Wo Hilfsbereitschaft ist, braucht es offenbar keinen Mindestlohn
Die „Neue Chance gGmbH“ (beauftragt vom Land) sucht aktuell „sozial kompetente Menschen“, die Nachtschichten in der Notübernachtung in der Rathenower Straße übernehmen. Der Aufgabenbereich umfasst den Einlass von und den Kontakt mit wohnungslosen Personen, die Bettenverteilung, die Mahlzeitenplanung und -zubereitung, die Umsetzung von Hausordnung und Nachtruhe, die schriftliche Dokumentation sowie die Schließung der Notübernachtung am Morgen. Kurzum: quasi alles. Gearbeitet wird von 18 bis 8 Uhr. Gezahlt wird eine Aufwandsentschädigung (sog. „Übungsleiterpauschale“ im Sinne des § 3 Nr. 26 EStG) in Höhe von 70 Euro. Pro Schicht. Macht fünf Euro pro Stunde. Geteilt hat das Gesuch Berlins Arbeits- und Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) auf ihrer Facebookseite – und dabei offensichtlich zwei Augen zugedrückt. Wo Hilfsbereitschaft ist, so scheint es, braucht es keinen Mindestlohn.
Übrigens: Der TagesTreff Weitlingstraße sucht für den Betrieb am Wochenende auch noch dringend ehrenamtliche Unterstützung. „Leider unentgeltlich.“ Bleibt zu hoffen, dass Berlin Herz hat und übernimmt.