„Umsetzung fachlich, personell oder finanziell nicht vorgesehen“: Wie der Umbau der Invalidenstraße nach dem tödlichen Unfall vorgetäuscht wurde

Nach dem schweren Unfall in 2019 sollte die Invalidenstraße eigentlich umgebaut werden. Dazu gab es eine Arbeitsgruppe von der TU Berlin. Bis heute ist jedoch nichts passiert. Von Anke Myrrhe und Christian Latz.

„Umsetzung fachlich, personell oder finanziell nicht vorgesehen“: Wie der Umbau der Invalidenstraße nach dem tödlichen Unfall vorgetäuscht wurde
Vier Fußgänger starben bei dem Unfall, darunter ein dreijähriger Junge. / Foto: dpa / Fabian Sommer

Wir bleiben in Mitte und schlängeln uns weiter zur Invalidenstraße. 2019 kam es hier zu einem der schwersten Unfälle in der jüngeren Stadtgeschichte. Vier Fußgänger starben, darunter ein dreijähriger Junge. Anwohner hatten schon lange über unsichere Schulwege und fehlenden Schutz für Fußgänger im Kiez geklagt. Die grün-geführte Senatsverkehrsverwaltung und der Bezirk gerieten mächtig unter Druck, eilig wurde ein neuer Radweg gebaut. Und dann? Na klar: Was macht man noch, wenn man nicht mehr weiter weiß? Arbeitskreis.

Zwei Jahre nach dem Unfall startet die Verkehrsverwaltung die von der TU geleitete Arbeitsgruppe zum „Modellkiez Invalidenstraße“. Deren Ergebnisse wurden bis heute nicht umgesetzt. Offenbar mit Ansage, wie der Bezirk Mitte jetzt auf Checkpoint-Anfrage erklärt: „Eine vollständige Umsetzung des durch die TU Berlin erarbeiteten Konzepts war durch den Bezirk fachlich, personell oder finanziell nicht vorgesehen.“ Klang aber ganz gut, nicht wahr?