Tempelhof-Schöneberg bei Baugenehmigungen hinterher
Ein paar Jährchen war es ruhig (4,25 ziemlich genau, wo wir grad im Rechenmodus sind), jetzt wollen sie wieder ran ans Tempelhofer Feld, und wie! Mehr als 170 Häuser, 20 Meter breit und 32 tief, einmal rund herum, so haben es sich die Architekten Paul Ingenbleek und Ulrike Kern ausgedacht, zehntausend Wohnungen, die Freiheit eingemauert. Oder lieber doch: ein Fußballstadion? Soll Hertha doch hier spielen (CP von gestern), hatte der weit entfernte Bürgermeister Reinhard Nauman leicht angefressen gesagt, seinen Bezirk Cha-Wi hatte nämlich niemand gefragt, ob der Verein im Olympiapark bauen sollte. Konter seiner THF-Schö-Kollegin Angelika Schöttler: nix da! Auf dem Feld wird nicht gewohnt und Fußball gespielt höchstens auf der (einmal jährlich gemähten) Wiese. Hier wird der Wählerwille noch respektiert!
Respect, hätte Aretha ihr schwesterlich solidarisch entgegengesoult. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass ihr Bauamt im ersten Halbjahr nur 60 Baugenehmigungen erteilt hat, wie meine Kollegin Sigrid Kneist diese Woche im Leute-NL schrieb. 83 Wohnungen, 36 Neubauobjekte. Damit liegt Tempelhof-Schöneberg im Bezirksvergleich ganz weit hinten. Kein Wunder, dass R2G die Neubaupläne bis zum nächsten Volksentscheid (aka Abgeordnetenhauswahl) schon nach unten korrigiert hat: 30.000-5000=25.000. Wenn THF-Schö weiter so ranklotzt, ist das Ziel in etwa 200 Jahren erreicht. Aber es gibt ja auch noch andere Bezirke. Und überhaupt soll im zweiten Halbjahr alles besser werden (Stichwort: Friedenauer Höfe/Güterbahnhof Wilmersdorf). Noch bleibt eine Chance, das Zeugnis aufzubessern.