So sieht die Straßenweltordnung in Pankow aus
Ein verqueres Verständnis von Denkmalschutz legt das Bezirksamt Pankow an den Tag: Stellplätze gehören dazu, Bäume aber nicht. Aus dem Checkpoint. Von Anke Myrrhe
Aus der Reihe „Wo wohnen wir denn?“ (Teil II) ist auch die Pankower Straßenweltordnung zu betrachten. Anlass zu dieser Einschätzung liefert die Antwort des Bezirksamts auf die Anfrage des Grünen-Abgeordneten Axel Lüssow mit dem zugegebenermaßen ziemlich bescheuerten Titel „Kein Baum ist illegal – Denkmalschutz ohne Klimafolgenbewältigung?“, der möglicherweise auch zur, sagen wir mal, ungeschickten Antwort der Bezirksstadträtin Rona Tietje (SPD) beigetragen hat.
Es geht um die denkmalgeschützte Wohnstadt Carl Legien, von deren „einstmals geschlossenen Baumreihen“ laut Anfragensteller Lüssow „weniger als die Hälfte erhalten“ ist. Im Oktober habe das Bezirksamt Nachpflanzungen mit der Begründung abgelehnt, „in der bauzeitlichen Vorgartengestaltung habe es keine Bäume gegeben – es sei das denkmalpflegerische Ziel, die Bereiche langfristig auf diese Situation zurückzuführen.“ Lüssow möchte nun also wissen: „Gab es in der bauzeitlichen Gestaltung die aktuelle Anzahl von Parkplätzen und den derzeitigen Durchgangsverkehr an der Erich-Weinert-Straße? Falls nein – wie beabsichtigt das Bezirksamt die Bereiche auf die ursprüngliche Situation zurückzuführen?“
Antwort der Stadträtin: „Nein…. Da es heute, anders als in den 1920er Jahren, selbstverständlich ist, dass private Kraftfahrzeuge im öffentlichen Straßenraum (und nicht in Garagen) abgestellt werden, beabsichtigt das Bezirksamt nicht, die Parkplätze im Straßenraum zu entfernen.“ Schöne neue Welt.
Die Lösung hat die BVG: Das Auto öfter mal stehen lassen (zum Beispiel so).