Berlin kauft Elektrozäune gegen Wildschweine
Die Notfallpläne der Stadt sind bereits vom Zaun gebrochen; sie bestehen aus Wild- und Elektrozäunen. Zehn Kilometer sind schon gebunkert, zehn weitere unterwegs. Von Robert Ide
Eine ziemliche Wildschweinerei droht Berlin beim Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest. Eine „nationale Kraftanstrengung“ verlangt Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CSU) in einem Brief an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD). Darin verlangt sie, „sämtliche mögliche Nahrungsquellen“ aus dem Stadtgebiet zu tilgen, etwa „unachtsam weggeworfene Essensreste“. Offenbar traut sie Berlin viele Schweinereien zu – aber das? Die Notfallpläne der Stadt sind bereits vom Zaun gebrochen; sie bestehen aus Wild- und Elektrozäunen. Zehn laufende Kilometer haben Bezirke und Senat bereits gebunkert, zehn weitere Kilometer Elektrozaun beschafft das Reinickendorfer Bezirksamt gerade im Auftrag aller Bezirke. Auf einen Schlag.
Zwar halten die Wildzäune aus Draht besser, wenn eine hungrige oder panische Wildschweinhorde dagegen rennt. Aber Elektrozäune seien leichter zu versetzen, um eine befallene Rotte abzuschotten. Dies sei wichtig bei einer Seuche, „gegen die Corona im Vergleich absolut nicht ansteckend ist“, wie der Reinickendorfer Bezirksstadtrat Sebastian Maack (AfD) meint. Um einer zusammengerotteten Wildschweinpower gewachsen zu sein, ordert sein Amt nun „besonders energiestarke“ Zäune (Beratungsmuster hier). „Schließlich haben diese Tiere ein dickes Fell.“ Was man in Berlin eben so braucht.