„Ick geh ja nich in Rente“: Frank Zander über seinen Bühnen-Abschied und wie es nun weitergeht
Mit 81 Jahren lässt der berühmte Berliner Barde die Bühne hinter sich. Aber in den Ruhestand will er noch lange nicht, verrät er im Interview. Nun widmet er sich der Kunst. Von Robert Ide.
Viel Laune auf den Bühnen und in den Kneipen der Stadt hat der Berliner Barde Frank Zander gemacht. Am Wochenende nun ist der 81-Jährige beim „Schlager-Olymp“ im Strandbad Lübars von der großen Bühne abgetreten. Wie es für ihn weitergeht, erzählt der gebürtige Neuköllner im Checkpoint-Gespräch.
Frank Zander, wie ist es, nach dem letzten Hit „Nur nach Hause geh’n wir nicht“ wirklich nach Hause zu gehen?
Ick geh ja nich in Rente… Aber das war ein echt emotionaler Abschied von der großen Bühne. Meine Familie, meine Fans und meine Freunde haben es mir leichter gemacht, denn sie waren alle da. Ich widme mich ab jetzt mehr meiner Malerei, bin auch gerne bei Galerie-Ausstellungen dabei und sing da mal einen Song. Dann planen wir gerade die nächste Weihnachtsfeier für Obdachlose und Bedürftige im Hotel Estrel. Es gibt dieses Jahr auch wieder einen von mir gemalten Fisch-Kalender. Tja, und wenn Hertha ruft, bin ich natürlich da und singe vor der Ostkurve.
Der größte Hit war „Hier kommt Kurt“ über einen Aufschneider, der durch Berlin stolziert. Was war das Besondere an diesem Lied?
Rein finanziell war tatsächlich der Ententanz von 1981 noch erfolgreicher. Aber Kurt ist einfach viel cooler und bis heute klingt der Song frisch und lässig. Ich schlüpfe gern in Rollen und Kurt ist meine absolute Lieblings-Verkleidung. Diese etwas nervigen Typen, die sich zu wichtig nehmen und denken, sie seien der Mittelpunkt der Welt, wird es immer geben. Ich glaube der wunderbare Text von Hanno Bruhn hat es damals auf den Punkt gebracht. Deswegen wird dieser Song für immer in den Köpfen bleiben.
Was wünscht sich Frank Zander für die Zukunft und für Berlin?
Klar, ich wünsch mir Gesundheit für meine Familie und dass ich fit bleibe. Für Berlin wünsche ich mir, dass die Stadt ihr Herz behält und dass die kleinen Kiezkneipen erhalten bleiben. Vielleicht gibt es ja irgendwann mal ‘ne Zander-Kneipe – dann gerne einfach bei mir melden!