Berliner Standesämter vor dem Kollaps

Es gibt nicht wenige Leserinnen und Leser, die uns raten, der Checkpoint möge doch nicht permanent über das Chaos in der Berliner Verwaltung berichten. Was aber sollen wir machen, wenn zum Beispiel die Standesämter der Stadt vor dem Kollap (T+) stehen? In vielen Bezirken sind die Ämter schon länger nicht mehr in der Lage, ihren grundlegenden Aufgaben nachzukommen: Sterbeurkunden auszustellen oder eine Ehe zu beurkunden. „Wir haben im letzten halben Jahr überhaupt keine Hochzeiten mehr im Bezirk ausgerichtet“, sagt Marzahn-Hellersdorfs Stadträtin für Bürgerdienste Juliane Witt (Linke) und klagt über einen strukturellen Personalmangel, den der Senat in Kauf nehme.

Viele Verliebte, die sich eine Trauung trauen wollen, weichen bereits nach Brandenburg aus, berichtet mein Kollege Robert Kiesel. Falls der Regierende Bürgermeister Kai Wegner also seine geliebte und in Marzahn-Hellersdorf gemeldete Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (beide CDU) heiraten wollen würde, müssten beide wohl besser in seine Heimat nach Spandau ausweichen. Also fast schon nach Brandenburg.