Schulen schließen nicht, obwohl es an Hygiene mangelt
Die Krankheit breitet sich, ohne Rücksicht auf allzu menschliches Zögern, aus. Mittlerweile sind wegen Verdachtsfällen sieben Schulen und zwei Kitas in Berlin komplett geschlossen. Die anderen öffnen heute wieder, auch wenn es auf vielen ihrer Toiletten immer noch keine Seifenspender und Handtücher gibt. Wie viele Viren-Krisen wird es brauchen, um die unhaltbaren Dauerzustände auf Berlins stinkenden Schulklos abzustellen? Die Kinder und Jugendlichen, von denen 61 Prozent bei einer Schulumfrage unhygienische Toiletten beklagen, bekommen im Unterricht gesagt, sie sollen sich bitte besonders hygienisch verhalten. Aber wie soll man Vorsorge spielen, wenn man nicht mal spülen kann?
Der Entschluss zu einem Beschluss, alle Schulen und Kitas vorsorglich zu schließen, scheint höchstens noch Tage entfernt zu sein. Die Ministerpräsidenten der Länder konnten sich am Donnerstagabend im Kanzleramt noch nicht auf eine gemeinsame Lösung einigen. Bayern, Baden-Württemberg, das Saarland und Niedersachsen dürften heute vorpreschen. Berlin ist noch zögerlich, auch wegen der anstehenden Abiturprüfungen, könnte aber schon bald nachziehen, wie der Checkpoint in der Nacht aus Senatskreisen erfuhr. Berlins um Handlungsmacht ringende Regierung trifft sich heute zu einer außerordentlichen Sitzung; bislang soll dabei aber nur über die Schließung aller Berliner Clubs und Bars beraten werden. Aber sollten nicht auch Schulen und Kitas lieber Sperrstunden einführen? Was denken Sie? Machen Sie mit bei unserer Checkpoint-Umfrage – diese bleibt interaktiv für alle geöffnet.