Sie sind einer der wenigen gehobenen Schätze der Wiedervereinigung: die Stasi-Akten. Restlos erschlossen sind die von der Opposition eroberten Daten der DDR-Geheimdienstpolizei längst nicht, für das deutsche Gedächtnis digitalisiert werden müssen die 111 Kilometer poröses Papier noch. Behördenchef Roland Jahn will diese bleibende Aufgabe ab 2021 an das Bundesarchiv abgeben. Gelagert werden die Akten weiter in der einstigen Stasi-Zentrale in Lichtenberg, die sich zum SED-Archivzentrum wandeln soll. Einsehbar für die Opfer und bei öffentlichem Interesse für Journalisten und Historiker bleibt die Vergangenheit weiterhin. Damit Deutschland nicht vergisst, wie Diktaturen funktionieren: mit geplanter Willkür.