Drei ältere Berliner wollen Berlin retten

Die Retter der Risikopatienten in Berlin wären selbst welche. Die Stadt braucht erfahrene Krisenmanager, wenn sie kein gesundheitlicher Krisenherd wie New York werden will. Und sie hat sie gefunden (Porträts hier). Zum Beispiel Andrea Grebe, 58. Die Vivantes-Chefin wollte im Juni eigentlich Berlin verlassen, um ihre Mutter zu versorgen anstatt sich andauernd vom Senat in die Führung ihrer Klinik reinreden zu lassen. Nun bleibt sie noch vier Monate, weil sie sich nicht vorstellen kann, „wenn ich in der jetzigen Situation nicht helfen könnte“. Zum Beispiel Albrecht Broemme, 66. Berlins früherer Feuerwehrchef wollte endlich im Garten entspannen; nun baut er an der Messe eine temporäre Pandemieklinik für 500 Intensivpatienten auf. Er will nicht zulassen, dass ein Infizierter stirbt, „weil es an Dingen fehlte, die machbar gewesen wären“. Zum Beispiel Ulrich Frei, 72, Vizechef der Charité kurz vor dem Ruhestand. Er hat vor fünf Wochen die erste Corona-Teststation errichten lassen und will das Gesundheitswesen jetzt nicht allein lassen „in der größten medizinischen Herausforderung der bundesdeutschen Geschichte“. Drei Menschen, die selbstlos helfen über ihre eigenen menschlichen Bedürfnisse hinaus. Drei Menschen, die so sicher viele Menschenleben retten.