zunächst ein Überblick der wichtigsten Nachrichten aus Berlin:
+++ 20.000 Schulplätze fehlen in Berlin – dennoch sind alle Kinder untergebracht. Was bedeutet das für die Lern- und Arbeitssituation? Das haben Elternvertretungen anlässlich der drohenden Schulbaukürzungen aufgeschrieben. Sie berichten von engen Mensen, fehlenden Toiletten und sagen: „Es geht an die Substanz.“
+++ Justizsenatorin Lena Kreck lässt Professorinnen-Titel ruhen. Zuvor hatten Juristen Zweifel an der Rechtmäßigkeit ihrer Berufsbezeichnung geäußert, doch die Linken-Politikerin wollte auch als Senatorin nebenbei weiter Professorin sein. Nun begründet Kreck den Verzicht damit, dass es derzeit „Wichtigeres“ gebe.
+++ Das Land Berlin bereitet sich auf mehr Geflüchtete vor. „Wir müssen vorbereitet sein auf einen sprunghaften Anstieg der Ankunftszahlen auf 1000 Personen täglich“, sagt Integrationssenatorin Katja Kipping (Linke). Der Senat rechnet mit einem Mehrbedarf von bis zu 5000 Plätzen für Geflüchtete für die kommenden Monate. In Tegel soll eine neue Sammelunterkunft entstehen.
Auf tagesspiegel.de informieren wir Sie über alle Entwicklungen in und rund um Berlin.
Wer zum Wachwerden ein bisschen Live-Checkpoint erleben möchte, eilt in die Bornholmer Gärten. Dort moderiert Robert Ide, ja, eben dieser Robert Ide, um 11 Uhr den Polit-Frühschoppen mit Andreas Geisel (SPD), Bettina Jarasch (Grüne), Pankows Umwelt- und Ordnungsstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) und Stadtentwicklungssprecherin Katalin Gennburg (Linke). Anlass ist das Erntedankfest der Kleingärtnerinnen, zu dem der Talk ein Vorglühen ist – es folgen nämlich gleich noch zwei Tage umfassenden Familienprogramms.
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Eigentlich ist es ganz einfach: Demokratien benötigen für ihre Existenz engagierte Demokrat:innen. Aber wie wird man das? Und was tun in einer komplexen Welt gegen die wachsende Macht der Vereinfachungen?
Dunja Hayali spricht zum Auftakt des Demokratie-Salons am 9.9. mit Schriftstellerin Thea Dorn über Demokratie und warum es gerade jetzt entscheidend ist, sich aus der Komfortzone zu wagen.
urania.de/demokratie-salon-1
Alternativ servieren die Kolleg:innen Anke Myrrhe und Ann-Kathrin Hipp auch in dieser Woche wieder schmackhafte „Berliner & Pfannkuchen“. In der neuen Podcastfolge beschäftigen sich die beiden mit allem, was in dieser Woche wichtig war (u.a. 9-Euro-Ticket & Späti-Antrag) und nehmen Abschied von Kreuzberg-Ikone Hans-Christian-Ströbele (mit Grünen-Beiträgen von Berlin-Fraktionschef Werner Graf, Bundesfamilienministerin Lisa Paus, Ex-Xhain-Bürgermeisterin Monika Herrmann und Grüne-Jugend-Sprecher Timon Dzienu). Außerdem Thema: der „Wutwinter 2020“ und die Frage: Was erwartet Berlin? Wie viel Potential haben die Themen Energie und Inflation tatsächlich, um Menschen zu mobilisieren – vielleicht sogar zu radikalisieren? Über all das haben die beiden u.a. mit Tagesspiegel-Redakteur Julius Geiler, Innensenatorin Iris Spranger, Armutsforscher Christoph Butterwegge und SPD-Politikerin Sawsan Chebli (hier) gesprochen.

Die neue Folge gibt's ab sofort auf Tagesspiegel.de, Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es Podcasts gibt.
Samstagmorgen – Iggy Pops Passenger ist bekanntlich ein echter Berlinsong, inspiriert von nächtlichen S-Bahn-Fahrten, bei denen der Blick durchs Fenster in die vorbeiziehenden Sterne mehr und mehr zur Introspektion wird. Gerade für einen US-Amerikaner, der das Automobil als Symbol von Freiheit und Selbstbestimmung kennengelernt hat, ist der Song auch provokatives Plädoyer, die Zügel, sprich, das Steuer mal aus der Hand zu geben und loszulassen. Eben das zu tun, empfiehlt sich auch zum Einstieg ins Wochenende. Richtig guten Kaffee dazu bekommen Sie ab 9.30 Uhr an der Passenger Espresso Bar (Oppelner Straße 44) oder am Ablegerstand auf dem Samstagsmarkt Boxhagener Platz ab 8 Uhr.
Samstagmittag – Die Zügel ein Stück weit loslassen kann man auch bei Stadtführungen ganz gut – man folgt lemminghaft dem Guide, lässt sich alles zeigen und erklären. Ein bisschen komplizierter wird die Angelegenheit bei fotografischen Touren mit analogen Kameras. Dann gilt es nämlich nicht nur, den Guide im Auge zu behalten, sondern auch noch den Filmstand, die Belichtung und nicht zuletzt die Umgebung durch den Sucher der Kamera. So war das früher immer, bis es Technik gab, die alles von allein machte. Zu allem Übel kam noch die Wartezeit, bis so ein analoger Film entwickelt war. Noch was? Aber ja, schön war das auch. Wer sich mit seiner Nostalgiekamera um 14 Uhr am Spreewaldplatz einfindet, kann all das beim Film Photo Walk durch die Umgebung erleben und etwas Kiezgeschichte lernen. Das Ganze findet übrigens im Rahmen der Photo Week statt.
Samstagabend – Lust auf Tocotronic im Waschhaus Potsdam? Ist leider lääängst ausverkauft. Wer sich in Zukunft seltener über verpasste Ticketkäufe ärgern will, kann es mit der App Bandsintown versuchen. Die Idee: Alle Konzerte der Stadt, gebündelt. Eigene Filtereinstellungen helfen zudem bei der Vorauswahl, sodass man automatisch benachrichtigt wird, wenn ein Konzert anberaumt wird. Für die großen Popnummern funktioniert das auch ganz gut. Kleine, lokale Acts, Abseitiges und Klassik kennt die App allerdings kaum. Dafür sei wiederum der Blick in den field-notes Konzertkalender empfohlen.
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Sonntagmorgen – Lerchen und Hähne wissen es. Und insgeheim wissen wir es doch auch: Der beste Start in den Tag ist das Einsingen. Eine Wahrheit, die gerade in Städten und dicht bevölkerten Gebieten mit dünnwandigen Architekturen gerne unterschlagen wird. Gefährliche Potenziale könnten daher bei der Staatsoper Unter den Linden freigesetzt werden: Um 11 Uhr beginnt die neue Spielzeit mit einem Mitsingkonzert auf dem Innenhof. Der Staatsopernchor singt Teile aus La Traviata, Il Trovatore und Carmen und, anders als üblich, dürfen und sollen Sie hier mitsingen. Kostenlose Notenblätter zur Vorbereitung stehen hier zum Download bereit. Das ganze Festprogramm finden Sie hier.
Sonntagmittag – Wer sich nicht entscheiden kann, was tun, besucht Ex Situ, eine, Zitat, „Live-Performance, ein Musiktrack, Musikvideo, eine audiovisuelle Skulptur und interaktive webbasierte App“. In aller Regel tut man Dingen ja keinen Gefallen, wenn man sie dermaßen vieles zugleich sein lässt. Hier aber korrespondiert die Form mit dem Inhalt, der nichts weniger als, noch ein Zitat, „die fragilen technologischen Fäden kartographiert, aus denen die Menschen in vergangenen, aktuellen und zukünftigen Heimatländern transdimensionale Leben führen“. Der Eintritt in das multimediale, skulpturale Gebilde, das im Rahmen der heute endenden In Exile – Queerweek 22 im Gorki Theater stattfindet, ist frei.
Sonntagabend – Apropos verschiedene Heimatländer: Eigentlich spricht Lars Eidinger ja gar kein Französisch. Dank eines Sprachcoachs konnte er sich Isabelle Huppert gegenüber dennoch ganz überzeugend artikulieren. „Die Zeit, die wir teilen“ heißt das Drama von Laurent Lariviere, das schon auf der Biennale Erfolge feierte, aber erst jetzt ordentlich in den Kinos läuft. Die bedeutendste Rolle seiner (bisherigen) Laufbahn, sagt Eidinger selbst. Zu sehen, zum Beispiel, im Cinéma Paris am Ku‘Damm um 20 Uhr. Wer lieber zuhause bleibt, schaut zur gleichen Zeit im Ersten Tatort. Die neue Spielzeit beginnt heute mit der Premiere von Das Verhör mit dem Ludwigshafener Team – und beschließt das Wochenendeende.
Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
„Neulich trafen Chantal, die kundige Sau von Nebenan, und meine Wenigkeit auf einen Sprachkünstler. Er sprach nämlich in, sagen wir mal, modernen Reimen und Versen. Mit seinem „Schlitten“ sei er in JWD liegengeblieben, erzählte er, was mich schon skeptisch stimmte. Ein Schlitten, im Sommer? Es handelte sich um ein Automobil, Sie wissen schon, Blech und Lärm und hinten ein Räucherstäbchen. Er schien ganz durcheinander, reimte erst was auf Teslafabrik, dann auf den Mann im Mond, um ganz unvermittelt – man konnte seinem Redefluss kaum folgen – auf Teltower Rübchen, Beelitzer Spargel und Quark mit Kartoffeln zu dichten. Ich muss zugeben, dass ich ihn anfangs nicht verstanden hatte. Zufällig entdeckte Chantal ihn dann im Internetz wieder: Hier, auf Youtube, erzählt er alles nochmal. Als wir das sahen, verstanden wir endlich: Er möchte nach Brandenburg locken. Ob das klappt? Na ja, dass uns das nicht aufging, ist ja klar. Wir sind schließlich schon in Brandenburg. Mit etwas Übung, befand ich, könnte er womöglich dennoch eines Tages beruflich noch was mit Sprache machen – der Wille war ja erkennbar. Wir halfen jedenfalls, wo wir konnten. Also mit guten Tipps. Zu Sehenswürdigkeiten in der Nähe. Und Grammatik. Aber kommen doch auch Sie nach Brandenburg, zum Beispiel zum Naturparkfest in Eberswalde. Das empfehle ich. Und mich empfehle ich, mit freundlichen Grunzen.“
Leseempfehlungen
„Ein Werk, das einfach nur dasteht, in der Wandelhalle der Berliner Gemäldegalerie“ – und das sich so manchem Passanten gar nicht ins Auge werfe. Zum Glück bespricht Nicola Kuhn (T+) den berühmten und für lange Diskussionen unter Kunsthistorikern berüchtigten Amor Attis, sowie die gesamte Donatello-Ausstellung mit feiner Feder.
In der Dresdener Straße am Kotti (Bezirkszentrale der Grünen) ist man ihm ständig begegnet: Hans-Christian Ströbele hatte irgendwie mit allem und allen zu tun, die Nachrkriegsdeutschland prägten – und er selbst gehörte auch zu ihnen. Teile seines bewegten Lebens erzählt Bernd Matthies (T+) im Nachruf.
Noch ein Politiker, der Berlin nachhaltig geprägt hat: Mikhail Gorbatschow. Sein Leben erzählt Frank Herold (T+) nach.
Wochenrätsel
Gewonnen! 2016 freute sich Franziska Giffey über die neue Ordnungsamts-App, mit der Bürger:innen der Behörde unkompliziert illegal abgeladenen Müll melden konnten. Nach einigen Startschwierigkeiten scheint die App mittlerweile ausgereift, beantwortet sie doch manche Meldung mit der Bitte, in Zukunft …
a) …noch mehr Müll zu melden.
b) …weniger Müll zu melden.
c) …gar keinen Müll mehr zu melden.
Tipp: Wer den Checkpoint letzte Woche aufmerksam las, ist im Vorteil.
Schicken Sie uns die richtige Lösung und gewinnen Sie einen Checkpott.
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Berliner Hausnummern (XII): Noch’n Zujezojener?! Täglich ziehen durchschnittlich 456 Menschen nach Berlin. Rund 412 Menschen verlassen die Hauptstadt wiederum jeden Tag – macht netto: +44 Berliner:innen (Q: Landesamt für Statistik).
Heute früh hat Ihnen Cristina Marina (Produktion) die Wochenend-Ausgabe auf den Bildschirm gezaubert, am Montag lesen Sie an dieser Stelle von Lorenz Maroldt. Haben Sie ein schönes Wochenende!