Berlins Amtsärzte greifen Kalayci an
In Abstandszeiten werden die Differenzen größer: In einem Offenen Brief an Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) haben sich die zwölf Amtsärzte der Bezirke von deren Kurs zur Bewältigung der Coronakrise distanziert. Die Gesundheitsämter seien von „geplanten Maßnahmen vorab fachlich-medizinisch in keiner Weise angehört oder eingebunden“ worden. Das Ampelsystem sei medizinisch „nicht nachvollziehbar“. Amtsärzte würden unter Druck gesetzt und einzelne Bezirke gegeneinander ausgespielt. Als einer der ersten reagierte Mitte-Gesundheitsstadtrat Ephraim Gothe (ebenfalls SPD) mit einer Mail an seine Amtskollegen auf das „für ihn überraschende Schreiben“: „Öffentliche Schuldzuweisungen sind kontraproduktiv. (…) Lassen Sie uns weiter daran arbeiten, dass Berlin glimpflich davonkommt.“ Mit herzlichen Grüßen.