Welche Straßennamen fehlen Berlin noch?

Im Zuge der Debatte um die mögliche Umbenennung der Hofjägerallee in Helmut-Kohl-Allee haben wir Sie gefragt: Wer fehlt eigentlich noch auf Berlins Straßenschildern? Von Anke Myrrhe und Stefan Jacobs

Welche Straßennamen fehlen Berlin noch?
dpa/Thomas Banneyer

Im Gefolge der von Kai Wegner ins Gespräch gebrachten Umbenennung der Hofjägerallee in Helmut-Kohl-Allee wollten wir von Ihnen wissen, nach wem in Berlin denn noch eine Straße benannt werden sollte. Hier ein Auszug aus der reichlich eingegangenen Resonanz: Eine Leserin plädiert für Ingeborg Bachmann und für Romy Schneider, die hier ein Kind geboren und gelebt habe. Ein Leser erklärt, dass „eine Michail-Gorbatschow-Allee das Mindeste“ sei als Ergänzung zu Kohl. Im Übrigen habe nicht der Kanzler die Einheit herbeigeführt, sondern die Bewohner von Leipzig, merkt jemand an.

Axel Jürs, Verwaltungsleiter der Bergius-Schule, plädiert für Hannelore Kohl, eine „überaus kluge, exzellent ausgebildete Frau“, von deren „für ihre Generation geradezu exemplarischer Vita“ ihr Mann stets profitiert habe. Jürs kündigt auch für seine Schule eine Benennungsinitiative für Aula oder Vorplatz an.

Eine Leserin empfiehlt eine Bertha-Benz-Straße: „Diese Frau war mutig, intelligent und hat für die Gleichberechtigung der Frauen viel getan.“ Mehrfach gewünscht wird eine Margot-Friedländer-Allee. Außerdem auf der Wunschliste stehen eine Rosa-von-Praunheim-Straße und eine Weiße-Rose-Straße („in heutigen Zeiten eine gute Idee).
David Bowie wird natürlich ebenfalls gewünscht. Eine Leserin möchte die Fuggerstraße gegen George Mikell eintauschen, eine andere die namenlose Grünanlage von Born- und Odenwaldstraße in Friedenau zum Hanna-Höch-Platz machen, eine weitere die Sozialpädagogin Erna Maria Johansen ehren. Und es gibt Alternativvorschläge für die Hofjägerallee: Alcide de Gaspari und Simone Veil.

Dann gibt es noch zwei große Fraktionen, von denen eine sich angesichts der Erfahrungen generell gegen Straßenbenennungen nach Personen ausspricht und die andere Umbenennungen ablehnt, weil die Ressourcen kosten, die für Wichtigeres gebraucht würden. Einen eleganten Ausweg weist der Vorschlag, bestehende Namen umzuwidmen, etwa mit der Friedrichstraße die Widerstandskämpferin Karin Friedrich zu ehren.

Auch interessant ist die Anmerkung, dass es zwar mehrere Berliner Straßen, aber keine Cölln-Straße gibt. Und den schönsten aller Vorschläge lesen Sie unten im Zitat.