Starke freie Kandidaten in Brandenburg: Parteilose in Berlin chancenlos
In Brandenburg feierten am Wochenende einige Parteilose Wahlsiege. Warum Kandidaten ohne Partei Berlins Politik aber absehbar nicht beeinflussen werden, erklärt der Landeswahlleiter. Von Sönke Matschurek.
Fehlfarbe sticht. In Brandenburg siegten am Wochenende gleich bei drei wichtigen Stichwahlen Parteilose. In Potsdam deklassierte Noosha Aubel die SPD (Interview hier), in Frankfurt (Oder) triumphierte Axel Strasser und in Eisenhüttenstadt Marko Henkel jeweils über die AfD (mehr dazu im Newsletter „Im Osten“ – Abo hier). Wäre es auch bei der Berlin-Wahl im nächsten Jahr möglich, ohne Parteibuch ins Geschichtsbuch einzugehen? „Das Spielfeld, auf dem die Parteilosen Erfolge erzielen, sind in erster Linie Kommunalwahlen“, schreibt Berlins Landeswahlleiter Stephan Bröchler dazu dem Checkpoint. Parteilose seien dort stark, wo Volksparteien in den Kommunen „entwurzelt“ seien oder „unfähig, neue Mitglieder zu gewinnen“ – um daraus auch gute Kandidierende für sich zu gewinnen. Berlins Politik werden Parteilose absehbar nicht beeinflussen, denn ein Regierender Bürgermeister wird nicht in direkter Wahl bestimmt. Über ihn (oder sie) entscheidet die Mehrheit im Abgeordnetenhaus. Hier wechseln die Parteifarben zwar, verblassen aber noch nicht.