Dubiose HU-Briefe rufen zu ungültiger Wahl auf

Wahlaufforderung, eigentlich gut, hier gar nicht smart: In den vergangenen Tagen ist ein vermeintlicher (seltsamer) Aufruf der Humboldt-Universität in Berliner Briefkästen gelandet. „Am 26. Mai ist Europawahl – und einige Menschen sind unzufrieden“, heißt es da. Dann werden die Vorteile einer ungültigen Stimme (gegenüber der Nichtwahl) aufgezählt. „Als wir von dem Brief erfuhren, hielten wir ihn zunächst für Fake oder einen sehr schlechten Scherz“, sagt ein Uni-Sprecher auf Checkpoint-Nachfrage. Falsch gehalten. Versandt wurden, wie sich jetzt herausstellt, offenbar 3000 Briefe (ohne vorherige Genehmigung) von einem Doktoranden der University of Michigan, Gastwissenschaftler an der HU – kein Dienstverhältnis, keine Aufgaben, keine Kurse. Die Aktion sei Teil eines Forschungsprojekts gewesen, das Ziel herauszufinden, ob Nichtwähler durch die genannten Informationen mobilisiert werden können. Die HU distanziert sich, eine Anzeige gegen Unbekannt wegen „Vortäuschung der Urheberschaft“ wurde der Pressestelle zufolge gestellt. Bleibt an dieser Stelle noch zu sagen: Liebe Leute, geht wählen! Am liebsten gültig.