Muslimische Jugendliche räumen Silvestermüll auf

Da wir gerade vom Stadtbild reden: Auch in diesem Jahr werden muslimische Jugendliche am Neujahrsmorgen wieder Berliner Straßen säubern. „Wir wollen dem Narrativ der Migrantenkriminalität etwas entgegensetzen“, sagt Imam Scharjil Khalid von der Pankower Khadija Moschee dem Checkpoint. Die Stadtbild-Debatte der vergangenen Monate empfindet er als negativ: „Wer als Migrant gelesen wird, gerät schnell unter Generalverdacht und in eine Rechtfertigungsposition. Viele fühlen sich pauschal als Problemgruppe deklariert.“

Rund 100 Mitglieder der Ahmadiyya-Gemeinde werden am Neujahrstag zu Müllsack, Besen und Schaufel greifen und in Pankow sowie auf der Sonnenallee aufräumen – als Teil einer Initiative, die es bereits seit 30 Jahren gibt. „Bei uns böllert keiner“, erzählt Khalid. „Wir machen das aus Glaubensüberzeugung. Wenn etwas auf der Straße dreckig ist, soll der Muslim es aufheben und den Ort als besseren hinterlassen.“ Vielleicht generell mal ein guter Vorsatz für Berlin.