Schildbürger-Streich
Mit Sicherheit ohne Diesel soll es ab Oktober auf ein paar handverlesenen Straßenabschnitten zugehen. Die Umsetzung der Fahrverbote verzögert sich allerdings berlinisch erwartbar, bis „voraussichtlich Oktober“, wie es gestern hieß, es soll sich aber ums laufende Jahr handeln. Grund: Die Abschnitte müssen ja noch markiert werden, und dafür braucht es Schilder, die müssen erst bestellt werden, dann bedruckt, dann wieder zurückgeschickt, neu bedruckt, aufgestellt...
...die BZ hat heute mal nachgezählt: 406 neue Verkehrszeichen werden fürs Berliner Klima aufgestellt, 90 Durchfahrt-Verboten-Schilder für 2,9 dieselverbotene Kilometer, 265 Tempo-30-Schilder für 10,5 schadstoffreduzierte Kilometer und 51 Tempo-50-Schilder für die Rückkehr in die Realität. Der Senat geht übrigens davon aus, dass alle Schilder gleichzeitig enthüllt werden. Na, hoffentlich gibt es dafür genügend Mitarbeiter.
CP-Leser Wolfgang Pohl hat in Friedenau ein besonders schönes Exemplar eines Schildbürgerstreichs gefunden, Stichwort: Behördenschäden, Beweisfoto hier.
Ist aber auch nicht so wichtig, denn die angesetzten Bußgelder von 25 Euro pro PKW (LKW 75) lacht sich der erprobte Autofahrer doch ins Handschuhfach – zumal man den gemeinen Diesel bekanntlich auch nicht am Geruch erkennt (dem Trabi wäre das nicht passiert!). Eine Kennzeichnung ist bisher nicht vorgesehen (also am Auto, nicht an der Straße).