Ampel in Berlin leuchtet schwächer als im Bund
Bei Rot bleibe stehen, bei Grün darfst Du gehen. Und bei Gelb? Die Koalitions-Ampel in Berlin ist nicht ausgeschaltet – noch nicht. Ein Kommentar. Von Robert Ide
Bei Rot bleibe stehen, bei Grün darfst Du gehen. Und bei Gelb? Die neue deutsche Bundesampel leuchtet schon mal mit Schlagworten wie „Fortschritt“, „Mut“ und „Aufbruch“, bevor sie überhaupt in Betrieb geht (Liveblog hier). Fast wie bisher weiter ging dagegen der Betrieb auf der Berliner Landesstraße, wo die Sondiererinnen und Sondierer aller Parteien bisher auf Autopilot geschaltet hatten. Am Donnerstag aber blinkten sich Gelb und Grün plötzlich freundlich an. Und so dürfte entweder Rot-Grün-Rot unter leicht veränderten Leuchtzeichen weitermachen, wofür auch wichtige SPD-Kreisverbände votiert haben – allerdings teilweise nur knapp wie in Charlottenburg-Wilmersdorf. Oder der von allen angekündigte „Aufbruch“ könnte auch hier neue Farben tragen.
Die Ampel ist in Berlin jedenfalls noch nicht ausgeschaltet – zumindest nicht bis heute Morgen, wenn der Geschäftsführende SPD-Vorstand entscheiden will, wer richtig steht, wenn das Licht angeht. Wichtiger ist sowieso, dass der Stadt endlich ein Licht aufgeht. Wie wäre es etwa mit einer „grundlegenden Verwaltungsreform“, wie sie Pankows noch regierender Bürgermeister Sören Benn (Linke) als zentrales Senatsprojekt vorschlägt? Dann könnte die Stadt auch ohne Ampel leuchten – und die nächste Wahl bräuchte keinen Pannen-Notdienst. Traut sich Berlin so viel Aufbruch zu?