Checkpoint-Leser Michael Bress grüßt heute Morgen von der italienischen Insel Pantelleria, diese liegt im Mittelmeer zwischen Sizilien und Tunesien. Die Insel hat eine Fläche von 83 km² und dort leben 7.407 Einwohner (Stand Dezember 2022).

Beach, Berge oder Balkonien – nehmen Sie uns mit! An dieser Stelle zeigen wir während der Sommerferien, wo Sie gerade den Checkpoint lesen. Schicken Sie uns ein Foto mit einem Satz zum Urlaubsort an checkpoint@tagesspiegel.de.
Von Pantelleria zurück nach Berlin: „Parkschein“ lautet diesmal das Lösungswort unseres Wochenrätsels (falls Sie noch nicht dazu gekommen sind: Hier können Sie Ihre Berlinkompetenz testen) – und wir bleiben gleich beim Thema, das sich wie ein Löwe durchs Sommerloch frisst. Am vergangenen Freitag hatte hier Anke Myrrhe über teure Besuche in der „Parkraumbewirtschaftungszone“ berichtet. Wenn in den Ferien Mama oder Opa bei ihren Lieben in Berlin vorbeischauen wollen, ist es inzwischen günstiger, die Kiste abschleppen zu lassen, als stündlich den Automaten zu füttern, denn Gästevignetten sind im System nicht vorgesehen.
Dass es auch anders geht, ohne gleich die Ausnahme zur Regel zu machen (aber um bewegungseingeschränkten Menschen Besuche zu erleichtern), zeigen Ideen, die uns am Wochenende Leserinnen und Leser aus anderen Städten zugeschickt haben. Hier zwei Beispiele:
Heidelberg: Zusammen mit der jährlichen Parkkarte (120 Euro, z. Zt. 36 Euro) verschickt die Stadt einen DIN A4-Bogen mit 9 Tages-Besucherkarten und einer Wochenkarte. Auf denen werden Kennzeichen und Besuchstag eingetragen (Michael Remus).
Hamburg: Bis zu 20 Besucherparkausweise pro Anwohner und Monat (3 Euro/Tag) können hier ohne Bearbeitungsgebühr online beantragt und sofort ausgedruckt werden. Anwohner zahlen 65 Euro pro Jahr. (Thomas Dittmann und Bahareh. Soltani Noory).
Selbstverständlich gibt es auch Gegenbeispiele – also Städte, in denen Familienbesucher noch mehr zahlen als in Berlin (eigentlich die meisten). Und es gibt weltweit kaum eine andere Stadt, in der Anwohner so wenig für ihren Dauerparkausweis zahlen (vielleicht laden Sie Ihren Besuch vom eingesparten Geld ja einfach zu ein paar Tagen frei Parken vor Ihrer Haustür ein). Übrigens: Sie dürfen nach Berlin auch ohne Auto kommen – und sich hier bei einem Carsharing-Unternehmen im Bedarfsfall eins mieten (das können Sie dann sogar kostenlos abstellen).
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Kaum ein Deutscher weiß das: Niemals Hörgeräte testen ohne diesen Tipp.
Plötzlich glasklar verstehen sogar bei Nebengeräuschen! Das ist wahrscheinlich der größte Durchbruch, den die Hörgeräte-Branche je erlebt hat. Diesen Tipp für das Testen von Hörgeräten dürfen Sie nicht verpassen.
„Überrascht“ zeigte sich die Justizverwaltung von der CP-Meldung „Berliner Kammergericht lässt zahlreiche Verfahren seit 2020 liegen“ (hier nachzulesen). Das wiederum überrascht nicht nur den Berliner Rechtsanwalt Christoph Rosenmüller – er schickte uns ein Schreiben, das er selbst vor drei Jahren von eben jener Justizverwaltung erhalten hatte. Darin heißt es, dass sich das Kammergericht dank personeller Maßnahmen bereits „schlagkräftiger darstellt“ als zuvor, denn: „Ende des Jahres 2015 lag der Terminstand noch bei etwa 5 Jahren.“ Vielleicht muss die Justizsenatorin also nur noch ein paarmal ordentlich auf den Tisch hauen.
Zur Rubrik „Checkpoint hilft“: Wochenlang ignorierte die Postbank die amtsgerichtliche Freigabe eines Pfändungskontos eines CP-Lesers, dann sperrte sie es Anfang August ohne Angabe von Gründen komplett – der leukämiekranke Mann konnte weder über seine monatlichen Einkünfte verfügen, noch kam er an die inzwischen eingegangene Erbschaft, mit der er seine Schulden begleichen wollte. Vierzig Mal versuchte der Kunde seine Bank zu erreichen, „per Telefon, per Mail, per Brief, per Einschreiben, in der Filiale, mit Briefen an den Ombudsmann und mit einem Anwaltsschreiben“ – das Ergebnis: „keine Reaktion!“ Erst als der Checkpoint nachfragte, kam Bewegung in die Sache – hier die Antwort der Postbank:
„Nochmals vielen Dank für Ihre Anfrage. Wir haben das Konto von Herrn D. entsperrt. Es steht ihm ab sofort wieder uneingeschränkt zur Verfügung. Dafür, dass das so lange gedauert hat, können wir uns bei Ihrem Leser nur in aller Form entschuldigen. Die Ursache war ein Büroversäumnis. Was Herr D. erlebt hat, entspricht in keiner Weise unserem eigenen Anspruch an Servicequalität.“
Immerhin wissen wir jetzt, was der Spruch „Auf die lange Bank schieben“ konkret bedeutet.
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Der Beosound A5
Hinter dem attraktiven Äusseren des Beosound A5 verbirgt sich eine Welt voller Leistung und Präzision, die überall für einen grossartigen Klang sorgt. Wirklich smart – und mit richtig viel Bass. Alles kabellos streamen und nahtlose Verbindung zu anderen Lautsprechern. Und das alles in einem Paket, das nur Updates braucht.
Mehr…
Das neue „Klimasparbuch“ des Bezirks Lichtenberg („Berlins erstes“, verkündet Bürgermeister Martin Schaefer stolz; übrigens haben der Zollernalbkreis und die Gemeinde Sehnde auch schon eins) ist für solche Schläge ins Konto(r) übrigens keine vernünftige Alternative – die 48-seitige Broschüre versammelt vor allem Imperative, die bereits vor 44 Jahren in jeder Kreuzberger WG-Küche am Kühlschrank klebten („Überdenken Sie Ihr Konsumverhalten“). Besonders heiß ist folgender Hinweis: „Probieren Sie es mal mit einer Absenkung der Raumtemperatur.“ Und falls Sie mal „einem Geburtstagskind“ etwas schenken wollen, „das schon alles hat“, verrät Bezirksbürgermeister Martin Schaefer auf Seite 13 auch noch einen aus den Tropen importierten Geheimtipp: „Selbst gemachte zuckerfreie Schokolade“. CP-Servicehinweis: Beim Verzehr von Kakaopulver können Gedanken an Kinderarbeit und gerodete Regenwälder einen bitteren Beigeschmack hervorrufen.
Mit Ihrem T-Plus-Abo können Sie heute außerdem u.a. folgende Texte lesen:
Rekonstruktion der Löwenjagd: Wie kam es zur Sommersensation, die keine war? Vor einem Monat versetzte eine mutmaßlich entlaufene Löwin in Berlin und Brandenburg das Land in kollektive Aufregung. Eine Chronik kurioser Missverständnisse und menschlicher Fehlbarkeit von Anna Kristina Bückmann, Sebastian Leber, Julius Geiler und Christian Müller.
Ronja von Rönnes „Trotz“: Hauptsache, das Buch ist fertig geworden. Es gibt zehn Tricks, die Schreibende nutzen können, wenn sie schnell mit wenig Ideen viel Text produzieren müssen. Dieses Buch weist sie alle auf. Eine Analyse von Julia Bähr.
„Wir müssen den Zug mal kurz schlafen legen“: Eine Abenteuerreise mit dem Regionalexpress von Berlin an die Ostsee. Überfüllte Züge, stehen gelassene Fahrgäste: Auf den Linien RE3 und RE5 von Berlin Richtung Norden gibt es immer wieder Probleme und chaotische Zustände. Dominik Mai wagte sich für uns ins Getümmel – und hatte anschließend einiges zu erzählen.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Achtung, wir feiern ein wichtiges Jubiläum! Vor genau 5 Jahren startete Naomi Fearn im Checkpoint ihre „Berliner Schnuppen“ (siehe oben). Unser Kollege Lars von Törne hatte damals dazu diesen schönen Text hier geschrieben – und am 4.9. ziehen die beiden ab 19.30 Uhr bei „Modern Graphics“ in der Kastanienallee 79 eine vorläufige Bilanz. Anlass ist die Veröffentlichung eines neuen „Peanuts“-Buchs (Reclam).
Aus dem Amtsblatt: Die Polizei kündigt an, dass eine Jacke, ein Kassenschub einer Registrierkasse mit Schlüssel und weitere Papiere, die sie am 14. Mai 2023 in der Behringstraße gefunden hat, „der Vernichtung zugeführt werden“, falls sich der „unbekannte Inhaber“ nicht doch noch meldet. Gestelzter lässt sich eine gescheiterte Diebstahlsfahndung wohl kaum formulieren.
Hier eine Warnung für unsere Leserschaft in Reinickendorf: Bitte legen Sie Ihre sozialen Probleme von heute an grundsätzlich auf den ersten Tag der Woche – wegen der „personell sehr kritischen Lage“ (Stadtrat Uwe Brockhausen) bietet das Sozialamt seine „Notsprechstunde“ nämlich vorerst nur noch montags an. Zum Trost folgender Hinweis des BA: „Auch die telefonische Erreichbarkeit ist stark eingeschränkt.“ Ein klarer Fall von Amtsarmut.
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Jeder schreibt für sich allein
Ab 24. August im Kino. Dominik Graf und Felix von Boehm nähern sich einigen der zwischen 1933 und 1945 in Deutschland gebliebenen Schriftstellern. Die leidenschaftliche filmische Forschungsreise geht der Frage auf den Grund: Konnte man sich als guter, gar überragender Schriftsteller mit dem nationalsozialistischen Regime arrangieren?
Der morgige Dienstagist ein perfekter Tag für Bettina Jarasch („Ich mache morgens nur Katzenwäsche“), Winfried Kretschmann („Auch der Waschlappen ist eine brauchbare Erfindung“) und Robert Habeck („Meine Duschzeit habe ich deutlich verkürzt“): Wegen Reparaturarbeiten stellt Vattenfall 55.000 Haushalten das warme Wasser ab (Details gibt’s hier).
Zur Frage für Berlinkenner: Wie viele Kontrollen der Mehrwegverpackungsangebotspflicht (33 Buchstaben, 5 mehr als „Parkraumbewirtschaftungszone“ – take that, Anke Myrrhe!) hat es seit dem 1.1.2023 (da trat das Gesetz in Kraft) im Bezirk Pankow gegeben? Ok, das war genauso leicht („bislang noch keine Kontrollen“) wie die entsprechende Ausrede von Stadträtin Manuela Anders-Granitzki: „Die für den Vollzug der betreffenden Neuregelungenin Betracht kommenden Fachämter haben kein zusätzliches Personal zugesprochen bekommen.“ Hm, das ist ja seltsam. Dabei lag dieses Gesetz doch gar nicht so überraschend auf der Straße wie der Müll, den es eigentlich verhindern soll. Aber egal, „fachlich zuständig“ ist für die Stadträtin ohnehin jemand anderes – nämlich die Umweltverwaltung. Im politischen Leben Berlins geht es eben auch nicht anders zu als im echten: Müll ist immer das, was die anderen produzieren.
Einer CP-Leserin sind im Hauptbahnhof gleich beim DB-Serviceschalter zwei Sicherheitsleute mit Valknut-Tattoos aufgefallen („Wotansknoten“, laut Verfassungsschutz ein Symbol von Rechtsextremisten) – einmal gut sichtbar im Nacken, einmal noch besser sichtbar unterm linken Ohr. Die Bahn teilt uns dazu mit:
„Wir nehmen diesen Hinweis sehr ernst, werden den Fall genau prüfen und selbstverständlich – sollte es sich um Mitarbeitende der DB handeln – auch eine Stellungnahme der Mitarbeitenden einholen. Die Haltung der Deutschen Bahn ist klar, wir dulden keinen Rechtsextremismus und gehen entschlossen gegen diesen vor. Sollten sich die geschilderten Hinweise bestätigen, ziehen wir klare und angemessene Konsequenzen.“
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PARIETÉ 2023
Für die Parieté verlosen wir 2 x 2 Karten. Die Show mit hochkarätigen internationalen Künstler*innen mit und ohne Beeinträchtigung feiert mit Schirmherrin Katarina Witt Inklusion auf wunderbar leichte Art und mit dem exquisiten Gala-Büfett wird es ein Abend für alle Sinne.
1.9., Pfefferberg Theater
Einlass 18.30 h, Bühnenshow 21.15 h
www.pariete-berlin.de
Na, das nenne ich mal Service! Kaum bin ich mal ein bisschen krank, schon kündigen „Die Ärzte“ kurzfristig eine Visite an: Am 13. und 14. September kommen Bela, Farin und Rod mit all ihren Instrumenten zur Sprechstunde in die Columbiahalle – wann und wo es Karten gibt (auch für die weiteren 22 Konzerte), steht hier.
Unsere heutige Aufgabe im Kurs Mathe mit dem Checkpoint“: Was kommt heraus, wenn drei SPD-Abgeordnete (Bettina König, Sven Meyer, Lars Düsterhöft) dem Senat die Frage „Wann wird aus zwei eins?“ stellen? Ok, nicht ganz leicht, aber die richtige Antwort lautet: „0 Erkenntnis“ – denn warum sich das staatlich finanzierte Technikmuseum seit zwei Jahren sanktionslos weigert, einem Parlamentsbeschluss gemäß seine Marketing GmbH aufzulösen, bleibt ein politisches Rätsel (kein mathematisches).
Wir kommen zur Ziehung der Berliner Fußballzahl der Woche (hat mindestens Bestand bis zum kommenden Sonnabend) – sie lautet 32: So viele Tabellenplätze trennen derzeit ligaübergreifend Union (4:1 gegen Mainz) und Hertha (0:3 beim HSV). Hier können Sie übrigens sehen, wie nach dem Spiel der dreifache Union-Torschütze Kevin Behrens mit seinem Fahrrad durch Köpenick nach Hause fährt.
In unserer Reihe „Künstliche Intelligenz für Berlin“ fragen wir heute ChatGPT, wonach die berühmte Berliner Luft riecht – hier die Antwort:
„Die Berliner Luft duftet nach einer Mischung aus urbaner Abenteuerlust, frisch gebrühtem Kaffee aus trendigen Cafés und einem Hauch von Currywurst, der in der Luft schwebt wie ein kulturelles Nebelhorn. Mit einem Spritzer Regen, der das Pflaster küsst, und einem Hauch von Street-Art-Kreativität, ist es ein olfaktorisches Feuerwerk, das nur in der Hauptstadt der coolen Brisen zu finden ist!“
Zitat
„Nicht ansprechen!! Wir lüften nur“
Zettelbotschaft an der Infobox der Deutschen Bahn im Hauptbahnhof (Erdgeschoss, Eingang Europaplatz). Und da wir in Berlin extrem international sind, steht auf demselben Zettel auch eine Art Übersetzung:
„Don’t respond!! We only air“
Verstörte Frage eines Paares aus Amsterdam:
„What the fuck does that mean?!“
Beobachtet und hier fotografiert von unserer Kolumnistin Aline von Drateln. Ihr Kommentar:
„Welcome to Berlin!!“ (Nur echt mit zwei !!)
Tweet des Tages
Jetzt, da Elon Musk hier bald die Block-Funktion aufheben wird, arbeite ich an einer pathetischen Abschiedsrede von dieser TOXISCHEN PLATTFORM. Aber keine Sorge - ich werde rechtzeitig zurück sein, um meine Tour und die Kooperation mit einer Dosenwurstfirma zu bewerben.
Stadtleben
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„Barbie“ und „Oppenheimer“ füllen derzeit überall die Kinosäle. Sie haben die Blockbuster noch nicht gesehen? Dann nutzen Sie jetzt Ihre Chance und testen Sie den Tagesspiegel 4 Wochen gratis. Unter allen Bestellern verlosen wir 50x2 Kino-Gutscheine für die Yorck Kinos, die Sie für Filme Ihrer Wahl einlösen können. Zum Angebot. Nur bis 23.8.
In Postleitzahlen durch Berlin: Während der Sommerferien bringen wir Sie jeden Tag an Orte zwischen 10115 und 14199. Heute: 13353 im Wedding und in Gesundbrunnen, Moabit und Charlottenburg-Nord.
Essen & Trinken –Als säße man bei Freunden im Wohnzimmer: Der „Taproom“ ist eine gemütliche Kneipe wie aus dem Bilderbuch (eins für Erwachsene, klar). Ausgeschenkt werden Biere der eigenen Brauerei Vagabund, aktuell u.a.das „Affengeil Weizen“ oder das „Sessionable Healing“ (ein Session IPA, mit4,5 %). Ist oft voll, Ausweichquartier ist dann die Brauerei, die sich – in Laufweite – im Kesselhaus in den Osramhöfen einquartiert hat (Oudenarder Straße 16-20). Dort gibt es im Hof einen Biergarten mit mehr Platz. Taproom: Mo-Do 17-24 Uhr, Fr 17-2 Uhr, Sa 14-2 Uhr, So 14-12 Uhr, Antwerpener Straße 3, U-Seestraße
Berlinbesuch – Runtergucken auf die Stadt: Das Projekt „Operation Himmelblick“ eröffnet eine Dachterrasse für alle. Bis Freitag bespielt der Verein Stadtgewitter das Parkdeck eines Einkaufszentrums. Er will damit auf Gentrifizierung und das Potenzial der Dächer aufmerksam machen. Ab heute öffnet auf dem Cittipoint ein „Dachamt“ (ab 17 Uhr); man kann u.a. in luftiger Höhe Tischtennis spielen. Getränke gibt's auch. Abschlussparty am Freitag mit Musik. Kostenlos (bis auf die Limo), Müllerstraße 141, U-Bhf Seestraße
Mit Kindern – Stelzenlaufen, Hüttenbauen, Lagerfeuer – auf dem Abenteuerspielplatz Telux können sich Großstadtkids austoben. Es gibt richtig viel Platz, Holz, Nägel und Werkzeuge. Vielleicht das Beste: Man kann endlich mal ohne Eltern werkeln, die sollen dort nämlich möglichst nur zum Hinbringen auftauchen. Der Platz wird pädagogisch betreut, größere Maschinen dürfen Kinder (6 bis 14 Jahre) nur unter Aufsicht benutzen. Außerdem: Wasserspielplatz, kleiner Pool, Boulderwand, Sportbereich für Fußball und Tischtennis und Töpferwerkstatt, Mo-Fr von 13-18 Uhr, Tegeler Straße 28a, Bushaltestelle Luxemburger Str.
Und sonst? Unsere heutige Postleitzahl verteilt sich über vier Ortsteile, ein großer Teil liegt im Wedding. Der Name wird laut Wikipedia bereits in einer Urkunde von 1251 erwähnt, als „eine Mühle im Gebiet des Dorfes, welches Weddinge hieß“. Etwas später wird es als Wüstung, also verlassene Siedlung, geführt. Läuft man heute im Wedding herum, kann man sich das nur noch schwer vorstellen – dort leben 86.514 Menschen (Stand Ende 2022). Die PLZ 13353 tragen einige Einrichtungen, die man nicht zum Vergnügen besucht, etwa das zur Charité gehörende Virchow-Klinikum und das Landesamt für Einwanderung. Mehr Spaß versprechen das Atze-Musiktheater (Luxemburger Straße 20, spielt aktuell auf dem Tempelhofer Feld, morgen „Konferenz der Tiere“), ein Calisthenics-Sportpark für Workout unter freiem Himmel (Müllerstraße 162), Hafenfeeling im Westhafen (wird von Stern und Kreis bei der „Citytour durch die Mitte zum Westhafen“ angefahren), die Galerie Wedding (Müllerstraße 146/147) und zahlreiche Cafés im Sprengelkiez. Außerdem: Anti-Kriegs-Museum (Brüsseler Straße 21) und Kinderbunter Bauernhof (Luxemburger Straße 25).
Feriengewinn – Zum Ende der Sommerferien nochmal richtig lange aufbleiben: Am Samstag ist Lange Nacht der Museen. Wir verlosen 5x2 Tickets! Unter dem Motto „Sounds of Berlin“ gibt es (von 18 bis 2 Uhr, einige Museen öffnen früher) in 75 Häusern 750 Veranstaltungen. Besonders viel los ist wahrscheinlich auf der Museumsinsel, wo es im Rahmen des Kultursommerfestivals ein kostenloses Open-Air-Festival gibt (ab 16 Uhr). Man könnte aber stattdessen auch in Ruhe ein kleineres Haus besuchen, neu dabei sind u. a. das Cold War Museum und die Werkstatt Exilmuseum. Shuttlebusse bringen einen thematisch durch die Nacht, auf der Route Technikgeschichte fahren historische Oldtimerbusse. Regulär kosten Karten 18/12 Euro, für Kinder bis 12 Jahre gibt es kostenlose Kindertickets.
Kiekste
Blumenkinder-Wagen in Kreuzberg gesichtet. Von Leserin Barbara Mardorf. Besten Dank! Auch Ihre blümeranten Berlinbilder erreichen uns jederzeit per checkpoint@tagesspiegel.de.
Berlin heute
Verkehr – Straße der Pariser Kommune (Friedrichshain): Bis Anfang September ist die Fahrbahn in beiden Richtungen zwischen Rüdersdorfer Straße und Lange Straße verengt und verschwenkt.
Alexanderstraße (Mitte): In Höhe Schillingstraße steht für ca. zwei Wochen in jeder Richtung nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Silbersteinstraße (Neukölln): Bis Dienstagabend regelt zwischen Walterstraße und Bruno-Bauer-Straße eine Baustellenampel den Verkehr.
Konradshöher Straße (Reinickendorf): Der Geh- und Radweg entlang der Straße durch den Tegeler Forst wird saniert. Er bleibt bis Ende September gesperrt.
Greifswalder Straße (Prenzlauer Berg): An der Kreuzung Greifswalder Straße/Prenzlauer Berg/ Am Friedrichshain beginnen am Morgen Kanalarbeiten. Auf den Straßen Prenzlauer Berg und Greifswalder Straße ist jeweils in der Zufahrt zu der Kreuzung ein Fahrstreifen bis Anfang September gesperrt.
Waldstraße (Reinickendorf): In Höhe der Kreuzung Ollenhauerstraße ist ein Fahrstreifen bis Anfang September gesperrt. Das Abbiegen von der Ollenhauerstraße in die Waldstraße ist untersagt.
Klärwerkstraße (Spandau): Die Straße ist bis 25.8. in beiden Richtungen zwischen Charlottenburger Chaussee und Freiheit für den Kfz-Verkehr gesperrt.
Manteuffelstraße (Tempelhof): In beiden Richtungen steht bis Anfang Oktober zwischen Albrechtstraße und Bosestraße jeweils nur ein verschwenkter Fahrstreifen zur Verfügung.
Demonstration – Für heute sind 18 Demos angemeldet (Stand 20.8., 11 Uhr), u.a. „Verkehrswendecamp 2023 Sozial-ökologische Verkehrswende: 1) Konsequenter Ausbau von Fahrradwegen 2) Bundesweiter kostenloser ÖPNV 3) „Keine neuen Autobahnen & Moratorium des BVWP 2030“: 100 Teilnehmende, Invalidenpark (0-24 Uhr),
„Pazifismus ist kein Verbrechen! (...) Yurii Sheliazjenko ist ein Vertreter der Kultur des Friedens“: 25 Menschen, Berliner Initiative Freiheit für Ruslan Kotsaba, Albrechtstraße 26 (10.45-13.30 Uhr)
„Stoppen Sie die Folter politischer Gefangener im Gefängnis“: fünf Demonstrierende, Werderscher Markt 1 (13-24 Uhr)
„Solidarität mit dem RuT! Gemeinsam gegen Queerfeindlicheit! Für einen bunten Schillerkiez“: 50 Menschen, Bezirksamt Neukölln, Schillerpromenade 1 (18-20 Uhr)
„Wir sind Vielfalt! Solidarität ist unsere Stärke. Gegen rechtsoffene Versammlungen aller Art und überall!“: 200 Protestierende, Stargarder Straße 77 (19-21.30 Uhr)
Gericht – Wegen Diebstahls wird einem 42-Jährigen der Prozess gemacht. Er soll unter anderem mit Komplizen aus Baumärkten insgesamt 15 Fahrräder entwendet haben (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal B 306).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Tim Freihöfer (21), Handballprofi, Linksaußen bei den Füchsen Berlin / Astrid Frohloff (61), Fernsehjournalistin, moderierte u.a. bis 2018 das ARD-Magazin „Kontraste“ und bis 2016 die rbb-Sendung „Klartext“ / „Für U.G. zum 75. Geburtstag alles erdenklich Gute und Liebe von der ganzen Familie!“ / „Die allerbesten Geburtstagswünsche, lieber Helmut, zusammen tanzen hält fit und macht froh, alles Liebe, Elke“ / „Die zukünftigen Tagesspiegel-/Checkpoint-Leser Amani und Jonas Kawash werden 6 und 8 Jahre alt. Der Opa ruft euch zu: Macht nur weiter so“ / Sasha Marianna Salzmann (38), Dramatiker:in, Essayist:in und Romanautor:in („Im Menschen muss alles herrlich sein“), war Hausautor:in am Maxim-Gorki-Theater Berlin und leitete dort bis 2015 die Studiobühne / Albrecht Schuch (38), Film- und Theaterschauspieler, war u.a. im Ensemble des Maxim-Gorki-Theaters, spielte in „Berlin Alexanderplatz“ und „Systemsprenger“ / Vesna Tolic (31), Handballprofi, Rückraumspielerin bei den Spreefüchsen Berlin
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Ursula Daehn, * 19. November 1930 / Wolf-Rüdiger Grunewald, * 9. Mai 1948, Steuerberater (vBP) / Dr. Ursula Hapel, * 6. Oktober 1937 / Peter Skrodzki, * 12. Dezember 1949 / Siegfried Steinmeyer, * 14. August 1933, Vorsitzender Richter am Kammergericht Berlin a.D.
Stolperstein – Dr. Gerti Rubensohn, geb. Will, wurde am 13. Oktober 1902 in Neustettin (heute Szczecinek) geboren. Die Familie zog 1908 nach Berlin, dort hatte der Vater eine Arztpraxis. Gerti studierte Chemie und promovierte. 1932 heiratete sie Erich Rubensohn. Sie arbeitete im Redaktionsteam des „Beilstein“, einem bedeutenden Handbuch der Organischen Chemie, bis nach und nach alle jüdischen Mitarbeiter:innen entlassen wurden. Am 21. August 1942 nahmen sich Gerti und Erich Rubensohn angesichts der drohenden Deportation das Leben. An beide erinnert ein Stolperstein in der Vinetastraße 61 in Pankow.
Encore
An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen in der Ferienausgabe des Checkpoints unserer Serie „Reihum Berlin“: An jedem Ziel, das hier empfohlen wird, erfragen wir die Empfehlung für den nächsten Tag. Zu lesen gibt es die Reihe exklusiver Berlin-Tipps von Montag bis Freitag. Die heutige Empfehlung kommt von Amy Ting, Inhaberin von MIBAP:
„Ich empfehle das Bob & Thoms. Regionale und saisonale Blumen und Gemüse aus dem eigenen Garten von Chefkoch Felix Thoms. Der erste Eindruck des Essens: eine Landschaft mit lebendigen Farben! Wenn das Essen Ihre Zunge berührt, werden so viele Schichten lebendig und Zutaten springen umher, wie bei der besten Musikkomposition, die Sie finden können. Einfach, ausgewogen und schön. Wöchentlich wechselndes Menü je nach saisonalen Zutaten und Felix‘ Kreativität. Das sollten Sie sich nicht entgehen lassen – es ist einfach KUNST!“ Mittwoch bis Samstag, 18 bis 23 Uhr, Welserstraße 10-12, 10777 Berlin.
Morgen lesen Sie an dieser Stelle die Berlin-Empfehlung von Oliver Körber vom Bob & Thoms.
Für lebendige Farben in diesem Checkpoint haben Thomas Lippold (Recherche), Antje Scherer (Stadtleben) und Florian Schwabe gesorgt. Wir sehen uns hier morgen früh wieder – bis dahin,