„Generell ist die Technik nicht veraltet“: Berliner Magnetbahn dennoch schon museumsreif

Im Oldtimermuseum Rügen steht ein Wagen der Berliner M-Bahn. Generell sei die Technik nicht veraltet, meint Mitarbeiter Guttwein. Er sieht den Haken für Berlin woanders. Von Robert Ide

„Generell ist die Technik nicht veraltet“: Berliner Magnetbahn dennoch schon museumsreif
Da is das Ding! Eine M-Bahn steht im Oldtimermuseum auf Rügen. Foto: Oldtimermuseum Rügen

„Überall liegt Scheiße, man muss eigentlich schweben“, sang Peter Fox in der Stadthymne „Schwarz zu Blau“. Vielleicht ja deshalb will die Berliner CDU die Magnetschwebebahn wieder durch die Innenstadt schweben lassen und gleitet damit auf den vor 30 Jahren abmontierten Gleisen der M-Bahn, mit der nach dem Mauerfall ganz Ost-Berlin in Richtung Kreuzberger Kneipen abrauschte.

Einen letzten Wagen der M-Bahn, damals gefeiert als „vollständig automatisiertes und fahrerloses Nahverkehrssystem für mittlere Transportkapazitäten“, kann man heute im Oldtimer-Museum auf Rügen bestaunen. „Generell ist die Technik nicht veraltet, auch wenn unsere Bahn schon in die Jahre gekommen ist“, sagt Timo Guttwein vom Oldtimer-Museum am Checkpoint-Telefon. Der 31-Jährige wurde genau dann geboren, als Berlin die Teststrecke für den Mini-Transrapid wieder abbaute, um Platz für die von Ost nach West durchfahrende U-Bahn-Linie 2 zu machen.

Eine neue Olympiabewerbung. Die Rückkehr der Cargohosen. Und New Kids on The Block wieder auf Tour. Die Neunziger sind zurück. Warum also sollten wir uns nicht auch in die Magnetschwebebahn zurückbeamen? Museumsmacher Guttwein ist da nicht nur wegen der Kosten skeptisch: „Solche eine Bahn braucht jede Menge Platz, man kann diese antriebslosen Fahrzeuge ja nicht einfach auf Straßenbahnschienen setzen.“ Und so stellt der Museumsmacher die einzig richtige Frage zu dem schwebenden Ideenverfahren: „Hat Berlin denn dafür wirklich Platz?“ Tja, schon für neue Straßenbahnstrecken reicht er ja offenbar kaum.