BER nach Drohnensichtung gesperrt
an seinem fünften Geburtstag hatte der BER am Freitagabend noch eine besondere Party parat: Ab 20.08 Uhr wurden alle Starts und Landungen gestrichen. Der Grund dafür war allerdings weniger fröhlich: Jemand hatte eine Drohne gesehen. Während die Polizei am Wochenende alle Informationen strich („Es gibt keinen neuen Stand“), war der BER am Sonntag auf Flughöhe. Kann es sein, dass sich da jemand einen Scherz erlaubt hat? Nein. „Die Ursprungsmeldung ging nach Auskunft der Landespolizei durch einen Anrufer aus und wurde daraufhin von der Landespolizei an die Verkehrsleitung des Flughafens gemeldet“, sagte BER-Sprecher Axel Schmidt dem Checkpoint. „Die Drohnensichtung wurde durch die Landespolizei bestätigt, auch durch mehrfachen eigenen Sichtkontakt.“
Es war bereits der fünfte Drohnenvorfall in diesem Jahr (Vorjahr: 20). Allerdings: „Der Flughafen war zu keinem Zeitpunkt geschlossen“, sagt Schmidt. Die Deutsche Flugsicherung habe den Flugbetrieb pausiert. „Das heißt, dass in diesem Zeitraum keine Flugzeuge mehr starten und landen konnten. Der Flughafenbetrieb am Boden war nicht eingeschränkt.“ Nur welchen Sinn hat ein Flughafen, an dem niemand fliegen kann?
Überlassen wir diese Frage den Verkehrsphilosophen und halten vorerst fest: Berlin ist flexibler, als man denkt. Als die vermeintliche Gefahr verflogen war, erteilte die obere Luftaufsichtsbehörde Berlin Brandenburg (LUBB) eine pauschale Ausnahmegenehmigung zunächst für Starts bis 1 Uhr morgens, später 2 Uhr morgens. „Davon haben fünf Flugzeuge Gebrauch gemacht. Das letzte davon ist um 00.54 Uhr am BER abgehoben“, sagte Schmidt. „Landungen wurden zunächst bis 4.00 Uhr morgens genehmigt. Davon haben vor allem eine Reihe von Flügen Gebrauch gemacht, die vorher zu anderen Flughäfen umgeleitet worden waren. Der letzte davon ist um 0.28 Uhr am BER gelandet.“
Wir stellen fest: Selbst die Nacht war trotz des Vorfalls noch einigermaßen ruhig. Und lesen mal rein, wie ein Passagier in einer Maschine aus Brüssel das wilde Hin- und Her erlebt hat. Fazit: „Niemand ist ausgeflippt“, sagt er. Na, dann war’s auch keine ordentliche Party.