Corona bekämpft der Berliner Rettungsarzt Janosch Dahmen jetzt im Bundestag
Dahmen rückt für Katja Dörner nach. Der Oberarzt fordert rasch einen nationalen Pandemierat und ein zentrales Krisenmanagement. Von Ann-Kathrin Hipp
Verstärkung gibt’s im politischen Kampf gegen das Virus von einem Berliner Feuerwehrmann. Janosch Dahmen, gerade noch Oberarzt der Ärztlichen Leitung des Rettungsdienstes, zieht für die Grünen in Bundestag & Gesundheitsausschuss (nachgerückt für Bonns Bürgermeisterin Katja Dörner). „Aus der Pandemie-Bekämpfung habe ich viel gelernt, nun möchte ich unsere Corona-Politik und unsere Gesundheitsversorgung besser machen!“, schreibt er via Twitter.
Haken wir doch gleich mal nach: Wie? 1.) „Es braucht einen beratenden, nationalen Pandemierat, in dem wir die notwendige Expertise bündeln. Krisenkommunikation bedeutet, mit einer einheitlichen Stimme sprechen. Im Moment erlebe ich Widersprüche, Fragmentierung und Aktionismus.“ 2.) „In der Krise braucht es mindestens auf Ebene der Länder ein zentrales, operatives Krisenmanagement, was dafür sorgt, dass Arztpraxen offenbleiben, die Menschen im Pflegeheim gut versorgt sind und im Krankenhaus nur noch unaufschiebbare Notfälle behandelt werden. Wenn jedes Gesundheitsamt, jedes Ministerium, jede Verwaltung oder Behörde für sich selbst versucht die Krise zu bewältigen, laufen die Dinge auseinander.“ 3.) „Wenn die Intensivbetten nicht mehr ausreichen werden – wovon wir zurzeit ausgehen müssen – werden wir PatientInnen in jeweils andere Teile Deutschlands bringen müssen. Das braucht umfangreiche, praktische Vorbereitung, mit der sollten wir spätestens jetzt sofort beginnen.“ Unverzüglich.