Zur Politik von Wegner: Kritische Töne bei der Berliner CDU
Kai Wegners Kurs kommt auf dem Landesparteitag nicht bei allen gut an. Ein Zwischenruf machte dies deutlich. Der neue CDU-Spitzenkandidat zur Bundestagswahl vertritt eine andere Politik. Von Robert Ide
Es gibt sie noch, die Opposition in der durchorganisierten Berliner CDU. Zunächst wurde der Bau- und Mietrechtsexperte Jan-Marco Luczak gestern Abend auf dem Landesparteitag zum Berliner CDU-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl gekürt. Er ist Verfechter eines eher freien Wohnungsmarktes als einer verlängerten Mietpreisbremse sowie eines bundespolitischen Sparkurses statt einer aufgeweichten Schuldenbremse, insgesamt also Fan einer härteren Wirtschafts- und Sozialpolitik als sie der Regierende Bürgermeister Kai Wegner im Bund vertritt. Für seinen seinerseits harten Sparkurs in Berlin musste Wegner dann noch von anderer Seite Kritik einstecken. Als Wegner in seiner Rede sagte: „Es ist doch offensichtlich, dass die Kultur in Berlin eine herausragende Bedeutung hat“, rief die frühere Bundeskulturbeauftragte Monika Grütters erstaunt in den Saal: „Achsoooo.“ Ganz so leicht lässt selbst die CDU ihren Regierenden nicht lavierend durchregieren.