Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. In diesen Zeiten bleibt er jedoch lieber im heimischen Bau und kocht, aus Gründen der Selbsterhaltung, feine vegetarische Gerichte.
„Dieses Wochenende endet der Veganuary, die weltweit größte Verabredung zum kollektiven Essen und mir kommt das gerade recht. Ich esse nämlich durchaus gerne in Gesellschaft, allerdings mit einer Einschränkung: Ich lege, ob meiner feinsinnigen Art, allerhöchsten Wert auf Tischmanieren, wie Sie sich sicher denken können. Andererseits muss ich gestehen, dass ich auch durch und durch ein Genussschwein und an einem festlich gedeckten Tisch kaum zu halten bin. Sie verstehen mein Dilemma? Eine Zeitlang habe ich all meine Verabredungen in Dunkelrestaurants mitgenommen, was zurzeit nicht geht. Der Veganuary ist ein Kompromiss, man isst nämlich immerhin im Geiste mit vielen, kann aber auch gepflegt die Sau rauslassen, ohne dabei seine Contenance zu verlieren. Um das cosmopolitische der Veranstaltung zu betonen, gibt es bei mir orientalischen Linsen-Süsskartoffeleintopf mit Feige und Kräuterseitan. Dazu werden die Kichererbsen und Hefeflocken mit Meersalz, Knoblauch, Würzsauce, Olivenöl und Gewürzen mit 200 ml Wasser püriert, dann die Flüssigkeit und die Kräuter zum Seitan gegeben. Anschließend wird alles einmal durchgeknetet, wie Waldboden. Das weitere Vorgehen ist hier nachzulesen, ein hübsches Foto gibt es da auch. Eines von vor dem Essen, versteht sich. Nach dem Essen mache ich persönlich keine Fotos, ich weiß ja nicht, wie Sie das handhaben. Ich schaue nicht einmal mehr hin, um ehrlich zu sein, dafür bin ich einfach zu zart besaitet.“