die aktuellen Zahlen zur Neiddebatte bei: BVG-Chef Henrik Falk verdient fast 10-mal so viel wie seine Mitarbeiter – und liegt mit seinen 454.000 Euro jährlich nicht mal an der Spitze der landeseigenen Unternehmen. Das geht aus dem Beteiligungsbericht des Landes Berlin hervor, der dem Checkpoint vorliegt. Weitere Details:
+ Topverdiener ist Messe-Chef Dirk Hoffmann (502.000 Euro), knapp dahinter IBB-Chef Hinrich Holm (494.000 Euro) und BSR-Chefin Stephanie Otto (437.000 Euro).
+ Die höchsten Gewinne machten die Wasserbetriebe (164 Millionen Euro),
+ Die größten Verluste machten die neue BEW, berlinovo, der BER, Vivantes – und die BVG.
+ Berlin ist an 51 Unternehmen und neun Anstalten öffentlichen Rechts beteiligt. Dort gibt es 63.000 Vollzeitstellen (Stand 2024).
+ Es wurden 4,4 Milliarden Euro investiert, eine Milliarde mehr als im Vorjahr (vor allem durch den Ankauf der Berliner Energie- und Wärme GmbH).
+ Der Frauenanteil in Geschäftsführungspositionen liegt bei 38,5 Prozent – und damit etwas höher als im Vorjahr.
Bleibt noch die Auflösung unserer Umfrage von gestern: Sollten die Gehälter von Berlins Landesmanagern gedeckelt werden? Die Meinung der draufklickenden Checkpoint-Leserschaft ist eindeutig: 56 Prozent sagen „Niemand sollte mehr verdienen als der Regierende Bürgermeister“, 36 Prozent finden: „Der Markt gibt die Löhne vor.“ (Beteiligung: rund 2900 Menschen). CP-Vorschlag zur Güte: Einfach das Gehalt des Regierenden (212.000 Euro im Jahr) verdreifachen.
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Wir sind die Rettet-die-Landärzte-Versicherung. Von den über 14 Milliarden Euro, die durch Privatpatienten jedes Jahr zusätzlich ins Gesundheitssystem fließen, kommen allein dem ambulanten Sektor fast 8 Milliarden Euro zugute. Davon profitiert insbesondere die Versorgung im ländlichen Raum. Denn hier fallen die Honorare der Privatpatienten besonders ins Gewicht. Mehr auf pkv.de
Weniger beteiligt fühlt man sich im Bundesarchiv in Lichterfelde – zumindest am Weltgeschehen. Seit 2021 gibt es dort einen schicken neuen Lesesaal. „Ein heller, angenehmer Raum – sogar mit Klimaanlage“, schwärmt Historiker Jonathan Kaplan im Checkpoint-Postfach. Und den kann man ungestört genießen, denn im gesamten Lesesaal gibt es kein WLAN. Kaplan ärgerte das, er wandte sich an höchste Stelle: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Dessen Büro teilte mit: „Bezüglich der WLAN-Versorgung in den Lesesälen konnte durch das Bundesarchiv ein gestiegener Bedarf festgestellt werden“ (Achtung: Neuland!). „Bei optimalen Bedingungen ist eine Verbesserung des WLAN-Angebotes voraussichtlich leider erst in den Jahren 2026/2027 möglich.“
Auf Checkpoint-Nachfrage verweist der Kulturstaatsminister auf das Bundesarchiv. Dort bestätigt man: „Im denkmalgeschützten Bestandsgebäude mit Lesesälen ist kein WLAN-Empfang vorgesehen gewesen.“ Ein öffentliches Netzwerk für die Archivstandorte sei zwar seit 2023 in der Planung, die Umsetzung in denkmalgeschützten Gebäuden aber langwierig. Bis dahin empfehlen wir einfach: Abschalten und Lesen.
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Festival für zeitgenössische inklusive Kunst
Erleben Sie im Deutschen Theater Berlin herausragende inklusive Tanz- und Theateraufführungen aus ganz Deutschland. Am 30.10. eröffnet die Inszenierung „proteus 2481” der Münchner Kammerspiele mit dem Schauspieler Samuel Koch in der Hauptrolle das dreitägige Festival der Kulturstiftung des Bundes.
MEHR
Amt, aber ein bisschen unglücklich: Die Bürgerämter beglaubigen gegen Gebühr Unterschriften auf Dokumenten für deutsche Behörden sowie auf solchen, „die Sie wegen eines Gesetzes oder einer anderen Vorschrift bei einer anderen Stelle vorlegen müssen“. Darauf beriefen sich Eltern eines 14-Jährigen, um ihre Unterschriften unter der Vollmacht eines Reiseveranstalters beglaubigen zu lassen, die die Großeltern für eine Oma-Opa-Enkel-Tour in den Herbstferien brauchen. Das Bürgeramtspersonal lehnte ab, obwohl „andere Vorschrift“ und „andere Stelle“ doch zuzutreffen schien. Auf CP-Anfrage teilt die Innenverwaltung mit, dass das Amt richtig entschieden habe: „Es ist hier nicht erkennbar, dass der in Rede stehende Vordruck aufgrund eines Gesetzes oder einer anderen rechtlichen Vorschrift vorgelegt werden muss. Er dient offensichtlich der privatrechtlichen Absicherung.“ Merke: Die Formulierung „andere Vorschrift / andere Stelle“ im Berliner Serviceportal meint nicht jede Vorschrift und jede Stelle.
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Di., 28.10., 19:00 Uhr: „Herkunft, Herz, Haltung – Peemöllers HEIMAT-Talk powered by DRIVE. Volkswagen Group Forum.“ Ilka Peemöller spricht mit Thelma Buabeng und Atrin Madani über Identität, prägende Erlebnisse und darüber, was Heimat für sie ausmacht. Limitierte Tickets für diesen spannenden Talk im DRIVE gibt’s hier kostenlos bei rausgegangen.de
Sind wir noch die Hauptstadt der Toleranz? Berlin feiert sich gern als Stadt der Freiheit und Weltoffenheit. Das „Vielfaltsbarometer“ der Robert-Bosch-Stiftung zeigt nun, dass auch hier die Toleranz erheblich abgenommen hat. Besonders dramatisch ist der Rückgang in den Bereichen „Sexuelle Orientierung“ und „ethnische Herkunft“, bei der Akzeptanz von Menschen mit Behinderung schneidet Berlin schlechter ab als jedes andere Bundesland. „Die Deutschen sind nicht mehr so weltoffen, wie sie es 2019 noch waren“, sagt Studienleiter Klaus Boehnke. Und das gilt auch für die Stadt der Vielfalt.
Wie erleben Sie es? Ist Berlin intoleranter geworden? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen (vertraulich) an checkpoint@tagesspiegel.de.
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Nun noch etwas für Stadtplan-Nerds. Checkpoint-Leser Hans-Gerd Becker ärgerte sich über unsere Meldung zur doppelt ausgerufenen Motardstraße 98 (CP von Freitag). Statt „etwas dümmliche Vorgänge, die man nicht versteht, mit flapsigen Kommentaren zu garnieren“ empfehle er, einfach mal nachzurecherchieren. Nun denn:
„Die alte und die neue Motardstraße 98 verfügen nicht über die gleichen Grundstücksgrenzen“, sagt Thorsten Schatz, Baustadtrat von Spandau (CDU). Die alte Motardstraße gehörte zum „Flurstück 112“ mit 88.472 Quadratmeter. Der Verkauf von rund 2150 Quadratmetern dieser Fläche hatte zur Folge, dass das Areal geteilt wurde (und die Motardstraße 98 nun allein im Flurstück 114 liegt). „Die Darstellung im Amtsblatt muss leider in dieser Form erfolgen, was missverständlich wirken kann“, sagt Schatz. Stimmt.
Und noch ein paar Leseempfehlungen:
+ „Wenn sie nichts finden, ist das der perfekte Mord“: Sechs Jahre nach ihrem Verschwinden suchen Ermittler im brandenburgischen Taube nach Rebecca Reusch. Über eine Suche zwischen Apfelbäumen und Hobby-Ermittlern.
+ Überraschender Stopp nach 20 Jahren: Berlin unterbricht die Schulinspektionen – die Senatorin folgt damit der Empfehlung des Qualitätsbeirates. Die Arbeit der Inspekteure soll tiefgreifend reformiert werden.
+ Wahlen an der TU Berlin: Alt-Präsident fordert Geraldine Rauch zum Rückzug auf – nachdem sie sich von der Einladung eines jüdisch-kurdischen Vereins distanziert hatte
Berliner Schnuppen
Telegramm
Personalie I: Berlins früheren Kurzzeit-Bausenator Sebastian Scheel zieht es nach Sachsen (Q: Sächsische Zeitung). Der inzwischen parteilose Politiker soll dort den geschassten Wirtschaftsstaatssekretär beerben – fast auf den Tag genau ein Jahr, nachdem er zusammen mit anderen Prominenten aus der Berliner Linkspartei austrat – weil die kein klares Bekenntnis gegen Antisemitismus hinbekam.
Wie antisemitisch ist die Berliner Linke? Dieser Frage sind unsere Kollegen Daniel Friedrich Sturm und Robert Kiesel nachgegangen.
Und meinen Radioeins-Kommentar zum Thema können Sie hier nachhören.
Personalie II: Kevin Kühnert ist zurück – zumindest ein bisschen. Der ehemalige SPD-Generalsekretär ist jetzt Autor bei „Rolling Stone“. Sein erstes Thema, klar: Markus Söder, Zitat: „Niemand sollte mehr in diese Wurstfalle tappen.“ Könnte heiter werden. (Q: Bild)
Mit Promi-Faktor: Rund 2000 Menschen folgten gestern einem Spontan-Aufruf der Klimaaktivistin Luisa Neubauer und anderen, um vor CDU-Zentrale gegen die Stadtbild-Aussagen von Friedrich Merz zu demonstrieren.
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Tagesspiegel „Vital-Welt“ meets Waldorf Astoria Berlin: Erleben Sie einen Tag der Entspannung in dieser Wohlfühloase im Herzen Berlins mit fünf Therapieräumen, wolkenförmigem Pool, finnischer Sauna, Dampfbad, Fitnessstudio und Sonnenterrasse auf der 6. Etage. Jetzt buchen!
Vom Checkpoint-Büro auf den Campus: Zum Semesterstart bieten die mobilen Bürgerämter ihren Service an den Unis an. Ohne Termin können Studierende dort ihren Behördenkram erledigen: Bafög, Reisepass, Ummeldung (wenn sie eine Wohnung haben). Versorgt wurden inzwischen TU, FU und BHT. Heute ist die HU dran. Weitere Termine soll es im November geben.
Ä Tönnchen, please (Teil II): Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg besitzt seit gestern Abend eine Regentonne. Statt das Wasser versickern zu lassen, wird es an der Yorckstraße jetzt fürs Stadtgrün gesammelt.
Inspiration für Hertha: Die Indianapolis Colts sind nach sieben Spieltagen das beste Team der American Football Liga (NFL) – und bescheren Berlin damit ziemlich unverhofft ein Topspiel im Olympiastadion (9.11 gegen die Atlanta Falcons). Auf Instagram verlost die S-Bahn ab heute 14 Tickets.
Vor dem Touchdown gibt’s schon gebuchte Touren durchs Olympiastadion – mit Blick in Kabinen und VIP-Bereiche. Los geht’s am Donnerstag.
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Sexualität, Zyklus und Schwangerschaft: Chefärztin Prof. Dr. Mandy Mangler spricht mit Tagesspiegel-Redakteurin Esther Kogelboom über alles, was medizinisch für Frauen wichtig wird. Wissenschaftlich eingeordnet, klischeefrei und selbstermächtigend.
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In Paris rauben sie Kronjuwelen, in Zehlendorf Musikinstrumente: Einer 85-Jährigen wurden vergangene Woche eine hochwertige Geige (Baujahr 1753, Mailand) und zwei Bögen geklaut. Die Polizei bittet um Hinweise.
Berlin erhält die Blechmedaille beim „Parkplatz-Index“ eines Autoverleasers: Die zehn Euro pro Jahr für die Anwohnervignette seien bundesweit am billigsten – und zwar mit deutlichem Sicherheitsabstand: Die Riege der nächstteuren Städte – Dresden, Kiel, Potsdam, Mainz, Nürnberg, München – verlangt das Dreifache und erhält dafür immer noch das Prädikat „extrem günstig“. Für einen, nun ja, Gesamtsieg reicht’s wegen relativ hoher Kosten für private Stellplätze, Parkhäuser und Parkscheine trotzdem nicht.
Deutschlands ältestes Gericht? Nein, keine Bierkuttelsuppe! Das Kammergericht am Kleistpark, seit 1468. Am 7. November lädt die Justiz dorthin zu einem „Abend voller Recht und Geschichten“ von 18 bis 22 Uhr. Wer (neben den naheliegenden Fragen und nachgestellten Verhandlungen) wissen will, wohin der Instanzenzug fährt, wer welche Robe trägt und was das Seepferdchen in der Haupthalle macht, ist herzlich willkommen. Juristen von Amts-, Land- und Verfassungsgericht sind ebenso dabei wie „die berühmten heißen Waffeln unserer Cafeteria“, heißt es in der Einladung. Wegen begrenzter Kapazitäten sollte man sich vorab einen Platz sichern unter Anmeldung2025@kg.berlin.de.
Zitat
„Das Land wurde auf Verschleiß gefahren, man hat es verkommen lassen. Wir brauchen solche Ereignisse.“
Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union. Gemeinsam mit Alba-Geschäftsführer Marco Baldi und Kaweh Niroomand, Geschäftsführer der BR Volleys, warb er gestern für eine Olympiabewerbung Berlins.
Stadtleben
Verlosung – Musik direkt aus der Küche: Videos von Grateful Cat machen richtig gute Laune. Gwendolin Tägert und Franky Fuzz spielen irgendwas zwischen Retro-Pop und Indiefolk, auf jeden Fall flauschig und herzerwärmend. Jetzt hat das Berliner Duo die zweite Platte gemacht, eingespielt in einer Kreuzberger Altbauküche, die nächste Woche (29.10.) der Welt präsentiert wird. Support kommt von Comedian Fil. Wir verlosen 1x2 Karten für das Konzert im Lark! Reguläre Karten kosten an der Abendkasse 17 Euro, Holzmarktstraße 15-18, S-/U-Bhf Jannowitzbrücke
Essen & Trinken – Die Küche Georgiens hat sich einen festen Platz in der Restaurantlandschaft der Stadt erarbeitet. Mit ihren Teigtaschen und gehaltvollen Ofenbroten schließt sie scheinbar nahtlos an den nie versiegenden Appetit auf Pizza an. Sie kann aber noch viel mehr, und das will das Restaurant „Leliani“ zeigen. Unter der von Künstlern ausgemalten Decke kommt auf den Tisch, was es anderswo so nicht gibt. Kveri zum Beispiel, große Teigtaschen mit Käse-Minze-Füllung, gebraten in Butter, mit Sauerrahm getoppt. Die gebratenen Auberginen mit Walnusssauce werden als kleine Rouladen serviert, mit Kaviar von Granatäpfeln als Kontrast darauf. Zum cremigen Rindfleischeintopf reicht man kross gebratenen Grießbrei. Dazu eine feine Auswahl an georgischen Naturweinen und freundlicher Service. Eine Bereicherung. Mi-So 17-23 Uhr, Finowstraße 2, U-Bhf Samariterstraße
Noch hingehen – Auch wenn das Pornfilmfestival in Berlin bereits zum 20. Mal stattfindet – offensichtlich ist über die schönste Nebensache der Welt noch nicht alles erzählt. Das unabhängige, nicht-kommerzielle Festival mit Kurz- und Langfilmen behandelt laut Homepage „Fragen der Sexualmoral, Körpernormen und Wertvorstellungen aus aller Welt“ und setzt sich mit „künstlerischen und alternativen Ansätzen“ zum Genre Pornografie auseinander. Kein Schmuddelkram also. Es findet noch bis Sonntag statt, Hauptveranstaltungsort ist das Moviemento. Heute u.a. „If I die, it’ll be of Joy“, eine Doku über Sex im Alter (18.45 Uhr, erneut am Sa), 12 Euro, Kottbusser Damm 22, U-Bhf Schönleinstraße
Potsdambesuch – Internetaffine kennen Sarah Lorenz als „Buchi Schnubbel“, jetzt hat sie ein Buch geschrieben. In „Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken“ feiert die gelernte Buchhändlerin die Lyrikerin Mascha Kaléko – und zwar durch die Augen von Elisa. Die erzählt der Dichterin im Rückblick auf ihr Leben von ihrer Zeit im Heim und ihrer Obdachlosigkeit auf der Domplatte. Aber auch von ihrer großen Sehnsucht nach Geborgenheit, ihrer Vorliebe für schaumigen Cappuccino, Bücher und Freundschaft. Lesung und Gespräch heute Abend (19 Uhr), Karten 10/8 Euro, Stadt- und Landesbibliothek, Am Kanal 47, Potsdam
Grübelstoff – Falls Sie Kinder, Enkelinnen oder Nachbarn haben, die gerade ins Studium gestartet sind – haben Sie das Gefühl, dass Sie im Großen und Ganzen verstehen, was die beschäftigt?
Kiekste
Fancy „Freiluft-Galerie“ am Schlachtensee eröffnet. Leser Olaf Birkner hat sich dort dem Betrachten von „Land Art“ bzw. Naturkunst hingegeben. Ob wir hier ein Eichhörnchen sehen oder nicht, müssen Sie selbst entscheiden. Weitere Bilder aus dem Kunstkosmos Berlins gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – A100 (Stadtring): Von 21 bis 5 Uhr ist die Autobahn in Fahrtrichtung Treptow zwischen den Anschlussstellen Oberlandstraße und Sonnenallee bzw. Späthstraße gesperrt.
Konrad-Wolf-Straße/Weißenseer Weg (Alt-Hohenschönhausen): Bis 7.11. ist die Überfahrt von der Hohenschönhauser Straße zur Konrad-Wolf-Straße für den Kfz-Verkehr gesperrt. Auf dem Weißenseer Weg steht weiterhin in beiden Richtungen jeweils nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Adlergestell (Grünau): In Höhe der Eisenbahnbrücken ist der rechte Fahrstreifen bis Anfang November gesperrt.
Ritterfelddamm (Kladow): Bis 14.11. steht zwischen Schallweg und Schwabinger Weg nur ein gemeinsamer Fahrstreifen zur Verfügung.
Stromstraße (Moabit): Bis Mitte Dezember ist die Fahrbahn in Richtung Putlitzbrücke zwischen Perleberger Straße und Birkenstraße auf einen Fahrstreifen verengt.
Gustav-Adolf-Straße (Weißensee): Die Straße ist bis Mai 2026 in Richtung Rennbahnstraße zwischen Wigandstaler Straße und Amalienstraße für den Kfz-Verkehr gesperrt. Die Anbindung Gäblerstraße ist unterbrochen.
Demonstration – Für heute sind 17 Demos angemeldet (Stand 21.10., 16 Uhr), u.a. „Rettet das Herz der Nordsee!“: 15 Demonstrierende, BUND, Platz der Republik 1 (9-11 Uhr)
„Öffentliche Kundgebung zur Unterstützung der Petition von foodwatch e.V. zeitgemäße Kennzeichnungspolitik bei pflanzlichen Lebensmitteln“: 30 Menschen, Foodwatch, Herkulesbrücke (12-14 Uhr)
„Käfighaltung in den Lieferketten von Ahold Delhaize (...) vor der Botschaft des Königreichs der Niederlande“: vier Teilnehmende, Animal Equality Germany, Klosterstraße 59 (12-13 Uhr)
„Palästina/Israel Schluß mit Krieg und Besatzung“: zehn Demonstrierende, Attac Berlin, Warschauer Straße 16 (18-20 Uhr)
„Zusammen singen auf der Straße! Laut und vielstimmig gegen Hass und Hetze und einen solidarischen, offenen Kiez!“: 70 Menschen, Görlitzer Straße 1 (18.15-21.15 Uhr)
Gericht – Im Prozess nach dem tödlichen Ende eines Segeltörns in Schweden wird eine weitere Zeugin befragt. Der 65-jährige Angeklagte soll seinen 71-jährigen Segelfreund ermordet haben. Er soll den Rechtsanwalt aus Schöneberg, mit dem er zuvor an einer Regatta teilgenommen hatte, nach einem Streit derart unter Wasser gedrückt haben, dass er starb. Der 65-Jährige bestreitet das (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A217).
Universität – Unter dem Titel „Hope in the context of climate change and the global crisis“ findet morgen an der Humboldt-Universität ein öffentlicher Vortrag statt, der sich mit einer Haltung der Hoffnung in Zeiten der Klimakrise beschäftigt. Es referiert die französische Philosophin Corine Pelluchon (18 Uhr), Unter den Linden 6, Senatssaal
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Lieber Karl, Lá breithe shona duit – so sagen die Iren, wir wünschen schlicht alles Gute. Sabine und Peter“ / „Karl wird heute 78 Jahre alt – weiter so!“ / „Dr. Jürgen Kiowski (87) mutig, stark und liebevoll. Alles Gute Deine Viola“ / Karin Korte (65), SPD-Politikerin, bis 2024 Neuköllner Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport / Tobias Krick (27), Volleyballprofi, spielte bis vor Kurzem für die Berlin Recycling Volleys / Stefan Kurt (66), Schweizer Schauspieler, Rollen u.a. an der Komischen Oper und am BE, Deutscher Schauspielpreis für„Dreileben“ / „Herzlichen Glückwunsch, liebste Lea, ein wundervolles neues Lebensjahr wünscht Dir Dein Wolf“ / „Prof. Dr. Christoph Reichmuth (80) mit herzlichen Glückwünschen von seinen Klassenkameraden vom CK-Abi-66“ / Kristian Ronneburg (39), Politiker (Die Linke), MdA / Wolfgang Thierse (82), Politiker (SPD), von 1998 bis 2005 Präsident des Bundestages, bis 2013 dessen Vizepräsident / Hans Weingartner (55), österreichischer Filmregisseur und Produzent („Das weiße Rauschen“, „Die fetten Jahre sind vorbei“), gründete in Berlin die Produktionsfirma Kahuuna Films / Kai Wissmann (29), Eishockeyprofi, Verteidiger und Kapitän bei den Eisbären
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Ursula Deckert (geb. Nelles), * 3. Juli 1949, verstorben am 1. Oktober 2025 / Manfred Foede, * 24. Oktober 1938, verstorben am 24. September 2025 / Sabine Schneller, * 15. Oktober 1959, verstorben am 20. September 2025
Stolperstein – Bela Schaul wurde am 21. April 1941 in Berlin geboren. Ihr Vater Erwin Jakob war Gärtner auf dem Jüdischen Friedhof in Weißensee; ob ihre Mutter Ursula Hermine eine Ausbildung hatte, ist nicht bekannt, sie musste auf alle Fälle während der NS-Zeit Zwangsarbeit bei Osram leisten. Am 19. Oktober 1942 wurde die Familie nach Riga deportiert und drei Tage später dort von den Nazis ermordet. Bela wurde nur anderthalb Jahre alt. An sie erinnert ein Stolperstein im Mahnkopfweg 13-15 in Wilhelmstadt.
Encore
Wir hopsen zum Schluss nach Bayern und stellen fest: Auch dort gehen Kängurus gern auf Reisen (Q: Schwabmünchner Allgemeine). Das Wallaby wurde am Montag im Landkreis Augsburg von einem Autofahrer entdeckt. Hier im Süden werden regelmäßig Verwandte des Augstein-Kängurus gesichtet (muss am Klima liegen). Dass das flüchtige Wallaby eine Familie gründet, erwartet man aber nicht. Tierarzt Robert Fitz erklärte: „Theoretisch ist es möglich, aber dafür bräuchte es einen Partner.“ Vielleicht war es deswegen auf dem Weg nach Berlin.
Tierisch gut drauf waren gestern Stefan Jacobs, Sönke Matschurek und Christoph Papenhausen (Recherche & Hinweise). Das Stadtleben hat Antje Scherer serviert und Jaqueline Frank alle Fehler rausgesammelt (Produktion). Morgen grüßen Sie hier Christian Latz und Sönke Matschurek.
Bis bald!