SPD will „Neuen Aufbruch für Europa"

Also retten wir uns schnell rüber zu den erfreulicheren Ergebnissen:

Für die SPD gibt es jedenfalls keinen Grund, GroKodilstränen zu weinen. Mehr Mittelschicht, mehr Familie, mehr Europa – in dem 177 Seiten und 8354 Zeilen langen Werk mit dem Titel „Ein neuer Aufbruch für Europa. Eine neue Dynamik für Deutschland. Ein neuer Zusammenhalt für unser Land.“ hat sie am Ende doch noch ganz schön was rausgeholt oder zumindest Raum für zukünftige Gestaltung gelassen. Dass an der Basis auf allen Seiten gegrummelt wird, spricht ja eher für einen gelungenen Kompromiss. Die wichtigsten Ergebnisse haben die Tagesspiegel-Kollegen hier zusammengefasst.

Dass die SPD nun überall als klare Verhandlungssiegerin gefeiert wird, trotz Heimatminister und U-Turn-Schulz, hat eher personelle Gründe: Sie soll die wichtigen Ministerien Finanzen (Olaf Scholz), Arbeit & Soziales (Eva Högl), Justiz (Heiko Maas) und Außen (Martin Schulz) besetzen. Ganz nebenbei hat Merkel mal wieder ihre starken Männer entsorgt (Thomas de Maizière/Jens Spahn, sorry!), nur ihr unverwüstlich gutgelaunter Kanzleramtschef Peter Altmeier darf Wirtschaftsminister werden, ach ja und Hermann Gröhe (Gesundheit) ist auch noch da. „Wir haben wenigstens das Kanzleramt verteidigt“, twitterte Olav Gutting, CDU-MdB, und alle hielten kurz die Luft an. „Aber wer regieren will, muss nun mal zahlen“, schreibt Tagesspiegel-Kollege Robert Birnbaum in seiner Analyse des Tages. „Und zur Not, was hilft’s, für den klammen Partner in spe gleich mit.“