gut geträumt? Dann geht es hier gleich aufgeräumt los - mit einem Aufbäumen am Olympiastadion. Nicht von Hertha; die spielt derzeit abseits in Amerika ein bisschen Geld ein. Und auch nicht von Union - der 1. FC Köpenick bäumt sich heute beim VfB Prenzlauer Berg in Stuttgart gegen den nächsten Nicht-Aufstieg auf. Nein, wir reden hier von den 1000 alten Bäumen, die laut Sportverwaltung angeblich für ein neues Hertha-Stadion im Olympiapark hätten gefällt werden müssen. Nun, da wegen des Abwehrkampfs der Anwohner erst mal eine Entscheidung gegen das neue Stadion gefällt wurde, werden hier trotzdem 120 Baumkronen vom Himmel fallen. Die Sportverwaltung schreibt gerade den Auftrag dafür aus. Begründung: Viele alte Äste im Olympiapark seien verfault. Ein Foul hart an der Strafbaumgrenze.
In Berlin ist die Digitalisierung von Akten weiterhin ein Akt. Die E-Akte, Herzstück der angeblich bald modernen Verwaltung, bleibt nach Tagesspiegel-Informationen ein Rohrpostkrepierer. Nach einer Anhörung der zuständigen Staatssekretärin Sabine Smentek (SPD) kommen Fachpolitiker aus Koalition und Opposition zum gleichen Ergebnis: Die geplante Einführung der E-Akte 2023 sei schon jetzt „illusionär“. Machen wir uns also keine Illusionen: Berlin ist mal wieder aus der digitalen Zeit gefallen (Hintergründe gibt’s bei uns natürlich im E-Paper). Gut, dass wenigstens die Stiftung Preußischer Kulturbesitz auf die lang anhaltende Schreibmaschinen-Ära vorbereitet ist. Sie sucht Social-Media-Redakteure – eine Online-Bewerbung ist nicht möglich, auch per Mail nicht (via Sebastian Pertsch). Es zählt nur Post mit Rückumschlag. Man könnte meinen, die machen Faxen.
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Erster neuer Wohnturm in Mitte. Nach über 30 Jahren entsteht zwischen historischem Klosterviertel und Alexanderplatz der erste neue Wohnturm in Berlin-Mitte und bildet auf 20 Geschossen den eindrucksvollen Auftakt für das zukünftige Stadtquartier entlang der Alexanderstraße. Alle Etagen stehen bereits im Rohbau, gern beraten wir Sie im Showroom Dircksenstraße 97 - Mo/Mi/Sa 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung. Tel. 030 44353-130 www.grandaire.berlin
Die Kraft Berlins liegt in der Führungskraft; und dummerweise ist die Stadt auch hier nicht immer führend. Deshalb hat die Finanzverwaltung jetzt in einem Rundschreiben die Leitlinien „einer einheitlichen und verbindlichen Führungskräfteentwicklung im Land Berlin“ bekannt gegeben. Darin wird der Aufbau einer Führungsakademie im Herbst verkündet; ebenso die nun gültigen fünf Kernkompetenzen für Leiterinnen und Leiter in Ämtern und Landesbetrieben – diese sind: Personalentwicklungskompetenz, Strategische Kompetenz, Innovationskompetenz, Selbstentwicklungskompetenz sowie Repräsentations- und Netzwerkkompetenz. Das klingt zumindest konsequent kompetent. Die kompetentesten Verwaltungs-Influencer sind allerdings jene mit Kompetenzkompetenzen – diese werden am Ende des Dokuments als „optional“ aufgeführt. Demnach sollte eine Führungskraft in Berlin optional folgendes auch noch können – wir zitieren auszugsweise:
- setzt Prioritäten
- vereinbart klare und realistische Ziele
- bezieht gesellschaftliche Entwicklungen in Planungen ein
- zeigt Problembewusstsein, Eigeninitiative und Engagement
- steht informationstechnologisch bedingten und erforderlichen Veränderungen aufgeschlossen gegenüber
- richtet die Dienstleistungserbringung an den Leistungsempfängerinnen und Empfängern aus.
Fazit: Digitale Denke und Bürgernähe sind für alle Berliner Führungskräfte ab sofort optional vorgeschrieben. Das klingt irgendwie suboptional.
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Jetzt pirschen wir uns nach Kiezhausen vor. Denn in Prenzlauer Berg ist wieder tierisch viel los. Rabeneltern (diesmal nicht die vom Spielplatz) hackten auf passiven Passanten herum – allerdings nur, weil ihre Rabenbabys aus einem Vogelnest gefallen waren. Die Polizei kam flugs angeflogen und rettete die kleinen Vögel, was sie der Stadt sogleich in den sozialen Netzwerken zuzwitscherte. Ein reinigendes Getwitter lässt dagegen im Fall des „Kleinen Fuchses“ auf sich warten. Denn die gleichnamige, 2012 gestohlene Tierskulptur aus Bronze wird im verwilderten Volkspark Prenzlauer Berg weiter vermisst – die Ermittlungen wurden „wie üblich sechs bis acht Wochen nach Anzeige eingestellt“, lässt das Bezirksamt Pankow auf Anfrage von Marion Platte (Linke) wissen. Die Skulptur könne zwar nachgebildet werden (im Gegensatz zur ebenfalls geklauten Skulptur „Vater und Sohn“, für die „weder eine Zweitplastik noch eine Form existieren“). Nur lässt das Bezirksamt wissen: „Für Ersatz sind keine Mittel im Haushalt eingestellt.“ Der kleine Fuchs bleibt Pankow offenbar gans gestohlen.
Während die CDU sich vor der Europawahl selbst zerstört, weil sie erst nach der Europawahl auf das Störvideo des Youtubers Rezo zur „Zerstörung der CDU“ antworten will, hält die SPD weiterhin tapfer ihre rote Laterne hoch. Aber immerhin das Licht macht der Letzte noch nicht aus: Ein kleines gallisches Dorf setzt sich gegen die grüne Besetzung nahezu aller Wahlkreise in Berlin zur Wehr, wie gerade die U18-Wahl gezeigt hat. Wie heißt nur dieser Flecken, im dem die SPD berlinweit einzigartig klar mit 26,8 Prozent vor den Grünen (16,8 Prozent) gewann? Ist es: Die rote Insel in Schöneberg? Der rote Wedding? Oder die tote Mitte? Richtig, es ist nicht die Lösung in der Mitte. Aber da genau vielleicht liegt für die SPD die richtige Losung.
Tief im Westen, wo das Ehegattensplitting verstaubt – ist es da besser, als man glaubt? Auf jeden Fall lohnt es sich mehr als im Osten. Denn die gemeinsame Besteuerung mit einem meist besser verdienenden und oft mehr arbeitenden männlichen Ehepartner splittet viele Frauen überproportional vom Berufsleben ab – wie eine Studie des Bundesfamilienministeriums längst gezeigt hat: Demzufolge sind nur 39 Prozent der berufsqualifizierten Frauen zwischen 30 und 50 Jahren Vollzeit erwerbstätig – aber 88 Prozent der Männer. Ein eigenes Nettoeinkommen über 2000 Euro verdienten 2016 nur sechs Prozent der verheirateten Frauen (ganze Studie hier). Nicht nur, dass dieses Modell die Abhängigkeit von Frauen fördert, ihr Risiko von Altersarmut massiv erhöht und zuweilen Alleinerziehende stärker besteuert als Verheiratete ohne Kinder. Darüber hinaus wird auch in dieser Frage der Osten des Landes weiter abgesplittet: denn die Löhne sind hier niedriger, die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern kleiner – und damit der Steuerausgleich geringer. Das wirkt sich sogar so aus, dass der Osten teilweise das Ehegattensplitting für den Westen mitbezahlt, wie das Bundesfinanzministerium jetzt auf Anfrage der Linken einräumt (via Redaktionsnetzwerk Deutschland). Höchste Zeit, dass hier generell umgesteuert wird.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Langsam österreichts! Nun tröstet sich die Alpenrepublik wegen ihres korruptionswilligen Vizekanzlers auch noch mit den Vengaboys und deren Song „We’re going to Ibiza“, der nach 20 Jahren wieder die Charts anführt (Video hier). Den Soundtrack zum Skandal um die Anbahnung von Schmiergeschäften mit der angeblichen Nichte eines russischen Oligarchen in Ibiza gibt es auch literarisch (via David Lansky), verabreicht von einer Wiener Thalia-Buchhandlung mit drei Büchern im Schaufenster: Urlaubsplaner Ibiza; Sprachführer Russisch; Eine kurze Geschichte der Trunkenheit. Prost Wahlzeit!
Zum gemeinsamen Videoabend haben sich womöglich auch der frühere Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen und der Berlins Ex-CDU-Innensenator Frank Henkel verabredet. Vor allem aber soll es bald in Berlin eine öffentliche „Plauderei“ geben, wie der einladende Henkel bestätigt – allerdings „nicht presseöffentlich“. Schließlich könnten Medien dann wieder jeden Un- und Irrsinn, der gesagt wird, einfach mitschneiden und veröffentlichen. Davor muss man insbesondere den früheren Verfassungsschützer schützen. Denn der war öffentlich zuletzt nicht in bester Verfassung.
Suchen Sie auch Ihr Fahrrad samt Schloss? Dann radeln Sie bald mal nach Pankow raus. Da wird die Ossietzkystraße am Schloss Schönhausen bald Fahrradstraße. Denn laut Rundschreiben der Verkehrsverwaltung sind Verkehrszählungen vor Umwandlung einer Straße nicht mehr zwingend. Nur die Fahrräder müssen danach noch mal durchgezählt werden.
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Das Wahlrecht ist ein großartiges Privileg. Es gehört zu unserer Freiheit, darauf zu verzichten. Es gehört aber auch zur Freiheit, daran zu erinnern. Uns ist Europa eine Herzensangelegenheit: Vernetzte europäische Verkehrswege sind die Basis für freies Reisen und den freien Austausch von Waren und Dienstleistungen. www.bahn-fuer-europa.de
So, schnell noch mal in der voll leeren Ringbahn nachzählen (via Nadine Voß). Es ist 8.52 Uhr am Bahnhof Hermannstraße, ein Zug fällt aus, der nächste ist überfüllt, alle wollen jetzt hier rein. Durchsage der Zugführerin: „Die nächste Bahn folgt direkt danach! Voll ist voll! Sie komm‘ zu spät zur Arbeit, ick nich, ick bin schon da!“
Jetzt schlägt Berlins Polizisten die Überstunde. Die Beamten haben ob ihrer vielen Aufgaben rund 1,4 Millionen Überstunden angesammelt, nicht selten schieben sie Urlaub vor sich her. Weil mehrere Gerichte bis hin zum Europäischen Gerichtshof das nicht mehr dulden wollen, fordert Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) nun in einem ungeduldigen Schreiben von den Polizisten, überschüssige freie Tage aus dem letzten Jahr zu nehmen und droht sonst damit, „dass der Erholungsurlaub verfällt“. Ob dieser Notruf die betroffenen Beamten alarmiert?
Das war mal eine leichte Geburt: Am 12. Mai kam der Sohn unseres Lesers Martin Schienbein an die Berliner Luft, der Vater beantragte am 14. Mai im Standesamts-Büro im Auguste-Viktoria-Klinikum die Geburtsurkunde. Bereits am 16. Mai kam abends (!) per Mail (!!) die Bestätigung, dass das Dokument im Rathaus Schöneberg abgeholt werden kann. Nun fehlt nur noch die Steuernummer für den neu geborenen Jonas. Dann ist auch er Amt, aber glücklich geboren.
Und noch eine flinke Fügung: Die Tagung des Rechtsausschusses des Abgeordnetenhauses zur Erweiterung des Untersuchungsausschusses zum falsch verdübelten und verkehrt verkabelten BER verlief laut dem SPD-Abgeordneten Sven Kohlmeier „schneller als jeder Flughafenbau“: Die Sitzung dauerte von 15.30 bis 15.34 Uhr. Gar nicht mal so dübel.
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Das diesjährige ESMT Annual Forum am 6. Juni diskutiert die Herausforderungen des globalen Wandels. Wie werden asiatische und afrikanische Märkte die Industrie beeinflussen? Welche Auswirkungen haben aktuelle politische Trends auf die Weltwirtschaft? Mehr Informationen und Anmeldung zur Konferenz an der ESMT Berlin unter https://bit.ly/2stdk5O
Auch oben werden Probleme behoben: Heute eröffnet die Berlinische Galerie wieder mit ihrer beliebten Lotte-Laserstein-Ausstellung. Drei Wochen war sie dicht, weil am Dach was nicht dicht war.
Endlich was fürs Leben lernen: Viele Studierende der Humboldt-Uni beteiligen sich an den Klimaprotesten „Fridays for Future“; das beschloss eine Vollversammlung. Das Praktische daran ist: Freitags geht sowieso niemand zu Vorlesungen.
Falls Sie in Berlin alles zum Wegrennen finden, machen Sie heute spontan mit bei unserer Checkpoint-Laufgruppe: Treffpunkt für sechs oder zwölf Kilometer Auslaufen nach Feierabend ist um 19 Uhr am S-Bahnhof Tiergarten – vorm (nicht im) Burger-King. Auch Hamburger dürfen mitlaufen.
Sie ging über Leichen, nun will sie lieber wieder nur rasant das Leben spielen. Meret Becker hört im Frühjahr 2022 als Berliner Tatort-Kommissarin auf. Hoffentlich wird der Schreibtischtäter, der für diese kaltblütige Entführung verantwortlich ist, bald zur Rechenschaft gezogen.
Und zum Glück noch das: Drei Katzenbabys wurden gestern in Tempelhof vor einer Schrottpresse gerettet. Ein Mitarbeiter entdeckte sie gerade noch rechtzeitig in einem alten Auto. Sonst wären sie jetzt mausetot.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
"Ich sage ganz klar und heute auch in der Deutlichkeit zum ersten Mal: Es ist nicht gut gelaufen, wirklich."
Florian Schmidt (Grüne), Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, beim Bürgerdialog zur verkehrsberuhigten Bergmannstraße über die bisher eher beunruhigende Bürgerbeteiligung
Tweet des Tages
Erst die Litfaßsäulen, jetzt die Kokain-Taxis. Berlin verliert seine Wahrzeichen. Jetzt rächt sich, was man nicht rechtzeitig als Weltkulturerbe schützt.
Antwort d. Red.: Nachfrage von Jürgen Ritter, Fotograf:
„Worunter leidet die @Tagesspiegel-Redaktion mehr?“
Antwort von Stephan Wiehler:
„Die Litfaßsäulen nehmen uns nur die Leser weg.“
Stadtleben
Essen & Trinken – Warum es in Berlin nicht einmal zehn georgische Restaurants gibt, ist den Qiez-Kollegen schleierhaft. Warum das so ist, können Sie als Checkpoint-Abonnent erfahren. Hier geht es zur kostenlosen Anmeldung.
Berlinbesuch –Rechtsruck à la Orbán und Marine Le Pen sind momentan bei weitem keine Einzelfälle in Europa. Ist dadurch unsere liberale Demokratie gefährdet und welche Auswirkungen wird das Ergebnis der Europawahl am 26. Mai für die EU haben? Und an welcher Stelle muss Europa sich reformieren, um auch inhaltlich den Titel „Union“ wieder zu verdienen? Darüber soll bei der Veranstaltung „Angriff auf die liberale Demokratie Europas" ab 18 Uhr im Tagesspiegel (Askanischer Platz 3, S-Bhf Anhalter Bahnhof) mit Carl Grouwet, Spitzenkandidat der Berliner FDP, Jörg Schumacher (Listenplatz 5 für die CDU Berlin) und Arturo Winters (SPD, Ersatzkandidat für die Spitzenkandidatin Gabriele Bischoff) diskutiert werden. Der Eintritt ist frei, Anmeldung hier.
Geschenk –Wer sich unseren Gastro-Tipp zu Herzen nimmt und merkt: Georgischer Wein steht einem guten Bordeaux oder Tempranillo in nichts nach (Georgien ist auch das älteste Weinland), für den ist die Prenzlauer Allee 191 eine ausgezeichnete Adresse. Manchen dürfte die georgische Weinhandlung noch unter dem Namen Weinhaus Grusignac bekannt sein. Doch Betreiber Alexej Schreiner hat sich dazu entschieden, den Laden in Tsinapari umzubenennen. Zu Deutsch: Die Vorfahren. Der Namenswechsel soll ein Tribut an die Entwickler der ältesten Methode zum Weinanbau „Qvevri“ sein. Aus ihr geht z.B. der Amphorenwein Rkatsiteli (12,50 Euro) hervor. S-Bhf Prenzlauer Allee, Mo-Fr 10-19 Uhr, Sa 11-16 Uhr
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Das Checkpoint-Archiv: Unbegrenzter Zugriff auf alle Newsletter seit Juni 2017.
Archiv-Zugang gibt es nur mit dem Checkpoint-Abo: Jetzt kostenlos testen und 1 von 50 Jahreskarten für das Naturkundemuseum gewinnen.
Karten gewinnen für einen Zeppelin-Flug über Berlin. Anlass ist das Formel-E-Rennen auf dem Tempelhofer Feld am Samstag, bei dem es nicht nur um flotte Flitzer, sondern auch die Zukunft der Mobilität geht.Als Innovation in Sachen Transport galt vor 100 Jahren auch der Zeppelin, weshalb die Firma ZF als kleine historische Anspielung ihren Zeppelin über das ehemalige Flugfeld schweben lässt. Los geht’s am Samstagmittag am Militärhistorischen Museum Gatow, von dort aus geht’s hoch hinaus. Für diese kleine Luftfahrt verlosen wir 1x2 Plätze exklusiv für Checkpoint-Abonnenten - zum Abo bitte hier entlang.
Last-Minute-Tickets gibt’s noch für die Kurzfilmreihe „Two Contested Cities: Berlin and Istanbul“ im Moviemento in Kreuzberg. Über die Leinwand flimmern ab 18 Uhr die Streifen des türkischen Filmemachers İmre Azem aus Istanbul und des Berliners Matthias Coers. Sie behandeln eine Symbiose aus stadtplanerischen Themen und Eindrücken des politischen Widerstands. Unter anderem im Repertoire: „Non-Space: The Collapse of the City as Commodity” und „Berliner Beitrag. Besetzung einer ehemaligen Polizeistation“. Es folgt eine Podiumsdiskussion, moderiert von Ulrike Hamann, Sozialwissenschaftlerin an der HU. Der Eintritt ist frei, Plätze müssen reserviert werden unter 030 6924785 (Abholung vor Ort). Kottbusser Damm 22, U-Bhf Schönleinstraße
Noch hingehen –Im vergangenen August ist der Fotograf Boris Mikhailov 80 Jahre alt geworden. Anlässlich seines runden Geburtstags präsentiert die C/O Berlin noch bis zum 1. Juni 400 seiner Fotografien, einen Abriss seines Gesamtwerks, das seit den 90er Jahren in seiner Heimat, der Ukraine, und weit darüber hinaus polarisierte und inspirierte. Es sind nämlich die Antihelden, die Mikhailov so faszinieren, und deren Gemüt er mit seinen Bildern geradezu offenlegt – zu passender Stunde: „Before Sleep / After Drinking“. Der Eintritt kostet 10 Euro. Hardenbergstraße 22-24, S/ U-Bhf Zoologischer Garten, tägl. 11-20 Uhr
Das Stadtleben heute von: Maria Kotsev.
Prominent verraten
Nicht nur grünes Berufs-, sondern auch Lebensmotto: Stadtgrün als Lebensraum für Bienen ist gerade im eigenen Balkonien wichtig, findet die Berlinerin der Woche.
Bekannte Berliner fotografieren für uns eine Woche lang täglich Ausschnitte aus ihrem Leben. Die Auflösung kommt immer freitags - mit einem Selfie.
Erraten Sie, wer sich diesmal hinter den Bildern versteckt?
Gewinnen Sie eine „Checkpott“-Kaffeetasse.
Jetzt mitmachen
Berlin heute
Verkehr – Zum Verkehrsstörungsbingo: Heute in Köpenick und Oberschöneweide. Wegen der Live-Übertragung des Relegationsspiels von Union gegen Stuttgart im Stadion An der Alten Försterei muss im Bereich der Straßenzüge An der Wuhlheide, Spindlersfelder Straße und Bahnhofstraße mit Staus gerechnet werden. Und in Schmöckwitz regelt auf der Wernsdorfer Straße bis Anfang Juli eine Baustellenampel in Höhe Am Seddinsee den Verkehr.
Demonstration – Anlässlich des 70. Jubiläums des Grundgesetzes gibt es heute zwei große Demonstrationen: Ungefähr 400 Menschen werden der „Feier 70 Jahre Grundgesetz“ der Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V. von 8 bis 10.30 Uhr am Pariser Platz beiwohnen. Ebenfalls am Pariser Platz startet um 16 Uhr der Aufzug der Piratenpartei mit ca. 300 Teilnehmern „70 Jahre Grundgesetz“ und endet am Bebelplatz gegen 20 Uhr. Die Bürgerinitiative Gegenwind setzt sich für „Umweltpolitik“ ein, sie zieht von 14.30 bis 17 Uhr mit ca. 500 Demonstrierenden von der Willy-Brandt-Straße zum Pariser Platz. Am Paula-Thiede-Ufer 10 findet von 10 bis 11 Uhr mit ca. 200 Teilnehmern die „Streikkundgebung Sana-Klinikum Lichtenberg“ von ver.di statt. Aufgrund der vermehrten Schließungen von Clubs und Kulturräumen finden sich heute „In Gedenken an die Freiräume unserer Stadt“ ab 17 Uhr ca. 300 Menschen an der Altonaer Straße in einem „Trauerzug“ zusammen. Um 19 Uhr endet die Demonstration vor dem Zentrum für Kunst und Urbanistik an der Siemensstraße, wo es eine performative Bestattungszeremonie geben soll.
Gericht – Einer 62-Jährigen wird der Prozess wegen Betrugs in 458 Fällen gemacht. Sie soll als Angestellte in einem Lottogeschäft durch Manipulationen mehr als 32 000 Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet haben (10 Uhr, Amtsgericht Tiergarten, Kirchstraße 6, Saal 1101).
Im Abgeordnetenhaus tagt heute ab 10 Uhr das Plenum zum 42. Mal in dieser Legislaturperiode. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Themen „Turbo-Baugenehmigung für Berlin!“ und „Immobiliengeldwäsche verstärkt bekämpfen“. Interessierte können sich noch kurzfristig über den Besucherdienst anmelden.
Universität An der HU (Mohrenstraße 60, U-Bhf Stadtmitte) findet um 17 Uhr eine Podiumsdiskussion zu „Großbritannien im Wandel“ statt. Der Eintritt ist frei. Raum 105
Berliner Gesellschaft
Personalie – Terry McCarthy, erst seit einigen Monaten Direktor an der American Academy in Berlin, hat sein Amt wieder abgegeben. Offenbar gab es Differenzen mit dem Kuratorium über die strategische Ausrichtung. Gerhard Caspar übernimmt die Leitung kommissarisch.
Geburtstag – Nicolas Füger (40), „Lehrer und Genussmensch“ / Reinhard Hauff (80), Regisseur und Drehbuchautor / Mark Mellow (45), Rap- und Reggae-Musiker / Nicolas Rossard (29), Volleyballer bei den Recycling Volleys / Rupert Scholz (82), ehem. Bundesverteidigungsminister (1988-89) / Dieter Stöffler (80), Mineraloge und Petrograph / Wolfgang Strauss (68), „Medienkünstler, Architekt, Teil von Fleischmann-Strauss: Alles Gute von den ART&COM Oldies“ / Tom Tykwer (54), Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent / Nadja Uhl (47), Schauspielerin / Stefan Ziller (38), für die Grünen im AGH / Clara Zimmermann (24), „Alles Gute für meine wunderbare Tochter!“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Axel Bohne, Mitarbeiter bei der Berliner Sparkasse / Heinz Habermann, * 3. Mai 1937, Bibliotheksdirektor a. D. / Christa Springer-Dichgans, * 6. April 1940, ein Nachruf von Tatjana Wulfert
Stolperstein – Königsallee 35, Grunewald: Hier lebte Otto Hirsch (Jhg. 1885) bis zu seiner Deportation nach Mauthausen heute vor 78 Jahren. Er wurde dort am 19. Juni 1941 von den Nazis ermordet.
Im Tagesspiegel
Große Versprechen sind nicht sein Ding. Trotzdem ist Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer derzeit unermüdlich in seinem Land unterwegs. Er versucht zu verhindern, dass die Kommunalwahl am nächsten Sonntag vor allem eins werden könnte: ein erneuter Erfolg der AfD. Lesen Sie Reportage von Georg Ismar heute auf Seite 3 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
So, bevor wir hier in Richtung Wochenende abziehen, noch schnell eine anziehende Meldung. Da an Berliner Flughäfen andauernd neue Bauherren angekleidet werden müssen, sucht die Flughafengesellschaft „Werkstudenten im Bekleidungsmanagement“. Ihre Aufgabe ist unter anderem die „Vermessung der Mitarbeiter für neue Berufskleidung“. Falls Sie sich dazu berufen fühlen, können Sie gleich noch den Rest des Flughafens ausmessen. Der ist mit der Zeit eingelaufen.
Wir laufen hier aus in den neuen Tag. Morgen weckt Sie Ann-Kathrin Hipp. Bleiben Sie aufgeweckt und wählerisch, besonders am Sonntag. Ich grüße Sie! Ihr
