Polizei nahm offenbar Mord billigend in Kauf

Und jetzt erst einmal ein paar schauerliche Neuigkeiten:

Dass auch in einem Rechtsstaat nicht alles mit rechten Dingen zugeht, hat Deutschland schon im Zuge des NSU-Prozesses bitter erfahren müssen. Nun wird auch im Berliner Mordprozess gegen den früheren Rockerboss Kadir P. deutlich und vom Landgericht aktenkundig festgehalten: Beamte des Landeskriminalamtes haben den gemeinschaftlichen Mord an dem „Hells Angels“-Rivalen Tahir Ö. im Januar 2014 in einem Wettbüro in Reinickendorf offenbar billigend in Kauf genommen, um Auftraggeber Kadir P. danach ins Gefängnis bringen zu können (via „Bild“). Dabei könnten laut Nebenklage bis zu 19 Berliner LKA-Beamte schon seit Oktober 2013 Hinweise auf die drohende Tötung gehabt haben; vor Gericht sollte dieser Skandal offenbar auch noch verschleiert werden. Interne Ermittlungen verliefen zunächst im Nichts und werden nun plötzlich wieder aufgenommen – natürlich angeblich rückhaltlos. „Massiver kann sich ein Staat selbst nicht infrage stellen, als wenn er sich selbst nicht an seine Regeln hält“, schreibt mein Kollege Alexander Fröhlich heute im Tagesspiegel-Leitartikel. Nun muss die Justiz das tun, was die Polizei sträflich unterlassen hat: dem Rechtsstaat zum Recht verhelfen.