Tiergartentunnel wieder geöffnet – fast

Zumindest der Tiergartentunnel konnte gestern teilweise wieder geöffnet werden – allerdings erst nach 9 Uhr (= nach dem  Berufsverkehr). Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) gestand wenig später im Verkehrsausschuss ein, was kaum zu glauben ist: Wenn sich drei Mitarbeiter krankmelden (nämlich aus der Überwachungszentrale des Tunnels), bricht die halbe Stadt zusammen. Ein ähnlicher Vorfall im Stellwerk Schöneweide hatte vor rund einem Monat den S-Bahn-Verkehr massiv gestört. „Morgen gehen wir davon aus, dass es genau so der Fall sein wird und im weiteren Verlauf natürlich auch“, sagte Bonde. Heißt frei übersetzt: Also bisschen offen, bisschen zu, wann und wie lange weiß niemand so genau.

Wie wichtig der Tiergartentunnel für Berlin ist, zeigte sich gestern im Gesicht eines Taxifahrers. „Google sagt, er ist auf, naja, gucken wir mal“, sagte der, beobachtet von Checkpoint-Leserin Miriam S. Die Aufregung steigerte sich, als der Fahrer andere Autos auf der Abbiegespur Richtung Tunnel warten sah. „Dann ist er auf!“ Und wirklich.

„Wenn hier zu ist, ist sofort Chaos“, sagte der Mann. Und das könnte in den nächsten Monaten zum dauerhaften Problem werden. Derzeit teilt sich Bund und Berlin die Überwachung des Tunnels – zum Jahresende soll die Zuständigkeit komplett nach Berlin wandern, die Mitarbeiter aber fehlen. Ob das wirklich machbar ist, sollte vielleicht noch mal jemand überwachen.

Für Checkpoint-Genießer gibt’s noch folgende Randnotiz: Die BVG stellte die Buslinie M85 zwischen Hauptbahnhof und Potsdamer Platz ein, „aufgrund einer Betriebsstörung“.