Wieder Autos in der Friedrichstraße: Die Verkehrswende als Nullsummenspiel

Weil es sich bei ihnen in der Straße staute, wehrten sich Händler gegen die Fußgängerzone. Mit dem Ergebnis, dass der Autoverkehr nun wieder Anrainer belastet. Ein Kommentar von Robert Ide.

Wieder Autos in der Friedrichstraße: Die Verkehrswende als Nullsummenspiel
Foto: dpa/Wolfgang Kumm

So, schnell noch kurz den Rückwärtsgang eingelegt: Berlins neue Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU) hat vorgestern im Tagesspiegel-Interview erklärt: „Ich sehe schon, dass wir den Autoverkehr eindämmen müssen.“ Gestern nun verkündete sie, dass ab Juli wieder Autos durch die inzwischen für Fußgänger und Radfahrende reservierte Friedrichstraße fahren sollen. Der Verkehr wird damit tatsächlich eingedämmt – zum Beispiel auf der parallel verlaufenden Charlottenstraße. Vielleicht kein Zufall, dass sich dort der Weinladen von Anja Schröder befindet, die den lokalen Widerstand gegen die Fußgängerzone nebenan in der Friedrichstraße angeführt hatte. Bald könnten vielleicht an ihrem eigenen Laden mit Außenausschank viel weniger Autos vorbeirollen. Berlins Verkehrswende bleibt ein Nullsummenspiel – und verkehrt sich so selbst.