Charité-Spitze erhebt Vorwürfe nach Unfall

Kein Ermittler hat sich für die Patientenakte interessiert“, sagt der ärztliche Direktor der Charité Ulrich Frei. Ein Jahr lang habe man darauf gewartet, dass jemand sich die Untersuchungsergebnisse des Polizisten ansieht, der mit 90 km/h auf der Grunerstraße in das Auto der 21-jährigen Fabien Martini gekracht war. Einen Alkoholtest hätten die Polizisten vor Ort bei ihrem Kollegen jedoch nicht wie üblich gemacht, sagt Frei. In der Charité wurden 1,1 Promille festgestellt, wie nun erst ein Jahr später bekannt wurde. Ob er betrunken im Dienst gefahren ist (mittags um 13 Uhr) oder auf dem Weg zum Krankenhaus getrunken hat, wird sich nun kaum mehr feststellen lassen. Um den Zeitpunkt gerichtsfest zu bestimmen, müssen zwei aufeinanderfolgende Proben genommen werden. Fabien Martini starb noch am Unfallort. Ihren Eltern haben die Ermittler bis heute keine Akteneinsicht gewährt, sagt ihr Anwalt. Womöglich aus gutem (bzw. schlechtem) Grund.