Ministerin Roth lädt ein und steht schwer in der Kritik: Die Berlinale bleibt Thema

Da war ja was. Auch drei Wochen nach dem Berlinale-Eklat ist es noch nicht ruhig geworden. Kulturstaatsministerin Roth lädt heute die Berlinale-Leitung zum Gespräch ein. Aber auch die Stimmen gegen sie sind laut. Von Anke Myrrhe

Ministerin Roth lädt ein und steht schwer in der Kritik: Die Berlinale bleibt Thema
Foto: imago / photothek

Diverse Probleme gab es auch bei der Berlinale – besonders bei der Abschlussgala am 24. Februar. Dass der Abend eine gewisse Schlagseite gegen Israel hatte, fiel so manchem, der applaudierend im Saal gesessen hatte, allerdings erst auf, als die Kritik in den folgenden Tagen immer lauter wurde. Auch die Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) sprach erst zwei Tage später von „erschreckender Einseitigkeit“ und „tiefgehendem Israel-Hass“.  

Drei Wochen vor Vertragsende lässt Roth heute die scheidende Berlinale-Leitung beim Aufsichtsrat der KBB antanzen (der Dachorganisation der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin), um den Eklat aufzuarbeiten. CP-Idee: Sie könnte bei sich selbst beginnen. Kürzlich hatte sie bei einer Podiumsdiskussion kritisiert, dass niemand während des Festivals den Namen von David Cunio genannt hatte: Er hatte 2013 die Hauptrolle im Berlinale-Panorama-Film „Youth“ gespielt – und ist am 7. Oktober von der Hamas verschleppt worden. Seine Familie ist inzwischen befreit, er nicht. Die „Süddeutsche Zeitung“ hat nun recherchiert, dass sowohl Roth als auch die Berliner Senatskanzlei bereits vor Beginn der Berlinale auf Cunios Schicksal aufmerksam gemacht wurden. Warum also hat nicht Roth selbst seinen Namen genannt?

Bei der Berlinale ist man ohnehin nicht gut auf Roth zu sprechen: Erst die Sparvorgaben, dann der Rausschmiss des Chefs und nun die späte, aber umso deutlichere Kritik an der Abschlussgala, bei der Roth selbst klatschend dabei gewesen war. Bei einer internen Sitzung soll nach Checkpoint-Informationen kürzlich der Satz gefallen sein: „Sie denunziert uns, um ihren eigenen Arsch zu retten.“ Mal sehen, welche am Ende noch im Kinosessel sitzt.

Ganz nebenbei: Sandra Hüller hat den Oscar leider nicht bekommen, gewonnen hat sie aber in jedem Fall. Hier geht’s zum Bericht aus Hollywood.