Prämien für Vivantes-Führungskräfte
Bekommen Sie heute auch eine Prämie, einfach dafür, dass Sie Ihre Arbeit machen? Den Computer anschalten? Die Akten durchsehen? Nein? Tut mir leid, wenn das in Ihrem Unternehmen nicht üblich ist, bei Vivantes aber offensichtlich schon. Das geht aus einem Bericht des Landesrechnungshofes hervor, den die Morgenpost am Wochenende öffentlich machte. Während die meisten Beschäftigten beim landeseigenen Klinikkonzern unter dem Sparkurs des Senats ächzen, werden die Oberen offenbar unangemessen fürstlich entlohnt: Außertarifliche Bezahlung, Zulagen ohne System und eben Prämien für Dinge, die zu den „originären Aufgaben von Führungskräften“ zählen, etwa die Teilnahme an Teamgesprächen. Die CDU spricht von Selbstbedienungsmentalität, bei der Linken zeigt man Verständnis: „Wenn wir von unseren öffentlichen Krankenhäusern erwarten, dass sie sich im Konkurrenzkampf mit privaten Klinikkonzernen behaupten, kann man sie nicht dafür kritisieren, wenn sie genau dies auch tun“, sagt Wolfgang Albers, Chef des Gesundheitsausschusses im AGH (und Vivantes-Arzt).