Plätze halbiert, Kosten verdoppelt

Rund 3300 Kitaplätze aus Holz wollte das Land bauen lassen. 2019 sollten die ersten Kinder einziehen – mit nur zwei Jahren Verspätung ist es nun so weit. Von Anke Myrrhe und Susanne Vieth-Entus

Plätze halbiert, Kosten verdoppelt
Schade, dass nur halb so viele Kinder wie geplant „Mokibs“ nutzen können. Foto: Sonja Marzoner/dpa

Apropos Visionen: Rund 3300 Kitaplätze aus Holz wollte das Land bauen lassen. Das war 2017, und 2019 sollten die ersten Kinder einziehen. Da sich zunächst kein Bauherr für die rund 30 modularen Kitabauten („Mokibs“) fand (Grund: hochtrabende Konditionen), musste erneut ausgeschrieben werden. Das Projekt verteuerte sich derart, dass die 74 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur nur noch für neun Kitas mit 1224 Plätzen reichten. Zum gestrigen Richtfest (Weltkindertag) einer der Kitas in Neukölln war davon allerdings keine Rede mehr, vielmehr nutzte Stadtentwicklungssenator Sebastian Scheel (Linke) die Gelegenheit wahlkampftauglich für ein Zusammenschmelzen der Tatsachen: Das „ehrgeizige Ziel“ des Programms wird nun damit angegeben, 1224 Kitaplätze zu errichten – so, als hätte es die 3300 (und die Verdopplung der Kosten) nie gegeben. Die ersten Kitas seien „bereits“ fertiggestellt, sagte Scheel – zwei Jahre nach der geplanten Eröffnung. Da wurden ein paar Bretter wohl fälschlicherweise woanders hingenagelt.